Nachfüttern + 2. Brutraum wurde noch nicht angenommen

  • Ich habe auch gesehen, dass vor allem das stärkere der beiden Völker kaum noch (verdecktes) Futter hat. Und wenn ihr mir zustimmt, ist die große Frage wie? Soll ich oben eine weitere Zarge aufsetzen und über eine Schüssel flüssig füttern, obwohl der 2. BR noch gar nicht angenommen wurde? Oder von unten auf den Gitterboden stellen?

    Mein Volk ist auch sehr stark und sie haben derart viel Brut und wenig Futter, dass ich nicht auf die Selbstversorgung vertraut habe. Meine Völker nehmen den zweiten Brutraum nicht, bzw. erst diese Woche an. Mir sind im Winter zwei Ableger verhungert, daher füttere ich jetzt lieber etwas zu viel al nötig, als da bei dieser Witterung irgendwas zu riskieren. Wir haben hier fast jede Nacht TEmperaturen am Gefriepunkt und ich habe dermaßen viel Brut, dass ich mir Sorgen mache.


    Ich habe mit Zip-Beutel gefüttert. Du füllst die Zuckerlösung in den Beutel, drückst die Luft raus und legst den Beutel direkte auf die Zargen des unteren Brutraumes. Vorher stichst Du mit einer Nadel löcher entlang der Wabengassen ein. Mein Volk hat an einem Tag die 1,5kilo Futter abgenommen. Am nächsten Tag entnimmst Du den komplett leeren Beutel. Das ist eine saubere Sache, keine Biene ertrinkt und es geht selbst bei Minustemperaturen, da die Bienen von der WAbengasse einfach nur hoch gehen müssen. Ich hatte auch mit Tetrapacks probiert, aber das nehmen die Bienen bei sehr kalten Temperaturen nicht ab. Ich bin von der Zip-Beutel-Methode wirklich begeistert.

  • Vielen Dank euch allen!


    Ich habe heute beide Völker mit Futterteig (2,5 kg) von unten versorgt und aus dem 2. BR (war immer noch nicht wirklich angenommen) jeweils einen Honigraum gemacht.


    Wann sollten die Bienchen denn den Futterteig vernichtet haben? Oder muss dieser vielleicht auch schon früher wieder raus? Und wann soll ich wieder rein schauen?


    Und ich habe noch eine Frage: Im 1. BR ist auch Honig eingetragen. Was passiert mit diesem? Dient der zusätzlich auch als Futterversorgung?

  • Der wird verbrütet, oder bei Platzmangel wegen Brut, in den Honigraum umgetragen. Das ist der Vorteil der Einzargenbetriebsweise. Bei 2 BR Zargen verhonigen oft beide Bruträume, weil eine Königin es nicht schafft, beide voll zu bestiften. Zu viel Platz.


    Gruss

    Ulrich

  • Vorne weg ich habe erst in diesem Frühjahr meine Völker auf einen BR runter gedrückt. Davor habe ich 30 Jahre lang mit 2 Bruträumen geimkert.

    Es wird ja z.b. von Liebig immer gesagt die Waben Hygiene und die Kippkontrolle seinen sehr einfach durchzuführen. Da ich TBE praktiziere kommen die Altwaben eh raus und die Kippkontrolle war mir immer zu unsicher.

    Was störte mich also eigentlich; natürlich das Verhonigen im 2. BR und die vielen Pollenbretter und leer Waben im unteren BR. Trotz sehr starker Völker die ungefähr so 14 BW hatten, die natürlich nicht immer bis an den Rand bebrütet waren, da Honigkränze usw. Dazu der DR, ein bis zwei FW als Reserve,Fußabstreifer und Pollenwaben.

    Trotz des kalten Frühjahres war sehr schön zu sehen das die Königinen jetzt die Waben komplett bestiften. ( ich guck schon fast soviel rein wie ein Anfänger :))

    Worüber ich immer noch grübele bei dieser Betriebsweise ist die Einfütterung im Herbst. Ich benutze DN 1,0 und 0,5. im HR.

    Könnt ihr mir dazu etwas sagen? marikos steht ja im Sommer vor der gleichen Frage.

    Gruß Roland

  • Hi Roland,


    Zur Einfütterung gibt's zwei praktikable Varianten:

    1. Einfach nach dem Abschleudern einen 1,0 Honigraum freigegeben und drauf. Dann zweizargig überwintern und im Frühjahr die untere leere Zarge weg. Damit ist dann auch die Wabenhygiene erledigt.

    2. In Halbzarge über Absperrgitter einfüttern und anschließend untersetzen. Diese Halbzarge dann im Frühjahr wieder leer oben drauf.


    Ich mache Variante 1. Allerdings habe ich auch keine regelmäßige TBE am Start. Mit TBE würde ich wohl Nummer 2 vorziehen da die Wabenhygiene im Frühjahr ja nicht notwendig ist.


    Das auch als Tipp für den Threadersteller.


    Viele Grüße


    Roman

  • Hallo Roman,


    Vielen Dank für Deine Antwort. Variante 1 ist für mich alles klar. Kenne ich ja so.


    Zu Variante 2 hätte ich eine Frage wie ihr/ du genau vorgeht; Honig abschleudern ASG drauf und Halbzarge drauf und eingefüttert. Soweit verstehe ich das ja. Im Spätsommer ASG raus und Varroa Behandlung machen. Ich arbeite mit dem Nassenheider prof.

    Jetzt schreibst du und andere auch man soll die Halbzarge untersetzen. Zu welchem Zeitpunkt denn genau? Das ist das war ich nicht so ganz verstehe.

    Die Bienen sollen anscheinend das Futter umtragen und somit sind die Waben in der Halbzarge wieder leer.


    Gruß Roland

  • Worüber ich immer noch grübele bei dieser Betriebsweise ist die Einfütterung im Herbst. Ich benutze DN 1,0 und 0,5. im HR.

    Könnt ihr mir dazu etwas sagen? marikos steht ja im Sommer vor der gleichen Frage.

    Gruß Roland

    Moin,

    wir lösen das indem wir die Völker erst sehr spät final auffüttern, das ist dann oft erst Anfang/Mitte Oktober, auch in Abhängigkeit davon wann die Wetterfee die ersten Nachtfröste ansagt. Einräumig wird auf 10DN Rähmchen in der Segeberger überwintert. Das fehlen lassen eines Rähmchens erleichtert uns das nehmen der Futterkranzproben bei den Völkern Anfang Januar in der Praxis sehr.

    Sehr starke Völker werden auf zwei Räumen, dann 2x9 Rähmchen überwintert und dann im Frühjahr bei der ersten Kontrolle auf eine Zarge gesetzt, ggf. gleich der HR mit Absperrgitter gegeben.

    Hier im Norden ist das Wetter nun schon über einen längeren Zeitraum recht gruselig. Kühl und windig. Die Waagvölker zeigen im Schnitt 300-500g Abnahme am Tag, nur ganz wenige Tage brachten Zunahmen. Überreichlich vorhandene Reserve Futterwaben sind längst aufgebraucht und es wird flüssig gefüttert. Der Vorrat in den Völkern sollte zu keinem Zeitpunkt die 4kg Marke unterschreiten, diese leiden sonst Not was sich im weiteren Saisonverlauf negativ auswirkt.


    LG

    Frank

  • Auch wenn Du in einem IV die 2-zargige Völkerführung gelernt hast: bin auch aus S (mit den genannten Wetterverhältnissen) und stellte dieses Jahr bereits teilweise auf 1-zargig um. Über die Vor- und Nachteile wurde schon viel diskutiert. Wenn Du nicht allzu weit weg von deinem Bienenstand wohnst dann kannst Du rasch nachfüttern (Gefäß mit Flüssigfutter in den Giterboden stellen).

    Schwarmkontrolle geht einfacher und HR wird besser angenommen, Platz gibt´s auch genug. Ab nächstem Jahr werde ich nur noch 1-zargig imkern.

    • ø 10 1-zargige Zander W-Völker/Jahr plus ca. 5 JV • Königinnen standbegattet •

  • Hallo Frank,

    Danke für deine Antwort.

    Das wäre dann Variante 3; hört sich auch nicht so schlecht an.

    Das Wetter ist bei uns auch nicht gerade gut. Ab dem nächsten Wochenende soll es besser werden.

    ZombyWoof ; Danke auch für Deine Antwort, habe allerdings keine Probleme momentan mit Futter,

    außer das es abnimmt. Bisher kam ich noch mit Waben zuhängen aus die ich entnommen hatte um sie

    für die Ableger bildung zu nehmen.

    Gruß Roland

  • Das Wetter ist bei uns auch nicht gerade gut. Ab dem nächsten Wochenende soll es besser werden.

    Dazu gab es gestern einen schönen Artikel auf t-online.de , hier

    ein Textauszug daraus:


    ..................es gibt Dinge, die macht man, obwohl einem klar ist, dass sie Quatsch sind. So wie der regelmäßige Blick auf die 14-Tages-Vorschau in der Wetter-App. Prognosen über diesen Zeitraum sind in der Regel unseriös. Aber wenn es draußen so ungemütlich wie derzeit ist, macht der Sinnlos-Check dann doch immer wieder ein wenig Hoffnung. Denn da steht ja: So in einer Woche soll es deutlich milder werden.


    Leider verschiebt sich die versprochene Besserung alle 24 Stunden um einen Tag nach hinten. Es wirkt deshalb, als sei die Wetter- mit einer Psychologie-App gekoppelt: Ja, im Moment ist es noch schwierig, aber bald, da wird es besser. Nur nicht den Mut verlieren. Durchhalten.


    LG

    Frank

  • Sind ja super Antworten bis jetzt und ich will bzgl Variante 2 auch nicht schweigen....


    Aber ich habe diese Variante selber noch nicht ausprobiert. Es wäre für mich nur eine logische Option und ich müsste entsprechende Zeiträume selber recherchieren.

    Da lehne ich mich lieber nicht zu weit aus dem Fenster.....


    Viele Grüße


    Roman

  • Hallo zusammen, ich werde am Wochenende wenn das Wetter hier wieder passt wieder nach den Bienchen schauen.


    Sollte bis dahin das Futter (2,5 kg Futterteig) komplett weg sein? Was mache ich wenn noch Futter übrig ist? Einfach liegen lassen oder raus damit? Gibt es ein Anzeichen, dass das Volk genug unter hat und den Futterteig nicht mehr benötigt?


    Grüße

  • Hallo marikos3000 :)


    Bei passendem Wetter würde ich das Volk Wabe für Wabe durchsehen. Du musst ja wissen, was Sache ist. :) Google vorab mal nach «Liebefelder Schätzmethode». Dann schätzt Du den Futtervorrat auf den Waben und gleich auch die Bienen- und die Brutmasse ab. Das notierst Du Dir alles fein säuberlich. Das Volk muss mindestens 5kg Futter in der Kiste haben! Gut wäre es, wenn Du gleich anschliessend noch mit einer Federwaage vorne und hinten wiegst. Dann kannst Du in Zukunft das Futter schätzen, ohne die Kiste öffnen zu müssen. Aber Achtung: Von April bis und mit Juni ist viel Brut in den Völkern, die auch ein Gewicht hat! Also lieber einmal mehr als einmal weniger nachschauen.


    Wenn das Volk kein zusätzliches Futter benötigt, kannst Du den Futterteig entfernen, ansonsten belassen. Behalte in der Hinterhand ein neues Paket, das Du nötigenfalls gleich zusätzlich auflegen kannst.


    Viel Erfolg!

    Tobias

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).