Erfahrungen mit der Senkspindel statt Refraktometer

  • Marcus Göbel propagiert in einer Facebookgruppe die Senkspindel statt des Refraktometers zur Wassergehaltmessung im Honig. Hat jemand Erfahrung damit, da ich sonst nirgendwo etwas dazu finden kann (außer bei der Metherstellung)?

    Gruß

    Rolfpaul

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Rolfpaul,

    ich habe sowohl ein Refraktometer als auch eine Senkspindel.

    Die Senkspindel ist noch aus der Anfangszeit meiner Imkerei, da damals das Refraktometer eine Anschaffung gewesen wäre die ich nicht finanzieren konnte/wollte.

    Lange Rede kurzer Sinn.

    Die Spindel braucht für die Messung mehr Honig als ein Refraktometer, Glas mit 500 gr ist besser als ein schmäleres Glas. Die Höhe eines 500 gr Glases sollte es aber schon sein.

    Und das wichtige es braucht Geduld bis die Spindel sich eingependelt hat, hängt mit der Viskosität des Produktes zusammen. Auch zum Ablesen braucht es gutes Licht und ein scharfes Auge.

    Gruß Eisvogel

    Als ich mich zum imkern entschlossen hatte, fand ich mich ratlos vor diversen modernen Beuten-Systemen.

    Abbé Emil Warre 1948, 12. Auflage Bienenhaltung für alle, Übersetzt von Mandy Fritsche, 2010

  • Hallo, dann meldet ich mich mal selbst zu Wort. Es werden bei uns im Verein immer wieder die Refraktormeter von der Honigobfrau kalibriert und trotzdem zeigen die jedes mal unterschiedliche Ergebnisse an, wenn der Testhonig drauf kommt. Ich glaube nicht, dass jeder Imker so schlampig damit umgeht, dass innerhalb von einem Jahr die Messwerte so schwanken. Die billigen Dinger sind Schätzeisen und kosten beim Chinamann 5,30 bei 10 Stück Abnahme, sogar mit ATC. Jetzt ist die kluge Frage, ab wann preiswerte Refraktometer anfangen. Entscheident ist nicht der Preis, der im Imkerhandel aufgerufen wird, weil 80€ machen aus dem 5,30€ auch kein preiswertes, sondern immer noch ein billiges Refraktometer.

    Jetzt zur Senkspindel, ja sie ist nichts für die schnelle Messung an der Wabe, dafür hat man die Spritzprobe, oder das Refraktometer. Mich interessiert aber welchen Wert der Honig im Eimer tatsächlich hat. Da kommt die große Stunde der Senkspindel, die Idiotensicher anzuwenden ist. Ein Prozent Wasseraufnahme, sind direkt 10mm auf der Skala, da kann man auch recht gut ablesen.

    Alleine von der Physik her sind bei der Senkspindel nicht so viele Störgrößen, wie am Refraktormeter. Im Imkershop in Polen gibt es die recht günstig, wenn man mich nicht alles täuscht, war auch irgendwas mit Kalibrierung dabei......

    Die Spindel braucht für die Messung mehr Honig als ein Refraktometer, Glas mit 500 gr ist besser als ein schmäleres Glas.

    ähm klasse, dann habe ich also Honig mit ca.8% Wasser, meine Senkspindel brauch die Höhe von 2 Gläsern damit sie überhaupt schwimmt. Vielleicht relativiert dass auch die Aussage mit gutem Licht und besseren Augen......

    Bis bald

    Marcus, der kein Refraktometer mehr im Einsatz hat

  • Ich hab ein elektronisches Pocketrefraktometer und 'ne Spindel. Spindel ist zum Messen von Eimern. Wichtig: es darf NULL Schaum auf der Oberfläche sein! Und 15min MINIMUM.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich hab ein elektronisches Pocketrefraktometer und 'ne Spindel. Spindel ist zum Messen von Eimern. Wichtig: es darf NULL Schaum auf der Oberfläche sein! Und 15min MINIMUM.

    Oke. Interessant. Um wie viel weicht das voneinander ab.

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt)

  • Hallo 'rase',

    hast Du beide Meßmethoden mit beiden Instrumenten schon einmal am gleichen Honig vergleichen können?


    Ich benutze eine Spindel, weil ich mir zum Beginn der Imkerei kein genaues Refraktometer leisten konnte. Das Refraktometer des Vereins erbrachte annähernd die gleichen Werte wie die Spindel.

    Inzwischen habe ich mich an sie gewöhnt und die Tropfprobe am Löffel kann ich im Lauf der Jahre weitgehend einschätzen.

  • Ist ziemlich gleich. Mein Refraktometer rechnet auch auf die Temperatur um. Bei der Spindel muss man selbst.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Aräometer bzw. Senkspindel sind mit Sicherheit genauer beim Messen von bereits vorhandenen, großen Honigmengen, z.B. Eimern. Sie bilden den Duchschnitt quasi vollautomatisch ab.

    Richtig praktikabel sind sie aber nur, wenn man eine echt große Skala hat und dann sind sie meistens nicht billig. 1mm pro 0,1% Feuchte wäre echt gut - ich habe leider bisher nur viel schlechter aufgelöste Geräte gesehen, aber nach schlechten Erfahrungen mit diesen Geräten auch nicht mehr danach gesucht.


    Wenn man den Honig vorher gut rührt und auf die 20°C achtet, kann man aber mit dem Refraktometer ebenfalls sehr genau messen. Man muss sich halt einmal die Mühe machen, es wirklich genau zu justieren und alle Randparameter (Temperaturen) genau einhalten.


    Waben am Stand messe ich sowieso nicht mehr, Messungen dort sind reinster Zufall, auch aufgrund der schwankenden und unterschiedlichen Temperaturen Honig - Luft - Gerät im Außenbereich.

  • 1mm pro 0,1% Feuchte wäre echt gut - ich habe leider bisher nur viel schlechter aufgelöste Geräte gesehen, aber nach schlechten Erfahrungen mit diesen Geräten auch nicht mehr danach gesucht.

    such mal im polnischen Imkershop24........

  • Hallo, ist denn die Temperatur bei der Spindel wirklich so wichtig ?

    Fasse mal mit einem Löffel in einen Eimer 16%-Honig bei ~15°C und dann, wenn der Eimer 25°C hat und du weißt, dass die Temperatur die Dichte/Zähigkeit und damit die Einsinktiefe erheblich beeinflusst.


    Danke für den Hinweis wegen dem Shop. Scheinbar hat sich doch einiges getan.

  • Dichte/Zähigkeit und damit die Einsinktiefe erheblich beeinflusst

    Zähigkeit, bzw Viskosität ja, Dichte eher nein und die brauchen wir für den Auftrieb. Irgendwo hat das auch mal einer hier berechnet, dass der Unterschied nicht so groß ist. Bei Wasser 4% von 4 bis 99 Grad.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • gut möglich, dass die Zähigkeit nur die Zeitdauer bis zur endgültigen Einsinktiefe beeinflusst, da bin ich zu wenig Physiker. Aber dann muss man mindestens wissen, dass man bei kaltem Honig erheblich länger warten muss und erhält eben falsche Werte, wenn man es "so wie immer" macht.