Bienenvölker Verkaufen - Grundstruktur für Beginner?

  • Moin Liebe Forianer,

    Ich hab meinen Bienenstand jetzt zu meinem ermessen voll ausgebaut. Ich habe gerade 12 Völker und mehr als das, will ich als schüler (erstmal) :S auch nicht haben. Jüngvölker müssen aber noch gebildet werden. Vermutlich werde ich nicht alle altvölker verjüngen können beziehungsweise werden ableger übrig bleiben. Diese müssen verkauft werden. Leider ist das was komplett neues für mich und mir fehlt die Struktur dafür und gute Literatur konnte ich dazu auch nicht finden. Ich werde einfach mal meine Fragen stellen und bin für alle Antworten (und verweise) dankbar.


    1. Wo verkaufe ich meine Völker am besten?

    Es gibt viele Börsen. Über den Imkerverei kann man völker verkaufen, auf imkerforen aber auch auf Websites für Kleinanzeigen lassen sich Völker verkaufen. Was könnt ihr empfehlen? Was ist seriös?


    2. Ableger im Spätsommer oder Wirtschafftsvölker im Frühjahr verkaufen?

    Ich habe bereits im Imkerverein den Bienensachverständigen nach einem Gesundheitszeugnis gefragt. Er war der Meinung, ich solle es im August machen lassen, damit ich die Völker nach der auswinterung im Frühjahr verkaufen kann. Andere imker (auch im Bienenjournal) habe ich sagen hören, dass sie Ableger bereits im Jahr der Bildung verkaufen. Was empfehlt ihr? Was sind vor und Nachteile?

    3. Wie genau soll ich den Preis ermitteln?

    Worauf sollte ich den Preis für die Völker basieren? Wie viel sollte ich verlangen?


    4. Was tun, wenn die Völker nicht wegkommen?

    Ich bilde gerne Ableger aus 1-2 Waben, da diese sehr gesund sind mit einem Hellen Wabenwerk und sich vor allem mit einem sehr niedrigen Milbenfall entwickeln. Das bedeutet es sind viele Ableger, aber die lassen sich, meiner Erfahrung nach leicht vereinen und somit stark einwintern. Die Altvölker lassen sich leicht verjüngen und auch verstärken, trotz all den bemühungen bleiben Ableger übrig, selbst wenn es nur 3 sind. Aber das häuft sich exponentiell an. Wie kann ich dafür sorgen, dass ich nicht mehr Völker habe, als ich händeln kann?


    Ich möcht auch nochmal sagen, dass hier ist kein aufruf aus verzweiflung;), Ich habe dieses Jahr Personen, die mir die Völker abnehmen können, wenn ich sie nicht verkauft kriege (etwa mein Imkerpate oder Mitimker). Aber ich möchte mich weiterbilden, falls diese Möglichkeit in den nächsten Jahren nicht mehr besteht.


    Ich danke schonmal im Voraus und wünsche einen schönen Tag!

  • Hallo, zu Punkt 3und 4. Erzähl das bitte auch so den Kunden, damit sie wissen, was sie bekommen. Einwabenkrüppelchen dürften bei ca. 100€ im Frühjahr liegen.

    Literatur zur Problemvermeidung gibt es genug, darf nur nichts mit einfach Imkern zu tun haben.

    Bis bald Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Zu 3.: Nicht unter 200,- EU/Volk. Die Preise sinken selbstverständlich, je weiter die Frühjahrssaison fortgeschritten ist. Manche nehmen bei Lieferung bis 30.4.d.J. einen Frühlieferungszuschlag. Zum Vergleich:


    - 150,- EU werden bereits für 1,5 kg Kunstschwärme mit nicht nachvollziehbarer Alterszusammensetzung/Lebenserwartung und Herkunft verlangt. Tlw. muß dann die Königin noch extra gekauft werden (+ 30,-).

    - 65,10 EU betragen allein die Materialkosten für all das, worauf ein Volk sitzt, z.B.:

    10 Zanderrähmchen modifiziert x 1,25 EU/Rä.

    10 Waben aus Wachs x 140g/Wabe x Preis für gute, pestizidfreie MW 23,- EU/kg

    20 kg Winterfutter Apiinvert Südzucker 1,02 EU/kg

    - Richtige Völker bestehen im Gegensatz zu den Kunstschwärmen nicht nur aus abgearbeiteten oder transportgeschädigten Bienen, sondern haben einen gesunden Altersdurchschnitt und Brut in allen Stadien.

    - Die sonstigen Kosten z.B. für Kleinmaterial (Abstandshalter…), Abschreibungen für Beuten u.a. Ausrüstung, Arbeitsaufwand von der Erstellung und Pflege der Völker, Befallskontrolle/ggf. Entmilbung bis zur Verkaufsdurchsicht mit dem Käufer, Gesundheitszeugnis etc. wurden dabei noch nicht einmal angesetzt.


    Die Praxis bestätigt leider noch manches Mal den Spruch eines unserer Vereinsmitglieder:

    "Wie nennt man Leute, die nicht richtig schreiben können?

    -> Legastheniker.

    Wie nennt man Leute, die nicht richtig rechnen können?

    -> Imker:"

    Letztgenannte reden sich dann oft mit der Bemerkung heraus. "Ist ja nur mein Hobby", wenn man sie auf die unkollegialen Auswirkungen ihrer Dumpingpreise hin anspricht.


    Hier wurde bereits darüber diskutiert:

    Kunstschwärme im Frühjahr kaufen.


    p.s.: Dabei ist die Rede von vollwertigen Völkern, nicht von Notvermehrungen, die gar aus Nachschaffungen mit 1 - 2 Brutwaben stammen.

  • Zu 3: das kommt darauf an, wie dringend du die Völker loswerden möchtest und welche Preise die anderen Imker verlangen.

    Über die eigene Dringlichkeit sollte man keinen Preis gestalten, finde ich.

    Dann lieber nur einen Teil der Völker zu einem angemessenen Preis verkaufen und die anderen verschenken oder zum Verstärken auflösen.


    Gleiches gilt auch für Honig und sonstige Produkte unserer Bienen.


    Bleibt natürlich jedem selbst überlassen - wollte Summselbienchen nur auch meine Meinung auf's Auge drücken 😅

  • Über die eigene Dringlichkeit sollte man keinen Preis gestalten, finde ich.

    Dann lieber nur einen Teil der Völker zu einem angemessenen Preis verkaufen und die anderen verschenken oder zum Verstärken auflösen.

    Hast du das schonmal gemacht?

  • Moin Liebe Forianer,

    Ich hab meinen Bienenstand jetzt zu meinem ermessen voll ausgebaut. Ich habe gerade 12 Völker und mehr als das, will ich als schüler (erstmal) :S auch nicht haben. Jüngvölker müssen aber noch gebildet werden.

    Kurze Anfängerfrage, warum "müssen" Jungvölker gebildet werden? Ist das eine Sache der Betriebsweise? Danke

    Greenhorn seit Juni 2020, aktuell vier Buckfast Völker auf 12er Dadant US

  • zu 1.

    Gegen den Imker Markt hier im Forum ist nichts einzuwenden.


    zu 2.

    Die Futterkranzprobe nehme ich im Spätherbst und verkaufe meine überzähligen Völker im Frühjahr. Das hat für mich den Vorteil etwaige Ausfälle kompensieren zu können. So bin ich sicher, mit genügend Völker ins neue Jahr zu gehen.


    zu 3.

    Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Leider gibt es zu viele Imker, die ihre Völker zu Schleuderpreisen verhökern, so daß ich nur selten einen reellen Preis erzielen kann.

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • Kurze Anfängerfrage, warum "müssen" Jungvölker gebildet werden? Ist das eine Sache der Betriebsweise? Danke

    Hallo, ja ist die Pia Aumeier einfach Imkern Betriebsweise. Da werden von jedem Volk 2 bis 3 Ableger gebildet, im Sommer noch mal eins mit teilen und behandeln.

    Irgend wann merken auch die Anfänger, dass es keine Betriebsweise auf Dauer ist.

    Bis bald Marcus

  • Über die eigene Dringlichkeit sollte man keinen Preis gestalten, finde ich.

    Dann lieber nur einen Teil der Völker zu einem angemessenen Preis verkaufen und die anderen verschenken oder zum Verstärken auflösen.

    Hast du das schonmal gemacht?


    Unsere Imkerei befindet sich immernoch im Wachstum, daher geben wir prinzipiell keine Bienen ab.

    Weder Ableger, noch Völker, noch Kunstschwärme.

    Anfragen dazu haben wir regelmäßig.

    Aber ich brauche jede einzelne Biene! 😬


    Bei allen anderen Produkten unserer Imkerei verfahren wir von Anfang an so, mit gutem Bauchgefühl, das ist mir das Wichtigste 👍


    Der Themenersteller wird mit seinen 12 Wunschvölkern nicht in die Zwickmühle kommen, seine Reserve-Völker um jeden Preis abstoßen zu müssen.

    Oder was waren die Bedenken, die Dich zu Deiner Rückfrage bewegt haben?

  • Moin Liebe Forianer,

    Ich hab meinen Bienenstand jetzt zu meinem ermessen voll ausgebaut. Ich habe gerade 12 Völker und mehr als das, will ich als schüler (erstmal) :S auch nicht haben. Jüngvölker müssen aber noch gebildet werden.

    Kurze Anfängerfrage, warum "müssen" Jungvölker gebildet werden? Ist das eine Sache der Betriebsweise? Danke

    Müssen würde ich nicht sagen. Es sterben ja über den Winter immer mal wieder Völker. Wenn ich im nächsten Jahr mit sagen wir 10 Völkern imkern will, wintere ich zB 12 ein. Wenn die alle (hoffentlich) überleben, habe ich zwei zu viel. Wenn man nicht an an das Limit plant könnte man aber natürlich auch sagen „ich hätte gern 10 Völker aber ich Kauf mal Honigräume für 12 Völker und behalte die einfach falls alle überleben“

  • Moin Liebe Forianer,

    Ich hab meinen Bienenstand jetzt zu meinem ermessen voll ausgebaut. Ich habe gerade 12 Völker und mehr als das, will ich als schüler (erstmal) :S auch nicht haben. Jüngvölker müssen aber noch gebildet werden.

    Kurze Anfängerfrage, warum "müssen" Jungvölker gebildet werden? Ist das eine Sache der Betriebsweise? Danke

    Müssen würde ich nicht sagen. Es sterben ja über den Winter immer mal wieder Völker. Wenn ich im nächsten Jahr mit sagen wir 10 Völkern imkern will, wintere ich zB 12 ein. Wenn die alle (hoffentlich) überleben, habe ich zwei zu viel. Wenn man nicht an an das Limit plant könnte man aber natürlich auch sagen „ich hätte gern 10 Völker aber ich Kauf mal Honigräume für 12 Völker und behalte die einfach falls alle überleben“

    Der Themenstarter hatte "müssen" geschrieben, deshalb die Frage. Marcus Göbel hat mir schon geantwortet. Hatte schon vermutet, dass es sich um eine Sache der Betriebsweise handelt.

    Sorry für OT, hatte mich nur interessiert.

    Greenhorn seit Juni 2020, aktuell vier Buckfast Völker auf 12er Dadant US

  • Müssen würde ich nicht sagen.

    Hallo, sicher müssen die gebildet werden, oder sollen die schonend geschröpften Waben in den Dampfwachsschmelzer ? Die ganze Betriebsweise ist nur auf schnell Vermehrung ausgelegt. Wenn das nicht mehr geht, hat man ein Problem.

    Bis bald Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Hallo Kevin,


    planvoll ist immer gut! Dir hilft auch die Suchfunktion, gerne auch "SuFu" genannt.

    1. Wo verkaufe ich meine Völker am besten?

    Es gibt viele Börsen. Über den Imkerverei kann man völker verkaufen, auf imkerforen aber auch auf Websites für Kleinanzeigen lassen sich Völker verkaufen.

    Hier zum Forum gehörig gibt es die kostenlose Möglichkeit unter Kolleginnen und Kollegen bei www.imkermarkt.de

    Dann Kleinanzeigen-Portale, hängt sicher auch viel von Region und Angebot ab. Ich habe Zander, weniger verbreitet hier, also brauche ich etwas, was weit reicht und bekomme dann auch genau die Kunden, die das suchen. Also Internet generell.


    Ein kleiner, hoffentlich nicht herablassend wirkender Hinweis, denn Schüler kann ja auch 15 Jahre bedeuten: Hol Dir die ersten Male Unterstützung, fürs gute Gefühl und hör auf Dein Bauchgefühl! Nette Menschen schreiben nett, Nörgler und Meckerer verraten weder Ihren Namen oder fordern einen letzten Preis! Alles selbst erlebt, kann einem die Spucke wegbleiben!

    2. Ableger im Spätsommer oder Wirtschafftsvölker im Frühjahr verkaufen?

    Ich habe bereits im Imkerverein den Bienensachverständigen nach einem Gesundheitszeugnis gefragt. Er war der Meinung, ich solle es im August machen lassen, damit ich die Völker nach der auswinterung im Frühjahr verkaufen kann.

    Hier - und in vielen anderen Ecken - ist es so, dass die Veterinäre Dir im neuen Jahr kein Zeugnis auf der Basis einer Untersuchung vorm Vorjahr ausstellen oder die im Herbst ausgestellten Seuchenfreiheitsbescheinigungen im Frühjahr nicht anerkennen. Aber da gibt es wohl massive Unterschiede.

    Wichtig: Immer mit Zeugnis, gerne mit Vertrag - auch zu Deiner eigenen Sicherheit.


    Sufu: www.imkerforum.de/forum/thread/70538-abzugebende-wirtschaftsvölker-lieber-in-ableger-aufteilen

    Ableger werden billiger verkauft - natürlich, weil es dann mehr gibt, aber eben auch, weil das Risiko, die Kosten und die Arbeit der Überwinterung nicht anfallen.

    3. Wie genau soll ich den Preis ermitteln?

    Worauf sollte ich den Preis für die Völker basieren? Wie viel sollte ich verlangen?

    Du ahnst es vielleicht schon, "Sufu" www.imkerforum.de/forum/thread/70317-wie-viel-ist-ein-bienenvolk-wert/


    Ich bis da ganz bei ribes:

    Siehe Deine Frage 2 oben: Ausgewinterte starke Wirtschaftsvölker haben bewiesen, dass sie das können und Du hast vielleicht schon eine Sommerernte damit eingefahren und kennst Ihre Leistungsfähigkeit. Das kann und sollte sich im Preis niederschlagen.

    4. Was tun, wenn die Völker nicht wegkommen?

    Ich bilde gerne Ableger aus 1-2 Waben, da diese sehr gesund sind mit einem Hellen Wabenwerk und sich vor allem mit einem sehr niedrigen Milbenfall entwickeln. [...] Wie kann ich dafür sorgen, dass ich nicht mehr Völker habe, als ich händeln kann?

    Vereinigen, auch nach der Einwinterung, Kollegen aus dem Verein aushelfen, Anfänger unterstützen... oder eben von März bis Oktober anbieten. Aber nicht den Preis senken, jemandem, der nur das Billigste will, magst Du Deine Bienen nicht anvertrauen!