5,1-/4,9-mm-Naturbau

  • Hallo,


    wie vielleicht einige schon wissen, habe ich meine zu früh gekommenen Buckfast-Kunstschwärme mangels der zu spät gekommenen Beuten provisorisch eingeschlagen, und zwar in geliehene Dadant-Kästen (modifiziert) auf Dadant-Blatt-Rähmchen, die da so gerade reinpassen. Oben habe ich, da ich ja keinen Draht zum Einlöten der Mittelwände hatte, ca. 4 cm Anfangsstreifen einer 5,1-mm-Mittelwand von Adolf Kieweg (Oberpfalzwabe) mit Wachs eingeklebt.


    Was jetzt passiert ist, daß die Bienen einen makellosen, lotrechten, fehlerfreien Naturbau herunterziehen, offenbar im von den Anfangsstreifen "vorgeschlagenen" 5,1-mm-Zellmaß. Hat jemand ähnliche Beobachtungen gemacht? Vor allem würde mich interessieren, ob das jemand mit 4,9-mm-Zellen gesehen hat und ob die Bienen dieses Maß später auch ohne Streifenvorgabe, also z. B. mit den seinerzeit von Harry vorgeschlagenen Dreieckleisten o. ä. beibehalten - oder wieder größer werden?


    Ich bin jetzt versucht, ganz beim Naturbau zu bleiben. Den Bienen zuzusehen, wie sie im Eiltempo diese hauchzarten, schneeweißen, milchglasartig transparenten Waben frei hängend errichten - es ist schon sagenhaft, ein ästhetisches Erlebnis.


    Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes,


    kann leider nur berichten, daß 5,3mm-Anfangstreifen im gleichen Maß weitergebaut wurden. Doch ich glaube nicht, daß das Maß des Anfangsstreifens so wichtig ist. Sie gehen auch problemlos vom Arbeiterinnen- zum Drohnenzellenmaß über.


    Grüße, Thomas


    P.S.: Mit dem Naturbau im Brutraum freunde ich mich auch immer mehr an. Aber erst mal ein paar Jahre abwarten.

  • Hallo, Thomas,
    wie schon berichtet, waren meine Carnis nicht zu bewegen, 4,9 auszubauen, wohingegen 5,1 als Mittelwand vorzüglich geklappt hat (allerdings in letzter Sekunde, mein Fehler :oops: ).
    Aus deinem Beitrag ist mir nicht ganz klar, ob du jetzt auf kleinere Zellen umstellen willst oder nicht?
    Beim Herrn Kieweg gibt es auch 5,1 zu kaufen, und ich kenne jemand, der jetzt auch Mittelwandgußformen dafür anbietet.


    @ Johannes: bei mir wollen die frisch umgestellten keinen kleinen Naturbau machen, sobald eine Ecke irgendwo war, gab es 5,5er, oder sogar als Drohnenzellen noch größere. Ich hab keine Digicam mehr, sonst könnte ich dir Fotos davon schicken.
    Aber du hast deine von Heike? Die können es auf Anhieb :lol: , wie sie schon letztes Jahr bei mir bewiesen haben. Du mußt sie nur gut füttern, ich hatte definitiv zuwenig reingetan, mindestens fünf Kilo Zucker mehr hätten es sein müssen. :cry: 
    Außerdem sind Heikes "hygienische" Bienen, also paß gut auf sie auf! :lol: 
    Wir können ja nächstes Jahr, so ich dann wieder ein Zuhause habe, standbegattete tauschen, wenn du willst...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Sabi(e)ne,


    es ist komisch: Anfangs haben sie gebaut wie verrückt, eben wie oben beschrieben, also praktisch fehlerfrei die 5,1-er-Anfangsstreifen weitergeführt. Jetzt plötzlich wird das Bauen spürbar lahmer, es kommt kaum Wabenfläche dazu seit ca. 2 Wochen. Gefüttert habe ich gemäß Heikes Empfehlung mit Apifonda, je nach Tracht haben sie mehr oder weniger davon abgenommen - deutlich langsamer als von Heike prophezeit, aber wir haben hier noch viel Spättracht, erst Dost, dann wilden Wein, und jetzt fliegen sie in Scharen zu den Ruhrwiesen runter, wo das Indische Springkraut blüht. Trotzdem kaum Baufortschritt; nach meinen Berechnungen müßten inzwischen recht viele der neu geschlüpften im Baubienenstadium angekommen sein! Konkret sind im stärkeren Schwarm/Volk die zu anfang gegebenen 4 Rähmchen Dadant zu 1/2 bis 2/3 mit Naturbau gefüllt, das später dazugehängte 5. Rähmchen hat einen Halbkreis, dessen Spitze etwa auf der Hälfte des Rähmchens endet. Diese Wabe ist ganz futter- und honiggefüllt, neuerdings auch stellenweise verdeckelt, zwischendrin auch Zellgruppen mit Pollen. Am letzten Wochenende habe ich ein 6. Rähmchen mit Anfangsstreifen zwischen diese kleine Futterwabe und das Brutnest gehängt in der Hoffnung, daß sie diese Lücke nicht mögen und mit Wabenbau schließen. - Im schwächeren Schwarm auch jetzt das 6. Rähmchen wie beschrieben, die Wabenhalbkreise hängen hier nicht mal so weit runter, die größte Wabe mit der Spitze bis auf 2/3 des Rähmchens. Inzwischen treibt mich die Sorge um, ob diese Wabenfläche überhaupt für das Winterfutter reicht. Liegt der langsame Weiterbau nur an der fortgeschrittenen Jahreszeit? Liegt es an den fehlenden Mittelwänden? Liegt es am Apifonda - brauchen sie also flüssiges Futter, um besser zu bauen?


    Oder kann man den Bienen vertrauen - daß sie schon wissen, wie viel sie bauen müssen für ihre jeweilige Volksgröße? Ich neige ja zu dieser Variante, bin als Anfänger aber vorsichtig im Urteilen... Was meinst Du? Was meint Ihr?


    Sabi(e)ne, was meinst Du mit "hygienischen Bienen"? - Also, der Putztrieb, falls Du den meinst, ist sehr ausgeprägt, ich hatte einen der Schwärme in eine alte Leihbeute, die ich vorher ausgebürstet hatte, eingeschlagen, und am nächsten Tag lagen Haufen von Dreck vor dem Flugloch, den sie über Nacht doch noch gefunden und 'rausgeschafft hatten. Auf dem Gitterboden bleibt keine tote Biene liegen.


    Das mit dem Königinnentausch finde ich eine schöne Idee! Nur werde ich als Anfänger nächstes Jahr wohl noch nicht mit der Königinnenzucht anfangen. Aber vielleicht können wir mal wechselseitig "Bienen gucken", wenn wir an die Völker gehen.


    Wie sind eigentlich die Bienen von van den Bongard bezügl. Naturbau/kleine Zellen?


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes,
    es ist doch ganz natürlich ds die Bienen nicht mehr bauen.
    1. Die Altbienen gehen ab( du hast Sie ja auch ganz schön geschunden :wink: ).
    2. Die Jahreszeit. Ein normaler Schwarm fällt Ende April-Mitte Juni.Deiner kam im Juli.
    Normal gibt man solchen Kunstschwärmen immer Mittelwände.
    3. Die Winterbien(die jetzt geschlüpften) wollen sich nicht mehr verausgaben. Die Eiweißreserven müssen geschont werden sonst werden Sie kurzlebig und überleben den Winter nicht.
    4. Mit so heißem Wetter konnte keiner rechnen.Wieviel Api-Fonda haben Sie bis jetzt verbraucht?
    Gib Ihnen lieber bei der Trockenheit Flüssigfutter, Sie haben ja fast keine Flugbienen mehr um Wasser zu holen.
    5. Es ist ganz natürlich das das Futter gedeckelt wird. Es wird nähmlich Winter.
    Ich hoffe es geht Euch weiterhin gut :D ,
    habe noch sehr viel Arbeit(Königinnentausch :cry: )
    MfG
    Heike

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hallo Sabi(e)ne,


    ich stelle auf kleine Zellen um. Nur habe ich es nicht so eilig. Auch möchte ich die Damen nicht zwingen. Also schaue ich erst einmal, welche Völker von sich aus kleiner bauen wollen (Nach sieben Jahren Standbegattung sollte der Genpool etwas breiter sein). 5,1-er Mittelwände würde ich dann nächstes Jahr testen.


    Grüße, Thomas


    P.S.: Das Abwarten bzgl. Naturbau bezog sich darauf, daß ein Urteil erst in paar Jahren möglich sein wird. Jedes Volk hat schon eine Zarge Naturbau im Brutraum.

  • @ Johannes:
    Ich würde 3:2 flüssig füttern, hab ich letztes Jahr auch gemacht, und innerhalb von drei Wochen war die erste Zarge ausgebaut, allerdings mit MWs.
    Hygienisch heißt, wenn du den Nadeltest machst, räumen sie die toten Puppen sofort raus und schmeißen sie ganz aus dem Stock. Es ist (angeblich) eine relativ seltene Eigenschaft (rezessiv?), meine anderen machen es nicht.
    Die Bienen von van Bongard sind als Bienen an sich Spitze, aber nur über 5,1 runterzukriegen. Ich hab ein paar ganz grauslige Waben, wo 4,9erMWs drin waren; du würdest sie nicht erkennen. Auf den 5,1 kommen sie mit kleinen, aber noch gut zu tolerierbaren Fehlern hin.
    Ich hätte fast zu lange gewartet :oops::oops: , sie von den 4,9 auf die Zwischengröße zu setzen, aber die Königinnen haben den Rückstand gut aufgeholt (grad noch mal gutgegangen :roll: )
    Ich hoffe sehr, daß ich sie nächstes Jahr problemlos noch kleiner kriege! Für dieses Jahr ist es schon zu spät, ich will sie ja nicht mit Gewalt umbringen!


    @ Heike: genau meine Meinung! :lol:


    thomas : ich glaube nicht, daß sie "freiwillig" kleiner bauen, dafür sind sie meiner Meinung nach zu lange auf die großen Zellen selektiert worden. Daß die Buckis es teilweise ohne Probleme mitmachen, liegt meiner ganz persönlichen Meinung daran, daß es eben keine "Reinzuchtbienen" im schlimmsten Sinn sind, sondern da die Zucht noch so dynamisch ist, daß die ganzen Gene, die sie eigentlich normalerweise nicht mehr brauchen würden und die bei Reinzucht verschwinden, eben noch da sind, und bei Bedarf auch wieder aktiviert werden können (richtig, Frieder?).
    Wie willst du sie denn kleiner kriegen, wenn du ihnen den 5,3er Naturbau drinläßt?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Johannes,
    entschuldigung! Beim Nadeltest piekst du mit einer Nadel in 10 oder 20 verdeckelte Zellen auf einer markierten Wabe, und guckst später nach, ob die Bienen die getöteten Puppen ausgeräumt haben. Die meisten Völker lassen sie ziemlich lange stehen...
    Es ist genauso brutal, wie Drohnenpuppen aus den Zellen zu ziehen, um Varroen zu zählen, aber im Gegensatz dazu reicht einmal, um zu wissen, ob sie hygienisch sind oder nicht. Wie geasgt, es ist eine seltene Eigenschaft und ziemlich wertvoll im Hinblick auf Varroabekämpfung, weil die Bienen dann (angeblich) auch zu stark befallene Puppen ausräumen, die sonst verkrüpelt oder gar nicht schlüpfen würden. Irgendwie merken sie, ob die Puppen in Ordnung sind oder nicht. Pheromone? Nix Genaues weiß man nicht...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo zusammen,


    noch eine Ergänzung zum Nadeltest. Man kann sich eine Raute aus dünnem Karton schneiden, diese dann auf die Brutwabe legen (möglichst Zentrum, oder zumindest größere zusammen hängende Fläche). In die erste Zelle kommt ein Stück Streichholz (nur einstecken bis Zellboden), dann werden insgsamt 50 (!) Zellen, am besten 5 Reihen á 10, mit einer dünnen (!) Nadel (Präpariernadel o.ä.) eingestochen. Nach der letzten wieder ein Stück Streichholz. Wabenseite am Oberträger markieren. Nachschau nach 12 bis 18 Stunden, nicht länger. Das ganze 3 - 4 mal über die Saison.


    Gruß
    Matthias

  • Hallo, Matthias,
    kann man so machen, muß man aber nicht. Ich mach es meistens morgens, ziemlich früh, und geh abends nachgucken.
    Aber, warum mehrfach? Die Königin mischt das Sperma eigentlich ganz gut, (obwohl ich letztes Jahr das Gegenteil hätte beweisen können!).
    Es widerstrebt mir heftig, mehr Bienen umzubringen als unbedingt nötig...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    ein Test sollte immer vergleichbar bzw. representativ sein. Dieser wurde mir so vom Mayener Institut vorgestellt. Die Mehrzahl der Puppen und öftere Durchführung dient nur dazu das Ergebnis sicherer zu machen. Wenn ein Volk z.B. von 10 Zellen 8 ausräumt, hätte es eine Ausräumrate von 80%. Ob das dann reprenstativ für dieses Volk wäre mag ich zu bezweifeln. Und wenn jeder den Test nach seinem Gutdünken macht ......
    Die höhere Zahl der getöteten Puppen (ob jetzt eine Biene erst nach dem Schlupf eine Biene ist, ist wohl eher eine etische Frage. :wink: ) kann langfristigt zu einem Zuchterfolg in Richtung Varroatoleranz führen, und wieviel Bienen kannst Du damit retten ??
    Nach der Ameisensäurebehandlung liegen u.U. auch ettliche Jungbienen tot vor der Beute, sollte man deswegen auf die Behandlung verzichten ??


    Gruß
    Matthias