Vorgehen nach der Honigernte - Säubern der Honigwaben

  • Hallo,


    ich werde am kommenden Wochenende bei einem Volk (2 Brut- und 2 Honigzargen) schleudern und würde danach gerne mit der Auffütterung und AS-Behandlung beginnen. Weitere Tracht ist bei mir nicht mehr zu erwarten, so daß ich die Honigräume entfernen möchte. Nach dem Schleudern bleiben ja noch Honigreste in den Waben und die Ränder der Zellen sind vom Entdeckeln etwas ausgefranst. Ist es möglich die ausgeschleuderten Waben vor der Winter-Einlagerung von den Bienen selber säubern zu lassen und wie gehe ich dabei am besten vor?


    Vielen Dank für jeglichen Tip


    Peter

  • Hallo, genau dasselbe wollte ich auch fragen,
    also einfach den Honigraum nochmal drauf ohne gleich zu füttern???Wie lange drauflassen??
    Bei mir sind in den ausgeschleuderten Waben aber noch Waldhonigreste, die sollen die Bienen ja nicht einlagern, oder auch die zum ausschlecken geben??
    Super, dass es diese Forum gibt!
    lila

  • Noch eine Nachfrage: Wird beim Zurückhängen nicht noch evt. im Brutraum befindlicher Honig in den freien Honigraum eingelagert?


    Danke nochmals für die schnelle Antwort!


    Gruß


    Peter

  • Hallo,


    eine so schnelle Umlagerung hätte ich noch nie erlebt (es sei denn es herrscht noch eine nicht erkannte ergiebige Tracht). Eine Dauer von zwei bis drei Tagen richt meistens völlig. Die ausgefranste Ränder werden dann auch noch "repariert" d.h. abgetragen. Wenn es sich um unbebrütete Waben handelt, wird auch ein evtl. Wabenbruch dann im nächsten Jahr wieder hergerichtet. Die paar Gramm Waldhonig, die beim Ausschlecken noch im Brutraum abgelagert werden sind nicht der Rede wert. Meist wird der aufgenommene Honig ohnehin gleich verbraucht.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo,
    ich hatte auch gedacht, sei schlau, häng die Waben nochmal rein. Wir hatten noch wohl einige Linden in der Nähe, die noch nicht ausgetrachtet waren, also hatte ich wieder Honig in den Waben, nach einigen Tagen. Oder habe die doch umgetragen?
    Ich jedenfalls werde das nächstes Jahr nicht mehr so machen.
    Wieder eine Meinung mehr, such Dir was aus.

  • Reiner Schwarz schrieb:

    klar ist das möglich, setz' einfach die ausgeschleuderten HR nochmal für ein paar Tage auf die Völker. Danach sind sie wieder "wie neu".


    ..., oder frisch verdeckelt. So ist es mir passiert. Die Deckel waren bloß tief unten in den Zellen auf den Honigresten.
    Seitdem sprühe ich die Waben immer mit Wasser ein, dann müssen die Bienen umtragen. Die Zarge wird auch oberhalb eines Deckels mit Loch (Innendeckel der Magazinbeute) gesetzt, damit sie deutlich von der übrigen Beute getrennt ist. So wird die Honiglösung auch sicherer aus der aufgesetzten Zarge weggeschafft und nicht dort gleich wieder eingelagert.


    Grüße, Thomas

  • lila schrieb:


    also einfach den Honigraum nochmal drauf ohne gleich zu füttern???lila


    ich habe die ausgeschleuderten Waldhonigwaben, die durch den zähen Honig sehr in Mitleidenschaft gezogen waren, einem völligen Wasserbad unterzogen. Die Waben waren dann sehr vollgesogen. Die Bienen waren zwei Tage lt. meiner Stockwaage beschäftigt, um das Wasser zu entfernen. Vorteile: Die Bienen verkleben nicht an den doch sehr ramponierten Waben und durch das Wasser bricht keine Räuberei aus, da die Bienen eine Beschäftigung haben, auch haben sie kein verklebtes Haarkleid, was eine Räuberei fördern kann. Das nennt man dann für die Bienen "Beschäftigungstherapie". Nach 3 Tagen waren alle Waben wieder völlig restauriert und können dann, falls keine Tracht mehr zu erwarten ist abgenommen werden.

  • Hallo zusammen, warum nicht die Waben Honigfeucht einlagern, wenn man überhaupt noch einlagert. Das ganze Wiedereinhängen ist doch eine recht unnötige Arbeit, bei der die Resultate doch meist nicht überzeugen. Mein Tipp wäre, die ausgeschleuderten Waben in Zargen auf den Boden stellen. Dort werden sie schnell ausgeräumt, da sie sich dort in total unnatürlicher Lage befinden. Noch besser ist es , die Waben gleich einzuschmelzen: keine Probleme mit der Lagerung und mit den Wachsmotten. Ausnahme sind natürlich unbebrütete Honigraumwaben. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Lothar schrieb:

    . Mein Tipp wäre, die ausgeschleuderten Waben in Zargen auf den Boden stellen. Dort werden sie schnell ausgeräumt, da sie sich dort in total unnatürlicher Lage befinden. V.H.w. Lothar


    Hallo Lothar,


    willst du eine Räuberei auslösen?. Ist doch keine Arbeit. die leeren Honigräume wieder aufzusetzen, außerdem war das Ergebnis gut. Die Waben waren alle repariert und der restliche Waldhonig auf eine Wabe zusammen getragen. was will man mehr. Bei mir gibt es sowieso keine bebrüteten Honigwaben, also ist das Aufheben der Waben kein Problem.

  • Lothar schrieb:

    Hallo zusammen, warum nicht die Waben Honigfeucht einlagern, wenn man überhaupt noch einlagert.


    Wenn Du die Waben honigfeucht einlagerst könnten sie im nächsten Jahr Gärhefen, etc. ins Volk hineinbringen, außerdem neigen diese Waben im Herbst und Winter eher dazu, zu schimmeln, wenn man sie nicht luftig genug lagert.


    Wie problematisch die Gärhefen sind kann ich allerdings nicht beurteilen. In der Vergangenheit war die von Dir vorgeschlagene Vorgehensweise durchaus üblich. Aber nicht alles, was üblich war oder ist, ist auch sinnvoll ;-)


    Grüße


    Ulrich

  • honigmayerhofer schrieb:

    willst du eine Räuberei auslösen?. Ist doch keine Arbeit. die leeren Honigräume wieder aufzusetzen, außerdem war das Ergebnis gut.


    So wie ich seine Aussage interpretiere schlägt er schon vor, die Waben ins Volk zu bringen, er will aber nicht auf-, sondern untersetzen.


    Grüße


    Ulrich

  • Hallo Xare, nein, ich möchte keine Räuberei auslösen. Das könnte bei Rückgabe der honigfeuchten Waben generell leicht passieren. Egal ob oben oder unten zugegeben. Jeder größere Eingriff nach der Honigernte löst leicht Räuberei aus. Hauptsächlich ging es hier ja um das restlose Entleeren der Honigwaben. Aber mit ordendlicher Lagerung kann man honigfeuchte Waben auch gut überwintern. Die Frage stellt sich, warum man die Waben "knochentrocken" haben möchte. Ist es die Gier, den letzten Tropfen für sich haben zu wollen, oder ist es die Sorge, den Bienen könnte der restliche Waldhonig schlecht bekommen, wenn man diese Waben im Frühjahr zuhängt? Auf erste Frage weiß ich keine Antwort, das muß sich jeder selbst beatworten. :wink: Zur zweiten Frage, die Bienen säubern die Waben im Frühjahr sowieso, dann werden auch gärende Honigreste und sonstige Hefen etc. entfernt. Waldhonig macht sich da gesundheitlich nicht bemerkbar, weil dann die Bienen eh genug Möglichkeit zum Entleeren haben. Wenn es dazu nicht warm genug ist, gibt man ja doch den Honigraum noch nicht frei. V.H.w. Lothar

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