Gleichmäßig starke Völker einwintern

  • Hallo ihr Lieben,


    bei mir sind letztes Jahr ein paar Völker stark eingewintert worden, ein paar mittelstark und eins schwach. Und genauso sind sie auch ausgewintert.

    Jetzt würde ich natürlich gern mehr starke Völker auswintern. Das mit den schwachen ist einfach, die vereinige ich einfach mit irgendwem. Aber wie macht man das mit den mittelstarken? Lässt man die einfach so oder gibt es gängige Methoden die Völker vor dem einwintern noch einmal auszugleichen? Beim Abschleudern sind ja eher zu viele Bienen in der Kiste, das heißt man würde das später machen, oder? Oder kommt man da gar nicht an so unterschiedlich starke Völker, wenn man die im Frühling ausgeglichen hat?


    Liebe Grüße,

    Jan

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Es kommt tatsächlich auf die individuellen Schwerpunkte an. Mir würde z. B. die Beurteilung der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Königin schwer fallen, wenn ich alle mehrfach auf ein ähnliches Niveau bringe.

  • Ich würd gern bei möglichst vielen Kisten beim auswintern an einem warmen Tag die Oberträger nicht sehen können, weil alles voller Bienen ist.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Nur Rennpferde wie dein stärkstes oder möglichst gleich starke Völker.

    Eine Pauschalaussage ist schwierig; denn beide - mittelstarke und starke - verlangen die wenigste Betreuungsarbeit. Außer den Schwarmkontrollen und HR aufsetzen / ernten ist da relativ wenig zu tun.


    Schwache machen dagegen viel Arbeit. Hat man diese im Mai endlich einigermaßen flott, weiseln sie bspw. um ;). Honig kommt da nicht viel.


    Die Frage nach der Methode, starke Völker ein- und auszuwintern, hat mehrere Aspekte. Für mich (!) ist die zugrunde liegende Genetik ein wichtiger Faktor. Diese auf einem hohen Niveau zu halten, erfordert immer wieder eine Auffrischung durch gute bis sehr gute Königinnen von Züchtern.


    Weiterhin bildet eine substanzielle Anzahl von Jungvölkern mit neuen Königinnen starke Einheiten, so meine Erfahrung.


    Voraussetzung für all' das ist ein gut erprobtes, effizientes Varroam'ment und ein permanentes, ausreichendes Nahrungsangebot für die Völker.


    Dazu gehört die rechtzeitige Versorgung mit gut invertierbarem Futter und ausreichend Zeit für die Einlagerung / Invertierung / Umlagerung.


    Insbesondere die spätsommerliche Pollenversorgung spielt m.E. eine wichtige Rolle, speziell zur Aufzucht von gut ausgebildeten Winterbienen. Je mehr Pollenspender in der Umgebung verfügbar sind, um so gesünder die Winterbienen. Und um so besser ist die Auswinterung.


    Meine Beobachtungen.

  • Danke für die Erläuterungen. Da fällt mir ein, dass des Öfteren gesagt wurde, dass Bomben Völker auch Bomben Arbeit machen. Dann wäre es am Ende sogar besser man sorgt für eine mittlere Einwinterung?

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Hallo JaKi , dann schaue Dir das Celler Rotationsprinzip an, das ergibt durch Rückvereinigung starke Völker im Herbst und Frühjahr. Das kann man abwandeln aber das Grundprinzip funktioniert. Schwierig ist es rechtzeitig begatte Königinnen Ende Mai zu bekommen. Die Celler haben dazu eine Außenstelle in Süddeutschland, so habe ich es bei einem Vortrag im IV gehört. Selbst verzichte ich auf überstarke Völker, mir genügt es wenn sie um diese Zeit eine Zarge voll belagern. VG Jörg

  • Hat man diese im Mai endlich einigermaßen flott, weiseln sie bspw. um . Honig kommt da nicht viel.

    Das kommt darauf an, wie sie umweiseln. Eine stille Umweiselung kostet so gut wie keinen Honig.

    Ebenso ist der Honigverlust nicht so irrsinnig groß, wenn man einen ausgezogenen Schwarm wieder einfangen kann. Zumindest hier bringt der oft noch fast soviel Honig, wie bei dem anderen Volk fehlt.


    Aber zum Thema:

    Die meisten Imker versuchen möglichst große Völker einzuwintern. Das ist aber nicht bei allen Völkern gleich, selbst wenn sie gleich behandelt werden. Ein Ausgleich im Herbst führt dazu, dass man die starken Völker schwächt. Warum sollte man das tun?


    Ein Ausgleich im Frühjahr kann die Arbeit in der Saison erleichtern. Im Herbst kann ich keinen Grund finden, die Möglichkeiten der einzelnen Völker einzuschränken.

    Vereinigen von zu kleinen Völkern ist etwas anderes als ausgleichen.

  • Und Völker zu Kunstschwärmen zu verarbeiten, um mehrere zu verstärken macht kurz vor dem Winter vermutlich auch nicht viel Sinn, weil man dann ja mehrere Völker weniger hat und Königinnen abdrücken muss, oder?

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Ich finde wichtig, dass ich im Frühjahr starke Völker auswintere. Ob die mittelstarken im Herbst noch nachlegen oder im Frühjahr stärker loslegen ist mir da egal. Was schwächer in den Winter geht, ist dann eher das Volk mit der Reservekönigin, aus dem man im Frühjahr Ablegerwaben holen kann. Manchmal habe ich aber auch da schon Überraschungen erlebt und im Frühjahr ein starkes Volk ausgewintert.
    Da die Stärke beim Auswintern meiner Beoabachtung nach nicht unbedingt der Stärke beim Einwintern entspricht oder damit korreliert, sehe keinen Vorteil an gleich starker Einwinterung. Warum sollte ich dafür dann Aufwand treiben und meine Bienen aus der Ruhe bringen bzw. deren Wintervorbereitung durch mein Rumgetausche stören.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)