SWR2 Diskussionsrunde "Bienenfans und Honig-Junkies - Was bewirkt der Imker-Boom?"

  • Wichtig ist, dass wir die Zusammenarbeit mit dem Nabu suchen und Praktizieren. Wir haben da große Schnittmengen. Ein Beispiel wo das wohl überall möglich und dringend geboten erscheint ist die Modeerscheinung Schottergärten, diese haben sich hier am Ort im einem Jahr fast verdoppelt. Die Honigbiene ist davon kaum betroffen aber die Wildinsekten. Zusammenarbeit schafft Vertrauen und gegenseitiges Verständnis.

  • Anpflanzungen, Öffentlichkeitsarbeit, Hinweise auf Missstände und Anstrengungen diese abzustellen, Schulungen... Missstände überhaupt erstmal bemerken. In sehr vielen Fällen sind den Imkern Schwierigkeiten der Insekten zuerst aufgefallen.

    Ich dachte bisher es gibt gar keine aber das jede vom Vogel gefressene Honigbiene, eine weniger gefressene Wildbiene bedeutet, fand ich schon smart.

    Genau. Behauptung: Die Wildbienen können sich aus Nahrungsmangel nicht in großer Zahl vermehren, wegen der Honigbienen. Sie fehlen deshalb als Vogelfutter. Die vielen Honigbienen, die als Vogelfutter dienen, scheint es nicht zu geben.

    Hast du versucht das Thema mit deiner Ortsgruppe zu erörtern?

    Nein. Die erscheinen mir hier (bisher noch?) nicht so aktiv zu sein. Problematisch erscheinen mir schon die vermehrt auftretenden, unwidersprochenen Äußerungen und Veröffentlichungen einiger Vorsitzender, wie auch in diesem Beispiel.

    Wenn erst darauf hingewiesen wird, dass die Honigbienen nichts zur Bestäubung sehr vieler Pflanzen beitragen, oder dies zumindest nicht gewährleisten können, weil sie diese nicht anfliegen, um ein paar Sätze später darauf hinzuweisen, dass sie den auf diese Pflanzen spezialisierten Insekten die Nahrung wegfressen. Wenn man sich schon selber widerspricht, auf welcher Basis soll man da diskutieren?

    Es gibt noch mehrere, sehr fragwürdige Äußerungen des NABU-Landesverbandsvorsitzenden.

  • Berggeist: Stimmt, beide Vorsitzende haben fragwürdige Äußerungen gemacht. Wenn die meisten Äußerungen auch absolut plausibel waren.

    Wenn man unterstellt, dass der Imkervorsitzende nicht die Meinung aller Imker vertreten hat, könnte man auch auf die Idee kommen, dass der Nabu-Vorsitzende nicht die Meinung aller Mitglieder wiedergeben hat.

    Deshalb macht die regionale Kontaktaufnahme, wie sie hier vorgeschlagen wurde, absolut mehr Sinn, als pauschal Ignoranz zu unterstellen. Zumal viele Nabu-Maßnahmen auch für die Honigbiene von Nutzen sind (Pollenversorgung).

  • dass der Nabu-Vorsitzende nicht die Meinung aller Mitglieder wiedergeben hat.

    Natürlich kann das sein, wahrscheinlich ist es auch so, aber was kommt denn in der Öffentlichkeit an? Die Meinung meines Nachbarn, der als NABU-Mitglied stumm mit mir etwas für die Verbesserung des Nahrungsangebots unternimmt? Oder eher die Artikel und Beiträge der Landesvorsitzenden auf Internetseiten oder in anderen relativ stark frequentierten Medien?

    Selbst wenn man danach sucht, findet man beim NABU zum Insektensterben/Bienensterben nur noch Beiträge die der Imkerei den Naturschutz absprechen mit Forderungen, die Imker in ihren Freiheiten einzuschränken. Schön gespickt mit Falschaussagen. Weist man darauf hin, habe ich bisher nur Wiederholungen der Falschaussagen erwidert bekommen!

    Wo sind denn die imkereifreundlichen Stellungnahmen des NABU, die Vorraussetzung für eine Zusammenarbeit sind? Ich würde mich über Links freuen.

    Ich würde gerne Positives berichten, wäre dann aber nicht meine Erfahrung.

    als pauschal Ignoranz zu unterstellen

    pauschal? Ich habe mich hier auf den Radiobeitrag bezogen. Um den geht es doch in diesem Beitrag, oder?

    Dummerweise ist es nicht der erste, noch der einzige, der auf die gleiche Art "argumentiert".

  • Es funktioniert gerade nicht so richtig in der Natur. Was der richtige Weg ist, dass wieder in den Griff zubekommen ist nicht wirklich klar. Buchenwälder oder doch lieber Lüneburger Heide?

    Zurück nach früher wird nicht leicht, 8 Milliarden Menschen wollen genährt gekleidet und umsorgt werden...

    Während wir noch suchen und streiten was das richtige Ziel ist muss doch schon gehandelt werden.

    Kontraproduktiv wenn die wenigen Engagierten sich auch noch in die Haare kriegen.

    Nützt alles nix. Wenigsten Einige aus den Imkervereinen müssen in den Nabu

  • Zurück nach früher wird nicht leicht

    Nein, das geht ganz klar nicht mehr. Ein gerne verbreitetes Hirngespinst des Nabus.

    Die Lage verbessern, so weit das überhaupt geht.

    Wir leben in einer kompletten Kulturlandschaft (vom Menschen geschaffen) und die ist im Begriffe aus dem Ruder zu laufen, also gegensteuern ist angesagt, gegensteuern mit einer Fauna, die mit dem auch vom Menschen gemachten Klimawandel zu recht kommt.

    Also spanische Korkeichen zb. Akazien zb. Doglasien zb. Küstenkiefern etc Keschdebäum etc.......

    Alles Neophyten, ganz klar, aber nur die kommen damit klar.

    Zu den wuchernden (also auch unkaputtbaren) Pflanzen gehören Sprinkraut Goldrute Bergheide usw.

    Alles andere geht kaputt alleine wegen Trockenstress....

    Die Uhr ist nicht mehr zurück zu drehen oder anzuhalten, die Zeit lässt sich nicht betrügen.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Nun ja, der Podcast war wohl ein (erster) Schritt in die richtige Richtung. Die Umsetzung sein mal dahin gestellt.

    Auffällig dabei war meiner Meinung, dass der Vorsitzende IV RLP mit dem Referenten des NABU BaWü seine Standpunkte ausgetauscht hat.

    Den NABU RLP mit an den Tisch zu bringen wäre wohl sinnvoller und zielorientierter gewesen.


    Ja, in unserem IV gibt es mehrere NABU-Mitglieder, die in verschiedenen Ortsgruppen aktiv sind. Wäre interessant zu hören, wie existent dieses Thema bei den Stammtischterminen der Ortsgruppen behandelt wird. Dank Corona war unsere letzte Versammlung 02/2020!

    Ich denke allerdings, dass diese Menschen nicht wirklich diese Umweltjünger sind, die der Honigbiene an die Lebensgrundlage wollen.


    Der Medienzirkus contra Honigbiene wurde in meinem Umfeld Pfalz 2020 zeitgleich zur Kastanienblüte gestartet.

    Massive Völkeraufstellungen am Haardtrand wurden von "Umweltfreunden" dokumentiert, als Bedrohung empfunden und Medienwirksam aufbereitet. RP-Leserbriefe und Artikel waren die Folge.

    Natürlich wurde auch die Tourismuskarte ins Spiel gebracht, Bienenvölkeraufstellung auf starkbesuchten Wanderwegen, auch hier Medienwirksam aufbereitet.

    Nicht zuletzt kamen in diesem Zeitraum die uns bekannten "Forschungsergebnisse" zur Nahrungskonkurrenz ebenfalls medial in die Rotation mit der bekannten Aufforderung,

    den Handlungsspielraum der Honigbiene und somit uns Imkern so weit wie möglich einzuengen.


    Will sagen,

    die Umweltlobby scheint ihr Heil auf Kosten der Honigbiene ausreizen zu wollen.

    Imker, sei wachsam!!!

    Jeder Honigkunde kann Meinung erzeugen und weitertragen!!

  • Auffällig dabei war meiner Meinung, dass der Vorsitzende IV RLP mit dem Referenten des NABU BaWü seine Standpunkte ausgetauscht hat.

    Da hab ich etwas falsch mitbekommen. Der Herr Klatt ist wohl nicht der NABU-Vorsitzende von Baden-Württemberg. Er ist Fachreferent für Arten- und Biotopschutz. Ich sehe da aber jetzt in der Gewichtung keinen Unterschied, wenn er so in einem Rundfungbeitrag den NABU öffentlich vertritt.

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen eißkalten, guten Morgen :-)


    Wir haben unseren Wanderplatz bei einem Obstbauern verloren, da Er meint,seit wir da sind,sind keine Wildbienen mehr da, weil unsere Bienen Ihnen das futter/Nektar wegfressen:rolleyes:

    Er hat jetzt in seiner Plantage 500 Wildbienenhotels aufgehängt.

    Wenn Er meint, das ist besser :/

  • Wir haben unseren Wanderplatz bei einem Obstbauern verloren, da Er meint,seit wir da sind,sind keine Wildbienen mehr da, weil unsere Bienen Ihnen das futter/Nektar wegfressen:rolleyes:

    Das ist ein Trend im Obstbau, hat weniger mit Wildbienenschutz zu tun, auch wenn oft so argumentiert wird. Bestäubung ist notwendig, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Aber gerade bei kühlem Wetter im Frühbereich ist die Leistung bei den meisten Honigbienen nicht voll da.
    Die Alternative sind (gehörnte) Mauerbienen.

    Die kann man Mieten und in speziellen Nisthilfen in der Plantage verteilen. Funktioniert gut und einfach.

    Wenn man dann aber die Honigbienen verbannt schüttet man das Kind mit dem Bade aus.

  • Er wird sich wundern. Ich denke, daß er nächstes Jahr wieder einen Imker sucht.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Er hat jetzt in seiner Plantage 500 Wildbienenhotels aufgehängt.

    Wenn Er meint, das ist besser :/

    Bei Wildbienen muss man halt keinen Imker fragen, ob, wann und was man spritzen kann...und natürlich muss man dann auch nicht dauernd einen Fremden auf's Gelände lassen.

    Aber nimm's als Experiment. Entweder bricht sein Ertrag/Qualität jetzt massiv ein, dann wird er seine Meinung bald wieder ändern. Oder es ändert sich tatsächlich nicht viel, dann muss man das als Imker halt auch hinnehmen, dass Bienen für andere nicht immer das NonPlusUltra sein müssen.


    Ich glaube ja, dass es irgendwo dazwischen liegen wird. Ertrag und Qualität werden etwas sinken, aber nicht so viel, dass es sehr auffällt. Auch, weil ja nach wie vor Honigbienen zufliegen werden, die Imkerdichte ist schließlich fast überall eher zu hoch als zu niedrig.

  • 500 Wildbienenhotels x 50€ pro Stück, das wären 25.000€! Da stimmt was nicht oder? Das entspricht der Bestäubungsprämie für 500 Honigbienenvölker. Da müssen die Wildbienen ganze Arbeit leisten!

  • Ich denke nicht, dass man für die Mauerbiene 50 € Insektenhotels kaufen muss. Die nistet in allem was Löscher hat. Trotzdem kann ich mir nicht vorsstellen, dass die Bestäubungsleistung die gleiche sein wird.

    aumeier: Frag doch mal im Herbst nach Ernte :saint: