Kunstschwarm vom deutschen Händler im April

  • ........so oder so ähnlich lauten die Aussagen von Anfängern in der großen FB Blase. Den meisten Kunstschwarmkäufern ist nicht klar, dass der KS aus dem Ausland kommt. Noch weniger ist sich im klaren darüber, welches Biest in Italien auf uns Imker wartet. Wie kann man diese Anfänger am besten erreichen ? Der klassische Kunde informiert sich nicht viel über Bienenkrankheiten, weil damit will man als Jungimker nichts zu tun haben. Also werden nur Filmchen über die Betriebsweise geschaut und eben da wird nicht gewarnt.

    Ich sehe uns "alten" Imker in der Pflicht möglichst gut davor zu warnen, nur wie ? Für 2021 ist der Drops ja schon gelutscht , aber es geht ja weiter.


    Heike Aumeier hat ja mal ihre negativen Erfahrungen kund getan, sie ist aber leider nicht die klassische Anfängerflüsterin. Von den Anfängerflüsterern die im Moment hip sind, kann man den einen vergessen, dass er negativ über sein Geschäftsmodell schreibt. Aber vielleicht könnte man ja mal die Pia und den Gerd anschupsen, dass die mal was bei Youtube dazu sagen ? Der Ralf in seinem Kanal erreicht ja auch schon recht viele, ist aber auch nicht der Anfängerflüsterer.

    Was ich auf meiner Agenda stehen habe, ist mal was auf meiner HP zu veröffentlichen, aber die Außenwirkung ist auch ziemlich bescheiden.

    Ratlose Grüße

    Marcus

  • kannst Du doch auch antworten. Oder?

    Ja, das endet immer gleich. Erst wird behauptet es ist einer aus Deutschland, dann wird der Händler genannt und es einer der üblichen Kanidaten. Sofort tauchen dann weiter zufriedene Kunden auf, die nur gute Erfahrungen mit Händler XY gemacht haben. Schreibt man dann was von der Sache hält, wird sofort rumgeweint, weil man sich im Ton vergreift usw. Die eigentliche Gefahr wird nicht erkannt.

    Bis bald

    Marcus

  • Unser Verein macht es ganz klassisch: Wir verpflichten uns, jedes Jahr eine bestimmte Anzahl an Völkern zu verkaufen, vorzugsweise an Jungimker aus den Grundkursen des Landesverbandes. Das geht zurück auf die Erkenntnis, daß es nicht reicht, wenn die Verbände jedes Jahr wieder abstrakt vor den Bienenimporten warnen, sondern daß das auch praktisch untersetzt werden muß durch ein entsprechendes Angebot zur rechten Zeit. Das wiederum können nur die Imker vor Ort, resp. die Ortsvereine leisten.

    Im Zuge unserer Vereinsabsprachen fallen jetzt auch "Nebenprodukte" an. Wir entdecken den Wert von Absprachen und koordiniertem Vorgehen v.a. in Fragen von Zucht und Selektion, es sind auf einmal Absprachen zu richtigen Anpaarungszonen mit Schwerpunkt Varroatoleranz möglich usw.

    Weiter bieten wir mindestens 1 x im Jahr eine Fachveranstaltung an, die bewußt auch die Interessen von nichtorganisierten Imkern anspricht und laden dazu offensiv ein.

    In einer gemeinsamen Initiative "...blüht und summt" haben wir eine Kontakt- und Beziehungsplattform aufgebaut mit Naturschutzverein, Gemeinden und anderen Akteuren, so daß sich auch hier Gesprächsgelegenheiten ergeben, wo wir die Importproblematik ansprechen können, ohne gleich Abwehrreaktionen zu provozieren.

  • Ein nicht unwesentliches Problem wird sein, das eine deutlich größere Nachfrage, als das Angebot besteht.

    Viele Imker überweintern nicht deutlich mehr Völker als ihre Zielgröße für die nächste Saison und haben im Frühjahr nur bedingte Völkeranzahl zum Verkauf.

    Dem steht ein ständig wachsender Kreis an Erwerbern aus Anfängern im Frühjahr, Erweiternden Anfängern vom Vorjahr und Völkerverlusten gegenüber.

    Die Nachfrage kann gar nicht bedient werden, was den ein oder anderen Imker dazu bringt auf Kunstschwärme ausweichen (meinen zu müssen).

    Das Problem ließe sich dadurch beheben, dass wir in großem Stil Völker durch den Winter bringen, die nur für den Frühjahrsverkauf vorgesehen sind. Das die am 01.04. eines Jahres nicht so stark sind wie ein Südeuropäisches Volk liegt natürlich i.d. Natur der Sache, stört m.E. einen Erwerber aber nicht sonderlich.

  • Das die am 01.04. eines Jahres nicht so stark sind wie ein Südeuropäisches Volk liegt natürlich i.d. Natur der Sache, stört m.E. einen Erwerber aber nicht sonderlich.

    Hallo, das meine ich doch, weil du bekommst einen kleinen Kunstschwarm, bis der in die Pötte kommt hat der Teutsche Ableger auch schon Fahrt aufgenommen.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Das die am 01.04. eines Jahres nicht so stark sind wie ein Südeuropäisches Volk liegt natürlich i.d. Natur der Sache, stört m.E. einen Erwerber aber nicht sonderlich.

    Du meinst die gängigen 1,5 kg Importbienen? Das sind für ein Frühtrachtgebiet wie hier am 1.4. wirklich zuwenig. Hinzu kommt: 1,5 kg Importbienen unbekannten Alters (vermutlich vorwiegend alte Tanten) und transportgeschädigt. Viele von denen werfen die Importeure schon in unbeobachteten Momenten an Autobahnparkplätzen elend verreckt ins Gebüsch (und reden werbend das ganze Jahr über davon, wie man Bienen wesensgemäß zu halten hat nach dem Besuch gern kostenpflichtiger Seminare...).

    Am 1.4. sollte auch und gerade einem Jungimker ein komplettes Volk in zukunftsfähiger demografischer Zusammensetzung und auf gesundem Wabenwerk mit Brut in allen Stadien anvertraut werden statt einer 1,5 kg Importkrücke.

    Aber so dumm sind diese Importeure nicht mehr. Es genügt denen, die Importe wenigstens nominell für einen Augenblick auf dem heimischen Hof zu stationieren, um sie zu Produkten ihrer deutschen Betriebsstätte zu machen. Für den Kundigen bleibt (v.a. im Frühjahr) ein Kunstschwarm ein Haufen Bienen unbekannter Herkunft, unbekannter demografischer Zusammensetzung und gesundheitlichem Risiko - also etwas, was man tunlichst nicht kaufen sollte, um damit ein Volk zu gründen.

  • Meine Ableger haben Anfang April mehr als 8.000 Bienen, dazu 12 Waben DNM mit entsprechend Brut. Die sind Ende April stärker als ein 1,5 kg Kunstschwarm aus Südeuropa. Deshalb sind sie besser als ein Kunstschwarm, egal wann im April ich sie abgebe. Würde ich meine Miniplusvölker welche derzeit auf 4 Zargen sitzen abfegen, ergäbe das auch starke Kunstschwärme. Also unmöglich wäre auch das nicht. VG Jörg

  • Die Anfänger, die Markus hier beschreibt, wirst du nicht über Imkervereine und sonstige klassische Wege erreichen. Da brauchst du jemanden, der populär bei Videos ist und du kannst immer wenn du es liest selber knapp und sachlich mit Verlinken bei Facebook/Insta/... warnen, sowie Alternativen wie den Ableger empfehlen. Weitere Diskussionen kann man sich dann aber wohl sparen.
    Wer sich nach den "ist alles einfach Videos" entschieden hat beim Händler XY eine Beute zu bestellen und den Kunstschwarm bei Z, weil online so praktisch und beides frei Haus... den kriegst du schwer dazu, stattdessen selbst beim mühsam zu suchenden Imker seines Vertrauens in der Umgebung womöglich noch anzurufen und einen Termin zum selbst abholen auszumachen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Zunächst muss man nüchtern festhalten: Das Importieren von Bienen ist ja nicht verboten. Ich habe zwar keine Erfahrung mit ihnen, aber dass die Importeure die Kundenaufträge im Großen und Ganzen "professionell" abarbeiten werden, sollte auch klar sein. Es gibt zufriedene Kunden, es gibt unzufriedene Kunden. Soweit normal. Es ist doch cool, wenn man mit einem Klick Bienen zeitgemäß online erstehen kann, ohne dass ein Händler die Moralkeule schwingt. Denn im Prinzip tun das viele Imker aus Anfängersicht und das schreckt ab. Die Menschen fühlen sich auch schnell bevormundet, wenn man Ihnen sagt, sie müssen mit einem Ableger anfangen und erstmal durch den Winter bringen, einen Imkerkurs besuchen und natürlich ein Jahr lang einem Imker über die Schulter schauen. Fehlt eigentlich nur noch der Ruf nach einem "Imkerführerschein" (Aber nur, wenn das nur für die Neuen gilt...).


    Natürlich sind nicht alle Forderungen aus der Luft gegriffen, aber oft maximal schlecht verkauft.


    Anfänger verstehen am Anfang logischer Weise noch nicht viele Zusammenhänge und halten "altbackene" Imker, die pauschal vor dem Import warnen, für die Ewiggestrigen. Nichts anderes tun regelmäßig die Verbände und verweisen lediglich auf die lokalen Vereine, mehr aber auch nicht. Im Prinzip ein Vorgehen aus dem letzten Jahrhundert. Erschwerend kommt hinzu, dass die regionale Qualität der Imkervereine von einladend und gut bis zum maximalzerstrittenen Altherrenstammtisch reicht. Auch wollen sich die Menschen heute tendenziell weniger an einen Verein binden, als das früher noch der Fall war. Kann man natürlich doof finden, ist aber leider so.


    Soviel zur Situation.


    Du willst den Leuten also etwas ausreden, was zwar nicht verboten, aber eigentlich scheiße ist. Also im Prinzip so ähnlich wie Rauchen.... Es ist zwar doof, jeder weiß es, aber nicht verboten. Das wird man nicht schaffen, indem man die Importeure schlecht redet. Man muss ein besseres Angebot schaffen! Die Kunden wollen beim Kauf einer Ware (Biene) nicht belehrt werden, was sie alles falsch machen werden. Auch wenn es hart klingt: Vielleicht müssen sie erst ein Volk in den Himmel schicken, um zu verstehen, dass der alte Hase doch Recht hatte...

    Immer wieder liest man: "Für sowas gebe ich meine Bienen nicht her..." Mit der Einstellung ändert sich nichts, dann müssen ganz sicher die Paketbienen dran glauben. Die Leute holen sie sich dann definitiv woanders.


    Warum wollen die Leute denn Kunstschwärme am Anfang des Jahres haben? Wenn man von der Ich-halte-Bienen-um-die-Umwelt-zu-retten-Fraktion mal absieht, weil sie Honig ernten wollen. Im Prinzip die erste Pawlowsche Belohnung, bevor die Arbeit, nämlich das Überwintern kommt. Ob das mit einem Kunstschwarm klappt? Nunja... Das werden sie auch nicht mit einem frischen Ableger im Mai oder Juni... aber mit einem ausgewinterten aus dem Vorjahr. Außerdem entfällt die Rähmchen- und Beutendiskussion, weil man nicht zuhören muss, was einem der Imker anpreist. Ein Kunstschwarm aus der Box kann halt überall reingemacht werden, ohne dass man sich rechtfertigen muss.


    Eigentlich ist es ja überhaupt kein Problem regionale Bienen zu bekommen. Aber es ist deutlich mehr Aufwand als auf "Kostenpflichtig Bestellen" zu klicken. Paketbienen kommen ohne Moralpredigt zu mir, die anderen muss man in der Regel abholen. Wer keinen Imker kennt, muss länger suchen.


    Man muss ihnen nicht vorhalten, was sie alle falsch machen, wenn Sie Paketbienen kaufen oder eine Bienenwohnung benutzen, die mir nicht gefällt (Egal ob exotische Beute oder eine Easybox)., sondern was sie alles richtig machen, wenn sie stattdessen die Bienen vom Imker von nebenan haben, z.B.:


    - Bienen aus der Region kann ich mir vorher angucken, ohne sie kaufen zu müssen.

    - Bienen aus der Region sind gesund und haben im April ein nagelneues Gesundheitszeugnis.

    - Bienen aus der Region sind garantiert beutenkäferfrei.

    - Bienen aus der Region sind an das lokale Klima angepasst und dadurch leistungsfähiger.

    - Bienen aus der Region gibt es natürlich in allen Qualitätsstufen: Abenteuer-Landrasse bis zur Stressfrei-Zucht-Kö

    - Bienen aus der Region kommen von einem verantwortungsvollen und freundlichen Imker, der Anfängerfragen gerne beantwortet und bei Problemen hilft.

    - Bienen aus der Region haben kurze und damit bienenschonende Transportwege.



    Und das ist sicher nicht alles.


    VG

  • Das die am 01.04. eines Jahres nicht so stark sind wie ein Südeuropäisches Volk liegt natürlich i.d. Natur der Sache

    Unsere Völker können Anfang April trotz der Kältewelle 11 Waben DN flächig besetzten.

    Die Kunden wollen beim Kauf einer Ware (Biene) nicht belehrt werden, was sie alles falsch machen werden.

    Doch, mir haben diese Aufklärungen sehr geholfen. Und ich kenne viele, die über Hinweise bei sowas dankbar sind. Bei der Easy bee Box haben sich auf Facebook mehrere Leute bedankt, dass sie aufgeklärt wurden, dass das doch nicht so einfach geht.

    Ich wurde da übrigens noch nie angemault, dass ich mich im Ton vergriffen hätte, wenn ich auf die Beutekäfer hingewiesen habe. Aber vielleicht bin ich da auch in den falschen Gruppen.
    In unserem Alt-Herren-Verein mit ein paar wenigen Frauen wird übrigens jeder freundlich empfangen und bekommt für ca 100 Euro ein Wirtschaftsvolk, das das ganze Jahr beim Paten steht, aber vom Schüler bearbeitet wird und den Honig behält er auch. Einen Ableger vom eigenen Volk gibt’s dazu.

    Über unsere WhatsApp Gruppe konnte ich dann noch für 30 Euro einen Naturschwarm kaufen und wenn man wollte hätte man im März für 80 Euro auch noch ein oder zwei Völker bekommen können. Es ist unserem Verein wichtig dass wir lokale Bienen kaufen und ich finde das funktioniert sehr gut.

  • Aber vielleicht bin ich da auch in den falschen Gruppen.

    Hallo, für das große Bienenkino rate ich dir zu den Anfängergruppen. Da sind Leute die geben völlig selbst sicher Ratschläge, obwohl sie noch nicht mal Bienen , aber viel gelesen haben.

    Es ist halt so verlockend Bienen, Beute und Betriebsweise alles online daheim vom Sofa aus.

    Bis bald

    Marcus

  • Unsere Völker können Anfang April trotz der Kältewelle 11 Waben DN flächig besetzten.

    Die Kunden wollen beim Kauf einer Ware (Biene) nicht belehrt werden, was sie alles falsch machen werden.

    Doch, mir haben diese Aufklärungen sehr geholfen. Und ich kenne viele, die über Hinweise bei sowas dankbar sind. Bei der Easy bee Box haben sich auf Facebook mehrere Leute bedankt, dass sie aufgeklärt wurden, dass das doch nicht so einfach geht.

    Ich wurde da übrigens noch nie angemault, dass ich mich im Ton vergriffen hätte, wenn ich auf die Beutekäfer hingewiesen habe. Aber vielleicht bin ich da auch in den falschen Gruppen.
    In unserem Alt-Herren-Verein mit ein paar wenigen Frauen wird übrigens jeder freundlich empfangen und bekommt für ca 100 Euro ein Wirtschaftsvolk, das das ganze Jahr beim Paten steht, aber vom Schüler bearbeitet wird und den Honig behält er auch. Einen Ableger vom eigenen Volk gibt’s dazu.

    Über unsere WhatsApp Gruppe konnte ich dann noch für 30 Euro einen Naturschwarm kaufen und wenn man wollte hätte man im März für 80 Euro auch noch ein oder zwei Völker bekommen können. Es ist unserem Verein wichtig dass wir lokale Bienen kaufen und ich finde das funktioniert sehr gut.

    Geh mal davon aus, daß Du eher zu den Ausnahmen gehörst, Du hast ja auch hier durchgehalten.;)

    Tipps und Ratschläge anzunehmen ist out, weil in der Regel hat sich der heutige Anfänger ja schon mind. ein Video angeguckt und ist durch die Medien umfassend informiert(leichter Sarkasmusmodus).

    Ausserdem ist es die, im Post #10 angesprochene Haltung der Leute, Bienen als Ware und nicht als Lebewesen zu betrachten. Allzeit verfügbar, selbstversorgend, für den Spaß oder wegen dem Honig, weil man möchte ja ein "Zubrot" verdienen und daß am Besten schon im ersten Jahr.

    Nach Jahren, in denen ich in punkto Bienenhaltung bei "motivierten" Neulingen Sachen gesehen habe, die einen leicht zum <X bringen können, geb ich auch nicht mehr Völker an Jeden ab.

    Möglich, daß es den Kunstschwarmmarkt pusht, die Bienen tun mir auch leid, aber in die hab ich keine Zeit, Geld und Herzblut investiert.

    Binder hat ein Angebot für die EBB Käuferschicht gemacht, kostenlose Anfängerseminare, damit wenigstens ein bisschen Basisknowhow reinkommt. Was auch immer die Motivation ist, besser als nix.

  • Man darf auch nicht vergessen, wenn schon 299€ für die easyBeeBox versenkt wurden und die motivierten Bienenretter auch erst noch einen schönen überdachten Stand gebaut haben, dass dann vielleicht an der Biene gespart wird, da ist ein günstiger Italiener auch ausreichend.

    Es bleibt spannend

    Beste Grüße

    Nils