Bienenverkauf Gesundheitszeugnis als Verkäufer an den "Neuen Vet" senden?

  • Liebe Imker's,

    Innerhalb von 24 Stunden habe ich meine diesjährigen 5 Bienenvölker verkauft. Einer ist Anfänger mit der neuen EasyBeeBox und wünscht sich Rat und Tat als Zusatz, welche er von mir erhalten wird.

    Ich möchte jetzt gar keine große Diskussion über die Zukunftsfähigkeit der EBB starten, zumal dies bereits anderweitig in Tiefe diskutiert wird.


    Jetzt kam mir folgende Idee und möchte gern eure Meinung einholen.

    Wir regen uns ja mehr oder minder über Imker auf, die ihre Stände nicht den zuständigen Veterinären melden, manchmal auch aus Unwissenheit.

    Was hindert uns als Verkäufer eigentlich daran, darauf zu bestehen uns mitteilen zu lassen wo die Völker aufgestellt werden, dann zu verlangen innerhalb einer Woche eine Kopie der Anmeldung des Standes zu erhalten und wird diese nicht vorgelegt, heidiho schicken wir unser Gesundheitszeugnis des Verkäufers selbst an den Vet. und zeigen dem den neuen Stand an?


    Mir geht es nicht darum Anscheißerei oder Ähnliches zu betreiben, sondern schlicht darum, dass wir ja auch als Verkäufer selbst ein Quentchen dazu beitragen können, unsere Imkerwelt sicherer zu machen? Auerdem zeigen wir Anfängern gleich auf, dass Bienenhaltung etwas mit Verantwortung zu tun hat?


    Mir ist bewusst, dass ich dadurch mehr Aufwand habe, löse ich im Zweifel aber recht einfach durch höheren Verkaufspreis.


    Was meinen?


    Jörn

  • Was hindert uns als Verkäufer eigentlich daran, darauf zu bestehen uns mitteilen zu lassen wo die Völker aufgestellt werden, dann zu verlangen innerhalb einer Woche eine Kopie der Anmeldung des Standes zu erhalten...

    Uns hindert daran, dass es uns einfach gar nix angeht, wo der neue Eigentümer seine Völker hinstellt bzw. was er damit macht.

    Damit will ich nicht sagen, dass eine Verkaufsmeldung unbeding unsinnig sein muss aber der Standort usw. geht uns wirklich gar nix an.


    Gruß,

    Friedrich

  • Eine Möglichkeit wäre, dass der Käufer einwilligt, dass der Verkäufer dem zuständigen Veterinäramt des Käufers den Verkauf anzeigt. Zusätzlich erfolgt der Hinweis an den Verkäufer, er möge auch selbst den AmtsVet und die Tierseuchenkasse informieren. So ist es am sichersten.

  • Was hindert uns als Verkäufer eigentlich daran, darauf zu bestehen uns mitteilen zu lassen wo die Völker aufgestellt werden, dann zu verlangen innerhalb einer Woche eine Kopie der Anmeldung des Standes zu erhalten und wird diese nicht vorgelegt, heidiho schicken wir unser Gesundheitszeugnis des Verkäufers selbst an den Vet. und zeigen dem den neuen Stand an?

    Respekt

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Das wäre mal nur wieder mit Verordnungen und Gesetzen zu lösen. Habe ich keinen Bock drauf. Eh schon viel zu viel Bürokratismus. Ausserdem versuch mal einem 80 jährigen davon zu überzeugen.
    Der neue Bienenhalter ist verpflichtet. Das kann man ihm noch mal sagen, mehr aber nicht.


    Autoverkehr könnte man reduzieren, wenn jeder erst bei der Behörde seine Fahrt beantragen müsste.

    Noch besseren Effekt hätte man, wenn es dann noch einer Genehmigung bedürfte.


    Es gibt noch viel in Deutschland zu regeln.🙈


    Wenn dann alle in der Verwaltung tätig sind und verhungern, wäre das Maximum erreicht.


    Gruss

    Ulrich

  • Es liegt in meinem Ermessen, wem ich ein Volk verkaufe.

    Da kann ich darauf bestehen, dass Grundkenntnisse vorhanden sind, Respekt vor den Tieren - oder auch, dass die Bienen angemeldet werden. Das ist m.E. die einzige Möglichkeit, die ein Verkäufer hat.

    Ich persönlich neige grundsätzlich nicht dazu, irgendwelchen Ämtern Infos zuzuspielen.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • und wird diese nicht vorgelegt, heidiho schicken wir unser Gesundheitszeugnis des Verkäufers selbst an den Vet. und zeigen dem den neuen Stand an?

    Der Datenschutz, aus der Geschichte kann ein dicker Bumerang werden, wenn du ohne Berechtigung dritten Personenbezogene Daten überlässt.


    Ich vermute mal du hast beim Bienenverkauf keine 5 Seitige DSGVO Erklärung und Einverständnisserklärung zur Übermittlung der Daten unterschrieben bekommen.


  • Dein hehres Ziel in allen Ehren. Aber führt das nicht letztlich zu Bequemlichkeit beim Käufer nach dem Motto: Anmelden spare ich mir, macht ja ohnehin der Verkäufer binnen 1 Woche?

    Ich rede mit den Käufern, ausführlich. Da bekomme ich einen Eindruck von deren Grundeinstellung. Und ich versuche, die Einsicht zu vermitteln, warum die Anmeldung so wichtig und letztlich im Interesse aller, auch der "Natur" ist. Daß bspw. der Infektionsweg bei der tödlichen AFB umgekehrt als bei anderen Nutztieren verläuft (also nicht vom Kranken zum Gesunden, sondern umgekehrt gerade von den gesündesten, findigsten Völkern aktiv importiert wird), das haben sich viele, auch langjährige Imker noch nicht bewußt gemacht. Und: Jeder, auch der Neuimker, will schließlich gesunde, findige (und daher auch am meisten AFB-ansteckungsgefährdete) Völker haben und muß daher auf diesen Schutzgürtel durch alle Kollegen vertrauen, in dem die Anmeldung des Bienenstandes nur ein erstes, aber wichtiges Element ist. Dieser Lerneffekt ist m.E. nachhaltiger als administrative Vorgaben des Verkäufers.

    In einem einzigen Fall hatte ich vorsorglich nach 1 Monat mal beim VetAmt des Käufers angerufen. Entgegen meiner Zweifel war aber alles angemeldet und i.O. Sollte das wider Erwarten nicht so sein, dann ist es Aufgabe des VetA, dem nachzugehen. Für mich wäre das auch kein unkollegiales "Anschwärzen", sondern logische Folge unkollegialer Versäumnisse des Käufers. Jeder, der AFB-Ausbrüche im Verein oder anderswo schon einmal begleiten mußte, wird das wohl so sehen. Diese Erfahrung wünscht man keinem, auch nicht Leuten, die man nicht ausstehen kann...

  • Der Datenschutz, aus der Geschichte kann ein dicker Bumerang werden, wenn du ohne Berechtigung dritten Personenbezogene Daten überlässt.

    Bemerkenswerte Auffassung: Dann könnte ich, wenn ich jemanden anzeige, wegen Datenschutzverletzung belangt werden, weil ich ja personenbezogenene Daten weitergebe.


    Offensichtlich herrscht ein gewisse Verwirrung darüber, was das Datenschutzrecht eigentlich regelt. Es gilt nur "für die ganz oder teilweise automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten sowie für die nichtautomatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten, die in einem Dateisystem gespeichert sind oder gespeichert werden sollen" (Art. 2 Abs. 1 DSGVO).

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Also mein Gedanke ist natürlich, Jedem das vorher mitzuteilen und sein Einverständnis einzuholen. Ist er nicht einverstanden, muss ich ihm ja auch gar kein Volk verkaufen und er sucht sich einen anderen Verkäufer. Einverständnis per e-mail für die Vorgehensweise reicht vollkommen aus.


    Die Gedanken, dass es den Verkäufer erstmal nichts angeht, was jemand mit erworbenen Eigentum macht, teile ich grundsätzlich.

    Wenn sich jedoch immer mehr verbreitet, das man sich mal eben so ein Volk i.d. Garten stellt und um nichts kümmert und sich auch nicht anmeldet, dann kommt das irgendwann eh als Bumerang auf die Imkerschaft zurück.


    Wird an einem unserer Stände ein Faulbrutbezirk eingerichtet mit dem Ergebnis nicht mehr wandern zu dürfen etc. und kommt dann der VET zu euch und gleicht die gemeldeten und bekannten Bienenstände ab, fragt nach eurer Hilfe ob ihr noch einen auf dem Schirm habt, dem der VET nicht gemeldet ist, dann helfen wir doch auch? -Ausschließlich im Sinne des Gemeinwohls-.


    Mir geht es ausschließlich darum, zu sensibilisieren, sich selbst mit seinen Ständen ordnungsgemäß anzumelden und Verantwortung zu übernehmen. Mitnichten um eigene Freude am Vorgehen und mehr Aufwand oder eigentlich unnütze Kenntnis über Stände des Käufers.

  • Mir geht es ausschließlich darum, zu sensibilisieren, sich selbst mit seinen Ständen ordnungsgemäß anzumelden und Verantwortung zu übernehmen.

    Eben. Und das erreichst Du m.E. nicht, wenn Du dem Käufer die Arbeit einer Anmeldung faktisch abnimmst quasi als kostenlose Dienstleistung mit verbindlicher Terminzusage (1 Woche). Wenn der Käufer erst einmal verstanden hat, warum die Anmeldung in seinem ureigenen Interesse ist, erst dann ist er ausreichend und sogar nachhaltig sensibilisiert.


    Wenn er dennoch von Dir nicht lernen will, dann ist es durchaus im Interesse von ihm, der Imkerschaft seiner Umgebung und auch wildlebender Insekten (die AFB-empfänglich sind oder varroagefährdet o.ä.), wenn er es dann von seinem VetA lernt. Für diese härtere Lektion brauchst Du nicht sein Einverständnis.


    Aber jeder hat da einen anderen Gesprächseinstieg beim Völkerverkauf, vielleicht funktioniert Dein Plan ja auch.

  • Ich weise die Käufer auch darauf hin, dass sie die neuen Völker beim Vet Amt anzumelden haben.

    Dafür gibt es ja extra das Zeugnis von mir. Weiterhin führe ich Listen, wer Völker von mir erhalten hat.

    Das langt mir. Mehr brauche ich nicht.

    Ist auch schon so genug an Zeit und Aufwand, was man in den Verkaufsvorgang steckt...

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Wir haben dieses Jahr zum ersten Mal auch eine größere Anzahl Völker zu verkaufen. Nachdem ich von einigen Anfängern mitbekommen habe dass sie von der Pflicht zur Anmeldung nichts wissen, hab ich auch etwas Bauchweh bekommen.

    Meine Lösung ist eher die, dass ich mir von den Käufern die Betriebsnummer geben lassen möchte. Das wäre ja praktisch der Nachweis dafür dass eine Anmeldung erfolgt ist.

    Den Unwissenden kann ich so ohne erhobenen Zeigefinger aufklären und dem Betrüger eine Freude machen dass er schlauer war als ich8o.


    Viele Grüße Meike