"Böses" Kalkbrutvolk sanieren

  • Ich habe ein "böses" Volk das jetzt auch noch Kalkbrut hat. (Das Frühjahr war eisig bei uns).

    D.h. ich möchte sowohl Königin als auch Brutwaben los werden.


    Folgende Vorgehensweise habe ich geplant:


    1. Königin abdrücken

    2. nach 8 Tagen alles NSZ brechen. Jetzt sind sie hoffnungslos weisellos.

    3. Nun das Kalk-Volk einen Meter verschieben, an der alten Stelle einen Altköniginnenableger hinstellen.

    Der besteht aus 1 BW und 1 FW und wenig/keine Flugbienen plus 8 MW. In komplett neuem Kasten, Boden, usw.

    (Altkö deswegen, weil ich noch keine Jungen zur Verfügung habe)

    4. die Flugbienen des Kalk-Volkes fliegen nun zum Altkö-Ableger zu (und murxen hoffentlich die Kö nicht ab)

    5. nach 2-3 Tagen nehme ich vom Kalkvolk den Honigraum ab (Halzarge) und setze ihn mitsamt den darin befindlichen Bienen dem Alkö-Ableger auf

    6. Ist im Kalkvolk die Brut ausgelaufen werden die Bienen abgekehrt, die Waben eingeschmolzen, Zargen usw. ausgebrannt.


    Was haltet ihr von der Vorgehensweise? Ich habe wenig Erfahrung mit Kalkbrut.

    Ich sehe 2 Probleme:


    A. Honigraum

    Setze ich den schon etwas gefüllten HR auf, infiziere ich dann damit möglicherweise meine Altkö-Volk mit Kalkbrut? (Über den Honig)
    Was sollte ich sonst mit dem HR machen? Samt Honig einschmelzen?


    B. Alte Königin

    Ich bilde bei Schwarmstimmung einen Altkö-Ableger. Bekommt der jetzt so viele Bienen dazu, dann wird das Volk bald wieder in Schwarmstimmung kommen - oder?

    Oder vergeht dem Volk die Schwärmerei weil es ja doch ein großer Eingriff ist bzw. erst "ein Volk" werden muß?


    Bin gespannt auf Eure Meinung und sage schon mal Danke,



    Alex

  • Stark befallene Waben entfernen. Völker einengen und aktuell wenn keine Tracht wegen Temperatur füttern und warm halten. Wenn sie entsprechende Stärke haben auch Honigraum.

    Meist haben die bedingt durch den Brutausfall keine besonders dynamische Entwicklung und dümpeln so vor sich hin und können sich gerade so selber ernähren, kommen aber auch trotz Varroa über den Winter.

    Kein Vermischung von Material mit gesunden Völkern!


    Mach deine Vermehrung und Honig mit den anderen Völkern, kommt eines in Schwarmstimmung, könntest du wie oben einen Kö-Ableger an die Stelle des kalkbrutvolkes stellen und das kalkbrutvolk nach Entfernen der Kö vor der Beute abfegen und das gesamte Material desinfizieren. Rähmchen in Wasser auskochen und Beute ausflammen.

  • Drückt die alte Muddi ab, besorg Dir eine Krabbelzelle und steck die mit Ausfreßschutz. Alufolie oder Kreppband tut's auch. Laß die Waben wie sie sind.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Genau eine großartige Behandlung ist nicht notwendig. Die Bienen bekriegen sich selbst wieder mit neuer Kö. Das ganze Tamtam drumherum kannst dir sparen. Geht es den Bienchen gut, geht auch die Kalkbrut

  • rase

    Danke für den Tipp!

    Ich habe gelesen dass Waben sehr viele Spuren enthalten können, so dass die Brut der Neuen auch sofort wieder befallen wird. Siehst du diese Gefahr auch?


    Seit ich im HR ein anderes Mass habe ist die Wabenhygiene nicht immer einfach. (Zander halb wegen Kreuz und BR einräumig Zander)

  • Ich habe gelesen dass Waben sehr viele Spuren enthalten können, so dass die Brut der Neuen auch sofort wieder befallen wird. Siehst du diese Gefahr auch?

    Nö. Aber ich hab es über die Jahre ein paar Male so gemacht wie beschrieben und kann sagen, es klappt :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Gibt man eine Kalkbrutkönigin in ein anderes Volk, ist die dort neu angelegte Brut kalkbrutfrei. Erst, wenn die Nachkommen dieser Königin altersmässig die Pflege übernehmen, tritt die Krankheit wieder auf.


    Gruss

    Ulrich

  • „Die Kalkbrut ist eine Faktorkrankheit “ siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Kalkbrut

    Ich kann das insofern bestätigen als ein Ableger meines ersten Bienenjahres Kalkbrut entwickelte

    in schwach ausgeprägter Form. Vom Ursprungsstandort am Waldrand in meinen sonnigen Garten

    übergesiedelt, hat sich die Kalkbrut nie wieder gezeigt. Mein Grundkurslehrer erklärte mir damals,

    daß der Erreger immer vorhanden ist, sich aber bei Vorhandensein von bestimmten Einflüssen und Stressoren für das Bienenvolk entwickelt.

    Wenn das Kalkbrutvolk jedoch „ohnehin böse“ ist, was spricht dann gegen den Regierungswechsel

    Bienenhummel ?

    PS: Eine genetische Veranlagung in Zusammenhang mit mangelhaftem Pflegeverhalten wird angenommen ( sagte mein Lehrer :) ).

    Flüsse trinken ihr eigenes Wasser nicht. Bäume essen ihre eigenen Früchte nicht. Wolken verschlingen ihren eigenen Regen nicht. Was Große Wesen haben ist immer zum Wohle anderer. Indisches Sprichwort

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  • Gibt man eine Kalkbrutkönigin in ein anderes Volk, ist die dort neu angelegte Brut kalkbrutfrei. Erst, wenn die Nachkommen dieser Königin altersmässig die Pflege übernehmen, tritt die Krankheit wieder auf.


    Gruss

    Ulrich

    Ach - das ist ja interessant!
    Das würde ja bedeuten, wenn eine Kalk-Pflegebiene eine Kalk-Larve füttert, dann wird die Larve infiziert.

    Wenn aber eine Kalk-Pflegebiene eine "nicht-Kalk"-Larve füttert, dann nicht?

    Also müssen beide - Pflegebiene und Larve - von der Genetik her anfällig sein?


    Man liest öfter daß beim umweiseln trotzdem wieder Kalkbrut entstand - das würde dann bedeuten daß die neue Königin vielleicht doch nicht so "kalk-frei" war wie vermutet?


    Letzteres sehe ich bei mir auch als Problem, denn im Endeffekt stammen alle meine Völker von der einen einzigen Königin ab, die ich vor 9 Jahren gekauft habe. Irgendwie sind sie alle miteinander verwandt.