Mein erster Met

  • Hallo Zusammen,

    mit kindlichen Stolz habe ich heute meinen ersten selbst erstellten Met abgefüllt. Ich hatte noch 4 Jahre alten Honig, der im Glas zu Beton wurde, und ich habe immer den Aufwand gescheut, ihn aufzubereiten. Als ich Ende des letzen Jahres einen Bericht im Bienenjournal über das Metbrauen las, dachte ich mir, dass wäre doch eine schöne Verwendung des Honigs. Meine Kinder haben mir dann zu Weihnachten das Set geschenkt und das Rezept habe ich im Netz gefunden. Ich finde ihn lecker aber noch etwas zu süß. Nun, die zweite Charge ist seit heute in Arbeit und das Rezept kann ja angepasst werden. Durch die Portweinhefe scheint der Alkoholgehalt recht hoch zu sein. Die Bestimmung steht noch aus, aber er knallt ganz schön rein (für meine Verhältnisse) ;)


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    Jetzt zwei praktische Fragen:

    1. Nehmt ihr Pfand für die Flaschen?

    2. Wie reinigt ihr die Flaschen? Grundsätzlich ist mir schon klar, dass ich das mit so einer Bürste machen sollte, aber reicht das? Spült ihr die noch extra mit irgendeinen Reinigungsmittel?


    Vielen Dank für die Antworten

    Ralf

    Um die 15 Carnica Völker auf 2 Standorte verteilt: Bochum (Hohenheimer) und Schmallenberger Sauerland (Segeberger).
    Bisher DNM, aber im Umbau auf DNM 1,5.

  • Der ist aber noch ganz schön trüb. Es kann passieren, wenn die Gärung noch nicht ganz abgeschlossen ist, dass die Flaschen explodierenden. Ist die Gärung abgeschlossen und der Met ist nicht kristall klar, ist zu viel Hefe drin. Der Geschmack wird dann, wenn Du Pech hast, etwas muffig. Dagegen hilft nur schnell leer trinken oder klären

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Man kann es auch mit Kieselsol probieren, das klappt bei mir meistens super. Ich hätte auch Sorge vor explodierenden Flaschen und würde ihn so trüb auch wegen des Geschmacks nicht verkaufen. Wann hattest du ihn denn angesetzt? Normal klären die sich auch ohne Kieselsol besser.

    Ich nehme 50 ct Pfand und die Flaschen werden mit einer Bürste und der Spülmaschine behandelt. Hartnäckigen Schmutz kann man einweichen.

  • Wie lang hat der gegärt?

    Der ist wirklich megatrüb. Und ich kann dir prophezeien, dass das zusätlich zu helles Anmerkungen noch unschöne Ablagerungen unten in der Flasche geben wird.
    der wird nämlich automatisch klar mit der Zeit. Schneller geht‘s mit Kieselsol zur Not.

    So sah meiner erst letztens von September aus.

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    Ich mache den übrigens nur für den Eigenbedarf. Zu viele Auflagen, wenn man den verkaufen wollte.

    Zum Reinigen kommt bei mir auch Soda zum Einsatz. Habe ich ja eh hier.

    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • Oh, das ging schnell.

    - Also das mit dem trüb: In der Anleitung stand drin, dass das Klären rein optisch sei und man das nicht unbedingt machen müsse. Da ich diese Charge eh' rein privat verwende, hat mich das jetzt nicht gestört.

    - Nachgären: Er blubberte nicht mehr. Ich gehe deshalb davon aus, dass der Gärprozess abgeschlossen ist. Aber ich kann ja mal zur Sicherheit die Kappe etwas lockerer ziehen, oder? Es sind ja nur ca 30 Flaschen.

    - Wann habe ich den angesetzt? In der zweiten Januarwoche. Im Laufe der Wochen habe ich aber immer mal wieder ein Glas Honig nachgeschüttet, da er anfänglich sehr flach war und nach dem Zusetzen auch sofort wieder anfing zu blubbern. Im Rezept stand, dass er fertig sei, wenn nach einem Nachfüllen kein Blubbern mehr zu beobachten ist.

    - Also verkaufen tu ich den erst, wenn ich etwas mehr Erfahrung habe. Dann würde ich wohl auch die 50ct Pfand nehmen (Vielen Dank für die Info).


    Vielen Dank für die wohlmeinenden Anmerkungen. Ist schon colle Truppe hier.

    Ralf

    Um die 15 Carnica Völker auf 2 Standorte verteilt: Bochum (Hohenheimer) und Schmallenberger Sauerland (Segeberger).
    Bisher DNM, aber im Umbau auf DNM 1,5.

  • gern geschehen. Es freut mich, dass du Spaß an deinem met hast. Wenn es nicht mehr blubbert muss die Gärung noch nicht ganz rum sein. Ganz sicher kann man nur sein, wenn man den Zuckergehalt misst. Ich würde die Deckel auf jeden Fall etwas aufdrehen.
    wenn es nicht mehr blubbert... sagen wir ich stehe eine Minute davor und es tut sich nichts und unten sich ein großes Hefebett gesammelt hat, das ist so nach einigen Wochen der Fall, ziehe ich den met in einen zweiten gärbehälter, damit er sich dort klären kann. Achso, vorher probiere ich noch ob er mir süß genug ist.

    Jedenfalls ist er dann von der Hefe runter und kann daran nicht mehr verderben und kann auch mal monatelang zum klären da stehen bleiben. Nur Wasser muss immer im Röhrchen sein, das ist mir im Sommer mal verdunstet. Und wenn der so lange stand kann ich mir auch sicher sein dass die Gärung wirklich rum ist.
    Ich kläre manche Mete auch nicht, weil ich den naturtrüben Geschmack manchmal lieber mag. Egal wie du es in Zukunft machst, lass dir einen ersten met schmecken :)

  • Hi,


    die Flaschen, und auch der Gärbehälter, sollten vor


    der Nutzung mit Kaliumpyrosulfit "geschwefelt" werden.


    Dadurch werden Hefen abgetötet und eine Fremd/Nachgärung vermieden.


    Damit könnte man auch den Met "schwefeln" und so die Gärung zuverlässig


    stoppen. Ich persönlich nutze lieber die Sterilfilterung dafür.


    Dadurch wird der Met schön klar und "glänzend".


    Gruss Joachim

  • Das mit dem zuverlässig würde ich so nicht unterschreiben. Ein Kollege ist in dritter Generation Winzer und die haben letztes Jahr auch mal aus Versehen Schaumwein gemacht.

  • Guten Morgen Ralf,


    ich vermute, dass Du ein klein wenig zu ungeduldig warst. Bei der von Dir beschriebenen Technik (Gähren lassen bis die Alkoholtoleranz der Hefe erreicht ist, damit sie abstirbt) muss man wirklich Geduld haben.


    Ein paar Dinge würde ich gerne korrigieren:


    1. Das Schwefeln macht man nicht, um die Hefen abzutöten, sondern um den Met vor Oxidation zu schützen.


    2. Den Restzuckergehalt kann man nicht so einfach bestimmen, da sich sowohl der Alkohol, wie auch der Zucker auf den Brechungsindex auswirken. Refraktometer funktionieren hier weder für die Bestimmung des einen noch für die Bestimmung des anderen Wertes.


    Unterlag dein Ansatz größeren Temperaturschwankungen? Ist noch viel CO2 gelöst (einfach mal schütteln, und gucken, ob Bläschen zu sehen sind)? Könntest Du kurz die Rezeptur nennen?


    Was neben Filtern und Kieselsol noch ganz gut helfen kann, ist mit Kälte zu arbeiten. Ich packe meine Ansätze dazu in den Keller und vergesse sie einfach mal für einen Monat.


    Ich wünsche Dir aber noch ganz viel Spaß mit Deinem ersten Met :)


    Mit der Zeit wirst Du immer anspruchsvoller.

    LG. Micha

  • Hallo Mi Ha,

    vielen Dank für Deine Anmerkungen.

    • Schwefel wollte ich explizit vermeiden, da ich regelmäßig auch bei kleineren Dosen mit starken Kopfschmerzen darauf reagiere. Beim Weinkauf muss ich darauf achten.
    • Was die Bestimmung vom Restzucker und dem Alkoholgehalt angeht, da verlasse ich mich auf meine Schülers von der Chemieabteilung. An meiner Schule (http://www.tbs1.de) gibt es eine Schülerfirma von CTA-Auszubildenden, die derzeit an einem Produktangebot im Bereich der Honig-, Honigprodukte- und Wachsanalysen arbeiten. Die verwenden meine Imkerei und die Schulimkerei als Versuchskaninchen (Lehrerdeutsch: "Lernträger"). Da werde ich wohl nach den Osterferien ein Ergebnis bekommen.
    • Nein, der Ansatz müsste eigentlich immer so zwischen 20° und 25° gehabt haben. Ich habe den Kellerraum entsprechend geheizt. Zwar habe ich keine kontinuierliche Messung durchgeführt, habe aber auch keinen Anlass, größere Schwankungen zu vermuten.
    • Nun stehen die Flaschen in einem kühlen Keller, so dass die Nachgärung wohl im beherrschbarem Maße bleibt. Ich habe mir aber einen Zeitplan gemacht und will wöchentlich mal den Verluss nach Schütteln öffnen und das Zischen kontrollieren. Ich gehe aber davon aus, dass meine reichbeschenkte Umgebung das Problem schneller lösen werden wird, als es entstehen kann ;)
    • Die Rezeptur habe ich von hier.
    • Der Tipp mit dem Kieselöl ist sicherlich gut, aber auch hier wollte ich
      es erstmal ohne versuchen. Mein zweiter Ansatz, der seit gestern im Keller steht, wird aufgeteilt werden. Ein Teil soll sich durch Warten klären und bei dem anderen werden ich Kieselöl ausprobieren

    Guten Morgen Ralf,


    ich vermute, dass Du ein klein wenig zu ungeduldig warst.

    Und da hast Du absolut und uneingeschränkt Recht:)


    Liebe Grüße

    Ralf

    Um die 15 Carnica Völker auf 2 Standorte verteilt: Bochum (Hohenheimer) und Schmallenberger Sauerland (Segeberger).
    Bisher DNM, aber im Umbau auf DNM 1,5.

  • Hab letztes Jahr im Januar meinen ersten Met angesetzt. Ich denke aber das ich mich mit der Säure verwogen habe. Er schmeckte mir nicht sonderlich hat aber geknallt wie sonstwas. Jetzt ist er ja über ein Jahr alt ich sollte mal eine Flasche aus dem Keller holen und probieren.

  • Hallo Ralf,


    herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten, gleich so erfolgreichen Versuch!


    Persönlich verarbeite ich meinen Entdeckelungswachs-Honig zu Met - übrigens ebenfalls mit Portweinhefe. Nun würde auch ich dir garantieren, dass dein Ansatz keinesfalls mit Gären fertig sein kann, wenn du ihn erst im Januar angesetzt hast. Zumal durch jedes Nachsüßen die Hefezellen nochmal so richtig in die Hände klatschen.


    Vorschlag: Kippe deine Flaschen nochmal zurück in den Ballon, setze das Gärröhrchen drauf und lass Alles noch locker einen Monat ruhen. Zwei Dinge sollten dabei passieren:

    -> Die Nächgärung wird dafür sorgen, dass dein Met dir dann nicht mehr zu süß schmeckt.

    -> Die abgestorbenen Hefezellen setzen sich als Trub an den Boden, der Honigwein beginnt sich zu klären.


    Wenn du ihn dann gaaaaanz vorsichtig abziehst - ohne den Ballon vorher zu bewegen, ohne dass die Strömungen aus deinem Abzieh-Schlauch den Trub aufwühlen - wirst du also noch glücklicher über das Ergebnis deiner Arbeit (und deiner Geduld :)) sein.


    Übrigens: Da du für den Starter Apfelsaft verwendet hast, dürftest du deinen Wein keinesfalls als "Met", sondern lediglich als "Honigwein" etikettieren.


    Prosit und ein schönes Wochenende

    DOMMY