Imkerführerschein

  • Wer als KFZ Mechaniker nur gewohnt ist, dass Auto fahrbar zu machen, der mag die Beschränkungen bei der TÜV Untersuchung (Reifenprofil, Bremsen, Ölverlust....) nicht als notwendig empfinden.

    Daher würde ich mich dann gerne bei den Schweizer Kollegen schulen lassen, um die Qualität hier zu verbessern.

    Ein Professor sagte mal: In der Anfangszeit der PKW musste man Ingenieur sein um ein Auto zu fahren, mit tiefem Verständnis der Technik. - Heute kann das jede Hausfrau, ohne die geringste Ahnung wie ein Motor funktioniert.

    Wenn man dieses Beispiel auf die Imkerei überträgt, gibt's zukünftig irgendwann Bienenbeuten als Sachpreise in Lotterien für jedermann, mit 2x jährlichem Servicetermin in der Imkerwerkstatt (Fühjahr und Herbst). - Die einzigen Voraussetzungen: Imkerführerschein, Haftpflichtversicherung, und Steuern. - Alles andere lässt sich binnen 100 Jahren durch Technik, Normen, Vorschriften, und Verordnungen regeln.

    Bleibt die Frage ob das erstrebenswert ist.

  • Wenn man dieses Beispiel auf die Imkerei überträgt,

    Das kann man aber eben nicht.

    Interessant ist doch: Bei der unmittelbaren Arbeit an den Bienen hat sich seit der Erfindung der Magazinbeute (also seit rund 150 Jahren) praktisch kaum noch etwas geändert. Wenn man das mit anderer Tierhaltung vergleicht, wo die Automatisierung weit fortgeschritten ist, ist das bemerkenswert. Und es wird sich wohl auch weiter nichts daran ändern, solange nicht sehr komplexe Automaten (menschenähnliche Roboter) erfunden werden.

    Automatisiert ist in der Imkerei nur, das was außerhalb der Beute passiert, also Schleudern, Wachsverarbeitung usf.

    Es macht ja auch einen wesentlichen Teil der Faszination an der Arbeit mit den Bienen aus, dass handwerkliche Fähigkeiten ("skills") im klassischen Sinn gefordert sind, also ein Produzentenwissen, dass an die Person gebunden ist und nicht (wie bloßes "knowledge") dem "engeneering" zur Verfügung steht, wie z.B. bei der Fließbandarbeit.

    Peter Niedersteiner hat das in seinem Buch sehr eindrucksvoll dargestellt.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Es kommt auf die Qualität an und da wir leider nur über ein sehr überschaubares Fachpersonal verfügen und auch bei diesem häufiger ins Stöhnen kommen.

    Guten Tag Night Shadow .


    Dies lese ich nun so, dass bei euch keine Möglichkeit zu einer guten Grundausbildung vorhanden ist......


    Unter diesen Umständen, sehe ich eine Forderung nach dem "Imkerführerschein" auch nicht als zielführend.


    Damals, als ich mit der Bienenhaltung begonnen habe, gab es in der Schweiz noch keine wesentliche Ausbildungsmöglichkeit, und habe mich daher an der Steirischen Imkerschule ausbilden lassen.


    Heute kann man das Imkerhandwerk mit EFZ (Eidgenössischem Fähigkeits Zeugniss) auch in der Schweiz erlernen/abschliessen.


    Wenn also in Deutschland diese Ausbildungsmöglichkeit auf freiwilliger Basis noch fehlt, dann währe es nun schon an der Zeit, hier etwas zu ändern......Wobei ich kaum glauben kann, dass es diese Möglichkeit bei Euch noch nicht gibt.


    Lg Sulz.

  • Wurde an den Ausschuss verwiesen. Zeitrahmen für den Schein 4-6h... Der letzte Redner (SPD) gab an das wohl eine Stelle am Laves, dem "Mercedes" unter den Bieneninstituten (frei zitiert von einem der Vorredner) geschaffen werden könnte/sollte/wollte. Ich glaube, man kann die Debatten im Archiv vom Landtag "nachschauen"


    Gruß, Thorsten


    (habe auch nur halb mithören können, da im Büro)

  • Rene J.

    wie zu erwarten, wird das Thema bloß vorgestellt.

    Bisher geht es nur um einen 4-6 Stunden Vortrag.

    In der nächsten Phase werden die Experten hinzugezogen.

    Der Vorschlag geht anscheinend von den Berufsimkern aus.

    Es wurde zum Beispiel der Imkerverein Lüchow-Dannenberg erwähnt, der sich für den Schein ausgesprochen hatte.
    Grundsätzlich war das alles erstmal rudimentär, wenig Fachwissen aber das kommt schließlich durch die Experten am Ende.

  • Das war interessant. Danke für den Link.

    Dann wird das Thema also im Ausschuß weiterbehandelt. Mal schauen, wie das auch auf die anderen Bundesländer überschwappt.

    Ich hab leider nicht alles mitbekommen, aber am Ende wurde das Tierwohl als einer der Hauptgründe für den Führerschein angeführt.

    CDU, SPD sehen den Neuimker als Hauptgefährder des Tierwohls, Grüne und FDP sind anderer Meinung.

    Als Umfang wurden 4-6 Stunden Aufwand für die Erlangung des Sachkundenachweises von der CDU in den Raum gestellt.