Ameisensäurebehandlung

  • Hallo,


    als "Apistangeschädigter" werde ich meine 15 Völker heuer erstmals mit AS behandeln. Ich werde Liebig`s Methode mit dem Tellerverdunster einsetzen, weil mir das am einfachsten erscheint und die Verdunstung langsam startet.


    Anfangen werde ich am kommenden Wochenende mit einer Kurzbehandlung und nach dem Auffüttern mache ich eine Langzeitbehandlung.


    Nun meine Frage:


    Liebig schreibt in seinem Buch "Einfach imkern" bei allen Behandlungsmethoden mit AS - Fluglochgröße = egal.
    Mir wurde aber gesagt, man sollte das Flugloch auf die ganze Breite öffnen.


    Weil ich auf meinem Stand aber auch einige Ableger zu behandeln habe und eine Räuberei vermeiden will, möchte ich das Flugloch bei den Ablegern so klein wie möglich halten ( 2 cm ).


    Muß ich bei den Ablegen das Flugloch weiter aufmachen oder ist die Breite wirklich egal ???

    mfG, Rohringer Franz
    aus dem schönen Salzkammergut

  • Hallo Franz,
    hallo Miteinander


    ich habe meine Völker alle auf offenem Gitterboden, nur mit eingelegtem
    Diagnoseschieber sitzen.
    Ich habe letzte Woche zum ersten Mal überhaupt mit Tellerverdunster nach Liebig kurz behandelt.
    Ich habe bei meinen Völkern (15 Wirtschafts- 15 Ableger mit kleinem Flugloch (4cm*10mm)) KEINEN Unterschied in der Verträglichkeit feststellen können.


    ABER:
    Unmittelbar nach der Behandlung (4 Tage) waren überall beinahe alle offenen Brutstadien ausgefressen, die Alte legt schon wieder fleißig.


    Habe ich da was falsch gemacht oder ist das normal bei dieser Art der Behandlung ?


    Gruß,
    Erwin

  • Ich behandle ebenfalls mit AS, allerdings nicht bei dieser extremen Hitze. Ich tippe darauf, daß die Verdunstungsrate zu hoch war und die offene Brut wahrscheinlichdadurch geschädigt wurde.

  • Hallo,


    ist es sinnvoll am kommenden Wochenende bei vorhergesagten Tageshöchsttemperaturen von 30° C eine AS-Kurzbehandlung mit der Medizinflasche mit Teller durchzuführen?


    Brutschäden wird es bei der AS wohl immer geben.

    mfG, Rohringer Franz
    aus dem schönen Salzkammergut

  • Auskunft Liebig persönlich:
    Tellerverdunster kann bei Temperaturen bis zu 40 Grad ohne Probleme eingesetzt werden.

  • Hi,


    Tellerverdunster bis 40 Grad kein Problem, diese Aussage soll von Hr. Liebig selbst stammen. Ich hab dies noch nirgendwo gelesen. Erhöhte Temparatur bis 30 Grad - das ist mein Stand - schädigt die Brut noch nicht.
    Zudem spielen weitere Komponenten mit rein, unter anderem Warm und Kaltbau was ja häufig gar nicht beachtet wird. Bei Warmbau haben die Bienen schlecht die Möglichkeit zuviel Ameisensäure Konzentration aus dem Bau zu fächeln. Hier treten auch häufiger Brutschäden auf.
    Empfohlen ist Kaltbau bei Anwendung von Schwammtuch oder Teller. Hier können die Bienen besser zirkulieren und sich selbst vor einer hohen Konzentration bei großer Hitze schützen.


    Gruß Gerhard

  • Ich hätte eine Frage! Ich verwende die Ameisensäure 85%. Die Lagerung erfolgt in Kunststoff Flaschen. Beim Füllen der Portionierer habe ich das Gefühl, dass kein "beissender" Geruch in die Nase steigt. Darum die Frage: " Kann die Konzentration - ohne sichtlicher Verdunstung- geringer werden" ? Oder bin auch ich unempfindlicher geworden!
    Mit den besten Grüßen
    "Tschiai"

  • An alle AS-Behandler,


    ich war Anfang August an der LAB an der Univerität Hohenheim zu einem Kurs bei Dr. Horn, einem Kollgen von Dr. Liebig. Auf die AS-Behandlung angesprochen sagte er, bei den augenblicklich sehr hohen Temperaturen würde er auf keinen Fall mit AS, gleich welcher Konzentation, behandeln. Seine Empfehlung: Warten bis die Temperaturen bei max. 25 bis 28 °C liegen, ansonsten seien starke Schädigungen der Brut und Verluste an Königinnen unausweichlich. Der Befallsdruck an Varroen sei in diesem Jahr noch nicht so hoch (genau das habe ich auch bei meinen 30 Völkern festgestellt), dass man noch 14 Tage bis drei Wochen mit der Behandlung warten könnte.


    Gruß von Pit

    Imkeranfänger 1973, nach 3 Jahren wegen Schul- und Berufsausbildung Aufgabe des Hobbys, 1996 Wiedereinstieg, zwischen 15 und 25 Völker, Landrasse auf Hohenheimer Einfachbeute im Selbstbau, AS auf Schwammtuch und Tropfflasche.

  • Hallo,


    hat jemand Erfahrung mit dem Nassenheider Verdunster unter den jetzigen hohen Tempraturen ( > 30 Grad ).
    Das würde mich sehr Intessieren.

  • Hi,


    Ich würde erstmal Milben zählen. Gitter rein und 5 Tage drinnen lassen. Dann zählen und abschätzen. Bis in ein, zwei Wochen werden die Temperaturen unter 30 Grad fallen. Alleine schon Sonnenstandbedingt.
    Eine Langzeitbehandlung mit TV über zwei Wochen ist auch im September noch möglich.


    Also, keine Panik.


    Gruß Gerhard

  • Hallo Fritz!


    Wenn du sonst keine Probleme mit deinem Geruchsinn hast - vergleichsweise zu früher - dann wirst du auch die AS genauso noch "riechen". Meiner Meinung nach hantierst du vielleicht jetzt mit der AS besser als früher und gehst so von vornhinein diesen Geruch aus dem Weg.
    mit imkerlichem Gruss
    Leonhard G.