Oxalsäurestreifen mit Glycerin

  • Die Langfrist-Applikationsform beeinflußt mit großer Wahrscheinlichkeit das Mikrobiom des Bienenvolkes, mglw. auch der einzelnen Biene.

    Mit ähnlicher Berechtigung ließe sich vermuten, dass die Applikation der OX-Streifen die Pathogene in Schach hält. Das ist eine reine Mutmaßung ohne jegliche Datengrundlage, oder gibt es hierzu weiter oben verlinkte Daten, welche ich übersah?

  • Hallo,

    mich würde interessieren, wie man die Streifen bei Rähmchen im Hochformat verwendet. Die kann ich ja da nicht einfach nur drüber hängen und beide Seiten gleich lang runterhängen lassen. Sonst hängen sie nämlich nur über dem Futterkranz, aber nicht über der Brut.

    Ich habe das bei Kuntzsch-Hoch jetzt so gelöst, dass ich die Streifen in die Wabengassen mit Brut hänge und sie dann auf dem Oberträger festgepinnt habe. Allerdings brauche ich so ja mehr Streifen als empfohlen. Während ich laut Empfehlung ja quasi einen halben Streifen pro Wabengasse habe, brauche ich so einen ganzen.

    Wie würdet ihr das machen?

    VG, Markus

  • Hey, die original Streifen sind halt für Langstroth gemacht. Bei Dadant bedecken sie auch nicht die ganze Wabe, reicht aber weil keine Hochwabe. Ich würde an deiner Stelle dann halt 2 zusätzliche einbauen. Die Streifen geben ja nicht durch Verdunstung den Wirkstoff ab, sondern die Bienen benetzten sich mit dem Glycerin/Oxalsäure beim vorbeigehen und verteilen es im Raum. Deshalb, so denke ich, ist es nicht so dramatisch wenn du 2 mehr einhängst. Es sollte zu keiner Überdosierung kommen

    Imker, Vermehrer und Selektierer.


    12er Dadant nach Bruder Adam

    Restbestand Seegeberger aus der Anfangszeit

  • je breiter der verdeckelte Futterkranz bei den Hochwaben wird, desto kleiner die wirksame Fläche der Streifen. Da sitzen die Bienen ungern und haben auch nix zu schaffen.

    Eine Möglichkeit wäre diese zu lochen und jeweils 2 Streifen mit Draht zu verbinden oder mit Reißzecken am OT zu befestigen, das sie beim Rüberhängen bis zum Unterträger der Rähmchen reichen.

    Weiter ist durch die Osinaltücher bekannt, das der Weg zum Futter auch sehr wirksam belaufen wird, das man diese mit "Abtretern" versehen kann.

  • Hier mal ein kleiner Zwischenbericht von mir.


    Ich habe insgesamt 38 Völker mit den Streifen behandelt. Davon ca. 25 Ertragsvölker, der Rest Ableger aus diesem Jahr. Die Ableger wurden jeweils mit 2 Brutwaben erstellt + schlupfreifer Zelle erstellt.

    Bei den Ablegern kamen die Streifen rein, nachdem die neue Königin zu legen begonnen hatte.

    Bei den Ertragsvölkern direkt nach der Honigernte, gleichzeitig kam der Fütterer drauf.


    Den Befall der Ableger habe ich nicht vorher ermittelt, bei den Ertragsvölkern habe ich mit Puderzucker Stichproben genommen. Alle auf normalem Juli-Niveau, keine Kanditaten für eine sofortige TBE dabei.


    Ich habe dann allen Völkern zwischen 2 und 4 Streifen verpasst, je nach Brutgröße. Die Mini+ haben je einen Streifen pro Zarge bekommen.

    Nach 4-5 Wochen habe ich die Streifen kontrolliert und zernagte Streifen nochmal ersetzt.

    Danach nicht mehr reingeschaut, nur noch aufgefüttert.


    Gestern habe ich dann Oxalsäure geträufelt, auch wenn es laut Bodeneinlage nicht überall nötig gewesen wäre. Die Streifen sind fast überall komplett zerlegt oder komplett mit Propolis eingeschmiert worden.

    Die Reste werde ich bei der Frühjahrsdurchsicht entfernen, die Störung wäre mir jetzt zu groß.


    37 von 38 Völker sind lebendig, vom Durchschnitt her sind die Völker auch größer als in den Jahren davor mit TBE als einziger Sommerbehandlung.

    Ein paar Kandidaten sind natürlich dabei, wo man im Frühling mal übers Zusammenwerfen nachdenken könnte, aber keine Völker, wo ich mir jetzt groß Sorgen machen würde, dass die das Frühjahr nicht erleben.


    Ich weiß, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber vom ersten Eindruck her bin ich sehr zufrieden mit den Streifen. Wenn sich der Trend bewahrheitet, hätte ich damit eine schöne Alternative zur TBE. Damit könnte man dann wechseljährlich die eine Hälfte der Völker mit TBE und die andere mit den Streifen behandeln und hätte nicht jedes Jahr die ganz große Materialschlacht.


    Mal schauen, wie sich die Völker im Laufe des nächsten Jahres so machen.

  • Dieses Jahr habe ich auch 15 Völker mit Oxalsäurestreifen behandelt.

    4 je Dadant Brutraum am 07.08.2021 eingehängt und am 22.10..2021 herausgenommen. Bis zum 17.12.2021 zur Winterbehandlung keine Ausfälle gehabt. Endgültig abgerechnet wird im Frühling. Bis auf das herausnehmen der Streifen sehe ich Vorteile gegenüber anderen Behandlungsmethoden.Eine Befallsmessung habe ich bisher nicht durchgeführt.


    Zukünftig werde ich wohl ähnlich wie TiHeBo eine Mischung aus Streifen und TBE bevorzugen.Vielleicht nur alle zwei Jahre TBE. Dann werden die Waben nicht zu schwarz und die ganze Arbeit fällt nur alle zwei Jahre an.

  • Zu einer Bezugsquelle und Anwedung wurde in diesem Faden schon einiges geschrieben. Bei Imkershop24.de einfach nach Streifen suchen. Zuerst wollte ich selber mit Finnpappe basteln aber das Material ist ungefähr so teuer wie die fertigen Streifen.

  • ...

    Die Streifen sind fast überall komplett zerlegt oder komplett mit Propolis eingeschmiert worden.

    Die Reste werde ich bei der Frühjahrsdurchsicht entfernen, die Störung wäre mir jetzt zu groß.

    ...

    Aus meiner Sicht, hättest du die Streifen auch vor dem Winter rausholen müssen. Streng genommen, behandelst du somit noch im neuen Jahr und dürftest keinen Honig ernten bzw. in den Verkauf bringen, da Rückstände vorhanden sein können!


    Ansonsten Danke für die Rückmeldung.