Historische Betriebsweise in Franken

  • Liebe Forengemeinde


    ich verfolge und durchforste diese Forum schon länger mit großem Interesse. Nun habe ich jedoch eine Frage, auf die ich bislang (innerhalb und außerhalb dieses Forums) keine Antwort finden konnte und habe mich dafür eigens angemeldet :). Vielleicht ist jemand unter Euch, der mir weiterhelfen kann:


    Ich bin auf der Suche nach der historischen Betriebsweise in meiner Region (Franken/Maintal/Untermain), kurz bevor bewegliche Rähmchen weit verbreitet waren. Also in etwa 19. Jhdt. Es dürfte neben Klotzbeuten und ggf. (auslaufender?) Zeidlerei v.a. auch Korbimkereien gegeben haben und diesbezüglich interessiert mich die Gestaltung dieser regional üblichen Körbe. Wegen der unterschiedlichen Trachtsituation zu Norddeutschland haben sich die Körbe vermutlich deutlich vom Lüneburger Stülper unterschieden, über den es ja ausreichend viel Literatur und auch Filme gibt. Möglicherweise ging es eher in Richtung Alemannischer Drehrumpf o. Ä.


    Falls also jemand genauere und ausführlichere Quellen hierzu kennt, oder auch überliefertes Wissen besitzt, bitte gerne teilen!


    Vielen Dank!

  • Ich bin auf der Suche nach der historischen Betriebsweise in meiner Region (Franken/Maintal/Untermain), kurz bevor bewegliche Rähmchen weit verbreitet waren. Also in etwa 19. Jhdt. Es dürfte neben Klotzbeuten und ggf. (auslaufender?) Zeidlerei v.a. auch Korbimkereien gegeben haben und diesbezüglich interessiert mich die Gestaltung dieser regional üblichen Körbe.

    Gibt es denn nicht in Nürnberg/Feucht nicht ein Zeitler Museum? Siehe hier: https://www.zeidelmuseum.de/

    Das sollte als Start schon einmal reichen, die Leute vor Ort (Internet) können Dir da auch evtl. weiterhelfen mit weiteren Quellen...

    Auch loht es sich antiquarische Quellen zu durchsuchen - dort kann man auch oft Bücher aus dem 16./17./18. und 19. Jahrhndert finden - Suche nach "Bienen Zucht" ...

  • Danke Franz/Ralf - die Museen und Bieneninstitute werden meine nächsten Anlaufstellen. Antiquarische digital verfügbare Literatur durchforste ich derzeit. Falls jemand noch konkrete Erkenntnisse zum Thema "fränkischer" Bienenkorb hat, immer gerne!


    VG

  • Hallo Imkerfreunde,

    das Zeidelmuseum ist wunderbar, ein Füllhorn der Imkerei. Auf mehreren Stockwerken eines riesigen alten Fachwerkhauses gibt es zahllose Exponate zum Kennenlernen und Staunen.

    Hier zwei Fotos von meinem letzten Besuch Ende Oktober 2018.

    Die Kolleg*innen, welche das Haus betreuen, sind sehr kommpetent. Am besten fahrt ihr mal, wenn sie wieder auf haben.

    Der Ort Feucht liegt rund 15 km südöstlich von Nürnberg. Gut zu erreichen, Autobahnen ohne Ende.

    Zeidelmuseum-1.jpgZeidelmuseum-2.jpg

  • Hallo "Unterfrankenbüromensch"!


    Feucht wäre eine Anlaufstelle. Da müsstest du aber auch ein guter Waldbesitzer sein.

    Vielleicht mal etwas mehr Licht ins Dinkel bringen was du so vor hast ...


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • Ich empfehle das Büchlein; Bienenstand und Bienenstock, die Armbrustersammlung von Irmgard Jung-Hoffmann, dort sind einige alte Behausungen gut dargestellt. Für Franken aber nichts explizit. Ggf. wurde noch mit Hessischen Körben bis nach Franken hinein geimkert.

    Jörn

  • Hallo zusammen und danke für das Interesse an/ den Input zu dem Thema.


    Halt uns doch mal auf dem laufenden, das würde mich auch interessieren.


    sobald ich hierzu belastbare Informationen zusammen habe, kann ich sie gerne teilen.

    Hallo Imkerfreunde,

    das Zeidelmuseum ist wunderbar, ein Füllhorn der Imkerei. Auf mehreren Stockwerken eines riesigen alten Fachwerkhauses gibt es zahllose Exponate zum Kennenlernen und Staunen.

    Hier zwei Fotos von meinem letzten Besuch Ende Oktober 2018.

    Danke, sieht ja viel versprechend aus. Wäre es nicht 230km von mir weg, wäre ich schon dort gewesen. Es ist aber auf der Agenda, und sobald ich mal wieder an Nürnberg vorbei muss, ist ein längerer Zwischenstopp eingeplant.

    Mein Interesse besteht zunächst an der vorherrschenden imkerlichen Betriebsweise oder Betriebsweisen (der Plural ist wahrscheinlicher) unmittelbar vor der Verbreitung mobiler Rähmchen in Franken. Ich denke nicht, dass diese nur aus Zeidelei bzw. Klotzbeuten bestand, sondern auch Körbe verbreitet waren. Doch wie waren diese gestaltet, um den damals vorherrschenden Trachtverhältnissen - und auch der damals vorherrschenden Biene - gerecht zu werden? Mir ist bewusst, dass es tief im Spessart mit dunklen langen und kalten Wintern (es war einmal...!) und ggf. nur spärlicher Frühtracht andere Ansätze gegeben haben wird, als im milden unteren Maintal. Daher muss man sich von dem Gedanken einer einheitlichen Betriebsweise vermutlich verabschieden - im vorindustriellen Zeitalter, in dem Handarbeit gefragt war und Bedarfsgegenstände oft in der häuslichen oder dörflichen Gemeinschaft hergestellt wurden, sowieso. Und dann gab es mit Sicherheit - damals wie heute - auseinandergehende Meinungen darüber, welche Betriebsweise besser, welche schlechter, geeignet sei.


    Das sind aber alles nur Annahmen, ich stehe noch am Anfang. Jedenfalls weißt Du nun, was ich vor habe: zunächst mal Wissensdurst stillen:)


    Ich empfehle das Büchlein; Bienenstand und Bienenstock, die Armbrustersammlung von Irmgard Jung-Hoffmann, dort sind einige alte Behausungen gut dargestellt. Für Franken aber nichts explizit. Ggf. wurde noch mit Hessischen Körben bis nach Franken hinein geimkert.

    Jörn


    Danke, kommt auf die Lektüreliste!


    Grüße!

  • Ich denke nicht, dass diese nur aus Zeidelei bzw. Klotzbeuten bestand, sondern auch Körbe verbreitet waren. Doch wie waren diese gestaltet, um den damals vorherrschenden Trachtverhältnissen

    Ja, im Zeitelmuseum gibt es auch dutzende von Bienenkorbarten....

    und auch der damals vorherrschenden Biene - gerecht zu werden?

    Diese "damals vorherrschenden Biene" gibt es aber heute nicht mehr, daher ist es relativ irrelevant ob die damalige Biene damals zum benutzten Bienenkorb gepasst hatte oder nicht... - auch sind in der Zwischenzeit die Trachtverhältnisse völlig anders...

  • Ich denke nicht, dass diese nur aus Zeidelei bzw. Klotzbeuten bestand, sondern auch Körbe verbreitet waren. Doch wie waren diese gestaltet, um den damals vorherrschenden Trachtverhältnissen

    Ja, im Zeitelmuseum gibt es auch dutzende von Bienenkorbarten....

    und auch der damals vorherrschenden Biene - gerecht zu werden?

    Diese "damals vorherrschenden Biene" gibt es aber heute nicht mehr, daher ist es relativ irrelevant ob die damalige Biene damals zum benutzten Bienenkorb gepasst hatte oder nicht... - auch sind in der Zwischenzeit die Trachtverhältnisse völlig anders...

    Für wen genau ist das irrelevant und weshalb? Dass die Tracht anders ist, ist bekannt, hat aber ehrlich gesagt nichts mit meiner eingangs gestellten Frage zu tun.


    Grüße!

  • Für wen genau ist das irrelevant und weshalb?

    Das ist für die "heutige Biene" irrelevant...

    (Die heutige Bienen ist von anderen Unterarten, ist wesentlich weniger schwarmfreudig und baut stärkere Völker auf, vor allem verläuft die Volkstärke in der jeweiligen Bienenjahreszeit anders und auch die Dauer der Bienenjahreszeiten hat sich verändert... - kurz, die dynamic im Bienenvolk ist heutzutage völlig anders - und es gibt die Varroa.)