Drohnenrahmen

  • Ja, das die Varroa jetzt vermehrt in der Arbeiterinnenbrut sitzt, hat einen Hintergrund. Da könnt ihr ja mal überlegen wie es dazu kommen konnte über die Jahre....

    Wie gesagt die Drohnebrut war rot!


    Sollten die Varroen bei euch noch vermehrt in der Drohenbrut sitzen: Glückwunsch!

    Ihr solltet damit vorsichtig umgehen, damit es auch so bleibt...

    kapier ich nicht...:/

    Und wie sollen wir dann damit "vorsichtig umgehen" ?


    Bitte erklär dit doch und spreche...

  • Erklärungsversuch: Der Milb hat mittlerweile eine Anpassung vorgenommen. Varroa destructor befällt alles, was Larve ist.

    Wissenschaftlicher Hintergrund: Der Unterschied im Signal der Larven zwischen Arbeiterinnen- und Drohnenbrut ist bei A. mellifera geringer als bei A. cerana.Die angepassten Milben unterscheiden das dann nicht mehr.


    Unter dem Aspekt wird die Drohnenentnahme eben eine relativ schwache Maßnahme gg. Den Milb; man könnte auch Ableger bilden - gleicher Effekt.

  • Der Unterschied im Signal der Larven zwischen Arbeiterinnen- und Drohnenbrut ist bei A. mellifera geringer als bei A. cerana.Die angepassten Milben unterscheiden das dann nicht mehr.

    Es ist m.E. noch ein anderer Aspekt gemeint: die Imkerschaft hat gute 40 Jahre lang einen künstlichen Evolutionsdruck in Richtung Arbeiterinnenbrut erzeugt. Das ist bei nem Insekt, das eine so hohe Generationenfolge hat, eine Ewigkeit. Es wurde also auf Varroen, die sich in der Arbeiterinnenbrut vermehren, regelrecht selektiert. Mit allen negativen Folgen für die Winterbienenaufzucht. Eine Schädigung der Winterdrohnen wäre ja eher unproblematisch ;).


    Das könnte einer der Gründe dafür sein, dass trotz größeren Behandlungsaufwandes bzw. im Vergleich zu den 70er, 80er Jahren m.W. kleineren absoluten Zahlen an Varroen in den Völkern, trotzdem noch immer hohe Winterverluste aufgrund von Varroaschädigung zu verzeichnen sind. Dass aber nur aus dem Ärmel und soweit ich die Zahlen erinnere, intensiv befasst habe ich mich mit diesen nicht, kann also sein, dass ich mich hier verspekuliere.


    Jedenfalls habe ich die Anspielung von Patrick Weiskorn (sinngemäß: seid froh, wenn Ihr noch Varroen habt, die sich v.a. in der Drohnenbrut vermehren) so verstanden.

  • Ich halte die These, dass Varroen nicht mehr in die Dronenbrut gehen für groben Unfug. Genauso die Selektionsthese halte ich für nicht haltbar. Bitte noch einmal die Literaturstellen angeben, falls ich diese übersehen habe.


    Es gibt mehrere Publikationen von Bieneninstituten in Deutschland, die nach wie vor das Gegenteil behaupten.

  • Moin

    Macht doch mal einen einfachen Versuch: öffnet 100 verdeckelte Zellen mit Drohenbrut und gleichzeitig 100 Zellen mit verdeckelter Arbeiterinnenbrut vom selben Volk.

    Zählt die Varroen, die ihr darin findet!

    Danach wisst ihr wo die Varroen in euren Völkern sitzen.

    Ich kann nur für mich und meine Umgebung sprechen: die Varroen sitzen nicht mehr in der Drohnenbrut.

    Wo sind denn Deine Zahlen?

  • Auch wenn man von den Geschwistergruppen ausgeht, bleibt bei den Drohnen auch das Erbgut der gemeinsamen Großmutter. Also vom Drohn aus gesehen und das was man auf der Belegstelle weitergeben will, hat das meiner Meinung nach keine Auswirkung.

    d2dum: Noch einmal zum Verständnis: Bei Aufstellung von Vatervölkern unterschiedlicher Linien gibt es keine gemeinsame Großmutter.

    Aktuelles Beispiel von Deutschlands ältester und vermutlich am besten untersuchter Belegstelle Gehlberg/Thür., wo in diesem Jahr 101 Vatervölker stehen von 4 unterschiedlichen Linien, die von 3 verschiedenen Züchtern stammen:

    http://www.lvthi.de/belegst/th_3.html

  • Was helfen dir seine Zahlen? Wenn er denn überhaupt gezählt hat.

    Er empfiehlt doch nur, dass ihr bei euch mal nachschaut, ob die Drohnen tatsächlich stärker parasitiert sind.

    Ich zähle z.B. die Milben bei mir nicht exakt. Ich gucke hin und wieder mal in ein paar Zellen, um einen groben Überblick zu haben, mehr nicht. Da ist mir bisher noch kein signifikanter Unterschied zwischen Arbeiterinnen und Drohnen aufgefallen. Drohnen hab ich bisher nicht geschnitten, werde es auch nicht machen.

    Wenn der Milbenbefall zu Jahresbeginn in einem ordentlichen Rahmen ist, kommen die Völker auch bis zur TBE im Juli, ohne dass ich Drohnen schneiden muss.

    Wenn das ganze System allerdings Spitz auf Knopf aufgebaut ist und immer knapp an der Grenze zum kippen operiert, wird Drohnenbrutentnahme ggf. die paar Prozente rausholen, die zur Rettung nötig sind. Aber das würde auch die Entnahme von Arbeiterinnenbrut bewirken, also z.B. für die Ablegerbildung.

  • Wenn der Milbenbefall zu Jahresbeginn in einem ordentlichen Rahmen ist, kommen die Völker auch bis zur TBE im Juli, ohne dass ich Drohnen schneiden muss.

    Wenn das ganze System allerdings Spitz auf Knopf aufgebaut ist und immer knapp an der Grenze zum kippen operiert, wird Drohnenbrutentnahme ggf. die paar Prozente rausholen, die zur Rettung nötig sind.

    Da ist sie wieder, die unterschwellige Anschuldigung das Drohenbrutschneider keine ordentliche Sommer- und Winterbehandlung machen würden. Jedenfalls lese ich das so.

    Nein, ich mache ordentliche Sommer- und Winterbehandlung (AS, OS) UND schneide Drohnenbrut.

    Das ist das offizielle Varroabekämpfungskonzept in Bayern. Funktionierte bei mir bis her wunderbar.


    Wenn du mit TBE ohne Drohnenbrutscheiden gut zurecht kommst, bitte gerne, habe kein Problem damit.


    Die Aussage das man auf Drohenbrutschneiden auch verzichten kann stehen wiederrum andere Aussagen gegenüber. In allen Büchern die ich habe sind Pro-Drohenbrutschneiden. Habe noch keins gesehen in dem es abgelehnt wurde. Die Pro-Argumente werden gerne mit Diagrammen und Zahlen gezeigt. Diese würden wir jetzt halt auch gerne für die Contra-Argumente sehen.

    Das Argument mit den zu ähnlichen Signal-Pheromonen bei weibl. und männ. Larven ist ein guter Anfang. Aber man hört viel zu oft wie "mach es halt, dann siehst du es schon". :-(

  • Da ist sie wieder, die unterschwellige Anschuldigung das Drohenbrutschneider keine ordentliche Sommer- und Winterbehandlung machen würden. Jedenfalls lese ich das so.

    Nein, ich mache ordentliche Sommer- und Winterbehandlung (AS, OS) UND schneide Drohnenbrut.

    Nö, so meine ich das nicht. Ich habe auch eine zeitlang ohne TBE gearbeitet, mit AS und OS. Hat auch funktioniert, habe da auch keine Drohnen geschnitten.


    TBE vs. AS/OX ist ja gar nicht das Thema, die Konzepte funktionieren beide, ist Geschmackssache bzw. was besser in die Abläufe reinpasst. Aber beide funktionieren, wenn richtig angewandt, auch ohne Drohnenschneiden. Wenn man bei schlampt, egal bei welchem System, kann Brutentnahme die letzten Prozente bringen, die das Volk retten.


    Die Frage ist aber doch, ob in der Drohnenbrut nennenswert mehr Milben sitzen als in Arbeiterinnenbrut. Laut Literatur und Imkern, die zu Beginn der Varroamilbe in Europa schon dabei gewesen sind, scheint das ja so gewesen zu sein. Ob´s aber immer noch so ist, wäre interessant zu erfahren.

    Ich kann es für mich, ohne das jetzt wissenschaftlich oder auch nur per genauer Zählen erfasst zu haben, nicht bestätigen. Da sind einfach nicht signifikant mehr Milben in der Drohnenbrut als in Arbeiterinnenbrut.


    Und genau so lese ich den Text von Patrick Weiskorn. Schaut mal rein in die Zellen, ob die alten Erkenntnisse so für euch noch stimmen.

  • Da Du ja so überzeugt bist, dass das Schneiden der Drohnenbrut bei Deinen Völkern wichtig ist, taugt Deine Behauptung nichts, dass Du ordentlich Sommer und Winterbehandlung gemacht hast.
    Bleibst Du bei dieser Behauptung, behaupte ich, dass Deine Völker Mitte Juli nicht schlechter da stehen würden, als ohne Drohnenbrutschnitt.
    Beweisen kann ich das damit, dass bei mir keine Völker kaputt gehen, obwohl ich nicht schneide.
    Und rases Honigbarometer zeigt mir an, dass meine Völker dick, fett und gesund sind.



    Gruss

    Ulrich

  • Letztendlich werden nicht allzu viele Imker hier Drohnen- und Arbeiterinnenbrut geschnitten UND verglichen haben.


    Auch das wird von Volk zu Volk unterschiedlich sein.


    Ich unterbinde aber unter Umständen den einen zusätzlichen Brutzyklus der Milbe (in der Drohnenzelle) .


    Ist Alles Abwägungssache..


    Ich warte aber noch auf die Antwort von Patrick Weiskorn…….


    :/

  • Je mehr ich hier mitlese, desto mehr denke ich, dass man in einem komplexen "System" wie dem Bienenvolk nicht eine Variable wie "Drohnenschnitt mit Auswirkung auf den Varroabefall" einzeln herausgreifen und betrachten kann.


    Bei dem einen Imker, der mit hohem Varroabefall in die Saison startet, vermag der Drohnenschnitt nicht mehr zu helfen, sodass die Völker möglicherweise zu Saisonende mit recht hohem Milbenbefall dastehen (exponentielles Wachstum). Vielleicht sind es aber auch gerade die 2-3 geschnittenen Drohnenrahmen, die dazu führen, dass das Volk im Spätsommer die Schadschwelle noch nicht überschritten hat.

    Bei dem anderen Imker, der beispielsweise den Milbenbefall im Winter auf ein Minimum gedrückt hat und während der Saison keine Drohnen schneidet, stehen die Völker möglicherweise zu Saisonende besser da. Oder auch nur kurz vor der Schadschwelle?


    Auch spielen ja Faktoren eine Rolle wie

    • Ableger gebildet (falls ja, wieviele Waben Brut inkl. Milben wurden dafür aus den WV entnommen)?
    • evtl. Brutpause (auch für die Milben) durch Königinnenableger?
    • Brutleistung der Königin


    Es gibt bestimmt noch weitere Faktoren, die ich hier gar nicht berücksichtigt habe.

    Imker seit 2005. Ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • Je mehr ich hier mitlese, desto mehr denke ich, dass man in einem komplexen "System" wie dem Bienenvolk nicht eine Variable wie "Drohnenschnitt mit Auswirkung auf den Varroabefall" einzeln herausgreifen und betrachten kann.

    ...

    Auch spielen ja Faktoren eine Rolle wie

    • Ableger gebildet (falls ja, wieviele Waben Brut inkl. Milben wurden dafür aus den WV entnommen)?
    • evtl. Brutpause (auch für die Milben) durch Königinnenableger?
    • Brutleistung der Königin


    Es gibt bestimmt noch weitere Faktoren, die ich hier gar nicht berücksichtigt habe.

    Der "Drohnenschnitt" wird aber als wichtige Säule eines funktionierenden Varroam'ment verkündet. Andere Funktionen bleiben außen vor wie z.B. die Wärmeleistung der Drohnen. Sie hocken ja nicht nur auf der Drohnenwabe, sondern sind im Volk verteilt. Dass ein gut gewärmtes kompaktes Brutnest die Vermehrung des Milb' erschwert, hat sich ja auch schon herumgesprochen.


    Es sind eben viele Einflussgrößen, welche eine erfolgreiche oder weniger erfolgreiche Milbenentwicklung begründen: Genetik der Kö', Brutnestarchitektur und Wärmehaushalt, Brutpausen durch Imker oder die Bienen selbst verursacht, Brutdezimierung (Ableger, Schröpfen), Größe des Brutnests / Volksumfang, Behandlung im brutfreien Zustand u.v.m.


    Eine einzige Maßnahme - ausgenommen die Behandlungseingriffe gg. Varroen - macht eben nicht den Unterschied, sondern das Zusammenspiel aller Maßnahmen entscheidet über mehr oder weniger Milbenbefall. Das gilt doch bei allen, die erfolgreich die Völker überwintern!