Erfahrungsbericht Futterteig

  • Wie geht das eigentlich? Sind da Hefen oder andere Mikroorganismen drin, die das machen?

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Geht es nur mir so? Beim Stichwort "Hefen" denke ich sofort an gärenden Honig.


    Hefen sind zwar allgegenwärtig, aber sie noch extra gezielt in Völker einbringen kommt mir komisch vor - das ist aber ein reines Bauchgefühl aus Unkenntnis heraus, daher also meine Frage.


    Macht das wirklich nichts bzw. filtern die Bienen die Hefen vor dem Einlagern vollständig raus?

  • afri ich habe 30 kg per Hand gemacht.

    Alter Schwede !!! Respekt. Ich habe 10 kg per Hand gemacht und war fertig danach. Habe auch schon nach gebrauchten Knetmaschinen gesucht. Allerdings sind brauchbare Modelle immer noch sehr teuer. Auf die Idee, das mit einem Betonmischer zu machen, muss man erst mal kommen ... Allerdings befürchte ich, dass mich meine bessere Hälfte für komplett bescheuert hält, wenn ich neben dem ganzen Beuten-Gedöns jetzt auch noch einen Betonmischer anschleppe ^^

    Buckfast in 12er Dadant US in der schönen Nordheide

  • Die Säure im Honig spaltet die Sacharose auch - einfach etwas langsamer als Hefe.

    10 kg Staubzucker, 1 kg warmen flüssigen Honig und 1 l warmes Wasser für einen leicht abnehmbaren, feuchten Futterteig.
    In einen 20kg Eimer habe ich schichtweise Staubzucker und Honigwassergemisch gegeben und diesen in den WECK (Einkochautomat) gestellt, den Themostaten auf 40 Grad eingestellt und 36 Stunden geduldig gewartet - und siehe da: wie von Geisterhand ist der Futterteig wunderbar gleichmässig gemischt und kann ohne grosse Kleisterei in die Säcke gefüllt werden.

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    Dunkle Biene Mellifera Schutzgebiet Glarnerland (CH)

    CH Hinterbehandler im Bienenhaus

  • Hallo,

    Invertin ist ein Enzym , das Haushaltszucker Sacharose in Fruchtzucker (Fructose) und Traubenzucker (Glucose) hydrolytisch aufspaltet. Das nennt man Invertzucker und kristallisiert im Gegensatz zu Saccharose nicht in übersättigten Lösungen wie Honig. Verantwortlich dafür ist die Fructose, da sie stark hygroskopisch und nur schwer kristallisierbar ist.

    Invertase findet sich in Hefen woraus es gewonnen wird .

    Gruß

  • hornet war auch erst heftig skeptisch, mich belesen und erfahren; die Hefe hat nur einen sehr geringen Anteil am Gemisch. Durch den sehr hohen Zuckeranteil wird der Gärungsprozess der Hefe komplett unterbunden. Die Hefe hat Invertin als Bestandteil und der spaltet jedoch über die Zeit den Zucker. Die Hefe wird also (nach unserem Verständnis) zweckentfremdet.


    bienenfred Klasse Sache, habe schon eine ganze Weile nach der Zusammensetzung von Apifonda gesucht! Auf Anfrage hat der Hersteller nicht reagiert.

    Ich habe mal mit meinen Honiguntersuchungen verglichen, Honig hat nur extrem wenig Saccharose (bei mir zwischen 0 bis 5% je nach Tracht), Fructose und Glucose haben bis 40% Anteil.


    Aueren das was du gemacht hast ist m.E. "normaler Futterteig", weißt due bestimmt, dass der Honig die Saccharose aus dem Puderzucker in Glucose und Fructose zerlegt hat? Geschmeidig wird das ganze auch, wenn man es manuell mit Honig durchknetet.


    Frage in die Runde; kennt jemand Laboruntersuchungen von Hefefutterteig? Hat schonmal wer diesen nach seinen Zuckeranteilen auf Saccharose, Fructose und Glucose untersuchen lassen?

    Ich werde mal eine Anfrage an das Länderinstitut Hohen-Neuendorf stellen, vielleicht haben die das mal gemacht oder können das machen.

    Würde mich schon interessieren, wie sich der Zucker nun wirklich durch die Hefe zerlegt hat.


    Unzweifelhaft finden den Bienen den Hefefutterteig interessanter, an allen Völkern wurde er bevorzugt.