Fragen zur Allergie

  • rät also dazu, das Imkern aufzugeben, weil

    Mein Rat wäre das auch, wenn es hier nur um eine kleine Hobbyimkerei geht und erst recht, wenn diese erst am Anfang steht. Unabhängig von deinem persönlichen Fall verstehe ich persönlich nicht, warum man in so einer Situation auf Biegen und Brechen trotzdem an genau dieser Freizeitbeschäftigung festhalten will.


    Es geht hier doch nur um ein Hobby, nicht um einen Beruf oder die Existenz. Es gibt unendlich viele andere Hobbys, muss man dann in so einer Situation trotzdem an genau dem festhalten? Das steht doch in keinem Verhältnis zum Risiko und Aufwand. Jeden Tag müssen Millionen Leute von heute auf morgen auf viel wichtigere Dinge verzichten und kommen auch damit zurecht.


    Wie gesagt, das ist nur ein Rat eines Nichtbetroffenen, soll keinerlei Verurteilung darstellen.

    Wollt ihr trotzdem weiter machen, wünsche ich Euch viel Glück und Erfolg!


    Ich selbst würde übrigens mit dem Imkern aufhören, wenn ich plötzlich eine so gefährliche Vollallergie entwickeln würde - und bei mir ist es schon lange nicht mehr nur ein Hobby.

  • Naja wir sind schon ein paar Jahre dabei und haben viel investiert, Spass gemacht hat es bisher ja auch!

    Ich wollte gern Erfahrungen hören, Desensibilisierung muss man ja eh machen bei starker Allergie...

    Wer hat Erfahrung mit ner 1 Wochen-Kur?

    Kann man nach einer Einleitung über 2-3 Tage schon wieder an die Bienen?

  • Ich bin jetzt im 4.Jahr meiner Desensibilisierung und vertrage schon seit 2 Jahren jeden Bienenstich sehr gut. Sticht mich eine Biene durch den dünnen Latex-Handschuh, so sehe ich manchmal, wenn ich die Handschuhe ausziehe, schon nicht mehr, in welchen Finger sie gestochen hat. Mein Hautarzt meinte, wenn jede Desensibilisierung wie gegen Bienengift so erfolgreich wäre, hätte er mehr Erfolgserlebnisse.

    Am Anfang meiner Allergie war ich allerdings sehr vorsichtig und habe nur mit Vollschutz und Begleitung geimkert. Mein Arzt hat mir auch nicht vom Imkern abgeraten...

    Gruß

    Rolfpaul

  • Kann mich nur anschließen. Desensibilisierung ist bei einer Allergie dieser Intensität ohnehin klug - danach kann man aber auch eigentlich einfach wieder imkern (kann aber auch hornets Punkt gut verstehen).

    Ich hatte ein „Ultra-Rush-Protokoll“, habe alles problemlos vertragen und merke insbesondere gegen Ende der Saison ebenfalls kaum noch lokale Reaktionen.

    Neu bewerten würde ich die Situation, wenn nach ursprünglich erfolgreicher Therapie durch ständige Exposition gegenüber Bienenstichen plötzlich wieder systemische Reaktionen aufträten. Glücklicherweise scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein.

  • Ich habe die Imkerei von meinem Vater übernommen und werde seit Jahrzehnten gestochen. Vor ca. 8 Jahren hatte ich erstmalig eine allergische Reaktion nach mehreren Stichen. Ich war benommen und die Pupillen weiteten sich. Ich sah alles viel zu hell. Ich habe mich in den Schatten gesetzt und die Beine hochgelegt. Nach etwa einer dreiviertel Stunde wurde es besser und ich konnte weitermachen. Die Diagnose beim Arzt "Bienengiftallergie". Ich bekam ein Notfallpaket.


    Bei mehreren weitern Stichen gab es keine Reaktion. Dann gabs unverhofft wieder eine. Ich nahm meine Notfallmedikamente. Die Allergische Reaktion war nur relativ schwach, ich war aber nach der Menge Fenistil 2 Tage sehr müde.


    Inzwischen arbeite ich (meistens) mit Vollschutz. So zwischen 10 und 20 Bienen stechen mich pro Jahr trotzdem. Davon habe ich bei 2 bis 3 Stichen eine allergische Reaktion. Wenn ich nichts unternehme, kann die heftig werden (erhebliche Benommenheit, aber noch nie Ohnmacht oder Atemnot). Ich nehme unmittelbar nachdem ich gestochen werde 2 Tabletten Levocetrizin und zwei drei Schlucke Wasser. Dann setze ich mich in den Schatten oder ins Auto. Der Verlauf war bisher mit dem Levocetrizin immer mild. Nach 30 bis 40 Minuten kann ich weiterarbeiten. Das Levocetrizin hat weniger Nebenwirkungen als Cetrizin oder Fenistil. Man wird vor allem nicht so müde davon.


    Warum ich oft 5 mal oder noch öfter gestochen werde ohne eine allergische Reaktion weiß ich nicht. Ich kann keine Faktoren erkennen, die die allergische Reaktion triggern könnten.


    Ich rate zur Vorsicht. Bitte nicht einfach nachmachen.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Naja wir sind schon ein paar Jahre dabei und haben viel investiert, Spass gemacht hat es bisher ja auch!

    Ich wollte gern Erfahrungen hören, Desensibilisierung muss man ja eh machen bei starker Allergie...

    Wer hat Erfahrung mit ner 1 Wochen-Kur?

    Kann man nach einer Einleitung über 2-3 Tage schon wieder an die Bienen?

    Hi,


    die erste Woche ist ja nur der Anfang der Hyposensibilisierung.

    Danach geht es ja noch mindestens 3 Jahre weiter.

    Ich habe nach drei Monaten Bienenstiche ohne nennenswerte Reaktion

    vertragen. Vorher wurde ich aber auch nicht gestochen.

    Allerdings reagiert jeder Körper anders, und am Anfang sollte man

    zumindest nicht alleine an die Bienen. Den Epipen usw. sollte man

    immer dabei haben. Auch wenn man Ihn vielleicht nie braucht.

    Ob man weiterimkert, oder nicht, muss jeder für sich entscheiden.


    Schöne Grüsse

    Joachim

  • Warum ich oft 5 mal oder noch öfter gestochen werde ohne eine allergische Reaktion weiß ich nicht. Ich kann keine Faktoren erkennen, die die allergische Reaktion triggern könnten.

    Nur als wilde Spekulation: Vielleicht hat es etwas mit dem Essen zu tun.

    Wenn ich reichlich Kohlehydrate oder gar puren Zucker intus habe, ist jede allergische Reaktion schlimmer als ohne diese Komponente.

    Das geht meinem Mann mit seinen komplett anderen Allergien übrigens genauso. Hat er viel Süßes gegessen reagiert er böse auf viele, viele Lebensmittel, die er problemlos sogar in größeren Mengen verträgt, wenn er den Zucker weglässt.

    Ich HASSE diesen Zusammenhang, weil wir totale Naschkatzen sind.


    Zusätzlich kommt bei mir allerdings ganz klar der Stressfaktor hinzu. Geht es mir vom Kopf her gut, passiert weniger, als wenn ich völlig gestresst bei den Bienen stehe - dabei ist es übrigens egal, ob der Stress aus dem Büro mitgebracht worden ist, durch Familienprobleme oder durch die Bienen selber ausgelöst wird.

    Meine erste anaphylaktische Reaktion hatte ich, als meine Bienen bei einer Durchsicht so außer Rand und Band waren, dass ich mich auf extrem gestresste Weise furchtbar über die Situation (und die Fehler die sie ausgelöst hatten) aufgeregt habe und sogar ein Stück vom Stand wegflüchten musste.

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."

  • Danke Satia das Süße erklärt vielleicht auch ein wenig meinen zweiten Stich in diesem Jahr. Beim ersten hatte ich kaum eine Reaktion am Tag drauf Oberschenkel Innenseite (vermute gut durchblutete Stelle) durch die Hose. Natürlich aufgeregt 2. Stich in 2 Tagen dann wurde mir komisch und ich hatte einen leichten Kloß im Hals, ließ mich sogar am Stand abholen. 2 lorano und 2h später war alles wieder gut hatte auch keine Schwellung, hier wirkt Spitzwegerich direkt drauf gemacht gu bei mir.

    Nächste Woche lass ich es aber abklären ist mir so zu riskant denn beim nächsten Stich hatte ich wieder nix....

    Ist mir zu großes Lottospiel.

  • Solltest du auch auf jeden Fall abklären lassen.

    Bei mir ist es auch so, dass ich mal heftig reagiere und mal überhaupt nicht - Als wäre ich an einigen Tagen allergisch und an anderen nicht. Da trift bei mir offenbar Paracelsus' Erkenntnis zu, dass die Menge das Gift macht. Ich habe zwar "nur" eine leichte Allergie, aber auch die hat halt schon dafür gereicht, dass ich einmal mein Notfallkit brauchte, als ich durch Dummheit mehrere Stiche auf einmal bekommen habe.

    Ich gehe daher nur noch in Vollschutz an die Bienen und genieße das ehrlich gesagt meistens sogar mehr als vorher - denn auch wenn ich vorher nicht allergisch war, war Gestochen-Werden generell noch nie besonders toll, auch wenn man sich daran gewöhnt hatte.

    Gelegentlich pieken sie trotzdem auch durch die Handschuhe durch oder erwischen mich irgendwo wo der Schleier grad mal eng anliegt, weil man sich komisch bückt (Paradestelle: das Kinn), aber dann halt nie in dem Ausmaß in dem es ohne Schutz der Fall wäre und darauf reagiere ich dann auch nur so, wie vor der Allergie - wenn überhaupt.

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."

  • Bei mir ist es auch so, dass ich mal heftig reagiere und mal überhaupt nicht - Als wäre ich an einigen Tagen allergisch und an anderen nicht. Da trift bei mir offenbar Paracelsus' Erkenntnis zu, dass die Menge das Gift macht. Ich habe zwar "nur" eine leichte Allergie, aber auch die hat halt schon dafür gereicht, dass ich einmal mein Notfallkit brauchte, als ich durch Dummheit mehrere Stiche auf einmal bekommen...

    Gerade die Unabhängigkeit von der Menge charakterisiert die allergische Reaktion.


    Wenn es mengenabhängig wird, könnte der "allergische Zustand" sich mildern (hängt am Immunglobulin E-Spiegel im Blut gg. Das Bienengift). Geradezu die ideale Voraussetzung für eine Desensibilisierungsbehandlung.