Vorgehensweise zur Bildung vieler Ableger

  • Hallo zusammen.


    aus unterschiedlichen Gründen möchte ich im Mai 4 Dadant Wirtschaftsvölker auflösen und komplett zur Ablegerbildung nutzen. Folgende Vorgehensweise habe ich mir überlegt und bitte um eure Meinung und Verbesserungsvorschläge:


    Ausgangslage: alle 4 Völker sind trachtstark, haben Anafng Mai z.B. 2 Honigräume aufgesetzt. Im Brutraum 6 Waben.


    Aus 3 der 4 Völker entnehme ich 5 der 6 Brutwaben. 1 Wabe mit junger Brut bleibt in den Völkern.
    Bei Volk 4 setze ich einen zweiten Brutraum auf und dort hinein alle Brutwaben. Da drauf die HR dieses Volkes.


    Nun zu den Fragen:

    - tragen die Völker 1-3 weiterhin fleißig Honig ein, wenn ich ihnen die Königin entnehme?

    - Soll ich Volk 4 ebenfalls entweiseln oder die Königin zB in einer Bannwabentasche halten?


    Nach 9 Tagen würde ich die Nachschaffungszellen brechen und Volk 4 entweder

    a) einen Zuchtrahmen geben und gemäß dem Konzept des Sammelbrutablegers Königinnen ziehen lassen und später behandeln und aufteilen.oder

    b) direkt am Tag 9 aufteilen und mit unbegatteten Königinenn bestücken.


    Würdet ihr Vorgehensweise a oder b bevorzugen?


    Volk 1-3 würde analog mit einer jungen Königin besetzt.


    Bitte um Hinweise, woran ich vielleicht nicht gedacht habe.

    Wie viele Ableger würdet ihr aus diesen 20 Brutrahmen plus Honigraumbienen von 1 Volk machen?


    Danke im Voraus

    Stefan

    5 Wirtschaftsvölker Dadant in Holzbeuten

  • Würdet ihr Vorgehensweise a oder b bevorzugen?

    Gute Frage, hast Du denn ein Volk von dem Du nachziehen möchtest? Oder woher soll die Maden für den Zuchtrahmen (Alternative A) kommen? Und woher möchtest Du die "unbegatteten Königinnen" (Alternative B) her haben, evtl. von einem Züchter?

    ==>Die Frage ist also, sind das wirklich 2 Alternativen?


    Man könnte auch "Alternative C" wählen und nach 9 Tagen aufteilen und "begattete Königinnen" zusetzen, dann hast Du kein Begattungsrisiko, sondern nur ein Annahmenrisiko... ;-)

  • Wenn ich so viel Aufwand und Honig in Ableger investieren würde, wäre es mir wichtig im Jahr danach wirklich gute Völker zu haben. Deshalb würde ich mir Königinnen vom Züchter besorgen.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Mir ist da einiges unklar...

    Folgende Vorgehensweise habe ich mir überlegt und bitte um eure Meinung und Verbesserungsvorschläge:


    Ausgangslage: alle 4 Völker sind trachtstark, haben Anafng Mai z.B. 2 Honigräume aufgesetzt. Im Brutraum 6 Waben.


    Aus 3 der 4 Völker entnehme ich 5 der 6 Brutwaben. 1 Wabe mit junger Brut bleibt in den Völkern.
    Bei Volk 4 setze ich einen zweiten Brutraum auf und dort hinein alle Brutwaben. Da drauf die HR dieses Volkes.

    Die passen nicht alle dort hinein (3 * 5 = 15!).


    Weiterhin: Was machst Du mit den Königinnen, wenn Du sie mit entnimmst ?


    Wenn die Kö's weg sind und nur noch eine BW vorhanden, werden sie sich erstmal um Nachschaffung kümmern - usw.


    Wieso entnimmst Du den 4 Völkern nicht jew. 2 BW ohne Kö's, bildest einen Sammelbrutableger mit 2 Futter- und Pollenwaben und ziehst dort ganz klassisch Königinnen?


    Diesen aufteilen in z.B. 10 Einheiten mit jew. Einer schlupfreifen Zelle und lässt die Jungköniginnen begatten; dann hättest Du, je nach Begattungserfolg, 10 neue Einheiten.

  • Hallo zusammen,


    danke für die schnellen Antworten.

    Es geht mir darum, etwa 20 Ableger zu erhalten. Die aufzulösenden Völker haben Königinnen, die mir nicht 100%ig zusagen.


    Mein Hauptziel ist es mit recht wenig Aufwand die Ableger bilden zu können.


    Die Larven könnte ich wahrscheinlich von einem Semi-Berufsimker mit ca. 30 minütiger Fahrzeit erhalten, die unbegatteten Königinnen kämen vom Züchter und per Post. Von der Genetik her ist das also in etwa vergleichbar.


    beemax - du meinst mein Plan wäre recht kompliziert und ich sollte lieber klassisch zwei Sammelbrutableger mit je 10 Brutwaben machen?


    Viele Grüße

    Stefan

    5 Wirtschaftsvölker Dadant in Holzbeuten

  • Die Larven könnte ich wahrscheinlich von einem Semi-Berufsimker mit ca. 30 minütiger Fahrzeit erhalten, die unbegatteten Königinnen kämen vom Züchter und per Post. Von der Genetik her ist das also in etwa vergleichbar.

    Kommt drauf an wie der arbeitet, wenn der dir auch larven von einer Zuchtmutter mit geprüften Töchtervölkern gibt ja, wenn es nur larven von guten Völkern sind wird es ein Glücksspiel

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • wenn der dir auch larven von einer Zuchtmutter mit geprüften Töchtervölkern gibt ja, wenn es nur larven von guten Völkern sind wird es ein Glücksspiel

    Das wird so oder so ein Glücksspiel, unbegattet ist unbegattet - egal ob Jungfer oder Larve...

  • Mit der Argumentation könnte man auch einfach Landrasse vermehren.

    Genau, das bekommst Du damit auch was die Königinnseite angeht, aber Du erhältst auch super Drohnen, was die "Landrasse" aufwertet. Wenn Du dann nächstes Jahr wieder Unbegattete vom Züchter nimmst und nur Drohnen von den heurigen fliegen lässt dann bekommst Du eine noch bessere Landrasse nach entsprechender Selektion...

  • Mein Hauptziel ist es mit recht wenig Aufwand ...


    beemax - du meinst mein Plan wäre recht kompliziert und ich sollte lieber klassisch zwei Sammelbrutableger mit je 10 Brutwaben machen?

    Ja, meine ich. Wenn ich schon besonderes Zuchtmaterial holen würde, dann sollten die auch optimal versorgt und aufgezogen werden. Das ist im Sammelbrutableger gewährleistet.


    Und den Altvölkern kannst Du ja nach erfolgreicher Königinzucht auch nochmals 10 Brutwaben mit Bienen entnehmen uns so Deine 20 Einheiten erstellen.


    Zum anderen Teil der Genetik (Drohnen) wurde ja schon alles gesagt.


    Nur viel Honig wirst dann halt nicht ernten - vermehren oder sammeln; eins geht nur.

  • Flying-Bee Ich mache das in ähnlicher Weise. Ich bilde den Sammelbrutableger über einen Zwischenschritt: Ich setze die Brutwaben für den Ableger über Absperrgitter bienenfrei einem anderen Volk auf, um große Nachschaffung zu vermeiden.

    Auf deine Situation angewendet würde ich folgendermaßen vorgehen: Ich würde aus Volk 1 und 3 alle Brutwaben bienenfrei entnehmen und den Völkern 2 und 4 aufsetzen. Zusätzlich würde ich die Brutwaben der Völker 2 und 4 bis auf wenige auch noch über das Absperrgitter bringen.

    Nach 7 Tagen würde ich die aufgesetzten Brutwaben auf Nachschaffungszellen kontrollieren, die Völker darunter verstellen und die Zarge mit den oberen Brutwaben auf den Boden stellen. Jetziger Stand: 6 Völker, davon 2 sehr starke hoffnungslos weisellose.

    Jetzt Zuchtstoff geben. Nach Verdeckelung der Zellen kann man mit diesen aus den weisellosen Ablegern Einwabenableger bilden, sicherlich mindestens jeweils 8 Stück. Stand nun: 6+16 = 22. Nach der erfolgten Begattung steht die Zahl der neuen Völker fest.

    Die ehemaligen stark geschröpften Völker würde ich in diesem Zuge folgendermaßen umweiseln: Die 4 Königinnen zum Umlarvtermin käfigen, diese vor Schlupf der Jungköniginnen heraus nehmen und statt dessen die Zellen stecken.

    Ich würde jedem der beiden Pflegevölker ca. 20 Zellen zum Pflegen geben, überschüssige Königinnen kann man verschenken.


    Gruß Ralph