Jetzt noch Ableger bilden?

  • Hallo,


    ich habe mal wieder eine Anfängerfrage:


    Am Samstag habe ich aus meinen 2 Völkern (aus diesjährigen Schwärmen) ein paar Honigwaben geklaut. Wollte auch meinen ersten Honig probieren. Dabei ist mir fast der Kitt aus der Brille gefallen: Mein eigentlich schwächerer Schwarm hat sich zu einem wunderbaren Volk entwickelt. Die Königin scheint äußerst Potent zu sein, denn jetzt kommt es : In meinen 2 Segeberger Zargen mit jeweil 11 Rähmchen DNM sind 20 Rämchen bebrütet. Mindestens 18 Rähmchen sind voll mit verdeckelter Arbeiterinnenbrut und einem schönen Honigkranz. Da bin ich natürlich platt. So eine Leistung hatte ich nicht erwartet. Und das jetzt, wo es bei uns nichts mehr großes an Tracht zu holen gibt.
    Nun stellt sich mir die Frage, ob ich diese starke Brut nicht gleich ausnutze und mir noch ein Reservevolk mit einem 3Waben Ableger bilde?
    Ist das jetzt noch sinnvoll? Muss ich mir eine begattete Königin kaufen oder reicht die Zeit noch für eine Standbegattung einer selbstgezogenen Weiselzelle?


    Gruß


    Frank

  • Hallo Frank,


    ich höre und lese solche Fragen, wie Du sie gestellt hast in letzter Zeit häufiger. Wieso sollte man Ende Juni/Anfang Juli nicht noch Ableger bilden und Königinnen nachziehen können? Solange Drohnen vorhanden sind, kannst Du damit rechnen, dass nachgezogene Königinnen begattet werden. Der Begattungserfolg ist in diesen Monaten wesentlich besser als bei Königinnen die Anfang Mai bis Anfang Juni gezogen werden. Da die Drohnen besser ernährt wurden, sind sie fruchtbarer. Einen 3-Waben-Ableger würde ich nicht erstellen - weil viel zu klein - zu viel Aufwand etc. Besser ist es deinen Ableger gleich in eine normale Zarge mit Unterboden ein zu logieren mit ca. 3 gedeckelten Brutwagen, 2 Futterwaben, 1 offenen Brutwabe mit jüngster Brut zur Königinnenzucht, den Rest auffüllen mit hellen Leerwaben und zum Schluss von 5 Brutwaben die Jungbienen draufschütteln. Das Ganze an einem ca. 3 km entfernten Ort aufstellen, da sonst eingeflogene Flugbienen in den alten Stock zurückkehren. Alternative: Ich stelle den Ableger an die Stelle des Altvolkes, er erhält dann alle Flugbienen desselben. Das Altvolk kann ich am Stand lassen und es wird bald wieder durch schlüpfende Jungbienen stark sein. Vorteil: Ich muß mich nicht nach einem Standplatz umsehen, der min. 3 km weg ist. Füttern nicht vergessen!!! Ansonsten dürfte der erfolgenreichen Völkervermehrung nichts mehr im Wege stehen.


    Gruß Pit

    Imkeranfänger 1973, nach 3 Jahren wegen Schul- und Berufsausbildung Aufgabe des Hobbys, 1996 Wiedereinstieg, zwischen 15 und 25 Völker, Landrasse auf Hohenheimer Einfachbeute im Selbstbau, AS auf Schwammtuch und Tropfflasche.