Anzahl von Bienenstichen

  • Hallo, Bienenfreunde!
    Ab welcher Anzahl von Bienenstichen wird es eigentlich kritisch beim Nicht- Allergiker? Wie wirkt das Bienengift auf Herz und Kreislauf? Und was geschieht, wenn man nach geraumer Zeit (z.B. nach einigen Wochen) wieder Stiche abbekommt?
    Der Hintergrund meiner Fragen ist folgender:
    mein Mann arbeitete neulich anden Bienen und bekam durch Unachtsamkeit an einem Tag 12 Bienenstiche. Am Abend ging es ihm nicht gut ( Herz- und Kreislaufbeschwerden). Die Atemwege waren frei. Nach 2 Tagen hatte er sich wieder erholt.
    Vielleicht kann mir jemand Auskunft geben, das wäre sehr nett. Ich mache mir nämlich jeses mal Gedanken, wenn wir an den Bienen arbeiten...
    Das ist sicher verständlich, oder?
    kessi

  • 12 Stiche und ein Mehrfaches davon dürften für einen "trainierten" Imker eigentlich kein Problem darstellen. Vor einiger Zeit ging eine Meldung durch die Medien, daß ein 90jähriger österreichischer Imker durch Unachtsamkeit mehrere Hundert Stiche bekam und auch überlebte.


    Allerdings muß man schon einiges anstellen, um soviele Bienenstiche zu bekommen. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wäre ich aber vorsichtig und würde die Angelegenheit einmal mit dem Hausarzt besprechen.


    Mit besten Grüßen


    Klaus

  • Hallo,


    die "Schadschwelle" liegt wahrscheinlich bei jedem etwas anders. Wahrscheinlich liegts auch am Körpergewicht (ich vertrag' also etwas mehr ... :D:D:D ). Wir hatten darüber auch irgendwann schon mal diskutiert. Als ich noch in meiner Anfangszeit mit Carnica-Landbiene imkerte erhielt ich mal etwa 50 - 60 Stiche an einem Nachmittag. Da gings mir auch nicht mehr gut. Mittlerweile bin ich ja schon etwas "abgehärtet". Beim Fangen eines Schwarmes bekam ich neulich auch wieder eine gute Ladung mit. Beschwerden stellten sich nicht ein. Ich habe danach nur immer das Bedürfnis viel (Wasser) zu trinken. Schaden kann das ja nichts. Wenns am abend passiert ist schlaf' ich dann auch eher schlecht. Aber sonst is nix. Soweit zu meinen Erfahrungen.


    Ich würde auf alle Fälle bei deinem Mann die Sache beobachten. Imkert ihr erst seit kurzem? Zwölf Bienenstiche sind, je nach Völkerzahl und Arbeiten, nicht direkt ungewöhnlich wenn man ohne Schleier etc. arbeitet. Da sich die Symptome erst langsam beruhigten sollte Vorsicht angebracht sein. War vielleicht noch ein hoher Ozongehalt in der Luft mit im Spiel, der zusätzlich belastend wirken konnte?

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo, Reiner!
    Ja, wir imkern erst seit letztem Jahr. Da haben wir uns mit Sicherheit noch nicht so richtig mit Bienenstichen abhärten können. Ich denke, daß das sicher etwas länger dauert als einen Sommer, oder? :roll: 
    Klar, wir werden Vorsicht walten lassen, denn alles andere wäre total unvernünftig.
    Mir fällt noch was ein: mein Mann hatte eine Woche zuvor noch einen Zeckenstich bekommen, der immer noch gerötet war. Das kam mit Sicherheit noch erschwerend hinzu.
    Vielen Dank noch für deine schnelle Antwort.
    kessi :)

  • Hallo Kessi,


    wenn ich Dein Mann wäre würde ich einmal einen Arzt aufsuchen aus zwei Gründen.
    1.: Der Zeckenbiss, wenn der nach mehreren Tagen immer noch rot ist könnte er mit irgendetwas infiziert sein.
    2.: Die Bienenstiche. Ich glaube ich habe mal gelesen das durch die rein toxische Wirkung vom Bienengift der Mensch wohl erst nach weit über 1000 Stiche durch das Gift selbst Probleme bekommt, sprich sterben kann. ABER, und dies ist das große ABER, die allermeisten Menschen bekommen schon vorher Probleme durch die Nebeneffekte des Giftes. Es ist zwar richtig was Reiner geschrieben hat, das sich viele Imker an die Stiche und das Gift gewöhnen was bei mir und meinem Großvater der Fall ist/war, aber andere wiederum bekommen oft Probleme mit dem Kreislauf. Z.B. mein Vater hatte nach Bienenstichen immer Kreislaufprobleme und er wurde schon bei ca. 15-20 Stichen bewußtlos, sein Leben lang, selbst nach 40 Jahren Imkerei hatte er sich nicht an das Gift gewöhnt. Er hatte nur allgemein leicht Kreislaufprobleme und immer einen sehr niedrigen Blutdruck. Er hatte deshalb stets am Stand ein Medikament das ihm mit dem Kreislauf wieder geholfen hat, dies war natürlich vom Arzt verschrieben. Diese Erscheinung muß noch nicht unbedingt was mit Allergie zu tun haben evtl. auch nur mit einer persönlichen Schwäche. Dies würde ich mit einem Arzt abklären lassen. Nur um sicher zu gehen, ich möchte nicht das Ihr irgendwann keine Freude mehr an den Bienen habt.



    Gruß
    Franz

  • Hallo,Franz!
    Danke für deine ausführliche Antwort!!
    Zwischenzeitlich war mein Mann beim Arzt. Es wurde über eine Blutuntersuchung festgestellt, daß es wirklich der Zeckenstich war- nicht die Bienen. Er hat eine Borreliose und wird mit Antibiotika therapiert.
    Viele Grüße.
    kessi

  • Hallo Kessi,
    meine erste Begegnung mit Bienenstichen war auch so circa das erste, was ich bei meinen Bienen überhaupt getan habe, als ich sie erbte.
    Ich schnappte mit erstmal die Motorsäge und mähte das Gras vor den Beuten, ohne Schutz. Das Resultat waren so ca. 40 - 50 Stiche im Kopf- und Schulterbereich. Heute bin ich schlauer und würde dies sicherlich niemals mehr tun. Damals hat es mir fast nichts ausgemacht, kaum Schwellungen. Aber diese Dummheit hat mir eine sehr große toxische Empfindlichkeit gegen Bienengift eingebracht, beim nächsten Stich wenige Wochen später sah ich aus wie .... lassen wir das :lol: 
    Zum Glück ist es keine Allergie, aber wie bereits geschrieben, die Reaktion ist bei jedem anders.

  • Hallo, Ralf!
    Man lernt eben am besten aus der Erfahrung, stimmt`s?
    So ist das auch mit den Bienen. Wir Menschen sind eben so. :wink: 
    ...aber den Spaß mit den Tierchen lassen wir uns trotz alledem nicht verderben.
    Viele Grüße !
    kessi

  • Tja, wie schon oben gesagt, jeder reagiert anders. Meine ersten Stiche waren ganz schön schmerzhaft (von der Schwellung will ich gar nicht reden). Einmal ist es mir auch richtig dreckig gegangen; ich bekam einen Nesselausschlag am ganzen Körper, es hat mir die ganze Nacht den Magen umgedreht und ich hab' mich drei Tage nicht eingekriegt. Was genau diese Reaktion ausgelöst hat, weiss ich bis heute nicht. Inzwischen machen mir die Stiche nichts mehr (auch mehrere auf einmal nicht). An den meisten Stellen eitert das Gift an Ort und Stelle einfach heraus. Ansonsten ist nach zwei Tagen alles vorbei.
    lg, gazdin