Erfahrungsbericht Futterteig

  • Liebe Imker,

    da ich alle Jahre zuvor stets zuviel Futter in den Völkern hatte, habe ich im letzten Sommer weniger eingefüttert. Wie sich schon im Januar gezeigt hatte, zu wenig.

    Ich habe deshalb an 12 Bienenvölkern 2,5 kg Apifonda aufgelegt und zeitgleich jedem Volk ca. 2 kg selbst hergestelltem Futterzeig aus Puderzucker, Hefe und Wasser vermengt, das Futter habe ich Ende November gefertigt. Exakt nach dem Mischungsverhältnis nach foldissimo auf Youtube.


    Mich hat die Idee der Spaltung der Saccharose in Fructose/Glucose durch das i.d. Hefe enthaltene Invertin sehr interessiert. Ich finde es spannend, dass wir damit den Bienen Arbeit in der, sonst von ihnen vorzunehmenden Spaltung des Zuckers, abnehmen können.

    Heute habe ich mal nachgesehen und ein extrem klares Bild. Alle! Völker haben den Hefefutterteig komplett verputzt, Apifonda ist max. zu einem Drittel abgenommen.

    Ergo, der Hefefutterteig muss unwiderstehlich gut sein! Als ich den aufgelegt habe, kamen sofort Bienen an und haben angefangen den Stoff aufzunehmen. Die Intensität habe ich vorher beim Füttern noch nie gesehen gehabt.

    Negativauswirkungen auf Verdauungsergebnisse habe ich bisher an keiner Beute festgestellt.


    Weiter habe ich ein Test gemacht ob die Herstellung wirklich nur mit Puderzucker geht, oder auch normalem Kristallzucker.

    Beim Eimer mit Kristallzuckerhefeteig habe ich festgestellt, dass der obere Teil recht trocken und recht unverändert aussah, die unteren ca. 2/3 im Eimer waren sehr feucht. Geruchstechnisch kein Unterschied zwischen Puderzucker und Kristallzuckerhefeteig. Ich vermute im Kristallzucker sinkt der Wasseranteil mit Hefe schnell nach unten ab und der obere Teil trocknet aus. Wäre vielleicht durch regelmäßiges Stürzen des Behälters zu umgehen.

    Ich habe jetzt 2 Völkern noch Kristallzuckerhefeteig aufgelegt, Bienen kamen auch wieder sofort angerannt, ich schaue mal, ob der auch zügig verputzt wird.


    Auch wenn die Herstellung vom Hefefutterteig mühsam ist, ich werde das schön weiter beobachten und schauen, ob ich es zukünftig nicht vorrangig einsetze.


    Jörn

  • Hallo Jörn,

    bitte beobachte bei den Kristallzuckerteig wieviele Zuckerkristalle auf dem Boden bzw. durch das Bodengitter fallen. Berichte darüber.

    Gruß Eisvogel

    Als ich mich zum imkern entschlossen hatte, fand ich mich ratlos vor diversen modernen Beuten-Systemen.

    Abbé Emil Warre 1948, 12. Auflage Bienenhaltung für alle, Übersetzt von Mandy Fritsche, 2010

  • Weiter habe ich ein Test gemacht ob die Herstellung wirklich nur mit Puderzucker geht, oder auch normalem Kristallzucker.

    Beim Eimer mit Kristallzuckerhefeteig habe ich festgestellt, dass der obere Teil recht trocken und recht unverändert aussah (...)

    Ich habe jetzt 2 Völkern noch Kristallzuckerhefeteig aufgelegt, Bienen kamen auch wieder sofort angerannt, ich schaue mal, ob der auch zügig verputzt wird.

    Stimmt, Kristallzucker kristallisiert wieder. Die Folge: Die Behaarung der Bienenzunge scheuert sich ab, die Menge des aufgenommenen Futters wird immer geringer - führt zu längeren Schleckphasen- führt zu weiterer Abraspelung der Zungenhaare - führt zu.... Sehr eindrücklich, auch mit Bildern, nachgewiesen von Liao C, Xu Y, Sun Y et al. [J. insect. physiol. 124(2020)104059]. Physiologisch kein Unterschied, wohl aber anatomische Zerstörung der Zunge.
    Ich würde deshalb meinen Bienen niemals Kristallzucker zumuten.
    MfG, Wolfhard

  • werde beobachten .

    Brauchst du ein gutes Mikroskop dazu, und du müsstest die Biene sezieren.

    das abscheuern der Zunge ist mir neu. Ich las bis dato immer, dass das füttern von Kristallzucker möglich ist, aber wegen des Wasserbedarfs zur Auflösung der Kristalle nicht empfehlenswert wäre?

    War mir auch neu (Erscheinungsjahr 2020), hatte ich auch so wie du gelernt; deshalb hielt ich die Ergänzung auch für so wichtig.
    MfG Wolfhard

  • Berlinimker Vielen Dank für Deinen Bericht und die geteilte Erfahrung mit dem vergleichsweise gegebenen Apifonda. Ich kann das genau so bestätigen, da ich ebenfalls erstmals in diesem Jahr den Teig nach obiger Quelle hergestellt habe. Bislang haben meine Bienen den/das (?) Apifonda immer nur wenig beachtet und ich habe oft große Mengen später entsorgt. Den selbst hergestellten Teig mit Hefe putzen die Damen schnell weg, obwohl genügend (vergleichbar zu den letzten Jahren) eingefüttert wurde und auch immer noch ausreichend Futter im Volk ist.

    Ist zwar wirklich ätzend in der Herstellung, da ich keine riesige Rühr- oder Knetmaschine habe, aber anscheinend den Aufwand wert.

    Buckfast in 12er Dadant US in der schönen Nordheide

  • bei der nächsten Backstube machen lassen, dann spart man den Platz für den Betonmischer.

    10kg Puderzucker sind zwar nicht billiger, machen aber weniger Arbeit und Müll als 40x 250g Packungen. Die Folie kann auf den Beuten verwendet werden.


    Puderzucker ca 1,20 €/kg, Apifonda ca 1,05 bis 1,35 ( bei 2,5 bzw 15kg)

    d.h. bei großem Bedarf müsste man selber Zucker verpudern

  • afri ich habe 30 kg per Hand gemacht. Auf nen Tip hin hatte ich zuerst mit Mörtelrührer versucht, das geht aber nur bis man ca. 50% eingefüllt hat, dann kommt der nicht mehr durch. Dann bin ich umgestiegen auf Armkraft, was wirklich ätzend war. Ich glaube Imkerei Bleise hat auf Youtube nen Video wo die das mit einem Rührhaken und einer alten Teigmaschine oder so machen.

    Die Idee mit der Bäckerei hatte ich auch schon.

    Wenn man nen Bäcker findet, der Lust drauf hat und dem seine Maschine ja Naturbedingt auch ab morgens still steht....., dann:


    -kann der bestimmt billiger Hefe bekommen

    -kann der bestimmt billiger Puderzucker bekommen oder selbst herstellen?

    -kann der besser mit Maschine rühren und vor allem ganz andere Menge?


    wasgau immen, hast du den Betonmischer genommen um Zucker zu Puderzucker umzuarbeiten oder den Hefeteig anzusetzen?


    @LionBeee, die Idee ist, dass die Hefe die Saccharose umarbeitet zu Glucose und Fructose, Apifonda oder Apiinvert ist NICHT invertiert, da müssen das die Bienen machen, den Schritt sparen wir den Bienen wenn wir Hefefutterteig machen.
    Preisvergleiche hinken dadurch natürlich auch, wäre wie Honig und Sirup vergleichen 8|

    Jörn