Schwärme vorprogrammiert?

  • Dein Vorschlag das Volk auf Mittelwände ist dies als Alternativvorschlag zum Königinnenableger von dir gemeint oder hälst du den Königinnenableger in diesem Fall nicht für das adequate Mittel?

    Wenn sie in Gang sind, ...


    Eine meiner Zuchtmütter hatte sich letztes Jahr auf den Weg gemacht - im Juni, wo hier die Schwarmzeit vorbei ist;). Ich war nicht zugegen - Kollege hatte sie freundlicherweise vom Baum gepflückt und überwintert.


    Auswinterung ließ er einfach die Bienen machen... Als ich sie vor 3 Wochen zurück bekam ("zu gelb zum Züchten"), Kiste voll - 8 Waben DN1,5 mit Brut, noch keinen Drohnenrahmen. Den bekamen sie (Ausbau und Bebrütung in Tagen!), eine BW raus, HR zum Bauen - Resultat: erste Schwarmzellen am Drohnenrahmen - entfernt und nochmals BW durch MW ersetzt - Resultat: erneute Schwarmzellen!


    Die hält man nicht mehr in der Kiste - somit TBE mit Formatwechsel und gleich 2 HRe. Jetzt ackern die, um erstmal ihre Bude klarzumachen und ich kontrolliere in 2 Wochen wieder.


    Den Töchtern werden wir mit den passenden Männern diesen Trieb schon abgewöhnen ;)

  • Für mich ist die wesentliche Frage, ob ich von einem schwarmbereiten Volk in diesem Jahr noch Honig erwarten kann. Da ist das Kriterium, ob die das Brutnest schon runtergefahren haben (siehe Bernhards Buch).

    Wenn die alte Königin nicht mehr legt, breche ich auch keine Zellen mehr, sondern nehme das Volk auseinander und mache Königinnenableger plus mehrere Ableger. Hier ist mir die sichere Schwarmverhinderung (Stadtgebiet) im Vordergrund.

    Legt die alte Königin noch, kann Zellenbrechen noch Sinn machen. Dann Raum geben und engmaschige Kontrolle (alle 5 Tage).


    Einem schwarmlustigen Volk "alle Brut wegnehmen" ist nichts anderes als ein Königinnenableger, oder?! :wink:


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • @Schillbee : bei mir kommen nie Brutwaben hinter das Schied!


    Das Schied begrenzt das Brutnest. Brut gehört ins Brutnest, um ordentlich gepflegt zu werden.

    Will ich schröpfen, kommt Brut raus aus der Kiste.

    Ist das Brutnest zu eng geschiedet, braucht es zusätzlichen Platz (eine Leerwabe) ans Brutnest.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Hallo Jörg


    Einem schwarmlustigen Volk "alle Brut wegnehmen" ist nichts anderes als ein Königinnenableger, oder?!


    bin nicht so der Crack, aber das hört sich eher nach TBE an...

    Unter Königinableger verstehe ich eher die Entnahme von 1 oder zwei Brutwaben mit der aufsitzenden Königin.


    VG Rubio

    Anfänger seit langem...:) , Zander 1,5, Umstellung auf Naturwabenbau,

  • Schröpfen ist eigentlich überholt und kostet obendrein Honig. Aber was sollst, kann doch jeder machen was er für richtig hält.😉

  • Ergänzung. Du brauchst nur ein Loch in dein Schied zu machen durch welches gerade die Königin passt. Dann wird die Brut dort nicht richtig gepflegt??

    Es gab Zeiten da wurde solche Ideologie noch mit dem Rohrstock ausgetrieben aber das ist ja nun Gott sei Dank vorbei.

  • Wenn ein Volk stark schwarmtriebig ist, ist das Zellenbrechen nach meiner Beobachtung nicht ausreichend. In einem solchen Fall entferne ich die Flugbienen mit einer Variante des Zwischenbodenablegers aus dem Volk:

    Der Brutraum wird beiseite gestellt und der Honigraum an seiner Stelle auf den Boden gesetzt. Die Honigraum erhält bienenfrei eine Brutwabe mit jüngster Brut, ohne Weiselzellen.

    Anschließend werden die Brutwaben in einen Hobbock abgeschüttelt und alle Weiselzellen werden entfernt. Dabei fliegt ein großer Teil der Flugbienen zurück und landet im Honigraum. Somit ist dann ein großer Teil der Flugbienen aus dem Brutnest entfernt.

    Die Bienen aus dem Hobbock werden ins Brutnest zurück gegeben und der Brutraum wird mit eigenem Boden auf den Honigraum gestellt, Flugloch nach der entgegen gesetzten Seite. In der Folge wird der größte Teil der Flugbienen das Nest verlassen.

    Nach 9 Tagen werden alle im Honigraum angezogenen Nachschaffungszellen entfernt und die ursprüngliche Konfiguration wird wieder hergestellt.

    Das Verfahren eignet sich auch für die Rückführung einer geschwärmten Königin mit geschnittenem Flügel. Die Königin wird eingesammelt und einfach in den Brutraum mit den entfernten Flugbienen zurück gesetzt.

    Wichtig ist es, auf ausreichend Futter im Brutraum zu achten oder eine Honigzarge auf dem Brutraum zu belassen. Im Brutraum selbst verbrauchen die Bienen wegen der verlorenen Flugbienen den eingelagerten Honig und schaffen so der Königin wieder Platz zum Stiften.

    Insgesamt hat die Separierung der Flugbienen den Vorteil, dass weiter Honig gesammelt wird, dennoch aber wieder Platz für Brut geschaffen wird und kein Knick in der Volksentwicklung eintritt. Wenn man dagegen einen Königinnenableger erstellt, bleibt das Brutnest verhonigt und das Volk wird in eine Brutpause gezwungen.

    Gruß Ralph

  • Als erste Maßnahme, die nicht immer aber oft ausreicht, setze ich einen gut mit Bienen besetzten Honigraum des schwarmtriebigen Volkes über eine Bienenflucht auf den oder die Honigräume eines schwachen Volkes oben auf. Das ganze eine Nacht oder wenn es die Temperaturen zulassen auch einen Tag. Damit habe ich auf einfache Weise einen Teil der Jungbienen, die in dem Spendervolk für die Schwarmlust zuständig sind, aus dem Volk entfernt und den Schwächling verstärkt. Dann setze ich den nahezu bienenleeren Honigraum wieder zurück.


    Wenn ich keine Buchführung über den Honigertrag der einzelnen Völker betreibe geht die Sache auch ohne Bienenflucht und der Honigraum bleibt auf dem Schwächling.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Der Brutraum wird beiseite gestellt und der Honigraum an seiner Stelle auf den Boden gesetzt. Die Honigraum erhält bienenfrei eine Brutwabe mit jüngster Brut, ohne Weiselzellen.


    Anschließend werden die Brutwaben in einen Hobbock abgeschüttelt und alle Weiselzellen werden entfernt. Dabei fliegt ein großer Teil der Flugbienen zurück und landet im Honigraum. Somit ist dann ein großer Teil der Flugbienen aus dem Brutnest entfernt.


    Die Bienen aus dem Hobbock werden ins Brutnest zurück gegeben und der Brutraum wird mit eigenem Boden auf den Honigraum gestellt, Flugloch nach der entgegen gesetzten Seite. In der Folge wird der größte Teil der Flugbienen das Nest verlassen.

    Nach 9 Tagen werden alle im Honigraum angezogenen Nachschaffungszellen entfernt und die ursprüngliche Konfiguration wird wieder hergestellt

    Hallo Kleingartendrohn,

    vielen Dank für die Beschreibung!

    Nach dem 2. Königinnenableger und dem Zusehen wie der in der Nähe stehende Raps mir das Brutnest verhonigt, was Waben ergibt die wohl nicht zum Überwintern taugen, gefällt mir das von Dir beschriebene Verfahren immer besser. (Bei mir ist langsam das 3. starke Volk am Raps fällig).


    Ich würde gerne dabei mit eigener Vermehrung aus einer Reinzuchkönigin per Schlupfreifer Weiselzelle umweiseln.


    Version 1) Genial wäre es, wenn es ginge, das vor dem Wiedervereinigen einfach die Königin im Zwischenbodenbrutableger abgedrückt wird und die Schlupfreife Zelle dort rein gehängt wird. Noch ein/zwei Tage bis zu denen Schlupf warten. Dort im BR sind dann ja lauter "junge Dinger" - meinst die würden die geschlüpfte annehmen, ohne selbst aus ihrer Brut nachschaffen zu wollen. Und sie bei der Wiedervereinigung mit dem HR (und den alten Flugbienen dort) als die "ihre" beschützen.

    (Sie im HR - nach dem Zellenbrechen hoffungslos Weisellos - schlüpfen zu lassen geht ja nicht, weil sie dann durch das ASG nicht zum Brutraum und zum Hochzeitsflug kommt.)


    Version 2) Oder muss im weggestellten Brutraum gleich die Königin mit abgedrückt werden. Nach 9 Tagen im Brutraum die Nachschaffungszellen brechen, die Schlupreife zuhängen, und nach deren Schlüpfen, also 1/2 Tage später im HR die Nachschaffungszellen brechen und wieder die ursprüngliche Konfiguration herstellen.


    Version 2a) Oder muss die neue, damit sie eine Überlebenschance hat erst nach dem Wiederherstellen der ursprüngliche Konfiguration (also im wieder vereinigten Volk beider hoffnungslos Weisellosen Volksteile) schlüpfen.


    Version 2 und Version 2a würden zwar zu einem Brutknick führen, aber der gesammelte Honig würde wenigstens im HR landen und der BR wäre zum Stiften frei, und die Genetik eine andere.


    Ich bin mir unschlüssig, welche Version ich wegen der größten Erfolgsaussichten zuerst versuchen sollte.
    Außerdem möchte ich wieder schlauer sein als Die!

    Schlossimker - ein Kaiserfranke.

    Anfänger (mit Welpenschutz) 2019, 2020 und 2021, zu viele Einheiten mit Bienen, teilweise unklaren Weisel-/Begattungszustand.

  • Hallo Zusammen,


    herzlichen Dank an alle, die mir Ratschläge bezüglich meines schwarmtriebigen Volkes gegeben haben.


    Heute habe ich das Volk nochmal durchgesehen. Der zweite Honigraum war voller Bienen. Im Drohnenrahmen haben sich zwei unterschiedliche Bautrupps gebildet, die kleine getrennte Wabenstücke gebaut haben. Die Königin hat fleißig auf den anderen Brutwaben gestiftet. Leider waren auch wieder zig bestiftete Weiselzellen zu finden. Die Bienenmasse hat noch einmal kräftig zu genommen. Die Bienen hängen im Boden durch.


    Ich habe jetzt einen Königinnenableger gebildet. Zwei Brutwaben mit Königin habe ich entnommen. Dazu hat der Königinnenableger zwei halbvolle Futterwaben bekommen und eine ausgebaute Mittelwand.

    Beim Volksteil ohne Königin habe ich alle Weiselzellen bis auf eine gebrochen. Dieser Volksteil hat jetzt vier Brutwaben und drei Honigräume. Die Bienenmasse ist immer noch enorm groß. Am Freitag werde ich diesen Volksteil nochmal durchsehen und alle nachträglich angelegten Weiselzellen brechen. Danach werde ich diesen Volksteil drei Wochen in Ruhe lassen und dann das Volk auf Weiselrichtigkeit kontrollieren.


    Der Königinnenableger wird auch noch einmal kontrolliert am Freitag.


    Habe ich bei diesen Vorgehen etwas vergessen?


    LG

    Christian

  • Am Freitag werde ich diesen Volksteil nochmal durchsehen und alle nachträglich angelegten Weiselzellen brechen.

    Warum nicht alle Zellen brechen und es mit Schwarmträger Genetik versuchen?
    Bei der Vermehrug mit Schwarmzellen selektierst du ja deine Völker genau auf Schwarmfreudigkeit

  • Am Freitag werde ich diesen Volksteil nochmal durchsehen und alle nachträglich angelegten Weiselzellen brechen.

    Warum nicht alle Zellen brechen und es mit Schwarmträger Genetik versuchen?
    Bei der Vermehrug mit Schwarmzellen selektierst du ja deine Völker genau auf Schwarmfreudigkeit

    Ich denke, dass es ein Fehler von mir gewesen ist, dass das Volk in die Schwarmstimmung gekommen ist. Ich habe versäumt den zweiten Honigraum aufzusetzen Das Volk ist wesentlich stärker als alle anderen Völker am Stand. Die Bienen saßen einfach zu eng. Ich habe mich vom schlechten Wetter zu sehr irritieren.


    Ich denke nicht, dass die Genetik so schlecht ist. Denn das Volk ist sehr stark, friedlich und hat schon sehr gut eingetragen. Auch handelt es sich um eine belegstellen begattete Buckfastbiene von Züchter. Ich werde die Schwarmneigung im nächsten bei der Königin genau beobachten.

  • Leider gibt es bei uns immer noch kein Plus auf der Stockwaage und wir sind fleißig am füttern. Meine Völker sind trotzdem recht stark und sitzen teilweise auch auf gepackten Koffer.

    Im Honigraum werden 7 bis 8 Waben besetzt aber nichts eingetragen, da alles direkt verbrütet wird.

    Bringt es was den 2.HR zu geben um mehr Platz zu schaffen damit sie nicht schwärmen oder werden die den 2. HR nicht annehmen weil nichts rein kommt??