elektronische Diagnose von Varroabefall und Bienenkrankheiten - technisch möglich?

  • Ich würde das meinen Bienen nicht unbedingt antun wollen.

    Wo siehst Du das Problem (Frequenz?)?

    Ein erfahrener Kollege berichtete mir von der Bienengiftgewinnung früher mittels Elektroschocks. Da wurden aber lediglich einige der adulten Bienen traktiert, nicht die Brut und zwar mit 24 ... 30 V Wechselstrom im Frequenzbereich 50 ... 1000 Hz, Impulsdauer 2..3 sec, Impulspause 3...6 sec für 2...3 h/Tag, max. 3...4 x/Monat in der Saison mit der spürbaren Folge reduzierten Sammelverhaltens des gesamten Volkes.

    Hier fand ich dazu eine Zusammenfassung mit wissenschaftlichen Quellen:

    https://www.imkerei-schachtner…df/b8/2e/35/Gift_2009.pdf

  • Frage mich wie man dabei auf die Varroen rückrechnet, die müssten dann einen für den restlichen Bienenstock untypischen Widerstand haben. Denke nicht, dass die auf einzelne Milben genau rückrechnen können.

    Ich könnte mir schon vorstellen, dass eine Varroamilbe im elektrischen Feld anders polarisiert wird als eine Bienenlarve. Je nach Spannung und Frequenz bekommt man die vielleicht sogar zum vibrieren...? Irgendwo im Spektrum könnten anwesende Varroen durchaus einen charakteristischen Peak hinterlassen (bzw. mehrere).

    Die Herausforderung dürfte vor allem darin liegen, die Anzahl herauszufinden, trotz des inhomogenen Messobjekts und variabler Umgebungsbedingungen...


    Grüsse,

    Robert

  • Aber niemand sagt doch einfach "hey, man könnte doch Varroen in Brutzellen mit Impedanzspektroskopie detektieren. Lasst uns ein vermarktungsfähiges Produkt entwickeln."

    Da kennst Du die Vertrieb'ler aber schlecht.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Re-Mark : Matrix ist gut, als "phased array" kannst du damit gleich gerichtet scannen ohne bewegte Teile.
    Wir sind da was Großem auf der Spur...

    Und wenn du die Resonanzfrequenz jeder Milben kennst, kannst du sie auch gleich damit zerstören.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Sicher ist denen klar, dass sich innerhalb der Bienenwohnung ein bestimmtes el. Potenzial aufbaut ?

    Bei Spannungswechseln vermutlich im Bereich von kHz bis MHz?

    Ich denke an statische Aufladung... - bin kein Experte für elektrische Fragestellungen und weiß nicht, wie sich das beeinflusst.

  • Statische Aufladung kann es m.E. nur bei statischer - also nicht wechselnder - Polung geben. Bei Wechselstrom wird die Polung jedoch immerzu gewechselt, das Tempo dieser Wechsel ist ja die Frequenz/Maßeinheit in Hertz = Anzahl der Wechsel pro Sekunde.

    Ich hätte da eher die Befürchtung, daß durch schnelle Wechsel (Mikrowelleneffekt) bzw. Resonanzen Schäden bei der Bienenbrut entstehen könnten oder adulte Bienen bspw. in ihrer Kommunikation (tlw. ja auch über elektrische Felder/Potentialunterschiede ablaufend) gestört werden.

    Im Kurzvideo wird ja nur erwähnt, daß die Bienen im Labor den Meßfeldsensor problemlos in ihrem Wabenbau einbauen und weitere Tests in realen Bienenvölkern folgen sollen - vermutlich erst, wenn die Marktanalyse ein realisierbares Ertragspotential anzeigt und daraufhin Fördermittel freigegeben werden.

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  • JaKi : Ist das in#19 ernst gemeint? Wenn ja, wie hoch ist die Gefahr, dabei Bienenbrut zu schädigen?

    Nein, das war ein Scherz.

    Statische Aufladung kann es m.E. nur bei statischer - also nicht wechselnder - Polung geben.

    So ist es.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Nun halt die Frage eines Halbwissenden an die Wissenden: Können durch diesen Prozess der hochfrequenten Wechselströme statische Aufladungen beeinträchtigt / entfernt werden ?

  • Hallo Robert,

    Eine Brutnestfläche ist ja nicht homogen, auch ein begrenzter Ausschnitt davon nicht, zwischen den Brutzellen sind Leerzellen, Pollenzellen, zu manchen Jahreszeiten sogar Nektar. Und ausserdem kann die Brut alle möglichen Stadien zwischen Ei und schlupfreifer Biene haben.


    Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass man die ganze Fläche einheitlich mit einer Wechselspannung belegt. Ich würde eher eine Matrix nehmen, die Gitterpunkt für Gitterpunkt durchgemessen wird. Ob die das mit der Auflösung von einzelnen Brutzellen hinbekommen?

    wenn das nicht nur reine "Fiktion" war, was im Film im Drucker, in der Zelle und in der App zu erkennen war, ist auf dem Sensorarray die typische Struktur von Mittelwänden zu sehen. Und so hat jede Zelle hat einen eigenen Sensor.


    Wichtig finde ich zwei Punkte:


    1.) Haltbarkeit/Wiederverwendbarkeit des Sensors: Wie viele Jahre kann er im Volk bleiben? Brutwaben entfernt man ungern oder stört das Volk im Frühjahr/Herbst. Wenn die Waben altert - wie verhält sich der Sensor/die Technik beim (jährlichen) Ausschmelzen?


    2.) Aussagekraft der Messung (Relation Meßfeld/Volk): Auch wenn jede mit Milben befallende Zelle IM BEREICH DES SENSORS zu 100 Prozent detektiert wird, wie geht das System damit um, dass vielleicht diese Wabe aufgrund ihres anderen Schwingungsverhaltens, ihres abweichenden Geruchs, ihres dickeren Oberträgers nicht so angenommen wird wie eine "normale" Waben? Oder im Bereich des Sensors nur ein Teil mit Brut, der Rest als "Futterkranz" genutzt wird? Das Brutnest sich nicht gleichförmig über die Wabe erstreckt oder die Verteilung der Milben über die Brutwaben differiert?

  • Nun halt die Frage eines Halbwissenden an die Wissenden: Können durch diesen Prozess der hochfrequenten Wechselströme statische Aufladungen beeinträchtigt / entfernt werden ?

    Mir scheint diese Frage zu diesem Zeitpunkt, bei unserem Wissensstand und in diesem Thema hier irrelevant/komplett fehl am Platze. Wir wissen eigentlich fast nichts über das Messverfahren, auch keine Spannungen. Ob jetzt irgendwelche hochfrequenten Wechselströme irgendwelche statischen Aufladungen irgendwie beeinträchtigen könnten...? Vermutlich ja. Aber in diesem speziellen Fall? Keine Ahnung, und im Augenblick auch unwichtig.



    Ansonsten: Wie gesagt, es muss dazu schon irgendwelche Vorarbeiten gegeben haben. Und wenn es eine Veröffentlichung in einer russischen oder chinesischen Fachzeitschrift ist. Erstmal sollte man diese Veröffentlichungen finden.


    Grüsse,

    Robert