Trockenzucker?

  • Hallo, jetzt ist zwar keine Auffütterungszeit, aber ich bin gestern über das Thema Trockenzucker füttern in einem Imkerbuch gestolpert. Es sei eine alte Methode, die bereits Ende des 18. Jahrhunderts beschrieben worden sei. Man könne nach der Honigernte langsam mit Trockenzucker auffüttern. Damit sich die Bienen daran gewöhnen, könne man auch etwas Futterteig auf den Zucker legen oder etwas Honig einmischen oder den Zucker etwas anfeuchten. Am Ende seien die Völker am besten in ihrer Entwicklung vorangekommen, die sowohl mit Trockenzucker als auch etwas Flüssigfutter gefüttert worden seien. An dritter Stelle stünden die, die nur flüssig auffgefüttert worden seien. Das könne damit zusammenhängen, daß die Bienen für den Trockenzucker mehr Speichel produzieren. Aufgefüttert würden etwa 8-10kg möglichst feiner Trockenzucker. [Man könne es auch im Frühjahr als Reizfutter verwenden, aber davon lasse ich die Finger ganz gewiß.]

    Funktioniert das wirklich? Wenn ja, würde es die Zeit zum Zucker auflösen sparen, die Kleckerei im Auto und an der Beute verhindern, und ich müßte nicht die schweren Eimer schleppen. Klingt fast zu genial. Aber es ist so verlockend, daß ich perspektivisch schon mal nachfrage, was Ihr davon haltet und was Ihr eventuell für Erfahrungen damit habt.


    Gruß, Annette

  • Nee, jetzt mal ernsthaft:

    Früher hat man das tatsächlich teilweise ganz gerne so gemacht. Ganz vorneweg Freudenstein mit seinen "Cookies". Der fütterte seine (im heutigen Vergleich) Minni-Völker mit 3-4 Kg Trockenfutter und legte dan nach Weihnachten ein oder 2 "Cookies" oben auf die Oberträger.

    Das Problem ist tatsächlich, dass die Bienen trockenen Zucker nur nehmen, wenn ihnen sonst nichts anderes übrig bleibt. Eher gehen sie zum Räubern und tragen den Trockenzucker raus vor die Beute. Wenn sie ihn denn abnehmen, dauert es ewig. Bis du 10 oder mehr Kg da in die Völker reinbekommst, ist der Winter da. Es ist für die Bienen einfach eine "Schweine"Arbeit, den Zucker anzufeuchten, einzuspeicheln, zu invertieren, einzulagern, zu pflegen usw. Das geht mit bereits invertiertem Futter deutlich schneller und ist auch gesünder für die Bienen, weil sie nicht bei jedem Wetter zum Wasser holen raus müssen.

  • Trockenzucker habe ich schon mal genommen, wenn ich in Erwartung von Tracht in den Urlaub gefahren bin und nicht wußte, ob in der Zeit tatsächlich etwas reinkommt. Die Bienen lassen den Zucker liegen, sobald es etwas anderes gibt. Aber wenn es gar nichts gibt, verhungern sie zumindest nicht.

    Coronataugliches Freiluft-Imkerforumstreffen am 3.-5.9.2021 an der Lahn.

  • ich bin gestern über das Thema Trockenzucker füttern in einem Imkerbuch gestolpert

    Gib mal "Trockenzucker" in die Suchfunktion ein - dort findest du bereits unzählige Antworten. Dann such mal den Faden "Erfahrungsbericht Futterteig", dort hast du einen Beitrag (#3) von mir , der einen Gutteil aller Antworten einzustufen hilft.
    MfG Wolfhard

  • Als ich vor langer Zeit den Rotklee zur Bestäubung abgewandert bin, habe ich Futtertaschen mit Trockenzucker eingehängt. Auf den Trockenzucker wurde etwas Honig geträufelt. Man kann Trockenzucker auch mit Hefe zu einer Maische verarbeiten. Trockenzucker, da dieser nur langsam aufgenommen wird, damit länger vorhält und den Nektar nicht verfälscht. Heute würde ich lieber Futterteig einsetzen, da dieser mehr zur Brut anreizt.

  • Was mir zu dieser Fragestellung zu später Stunde noch einfällt ist ein relativ neuer Einblick in die amerikanische Berufsimkerei durch Bob Binnie auf YouTube:



    Diesmal ist er zu Besuch bei einem Kollegen und dort wird genau diese Fütterung für Begattungs-Ableger (kurz) beschrieben. Hauptsächlich ab Minute 8:45.