Einfüttern mit Futtereimer oder Futterzarge?

  • Hallo!


    Ich stehe vor der Entscheidung, ob ich dieses Jahr wieder mit dem 5 KG Futtereimer einfüttern soll, oder ob ich mir die nicht ganz billigen Futterzargen anschaffen soll.
    Meine Frage:
    A- Geht das Einfüttern mit den Zargen schneller als mit dem Eimer?
    B- Wird das Zuckerwasser in dieser Menge, 12 oder 15 KG nicht schlecht?
    C- Welche Futterzarge der Seegeberger Kunstoffbeute ist besser, die mit Mittelaufstieg ( 15KG ) oder die mit seitlichem Aufstieg ( 12 KG )?


    Wenn schon jemand Erfahrungen damit hat, wäre ich dankbar, wenn er diese mit mir teilen würde.
    Viele liebe Grüße an das Forum.


    Gruß
    Andre

  • Hallo, Andre,


    a) Ja, weil mehr Bienen gleichzeitig Futter aufnehmen können
    b) nein, wenn das Volk stark ist; bei schwächeren kannst du schon mal Schleimpilze reinkriegen, aber das dauert ca. 2-3 Wochen, je nach Witterung; dann würde ich die Zargen nur halb voll machen
    c) Seitenaufstieg, ganz eindeutig! Es geht viel schneller, weil viel mehr Platz zu Abnehmen da ist.
    Und bienenfreie Fütterung ist im Herbst sehr angenehm :lol: 
    Nachteil ist natürlich, daß sie die Futterzargen mit den Rähmchen verbauen, wenn du sie lange draufläßt; also öfters mal runternehmen und abkratzen. Folie nützt nicht viel. Und so aufsetzen, daß der Aufstieg über alle Rähmchen geht, dann klappt's auch wunderbar mit der zügigen Abnahme.
    Ich hab diese Futterzargen in klein sogar in den Miniplus, weil ich das Geklebe mit dem Futterteig nicht mag und die Bienen bei schlechtem Wetter nicht noch Wasser holen müssen, um den Teig zu verarbeiten.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ganz genau! Dem ist nichts hinzuzufügen.
    Außer vielleicht, daß man nach dem letzten Füttern für einige Tage das Gitter rausnehmen kann, wenn man garantiert bienenfrei füttern will, oder man schneidet das Gitter an einer Stelle etwas kürzer damit die Bienen erst durch können, wenn kein Futter mehr da ist. Man muß dann eben dafür sorgen, daß immer Futter in der Zarge steht. Dann sind die Futterzargen auch immer gleich sauber.
    Ist nicht von mir sondern von Bruder Adam. Funktioniert aber auch bei mir.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ich bevorzuge die Einfütterung per Zarge.


    Diese kann ich variabler enstzen. Die Futterzarge ist halt nur für die Darreichung des Futters zu gebrauchen.


    Also Geld sparen, eher normale Zargen anschaffen, die ich dann auch für die Erweiterung der Ableger im Frühjahr einsetzen kann.


    Gruß

  • Die Eimerfütterung hat viele Nachteile und eigentlich nur den Vorteil, daß sie wohl billiger ist.
    Wer den abgeräumten Honigraum mit Kletterwabe nach unten stellt hat ohnehin keine Zarge übrig. Für Hobbyimker, wie ich einer bin, ist die Futterzarge einfach Klasse. Ohne Probleme kann das Futter kontrolliert und jederzeit nachgefüllt oder verdünnt werden. Kein Futter wird verkleckert oder läuft bei Erwärmung in die Wabengassen. Am Ende der Fütterung ist Alles wieder sauber und die Futterzargen können wie Zargen eben weggestapelt werden. Die Last der Zarge liegt nur auf den Zargen darunter und nicht auf den Rähmchen. Alle Wabengassen werden gleichmäßig bedient. Das Futter erwärmt sich sehr schnell. Wabenkontrolle ist ohne Kleckerei möglich, weil Futterzarge und Deckel weggesetzt werden können. Der Bayvarolstreifen kann direkt im Aufstieg platziert werden, so daß wirklich alle Bienen damit in Berührung kommen.
    Wer also relativ wenige Völker pro Standort schnell und mit Fertigfutter oder per Gießkannenabfüllung auffüttern will und sich die Futterzarge leisten kann, für den ist sie wirklich ein Fortschritt.
    Eben Deckel auf, Futter rein, Deckel zu. Das kann zur Not auch Jemand ohne Bienenerfahrung.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo!


    Danke für die vielen Antworten. Ich glaube ich tendiere jetzt auch mehr zur Futterzarge. Ist zwar teuer, aber für die vier oder fünf Völker die ich habe, wird es wohl noch gehen.


    Gruß
    Andre

  • Also Eimer oder Futterzarge?


    Also ich füttere schon seit über 30 Jahren meine Völker mit dem Plastikeimer, und könnte es mir auch nicht einfacher vorstellen.
    Futterzargen haben den Nachteil,dass das Futter aufgelöst werden muss, beim Kübel erspare ich mir das Futterrühren und das schleppen von ein paar hundert Kilo Zuckerersirup.Ausserdem muss ich die Zargen ja dann irgendwo lagern. Ersparen kann ich mir das Auswaschen.
    Meine Eimerfütterung funktioniert folgendermassen:
    Zucker hole ich mir beim Vorbeifahren im Grossmarkt, dann hab ich noch meine Kübel dabei und ein paar leere Plastikkannen für das Wasser.
    Dann gehts los. Zucker mit dem Litermass in die Eimer füllen, kaltes Wasser drauf ( hab ich mir 50 Meter weg von meinem Bauern geholt), Deckel drauf und umgedreht. Auf die Völker drauf - fertig.
    Da kein Zuckerwasser verkleckert wird hab ich auch keine Räuberei!
    Beim 2. Kübel gehts genauso.
    Schneller und einfacher kann man nicht auffüttern!
    Am Ende muss ich halt dann meine Kübel waschen,was ich bei den Zargen vielleicht nicht muss. Die Kübel sind ineinander stapelbar und brauchen wenig Platz.
    Viel Spass beim füttern!


    happybee

  • Na Happybee, das klingt ja ein Bißchen wie: Das machen wir immer so denn, das haben wir schon immer so gemacht und das werden wir auch immer so machen...
    Ich habe auch mit Eimer eingefüttert und wollte hier eigentlich nicht auf all die Nachteile eingehen, aber vielleicht kann ich Dich ja doch überzeugen.
    Ich frage einfach mal:
    Haben sie Dir den Eimer schon mal festgebaut?
    Hat sich der Zucker schon mal so abgesetzt, daß nix mehr raus kam?
    Hat sich der Eimer schon mal bei Erwärmung verformt und teilweise in die Wabengassen entleert?
    Hast Du Dir schonmal die Fingernägel abgebrochen, beim Deckel abreißen?
    Hast Du schon mal jemanden fremdes Deine Bienen nachfüttern lassen?
    Wenn Du im Frühjahr füttern mußt, stört Dich dann nicht der große Raum um den Eimer, der ja von den Bienen beheizt werden muß?
    Verwendest Du extra Futterteig und Futterteigtaschen zum Ableger-/Schwarm-/Notfüttern?
    Kriegst Du mit Handschuhen die Deckel ab?
    Kannst Du mit dem Eimer zwei Ableger in einer Zarge gleichzeitig füttern?
    Würdest Du einen kleinen (Vielleicht Einweiselungs-) Ableger so auf drei, vier Waben mit dem Eimer füttern?


    Also vielleicht probierst Du ja doch mal so eine Segeberger Futterzarge, die man mit zwei Leisten und einem Schaumstoffstreifen zu so ziemlich allem benutzen kann, was mit Füttern zu tun hat. Es soll sogar Imker geben die die Futterzarge bis zum Frühjahr drauf lassen und nur ein billiges für die Bienen ohnehin nicht erreichbares Stück Styropor einlegen und den Aufstieg mit Schaumstoff zustecken. Dann hätte man einen fast 20 cm dicken Styroporblock oben auf den Bienen.
    Was haltet Ihr davon?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry und Alle,


    warum muß man sich mit Futtereimer quälen ?
    Es ist doch ganz einfach:
    Futtereimer ohne Deckel in die Zarge stellen -
    Einen Kunststoffkartoffelsack (gewaschen) zerschneiden
    und in den Eimer drücken und seitlich überstehen lassen
    damit die Bienen in den Eimer klettern können -
    Futter rein - Deckel zu.
    Wenn der Eimer leer ist nachfüllen - fertig.


    Viele Grüße aus dem Westerwald - Martin

  • Hallo Henry!
    So so viele Fragen hätt ich nicht erwartet!
    Also ich muss schon zugeben, ein Teil Restzucker kann schon mal im Eimer bleiben. Beim 2. Kübel wasche ich die Deckel kurz mit kaltem Wasser ab.Dieses System funktioniert auch nur mit Normalkristallzucker, der Feinkristall klebt zusammen. Festgebaut haben mir die Bienen die Kübel noch nie, denn die sind in einer Woche leer.
    Meine Ableger mache ich mit 3 verdeckelten Brutwaben und einer beg. Königin, und wenn der 5 - 6 Waben belagert verträgt er schon einen Kübel.
    Und wenn im Frühjahr einer zu wenig Futter hat, dann bekommt er 1Kg. kandierten Honig übers Futterloch.
    Also jeder soll so füttern, wie es am schnellsten geht und am einfachsten ist!


    Alles Gute und auf zum Füttern!


    happybee

  • Hallo Miteinander,
    ich habe seit ich imkere schon alles ausprobiert, angefangen von den Segeberger Futterzargen mit Seitenaufstieg, die bei mir im Schuppen vergammeln, dann den Adamfütter, dann die 5 ltr. Eimer alles Sch.... Bei der Futterzargen kann es passieren, dass ein Volk schlecht abnimmt, dann kann man nach 3 Tagen die Brühe wegschütten, ist mir auch bei den anderen Fütterungsarten schon passiert. Dann diese ewige Zuckerentnahme aus dem Sack und diese Panscherei, wenn es auch mit Tricks, z. B. Hälfte Eimer Zucker, Rest mit Wasser aufgießen, ist fertige Mischung 3:2 schnell geht oder mit kalten Wasser und nicht rühren, all dies ist mir zuwider bäh, pfui. Ich setze einen Eimer Apiinfert auf, da können die Bienen meinetwegen 4 Wochen hinsaugen, das wird nicht schlecht und muß nicht mehr von den Bienen umgearbeitet werden. D.h. ich kann die Bienen auch noch bis spät im September auffüttern, damit haben die Kunstschwärme und Ableger mehr Zeit noch sich zu entwickeln. Von den Kosten aus gesehen ist es auch nicht teuerer. Ein einzargiges Carnicavolk braucht in unseren Breiten 15 ltr. Zuckerwasser, das sind 12 kg Zucker bei 3:2, d.h. 11 € Zuckerkosten. Diese Menge in Apiinfert ist 14 ltr, dies kostet 15 € oder bei größerer Abnahme im Faß kosten diese 14 ltr. 12,70 €. Wer will da noch mit Zucker panschen? Der Zucker sollte für den Kaffee sein, aber nicht für den Imker, der sich Arbeit sparen will.

  • Hallo,


    ich verwende Futterzargen nur bei meiner Mini-Plus, Fütterung von Ableger und zur Nachfütterung.
    Zur Einfütterung bekommen die Völker am Anfang Apifonda weil man beim Apiivert das Wasser mit bezahlt was ja ein drittel enthalten ist und für ein Volk in den meisten Fällen nicht ausreicht für den Winter.
    Vor ein paar Jahren waren die Sommer noch nicht so trocken wie in letzter Zeit da hat ein Eimer Apiivert pro Volk gereicht je nach Gegend, weil die Völker noch genug eigene Reserven hatten.
    Ich überwintere Völker schon 4 Jahre nur noch auf eine Zarge, weil nach meiner Sicht es viele Vorteile gibt. Man bekommt alle dunklen Waben raus, kann die Varroa besser bekämpfen,
    man kann im nächsten Jahr sehen welches Volk sich besser Entwickelt und gut zieht, und die Völker brauchen auch weniger Futter.
    Im Frühjahr stellte ich immer wieder fest das Völker mit zwei Zargen sehr schwach waren, und sich nicht so gut Entwickelt haben als Völker mit einer Zarge.
    Das Beispiel hab ich bei meinen Bekannten und anderen Imkern im Frühjahr gesehen, wo ich schon Völker mit der zweiten Zarge erweitert habe waren bei den anderen Imkern die Völker noch sehr schwach was normal eigentlich nicht sein soll.
    Ich kann mir das so erklären, wenn bei einen Volk mit einer Zarge die Kiste voll ist und man eine zweite Zarge drauf setzt wirkt das wie ein Kick für die Königin. :D 
    Bei guter Tracht waren in 7 Tagen bei solchen Völkern teilweise 4 neue Brutwaben vorhanden ,was bei Völkern mit zwei Zargen nicht gegeben ist weil die Königin sehr gerne in die zweite Zarge geht ,aber in der unteren Zargen keine bis höchstens 2 Brutwaben vorhanden waren.


    Gruß Michael

  • michael2 schrieb:

    Hallo,


    Zur Einfütterung bekommen die Völker am Anfang Apifonda weil man beim Apiivert das Wasser mit bezahlt was ja ein drittel enthalten Ich überwintere Völker schon 4 Jahre nur noch auf eine Zarge, weil nach meiner Sicht es viele Vorteile gibt. Gruß Michael


    [quote='michael2']Hallo,



    Hallo Michael2,
    beim lesen deiner Beiträge verstehe ich manches nicht. Du kannst doch 1,70 € pro Volk nicht als "Wasserbezahlerei" abtun, wenn es nicht mehr Unterschied ist und du keine Arbeit damit hast. Tut mir leid, ich kann deine Rechenart nicht nachvollziehen.


    Wer hat dir das Märchen erzählt, dass sich ein einzargiges Volk besser entwickelt als ein zweizargiges. Du unterliegst da anscheinend einer optischen Täuschung, wenn du den 2. Brutraum aufsetzen musst, verwechselst du dies mit einer aufwärtsstrebenden Entwicklung, weil du beim zweizargigen nicht eingreifen mußt, anders kann ich mir das nicht erklären.

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Franz Xaver,


    da ist, wie immer, der gleiche Faktor, der meine Galle aufsteigen lässt.
    Von den Bienen wird Höchstleistung erwartete, der Honig soll gut und reichlich sein.
    Das Futter kann ruhig vom billigsten sein…,
    Schade dass sie kein Benzin mögen, dass bezahlt Jeder ohne Murren?
    Das dass Fertigfutter noch mit Enzymen versetzt wird, viel leichter und schneller verarbeitet wird, nicht so schnell verdirbt und die Räuberei verhindert, zählt dann nicht, wenn es an den Geldbeutel geht.
    Da findet man Ausreden ohne Ende um seinen Geiz zu verschleiern.
    Im Frühjahr wird wieder gejammert weil Völker auf der Strecke geblieben sind.
    Beim Wandern ist ein Glas Honig zuviel Standgebühr?
    Ich will nicht weiter damit langweilen und Beispiele nennen.
    Aber wem das Imkern, finanziell zu aufwendig ist, kann es doch sein lassen…, den Bienen zuliebe!


    Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen


    Margret