Als Anfänger von DNM auf Dadant umziehen...?

  • Hallo werte Profiimker 8):)


    habe im letzten Jahr mit der Imkerei auf DNM angefangen (ein ausgewinterter Ableger). Letztes Jahr habe ich dann selber einen Ableger gezogen. Beide Völer sind bisher gut über den

    Winter gekommen. Bisher war meine Idee die Völker das gsanze Jahr über einzargig auf 12er DNM zu führen. Von der zweiräumigen Betriebsweise halt ich nicht sooo viel.

    Nach intensiver Recherche im Winter und einem Gespräch mit der 40km entfernten Imkerei (ca. 200 Völker) finde ich immer mehr Gefallen an Dadant.


    Habe mich nun schon recht intensiv zu Dadant belesen. Dadant scheint durch das Schied ja doch recht viele Vorteile zu haben. Sei es genug Platz für ausreichend Winterfutter, gezielte Steuerung der Brut, schnellere und schonendere Durchsichten, handlichere Honigräume...


    Nun bin ich hin und hergerissen wo die Reise in den nächsten Jahren hingehen soll. Noch habe ich jediglich zwei DNM Beuten, diese sind voll ausgestattet und könnten so ja auch weiter betrieben werden. Geplant sind in den nächsten Jahren nicht mehr als 6 Völker.

    Vorteil der DNM Beute wäre bei mir, dass alle meiner Bekannten mit dem Maß imkern (das hätte max. den Vorteil Ableger gut abgeben zu können) sowie das Umhängen von HR in den BR.


    Über DNM 1,5 habe ich auch bereits nachgedacht, stelle mir das Ziehen der Waben jedoch nicht ganz so schön vor. Außerdem scheint es Dadant an jeder Ecke in z.T. hervorragender Qualität zu geben, bei der Ausstattung für DNM 1.5 muss man hingegen schon etwas suchen.


    Einige Fragen geistern mir noch im Kopf herum, auch wenn ich dazu teilweise schon einiges gelesen habe...


    -Kann man mit der 12er US auch vernünftig im Warmbau imkern? (stehe lieber hinter den Beuten und würde dementsprechend auch ein kleines Bienenhaus bauen)

    - wie logiere ich meine DNM Ableger am besten auf Dadant? Sicher kann man einen Kunstschwarm einschlagen, aber lieber wären mir doch Brutwaben als Starthilfe

    - schaffen es die Damen genug Mittelwände bis zum Herbst auszubauen? Schließlich benötige ich ja im Winter sicher gute 3 Brutwaben + sagen wir gute 5 Futterwaben? Das ergibt 8 benötigte Waben im Herbst. Zum Start im Mai hätte ich ja nur nackte Mittelwände.

    - Lassen sich die Damen nach dem Einschlagen in die Dadant Beute direkt mittels Tasche füttern? Habe ja auch keine gefüllten Futterwaben, weshalb ich ja nur meine ca. 4? nackten Mittelwände plus Futtertasche einhängen könnte.


    Im Normalfall würde ich mich im Imkervein anmelden und dort meine Fragen stellen. Aber dank Corona ist das natürlich alles nur sehr sehr eingeschränkt möglich.


    Ich hoffe ihr könnt mir helfen, ist wie gesagt noch mein erstes Jahr. Aber ich weiß schon jetzt dass ich mich in 3 Jahren ärgern würde wenn ich feststelle, dass DD doch wesentlich besser zu mir passen würde.


    Vielen Dank vorab, Paul :S

  • -Kann man mit der 12er US auch vernünftig im Warmbau imkern? (stehe lieber hinter den Beuten und würde dementsprechend auch ein kleines Bienenhaus bauen)

    - wie logiere ich meine DNM Ableger am besten auf Dadant? Sicher kann man einen Kunstschwarm einschlagen, aber lieber wären mir doch Brutwaben als Starthilfe

    - schaffen es die Damen genug Mittelwände bis zum Herbst auszubauen? Schließlich benötige ich ja im Winter sicher gute 3 Brutwaben + sagen wir gute 5 Futterwaben? Das ergibt 8 benötigte Waben im Herbst. Zum Start im Mai hätte ich ja nur nackte Mittelwände.

    - Lassen sich die Damen nach dem Einschlagen in die Dadant Beute direkt mittels Tasche füttern? Habe ja auch keine gefüllten Futterwaben, weshalb ich ja nur meine ca. 4? nackten Mittelwände plus Futtertasche einhängen könnte.

    • Dadant hat einen quadratischen Grundriss, also geht Warmbau, finde ich aber nicht sinnvoll.
    • Kunstschwarm ist am einfachsten. Ich habe damals DN-Rähmchen in Dadant-Rähmchen eingeschraubt. Das geht zwar, aber dann hat man ewig diese Provisorien in den Beuten. Mit Kunstschwarm hat man dann direkt frisches Wabenwerk
    • Ja, kein Problem, ggf. kontinuierlich füttern.
    • Auch mittels Futtertasche funktioniert das gut.
  • Über DNM 1,5 habe ich auch bereits nachgedacht, stelle mir das Ziehen der Waben jedoch nicht ganz so schön vor

    Wo soll da jetzt der Unterschied zu Dadant sein? Auch bei 1,5-DNM macht man die Kiste nicht voll mit Waben und arbeitet mit Schied


    bei der Ausstattung für DNM 1.5 muss man hingegen schon etwas suchen.

    Gibt es auch überall.


    Ich sehe der Vorteil zu 12er Dadant vor allem in der Kaltbauoption und der entsprechenden anderen Platzierung des Fluglochs (z.B. um die Waben beidseitig zu schieden und auf beiden Seiten Luft zu lassen. Außerdem sind die Dadantwaben etwas niedriger, was sich ein wenig auf die Annahme des Honigraums auswirken könnte.

    Ich habe auch schon überlegt, auf Dadant umzustellen und hatte deswegen auch zwei Jahre lang zwei Völker auf Dadant geführt. Ich sah aber keinen schlagenden Vorteil gegenüber 1,5-DNM und fand die 12er Beuten sehr sperrig und vermisste Griffleisten und Rutschleisten.

    Die Option, die Honigräume gegenüber den Bruträumen um 90 Grad zu drehen, habe ich mit 10er Zanderflachzargen gelöst. Die sind zudem leichter als 12er Dadant, was mit Jahren auch zum Tragen kommt (schönes Wortspiel).

    Aktuell bastle ich an Böden für Kaltbau.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hast du denn schon HR, Rähmchen und Mittelwände für DN? Ein normales Volk sollte bis Herbst alle Wände ausbauen können, ich befürchte nur das du bei einer Hau-Ruck-Umwohnaktion viel weniger Honig bekommen wirst. Dann würde ich eher eine Saison auf DN gehen und dann doch Kunstschwärme machen. Die bauen Anfang/Mitte Juli mit Zufütterung immer noch alle Mittelwände aus.


    Und ich kenne keinen Fred, indem sich irgendeiner begeistert darüber geäußert hat, die DN/Zander-Rähmchen in eine Dadant-Beute zu friemeln.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Was ich nur auf keinen Fall machen würde ist DN und DD zu haben... Da ärgerst du dich nur rum... Entweder DN oder DD.


    Ich würde mir überlegen, wo die größeren Vorteile sind, mit den Bekannten ein Maß zu haben oder dass Maß einer in der Nähe befindlichen Großimkerei.


    Umsetzen würde ich auch mit dem Schwarm und dann nächstes Jahr die DN mit Beute verkauft... Oder eben bei DNM bleiben...

  • Ich besitze wie gesagt bereits zwei komplette DNM Beuten sowie ca. 70 einsatzbereite DNM Rähmchen inkl. Mittelwand (aus einer Auflösung übernommen). Diese Rähmchen könnte ich aber ohne Probleme an Bekannte weitergeben...


    Wie oft sollte man denn das Schied anpassen? Sicher ist das abhängig von den aktuellen Volksverhältnissen, aber kann man als Durchschnitt sagen dass man nach 3, 7 oder 14 Tagen anpassen muss? Warmbau wäre mir persönlich am liebsten, aufgrund des besseren Handlings von hinten.


    Meine beiden DN Völker würde ich vorerst nicht umlongieren, eher Kunstschwärme bilden um diese dann in die Dadant einzuschlagen. Dadurch sollte der Honigertrag nicht immens schlechter sein.

  • Ich besitze wie gesagt bereits zwei komplette DNM Beuten sowie ca. 70 einsatzbereite DNM Rähmchen inkl. Mittelwand (aus einer Auflösung übernommen). Diese Rähmchen könnte ich aber ohne Probleme an Bekannte weitergeben...


    Wie oft sollte man denn das Schied anpassen? Sicher ist das abhängig von den aktuellen Volksverhältnissen, aber kann man als Durchschnitt sagen dass man nach 3, 7 oder 14 Tagen anpassen muss? Warmbau wäre mir persönlich am liebsten, aufgrund des besseren Handlings von hinten.


    Meine beiden DN Völker würde ich vorerst nicht umlongieren, eher Kunstschwärme bilden um diese dann in die Dadant einzuschlagen. Dadurch sollte der Honigertrag nicht immens schlechter sein.

    Das mit dem Schied ist ein Fall für sich. Ich würde derzeit auf BN plus FW links und rechts schieden. Und dann im Zeitraum wenn die HR drauf kommen nochmal prüfen, wie die Waben bebrütet sind. Wenn alles voll, man spricht von so ca. 80 %, dann kann man ggf. mit einer LW oder FW erweitern...


    Regelmäßiges Schieden bedeutet auch regelmäßiges auseinanderreissen des BN, was nicht förderlich ist...


    Je nachdem wann du aus dem Volk einen KS bildest, haben die natürlich einen Knick, denn die Brut fehlt ja. Wenn keine Brut etwa zum Trachtende, so ca. 2 Wochen vorher, kann es mehr honigen, da die Bienen sich nicht um die Brut kümmern müssen, jedenfalls nicht so viel. Bildest du zur falschen Zeit, dann kommt der Knick, wegen fehlender Brut und die Bienen müssen sich um den neuen Nachwuchs kümmern, so das weniger Sammel jenen zur Verfügung stehen.

  • Das Schied sollte nicht ständig geändert werden. Wenn Du im Juli nach dem Abschleudern umwohnst, dann am besten dierekt auf die gewünschten 8-10 Rähmchen für die Überwinterung das Schied setzen. Die Anpassung mache ich einmalig (evtl. 1x nachjustieren) im frühen Frühjahr auf 4-6 Rähmchen.

  • Das Schied sollte nicht ständig geändert werden. Wenn Du im Juli nach dem Abschleudern umwohnst, dann am besten dierekt auf die gewünschten 8-10 Rähmchen für die Überwinterung das Schied setzen. Die Anpassung mache ich einmalig (evtl. 1x nachjustieren) im frühen Frühjahr auf 4-6 Rähmchen.

    In welchem Rähmchenmaß wäre hier vielleicht wichtig zu erwähnen...

  • Rähmchenmaß Dadant. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, mit einem Block von 8-9 Waben, begrenzt von zwei Schieden zu überwintern. Die Schiede sind Rähmchen mit Styropor drin, beidseitig beplankt mit 4mm Sperrholzplatten.

  • lass die Beuten parallel weiter laufen, auch für Völker

    /Ableger in DNM gibt es einen Bedarf, wegen der Kompatibilität und Gewicht der HR würde ich aber bei 10er/Magazinimker-System bleiben.


    Wie Wolfgang schreibt, kann man über einen Zwischenbodenbrett, den Bienenzugang in Kaltbaustellung bringen. Die Bienen laufen unten vorn rein und steigen durch 2 seitliche Aufstiege zu den Waben hoch.

    Ich würde bei Standard-Magazinen bleiben und wenn man geschützt arbeiten möchte eher wie ein Carport bauen, dabei Träger für Hebesystem vorsehen

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    Vielleicht so ähnlich

  • Er will ja die alten Vöker behalten.


    Völker-Vermehrung und Honigernte sind je erstmal ein Klassisches Spannungsfeld zwischen zwei Zielsetzungen. Weil in der Zeit wo die Königinen gut werden muss auch der Honig gesammelt werden. Wenn man da den Völkern 3 BW klaut, ist das ungünstig. Funktioniert aber soweit gut zu Vermehrung.

    Aber dieses Spannungsfeld wurde bereits von schlauen Imkern aufgelöst.

    Mann macht dann die Königinnen-Vermehrung unter Einsatz von "wenig" Bienenmasse (im Verhältnis zur Anzahl der Königinnen) und bringt die Bienenmasse die zum Überwintern benötigt wird erst später dazu.

    Klassisch wäre da dann die "üblichen" Verfahren wie Adam-Starter, diverse andere Starter / Finisher Verfahren zu nennen. Die werfen pro "geopferter" Bienenmasse ziemlich viele Königinnen ab.


    Ich würde ja in der Größe bei meinem heutigen Kenntnisstand vermutlich wie folgt vorgehen:

    Im Mai Königinnen im Honigraum (Siehe Verfahren von Karl Weiß in "Der Wochenendimker") ziehen.

    Oder Nach Schwarz. Beim dem Verfahren nach Schwarz können etwas mehr Königinnen gezogen werden. Kostet bis dahin erstmal "keinen" Honigertrag.

    Dann - rechtzeitig vor dem Schlupf, so das die zum Zusetzen Jungfer oder Zuhängen der Zelle keine offene Brut mehr haben - je nach Materialverfügbarkeit - möglichst kleine Begattungseinheiten bilden.

    Lässt sich auch kombinieren. Du musst ja eh Brutwaben in den HR hochhängen. Dann hängt man gleich so viele hoch wie man Begattungseinheiten bilden möchte. Passt dann vom Timing.

    Dann hast du also die gewünschte zahl Ablegerkästen (oder eine 4er Boden, oder ...) mit einer BW, MW und Junger Königin. Die lässt du 14 Tag in Ruhe. Dann Kontrolle ob die Königinn in Eilage ist und OX Behandlung.

    Bis dahin hat das "wenig" Masse gekostet. Weniger geht nur mit Begattungskästchen oder M+.

    Allerdings sind die Jungvölker vermutlich noch etwas zu schwach zum zuverlässig überwintern.

    Hier sehe ich zwei Möglichkeiten:

    ENTWEDER du behandelst mit TBE / Teilen und Behandeln. Dann kannst du den "Brutling" quasi dem Jungvolk zuhängen. Dann wartest du 21 Tage, bis die große Brutmenge geschlüpft ist und machst im Jungvolk wieder eine TBE (Restwaben würde ich einschmelzen). OSx Behandlung. Allerdings schlägst du die bei der Gelegenheit auf Dadant ein. Direkt kräftig und dünn füttern. Wichtig: Beute mit Mittelwänden voll machen. Futter drauf. Nach einer Woche alle nicht nennenswert ausgebauten Waben raus. Schied setzen. Sollte aber noch einiges an Platz zum Bauen sein. Noch 1-2 mal dünn füttern. Dann Auffüttern.

    ODER du "erntest" bei der Honigernte Bienen aus den Honigräumen (Bienenflucht über Leerzarge aufsetzen, dann nimmst du einfach die Traube die unter der Bienenflucht hängt, ggf. noch 2 Brutwaben Abfegen. Achtung, durch ein Absperrgitter sieben, Königin soll ja im Ausgangsvolk bleiben)

    Mit diesen Bienen, den Bienen aus dem Ableger und der Jungen Dame kann dann ein "normaler" Kunstschwarm gebildet werden. Die ein oder zwei Brutwaben aus dem jeweiligen Begattungsableger kann man ohne Bienen in die DN Völker zurück hängen.


    Achtung, beide Verfahren gehen nur bei "nicht zu später" Ernte, also irgendwann Mitte Juli. Später wird das vermutlich knapp mit der Bienenmasse zum guten Einzuwintern.


    Zum Schieden:

    Ich setze das Schied einmal im Frühjahr. Dabei mache ich auch eine Inventur und kann dann ggf. zeitnah danach Brutwaben zum Ausgleichen der Volksstärken umhängen. Dann wird ggf. noch einmal korrigiert. Bis auf Ausnahmen bleibt die Anzahl der Waben vor dem Schied dann bis zum Auffüttern oder TBE gleich.