Schwarmsaison 2021

  • Der Mensch denkt, die Biene macht. Manchmal auch wider jeder Logik.

    Nein, ich finde das Verhalten hat durchaus Logik. Es geht halt bloß nicht nach Lehrbuch.

    Wenn man sich vor Augen führt, wie komplex das Verhalten unserer Honigbienen ist - gemessen daran, dass das Insekten mit winzigen Gehirnen sind - ist es doch erstaunlich, dass es in der überwiegenden Zahl der Fälle zielführend verläuft. Allein ein so komplexer Ablauf wie die Begattung der Königin - und das klappt zu 80, 90 Prozent.


    Vielleicht sollten wir uns mehr ein Haltung aneignen, die Walter Benjamin als "philosophisches Staunen" bezeichnet hat. Gemeint ist damit ein Staunen, das nicht kopfschüttelnd auf fehlende Logik rekurriert, sondern "am Anfang einer Erkenntnis steht".

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Der Mensch denkt, die Biene macht. Manchmal auch wider jeder Logik.

    Nein, ich finde das Verhalten hat durchaus Logik. Es geht halt bloß nicht nach Lehrbuch.

    Ja, das wäre irgendwie tröstlich, gäbe es immer einen Plan, den man vielleicht nur nicht versteht. Aber manchmal isses halt auch völlig wirr, was die Bienen machen. Die Bienen 'wissen es besser' ist auch nur so'n Spruch. Oft ja, manchmal ...nein. Für die Art trifft es ganz sicher zu, aber nicht für das einzelne Volk. 3/4 der Schwärme/Völker stirbt auch ganz einfach.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Man möchte mit dieser Regentin nicht mehr zusammenarbeiten und bereitet einen Putsch vor, und plötzlich ist sie doch wieder erste Wahl?

    Weder ist die Königinn eine Regentin, noch bereitet das Volk einen Putsch gegen sie vor.


    Die Alte, ist dabei auch nicht erste Wahl, sondern wird noch geduldet. Genau so wie sie dies bei einer stillen Umweiselung auch machen....Bei erloschenem Schwarmtrieb, wäre es vielleicht nur zu einer stillen Umweiselung gekommen.


    Lg Sulz.

  • Mit "immer an den genauen Wortlaut halten " kommst Du bei vielen Normen kaum weiter, schon weil die Norm nur abstraktes und nicht jeden realen Einzelfall regelt. Wortlautauslegung ist ein juristisches Arbeitsmittel, die teleologische Interpretation ein andere und zwar die maßgebliche. Und danach brauchst Du Dir über den abhanden gekommenen Besitz keine Gedanken zu machen, da Ratio der Regelung ist, keine mit Sporen besetzte ehemalige Bienenwohnung anderen Völkern zur Unterkunft bereitzuhalten. Da lohnt es z.B., einmal in Verwaltungsvorschriften nachzulesen, die zur BienenseuchenVO ergangen sind, so z.B. die NRW BienenseuchenVO-VwV. Dort heisst es:

    " Zu § 6 Bienenseuchen-Verordnung

    Sporen des Paenibacillus larvae sind sehr widerstandsfähig. Sie können bei den normal vorkommenden Temperaturen jahrzehntelang infektiös bleiben. Deshalb trifft die Imkerin oder den Imker eine besondere Sorgfaltsverpflichtung. Vor allem Waben mit Brut oder Futter sowie Entdeckelungswachs und Behältnisse, die Honig oder Futter enthalten, müssen stets vor dem Zuflug von Bienen geschützt sein und dürfen nicht zum Auslecken offen dargeboten werden."


    Und schon klärt sich, wer "Besitzer" ist, nämlich der Imker, der Bienenbehausungen in seinem Gewahrsam hat, seien sie nun mit irgendetwas gefüllt oder nicht ("vor allem" heisst nicht ausschliesslich…)


    Gruß

    Christian

  • Es ist überaus fraglich, ob eine Verwaltungsvorschrift eines Bundeslandes eine Bundesverordnung erweitern darf. Sie muss sich - geht alles rechtens zu - nämlich innerhalb des vorgegebenen Rahmens bewegen (Stichwort Ermächtigungsgrundlage).


    Außerdem ist es unzulässig, aus einem Passus, der von Brut, Futter, Entdeckelungswachs und Waben handelt auf gereinigte Beuten ohne eben vorgenannte Bestandteile zu schließen.

  • Gestern Abend wurde es furchtbar spät auf der Arbeit, so dass es schon dunkel war als ich den vorgestern gefangenen (holländischen) Schwarm endlich einschlagen konnte. Obwohl am 12. Juli gefangen hat er sich in allen Anzeichen eher benommen wie ein Vorschwarm. Große homogene Traube, tief sitzend, ruhig und harmonisch in der Kiste. Heute morgen war dann trotz der späten Einlogierung ein schönes Vorspiel zu beobachten. Bin mal gespannt, ob die Weisel darin begattet ist oder nicht. Schaue in ein paar Tagen rein.

    Auf jeden Fall ist die Schwarmsaison 2021 offensichtlich noch nicht vorbei. Wie sieht es bei euch aus mit Schwarmstimmung oder Schwärmen?

  • Hier bei mir im Westen von Brandenburg ist keine Schwarmstimmung mehr, da die Linde hier so gut wie nichts gebracht hat, hat die Schwarmstimmung mit dem Ende der Rapsblüte aufgehört.

    Dubium sapientiae initium. Zweifel ist der Weisheit Anfang. René Descartes

  • Statt dass nur eine übrig bleibt, geht eine mit einem Schwarm ab. Die alte wird dann wie üblich entsorgt.

    Dafür bedarf es dann zwei junger Königinnen. Und zwei Königinnen allein sind noch nicht ausreichend Voraussetzung für einen Schwarm.

  • Es ist überaus fraglich, ob eine Verwaltungsvorschrift eines Bundeslandes eine Bundesverordnung erweitern darf. Sie muss sich - geht alles rechtens zu - nämlich innerhalb des vorgegebenen Rahmens bewegen (Stichwort Ermächtigungsgrundlage).


    Außerdem ist es unzulässig, aus einem Passus, der von Brut, Futter, Entdeckelungswachs und Waben handelt auf gereinigte Beuten ohne eben vorgenannte Bestandteile zu schließen.

    VwV sind genau dazu da, eine einheitliche Rechtsanwendung zu gewährleisten und natürlich zulässig. Das passende Stichwort hierzu wäre höchstens "Ermessensspielraum" und nicht die Ermächtigungsgrundlage. Inwiefern die zitierte VwV den Rahmen des § 6 Bienenseuchenverordnung sprengt, musst du mir mal erklären.

  • Dafür bedarf es dann zwei junger Königinnen. Und zwei Königinnen allein sind noch nicht ausreichend Voraussetzung für einen Schwarm.

    Ausreichend nicht, aber notwendig. Es kommt wohl auch nicht so oft vor.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Es ist überaus fraglich, ob eine Verwaltungsvorschrift eines Bundeslandes eine Bundesverordnung erweitern darf. Sie muss sich - geht alles rechtens zu - nämlich innerhalb des vorgegebenen Rahmens bewegen (Stichwort Ermächtigungsgrundlage).


    Außerdem ist es unzulässig, aus einem Passus, der von Brut, Futter, Entdeckelungswachs und Waben handelt auf gereinigte Beuten ohne eben vorgenannte Bestandteile zu schließen.

    VwV sind genau dazu da, eine einheitliche Rechtsanwendung zu gewährleisten und natürlich zulässig. Das passende Stichwort hierzu wäre höchstens "Ermessensspielraum" und nicht die Ermächtigungsgrundlage. Inwiefern die zitierte VwV den Rahmen des § 6 Bienenseuchenverordnung sprengt, musst du mir mal erklären.

    Jungs könntet ihr das vielleicht per PN oder in einem Juristereifaden klären?

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré-Beuten, in dieser Saison „klassische Magazinbetriebsweise“ im Naturbau, aktuell 9 Völker

  • Buckfastvolk auf 1.5 Zander heute Zellen gebrochen.

    Carnika auf Zanderden Brutraum einfarbig Zander ein paar Spielräume.

    Auf Zander 1.5 6 Waben wird Nektar im Brutraum eingelagert.

    Einfarbig schaffen die Carnika alles nach oben .

    Den 3ten Hr aufgesetzt.