Entsteht hier ein wilder Bienenstock?

  • IMG_20210329_105240_219.jpgHallo, zusammen,

    Leider kenne ich mich mit Bienen nicht wirklich aus und suche deshalb hier Rat.

    Ich bin für den Schulgarten an einer Grundschule zuständig.

    Wir haben dort mehrere Säcke mit Hochbeeterde liegen.

    Einer hat einen Riss, darin habe ich heute viele emsige Bienen entdeckt. (Siehe Bild)

    Finden sie in der Erde Nahrung oder bauen sie dort ein Nest?

    Ich finde Bienen zwar toll, aber an dem Platz, wo immer viele Kinder spielen und sicher nicht immer Rücksicht auf die Tiere nehmen, doch etwas gefährlich.

    Falls es sich um Nestbau handelt: wie verhindere ich ihn an dieser Stelle?

    Gibt es Imker, die die Tiere einfangen und umsiedeln oder muss ich die Feuerwehr anfordern?

    Wäre sehr dankbar für Antworten!

    Liebe Grüße

    Celi

  • Nein, niemals wird das ein Nest. Wasserholen ist wahrscheinlicher, sie brauchen z.Z. einiges. So braunes, mineralhaltiges Wasser, muss "schmecken".

    Wenn es sehr stört, das Loch abends (bienenfrei) schließen.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Die Antwort von jakobleipzig trifft exakt ins Schwarze. Die Honigbienen suchen dort in der feuchten Erde Mineralien für ihren Stoffwechsel, keinesfalls ein neues Quartier (dafür sind es viel zu wenige und v.a. fehlt ihnen das Wichtigste: eine Königin!). Flugbetrieb herrscht nur tagsüber bei Temperaturen > ca. 10 Grad (abhängig u.a. von der Flugstrecke, die die Bienen zurücklegen müssen). Außerhalb dieser Zeit sind keine Bienen dort.

    Z.B. hier bei uns fliegen die Bienen derzeit in direkter Umgebung der Bienenstöcke ca. von 7.30 - 18.00 Uhr.

    Umsiedlung oder gar die Feuerwehr sind nicht nötig.

    Abhilfe, wenn Schüler kommen sollen: Außerhalb der Flugzeit den bienenleeren offenen Sack bienendicht abdecken (Folie, Steinplatte oder einen der noch dichten Säcke auflegen). Sollten noch vereinzelte Bienen an der Erde sein -> mit Handbewegung oder (für Ängstliche) mit sanfter Bewegung eines Handfegers zum Abfliegen bringen.

    Wenn die Erde auf dem Hochbeet ausgebracht ist, könnte es sein, daß erneut Kundschafter-Bienen dort Mineralien suchen + finden. Bienen haben ein Gedächtnis, merken sich attraktive Fundstellen. Kundsxchafterinnen (nur ca. 5% der Flugbienen) fliegen ab und zu die Fundorte und deren nähere Umgebung suchend ggf. auch Tage nach deren Versiegen an, wenn sie inzwischen nichts Besseres gefunden haben. Keine Angst: Die Nachricht, daß an der alten Mineralienfundstelle nix mehr zu holen ist, verbreitet sich ganz schnell per Tanzsprache:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Tanzsprache

    Mglw. läßt sich sogar eine Bienentränke (z.B. Schale mit feuchter Hochbeeterde) als Ablenkung an Platz in der Nähe aufstellen, bei dem die Kinder die Bienen beobachten und lernen können, ohne in die Flugbahn zu geraten.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • Hallo Celi,

    einfach an einem Platz, der nicht von den Kindern frequentiert wird, für die Bienen einen Trinkplatz anbieten. Eine große flache Schale mit ordentlich Moos rein als Schwimmhilfe und vielleicht zum geschmacklich abrunden, etwas von der guten Erde mit rein. Dann sind alle zufrieden.

    Wie oben erwähnt, den Sack am Abend nach Bienenflug ausleeren, dann kommt Ihr nicht in Konflikt miteinander. Aber die sollten auch so harmlos sein.


    Viel Erfolg

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Oder den Sack so wie er ist an einen Ort legen an dem keine Kinder spielen. Die finden das dann wieder

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • 1. Man kann es nicht oft genug betonen: Niemals, wirklich niemals Honig zur "Fütterung" anbieten, auch Hummeln u.a. Wildbienen nicht! Das kann schnell ganz verheerende Folgen haben.

    2. Wenn die Tränke glatte Wände - etwa aus Plastik - haben sollte: Schwimm-/Kletterhilfe anbieten, um ein Ertrinken zu vermeiden (s.a. #7).