Dadantbeute noch modern?

  • Kann mir jemand einen Vorteil dieser Beute unter folgenden Gesichtspunkten nennen:


    schnelle Sauglings/Ablegerbildung mit Ganzwaben(wohl kaum möglich)
     
    Schwarmkontrolle(mühsames Abheben von Honigräume und Ziehen von Einzelwaben im Brutraum im Vergleich zur sekundenschnellen Kippmethode)


    Honigablagerung in den großen Brutwaben(Schwierigkeit der Ernte im Vergleich zu vollständigen Erntemöglichkeit bei niedrigerem Maß)


    Wanderfähigkeit der Beute(zeitaufwendig wegen Gurt/Gewicht)


    Aufbau sehr starker Waldtrachtvölker(Beschränkung auf einen Brutraum )


    Gruß
    Rainer

  • Wer so tendenziell blöde Fragen stellt, beweist nur, daß es besser wäre, Goldfische zu züchten.


    Ich bewirtschafte zur Zeit 150 Völker in Dadantbeuten und lasse gerade 100 weitere Beuten bauen - wahrscheinlich, weil ich nach über 20 Jahren Imkerei mit diversen Modellen mir die schwerste Variante ausgesucht habe. Zig Berufskollegen haben Literatur zu dem Thema verfaßt, aber diese Literatur ist an dem Frager vorbeigegangen.


    Weltweit wird in Imkerkreisen mit Dadant oder dem ähnlichen Langstroht gearbeitet, aber hier findet sich mal wieder der Hobbyimker Summsemann, der alles besser weiß.


    Wie gesagt - Goldfische sind gar nicht so übel.... :lol:

  • Hallo Kollegen,
    der Klaus triff den Nagel meistens genau auf dem Kopf.
    Ich habe mir auch gerade diverse von diesen altmodischen Dadant-Kisten gekauft um damit meiner Imkerei einen Neubeginn mit einer dazu passenden Biene zu verpassen. Der Rainer sollte sich mal etwas gute
    Imkerei-Literatur besorgen, vielleicht wird er dann verstehen, warum man in Dadant einfach besser imkern kann, vielleicht " Meine Betriebsweise " von Bruder Adam oder soetwas.

  • Hallo Rainer, nachdem meine Vorredner "nur" die Vorteile gelobt haben, und nicht so sehr auf Deine Fragen eingegangen sind, (Es gibt keine blöden Fragen, nur blöde Antworten), möchte ich, wenn auch kein Dadand-Imker, versuchen, Antworten zu geben. Zunächst möchte ich einige Fragen zusammenfasn, da sie das Schwarmproblem betreffen. Die Dadandbeuteverlangt eine Biene, die starke Völker aufbaut und schwarmträge ist. Da erübrigt sich die Sauglingsbilgung. Auch die Kontrolle der Einzelwaben ist nicht zeitaufwendiger, da es ja nur zwölf Waben sind. Das Abheben der Honigräume mußt Du auch bei der Kippkontrolle machen, sonst kippt Dir die ganze Beute um. Außerdem mußt Du bei Schwarmstimmung dann auch alle Waben durchgucken, das sind je nach Magatintyp 18 bis 22. Zur Honigablagerung auf großen Waben kommt es nur, wenn das Volk zu schwach ist. Ein Honigvorrat auf den großen Dadandwaben ist auch nicht weiter schlimm. Da Du eine scharfe Aberntung als Vorteil niedriege Waben ansiehst, mach doch bei einen Volk den Versuch, und lass ihn 2-3 volle Honigwaben, Du wirst über das Ergebnis staunen! Zur Wanderfähigkeit, es ist ja nicht nur totes Gewicht, das man mitschleppt, sodern auch ein größeres Gewicht an Bienen. Bruder Adam sagte einmal,ein Imker, der eine Beuten allein tragen kann, taugt nichts. Zum Thema Gurte, ich habe meine Magazine auch immer mit Gurten umspannt, wo soll da der Nachteil sein? Auch mit nur einen Brutraum in Dadand lassen sich starke Spättrachtvölker für die Waldtracht aufbauen, zwölf Waben Dadand entsprechen etwa 18 Normalmaßwaben. Ableger wrden meist in Sechserkästen oder in Langstroth gemacht. Letzteres vor allem, wenn mit Vereinigen der Völker im Herbst oder Frühling gearbeitet wird. Ich hoffe , meine Antwort hilft Dir weiter. Obwohl ich die Beiträge von Klaus, Bauer, Simon und Ralf sehr schätze, hätten sie als Dadandimker viel mehr auf Deine Fragen eingehen sollen, sie hätten Dir einiges noch genauer erklären können. Warum habt Ihr diese durchaus berechigten Fragen gleich als Angriff auf die Dadandbeute gesehen? V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Du betreibst eine Nebenerwerbsimkerei
    mit 150 Völkern mit langjähriger
    Erfahrung und konntest auf keinen
    Fragenkomplex eingehen.
    Wohl etwas dürftig.


    Gruß
    Rainer

  • Ich habe die Frage nicht als Angriff auf ein gutes Beutensystem gesehen. In der tendenziösen Frageformulierung drückte sich zum einen eine vorweggenommene Antwort aus und zum anderen - und das stört mich noch viel mehr - faktisches Unwissen. Die Fragestellung ließ schon anhand einiger Stichworte (z.B. Saugling) erkennen, daß hier nur Erfahrungen mit einer anderen Betriebsweise vorlagen und nun versucht wurde, dies anhand eigener Vorstellungen auf Dadant zu übertragen. Das geht so nicht!!! Genausogut könnte man sagen, daß Birnen nicht wie Äpfel schmecken und deshalb sch... sind. :lol: Ich diskutiere gern mit jemand, der Erfahrungen mit mehreren Betriebsweisen hat - aber ich fange keine Diskussion an, wenn zu erkennen ist, daß diese Diskussion auf der anderen Seite keine Grundlage hat.


    Das Arbeiten mit Dadantbeuten läßt sich nicht innerhalb dieses Forums mit ein paar Sätzen erklären, dazu ist eine Betriebsweise zu komplex und außerdem zu ortsbezogen. Beispielsweise wird ein Dadantimker mit Zielrichtung Heidetracht anders arbeiten als ein Imker, der wie ich um den 15. Juli herum abschleudert und dann die Völker schon auf den Winter vorbereitet.


    Außerdem gibt es da dieses mysteriöse Ding namens Buch.... das mit zwei Deckeln aus Papier und vielen mit Buchstaben bedruckten Seiten zwischen diesen Deckeln, manchmal auch mit bunten Bildern... da sollte man mal hineinschauen. Deswegen gehe ich grundsätzlich nicht auf Fragen ein, wenn erkennbar ist, daß sie sich auf ein Grundwissen beziehen, welches man jedem halbwegs guten Einsteigerbuch entnehmen kann.


    Gute Fachliteratur gehört in jede Imkerei!

  • Dein Kommentar hat mir schon viel besser gefallen,mit Dir kann man offensichtlich gut diskutieren.


    Als Tierwirt mit 25 jähriger Erfahrung und
    langjähriger Praxiserfahrung in einer Berufsimkerei möchte ich gerne auf Deine
    ausführliche Antwort eingehen.Es wird bei
    uns im Erlanger System geimkert.
    Hauptracht ist die Waldtracht (Ende Mai bis ca 15 Juli).Die Völker werden ohne Absperrgitter geführt .
    Zur Schwarmkontrolle :
    Die Kippkontrolle zwischen den zwei Brutzargen dauert ca 5 - 10 Minuten für einen Stand mit 30 Völkern.Die Völker werden dabei kaum gestört.Auch bei einem 5 bis 6 räumigen Volk kann man die Kippkontrolle anstandslos durchführen.
    Warum soll man bei einem Stand mit 30 Völkern wo vielleicht 3 angezogen haben bei 30 Völker Waben ziehen.
    Honigernte:
    Bei der Honigernte (letztes Abräumen mit sofortiger anschließender Fütterung) muss man doch in der Lage sein den Honig so weit als möglich abzuernten(Ernteertrag und Überwinterungsproblematik z.b. bei Melizitosehonig.)
    Wanderung:
    Die Wanderung erfolgt mit einem Sackkarren auf einem Senkoanhänger wo die Völker in ca 15-20 Minuten aufgeladen sind ohne Kraftanstrengung und ohne Vergurten.
    Wo kann die Dadantbeute betriebstechnisch einen Vorteil gegenüber den bereits bestehenden Beutensystemen verbuchen.
    Sie müßte mir als Imker einen Mehrwert in Punkto Kraftaufwand,Schnelligkeit bei der Schwarmkontrolle,Erntevorgang und Wandertechnik bringen.


    Gruß Rainer

  • Als Erwerbsimker muß ich mir die Frage stellen,wieviele Völker kann ich mit einem bestimmten Zeitaufwand möglichst kraftsparend bewirtschaften.Je mehr Völker umso besser.
    Die mehreren Dadant-Erwerbsimker ,die ich kenne bleiben als Einzelkämpfer bei
    einer Obergrenze von ca 250 Völker hängen oder haben notgedrungen junge Hilfskräfte eingestellt,die Ihnen die schwere körperliche Arbeit der Schwarmkontrolle und Ernte und wanderung abnehmen und können daher eine höhere Völkerzahl betreuen.


    Gruß
    Rainer

  • Hallo, Rainer,


    mit welcher Rasse imkerst Du? Von einigen Buckfastimkern hier im Forum weiß ich, daß sie gar keine Schwarmkontrollen mehr machen...


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo zusammen,


    es ist mal wieder so weit. Evangelisch oder Katholisch? Dadant oder XY Rähmchenmas; Königin von der Rasse oder der anderen?
    In der Weltimkerei gibt es eigentlich nur zwei Systeme und das ist Dadant und Langstroth. Nur im Deutschsprachigen Raum ist die Weltentwicklung der Imkerei in den 30ern stehen geblieben!
    Ich will damit die Diskusion nicht schmälern, aber eins ist immer richitg: wo Licht ist, ist auch Schatten!
    Jetzt fragt man sich, welchen Schatten möchte ich lieber. Im Grunde hat jedes System Vorteile und Nachteile. Ich selbst war lange Zeit ein Gegner der Dadantbeute, gerade weil ich auch Waldhonig mache. Irgend wann hab ich dann Dadantbeuten von einem Imker übernommen und darin meine Erfahrungen gesammelt. Heute bedaure ich, daß ich diese Erfahrungen nicht schon viel frühr gemacht habe!


    Grüße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo,
    Toyotafan schrieb:

    Zitat

    "Irgend wann hab ich dann Dadantbeuten von einem Imker übernommen und darin meine Erfahrungen gesammelt. Heute bedaure ich, daß ich diese Erfahrungen nicht schon viel frühr gemacht habe!"


    Das kann ich nur bestätigen. Mitte der 80er-Jahre stand ich vor der Entscheidung, von Nebenerwerb auf Vollerwerb umzusteigen. Ich arbeitete damals (Betriebsweise eher intensiv als extensiv) mit Zander-Magazinen und entschied mich gegen den Vollerwerb. Die Arbeit schien mir für eine Person einfach zu viel und zu schwer zusein.


    Seit sieben Jahren arbeite ich nun mit Dadant. Hätte ich dieses System damals schon gekannt, wäre meine Entscheidung wahrscheinlich anders ausgefallen.
    Übrigens: Ich arbeite nicht mit dem 12er-Adam-Kasten sondern mit dem kompatiblen 10er-System und mit standbegatteten Bienen vom Typ Carnica. Darf ich das überhaupt??? :D


    Von den betriebstechnischen Vorteilen der Beute einmal abgesehen: Die Bienen verhalten sich in diesen Kisten einfach anders! Nur ein Beispiel: In meinen Zanderbeuten nahmen meine Bienen jede Gelegenheit wahr, unter der Fußzarge Wildbau aufzuführen - auch bei 5-zargigen Beuten ohne Absperrgitter.
    In meinen Dadantbeuten habe ich noch niemals auch nur einen Ansatz von Wildbau unter der Fußzarge entdeckt, obwohl ich keine Bausperre verwende und genügend Platz und reichlich Volksstärke vorhanden ist.


    Irgendwie scheinen die Völker auf der Dadant-Wabe einen Mangel nicht zu verspüren, den sie in anderen Systemen mit dem Wildbau im Bodenbereich beheben wollen.
    Viele sonnige Grüße,
    Rudi[/quote]

  • Hallo liebe Imker(innen),


    ich habe mich als Imker-Einsteiger auch für Dadant-modifiziert entschieden. Aber aller Anfang ist schwer (da auch kein Dadant-Imker in meiner Nähe), und es steht nicht alles in Bücher (@ Klaus Maresch). Ich wünschte es gäbe mehr Tip´s , wie z.B. von Toyotafan (freier Brutraum zum Honigraum hin abdecken). Dann wäre nicht jeder Einzelkämpfer, und bräuchte u.U. Jahrzehnte um seine Erfahrungen zu machen.


    Gruß
    Matthias