Waldstandort, auf was achten?

  • Hallo zusammen,


    ich hätte dieses Jahr die Möglichkeit ein paar meiner Bienenvölker in den Wald unserer Kirchgemeinde zu stellen. Dabei handelt es sich um ein Stück Wald, welches hauptsächlich aus Kiefern besteht. Ich habe zwar die Wahl zwischen Kiefernwald und einer eingezäunten neuanglegten Schonung, aber rundrum befinden sich hauptsächlich Kiefern. Das heißt nicht, dass es dort auch andere Bäume gibt. Eine mehr oder minder große Fichtenkolonie ist auch dabei, ebenso ein Stück Buchenwald und dank Trockenheit und Stürme der letzten Jahre befinden sich im Flugkreis auch weitere Brachflächen bzw. Schonungen. IIm Wald selbst finden sich auch größere Bereiche mit Blau- und Preiselbeeren.
    Ich habe jetzt schon im Imkerforum nach Tipps zu Waldstandorten geschaut aber nichts wirklich passendes gefunden. Mein Ziel ist es eigentlich nicht unbedingt Waldhonig in Form von Meli zu ernten, sondern eher die Blühphase von Waldpflanzen mitzunehmen.


    Was macht denn für euch einen guten Standort im Wald aus? Was für Pflanzen erwartet man dort? Lohnt sich das in Sachen Honigertrag?


    Ich hoffe ich habe das richtige Unterforum getroffen, war mir jetzt nicht so sicher, ob das nicht lieber zu "Trachten" gehört.

  • Ob sich das lohnt ist eine ganz schwierige Frage. Es gibt Bücher dazu aber die bekommt man nur noch zu horrenden Preisen. Auf YouTube gibt es einen guten Vortrag auf dem Bienensymposium glaube ich.

    Du musst lernen die richtigen Läuse zu erkennen und zu finden. Wenn die nicht genug da sind, lohnt es sich auf keinen Fall. Wenn genug da sind lohnt es sich vielleicht.

    In jedem Fall brauchst du eine spezielle Varroastrategie für diese Völker und Pfefferle empfiehlt reichlich Jungvölker zu bilden, weil die Bienen sich im Wald abarbeiten.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Erstmal Danke für deine Einschätzung.

    Du musst lernen die richtigen Läuse zu erkennen und zu finden. Wenn die nicht genug da sind, lohnt es sich auf keinen Fall. Wenn genug da sind lohnt es sich vielleicht.

    Mir gehts nicht unbedingt um die Läuse. Eher um die Blütenpflanzen die in der Waldumgebung wachsen. Also mehr so um den Zeitraum Ende April bis Anfang/Mitte Juni.


    Wenn ich jetzt 20 Völker hätte würde ich probeweise zwei Völker da hin stellen. Aber bei nur 9 Völkern ist mir das bisschen riskant. Wie würdet Ihr denn vorgehen um den Standort zu testen?

  • Wenn dir zwei zum Testen zu viele sind, bleibt ja nur eins. Mir wären das zu wenige Völker, um da extra hin zu fahren.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Blüten finden die Bienen im Wald genug, wenn es ein lichter ist. Schonungen bzw. Sturmschäden, das klingt schonmal nicht schlecht. Stell zwei Völker hin und probiere es aus. Achte darauf, daß sie stabil dastehen, mach die Fluglöcher nicht zu groß und guck halt öfters nach ( Sonntagsspaziergang nach der Kirche.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich werde versuchen daran zu denken. Wenn ich im Herbst noch nichts geschrieben habe, könnt Ihr ja mal nachfragen :D

    Habe übrigens gestern beschlossen, doch drei meiner Völker dahin zu stellen. Da habe ich dann drei Standorte mit jeweils drei Völkern und kann mir an jedem Standort einen Ableger ziehen.

  • Ich persönliche schätze einen Waldstandort sehr. Nebst Ungestörtheit bietet ein lichter Wald auch vielfältige und konstante Pollen-/Nektarquellen. Vor allem dann, wenn es ein lichter Wald ist. Eine nennenswerte Trachtlücke kenne ich nicht.


    Jedoch ist die Gefahr von umstürzenden Bäumen nicht zu unterschätzen. Das Risiko Beute/Bienen zu schädigen ist gross. Sei es aufgrund der sporadischen Stürme oder aber auch im Winter (wie z.B. in diesem) aufgrund grosser Schneelast.


    Probiere es aus und sammle deine eigenen Erfahrungen.

    Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.

    Philip Rosenthal

  • Tach mal wieder


    Als alter Lausitzer misch ich mich mal ein und prophezeihe dir nicht die Wahnsinns Ernte. In unseren Lausitzer Kieferwälder wächst doch ausser der Blau und Preiselbeere kaum was. Evtl hast du Glück und die finden ein paar Faulbäume oder auf den Brachen ein paar Himbeeren, aber die vergrasen ja bei uns auch lieber mal. Achte unbedingt auf den Futtervorrat und schreib mal genauer, wo das sein soll, dann kann man eher einschätzen, ob da noch mehr ausser Kiefer wächst, HY ist vegetationsmässig was völlig anderes als KM oder BZ.


    schöne Grüsse, Robert

  • Hallo Robert,


    Das ist in der Nähe von Niesky in einem Waldstück, da wächst auch noch bisschen was anderes, da dies ja erst der südliche Beginn des unendlichen Kiefernmeers der Lausitz ist. In der Nähe ist auch noch ne kleine Siedlung und in paar 100m Entfernung auch noch ein kleiner Teich mit Robinienwäldchen. Ich probiers einfach aus und schau mal. Zur Not habe ich noch drei volle Zargen mit Winterfutter übrig und kann die Bienen ja auch wieder da wegbringen, wenn gar nichts reinkommt.

  • Lieber oleeiner,

    ich hatte auch mal Bienen in einem Wald. 4 Völker, das hat sich so ergeben. Ich kann aber nicht sagen, dass der Ertrag dort schlechter oder besser als bei mir zu Huase war. Die Aussage "Blüten finden die Bienen im Wald genug, wenn....", ist richtig und zutreffend. An meinem Standort waren auch ein paar Tannen und ich hoffte immer auf einen richtig dunklen Tannenhonig. Das war dann aber auch nicht der Fall. Ich habe den Standort aufgegeben, da mir die Fahrerei zu viel war, dies waren jeweils einfach 12 Kilometer. Übers Jahr gerechnet, summiert sich das dann auf. Nachdem ich das Glück hatte und in meiner Nähe einen schönen Platz fand, habe ich die Völker umgesiedelt.


    Viel Erfolg wünscht der Impensepp