wassergehalt im honig zu hoch - was tun??

  • hallo imkersleut,
    leider musste ich feststellen, das mein geernteter honig einen zu
    hohen wassergehalt hat, der nicht den dib-richtlinien entspricht.
    habe einen wasser gehalt von 19-20% gemessen. was kann ich tun?


    gruss henri

  • Oh henry, oh henry,


    19-20% sind nicht nur dem D.I.B. zu hoch, sondern auch dem Honig. er wird dir wahrscheinlich gärig werden.
    Wenn es nicht gar so viel Honig ist, kannst du ihn bedenkenlos den Bienen verfüttern. Immer noch besser, als wegschmeißen.
    Es gibt zwar mechanische Trocknungsgeräte für Honig, die lohnen sich aber wirklich nur für Großmengen, und ... man kommt mit dem Gesetz allzu leicht in Konflikt. ("Dem Honig darf nichts hinzugefügt oder entzogen werden ...")
    Ich würde ihn verfüttern, vielleicht kannst du ihn ja später im Jahr nochmal schleudern.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Die 19 - 20% würden der Honigverordnung entsprechen, die erlaubt 21%.
    Also ihn als Honig laut Deutscher Honigverordnung erklären und schon wird er nicht mehr gärig :D 
    Im Ernst: wenn er bald verbraucht und bis dahin trocken/gut verschlossen gelagert wird, solte es keine Probleme geben.


    Thomas

  • vielen dank für die tips,
    was verstehe ich unter "mechanischen trochnungsgeräte"?


    vielen dank henri

  • Thomas Hädrich schrieb:

    Die 19 - 20% würden der Honigverordnung entsprechen, die erlaubt 21%.


    Hallo Henry,
    nimms nicht tragisch. Ich habe auch immer solchen hohen Wassergehalt beim Blütenhonig durch meine Segeberger Beuten und mir ist noch keiner gärig geworden, vielleicht macht es auch das "Rühren".

  • Hallo, Franz Xaver,


    ich imkere ausschließlich mit Segebergern, der Wassergehalt lag je nach Volk oder Standort zwischen 14-18%, da seh ich keinen Unterschied zu anderen Beuten.


    Viele Grüße


    Margret

  • bisy schrieb:

    , der Wassergehalt lag je nach Volk oder Standort zwischen 14-18%, da seh ich keinen Unterschied zu anderen Beuten.


    Margret


    Hallo Margret,
    der "Kunststoffbeutenhonig" ist lt. Untersuchungen namhafter Bieneninstitute wasserhaltiger als "Holzbeutenhonig".

  • Ich habe mal in einem Buch meines Großvaters gelesen, dass man bei Honig mit viel Wassergehalt die Lagergefäße einige Wochen lang nur mit Zeitungspapier abdecken und den Honig oft und gründlich rühren sollte. Das gibt dem Honig die Möglichkeit, Wasser zu verdunsten.


    Grüße aus Ostsachsen....Heiko

  • Hallo Heiko,
    ich denke das Gegenteil ist der Fall. Lass mal Honig 2 Tage offen stehen und miss dann den Wassergehalt. Honig zieht Wasser an! Das würde natürlich auch bei der Abdeckung mit Zeitungspapier passieren.

  • Ihr habt beide Recht. Honig und Luft stehen im Feuchteaustausch. Bei trockener Luft wird dem Honig Wasser entzogen, bei feuchter Luft zieht der Honig Wasser. Wo die genauen Gleichgewichtsfeuchten sind, weiß ich leider nicht. In einer trockenen Wohnung (ca. 50% Luftfeuchte, bei Betonbauten das übliche) da gab es keine Probleme.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Henri,


    der Wassergehalt bestimmt die Honigqualität entscheidend mit. Deshalb ist der Vorschlag von Michael zu bedenken. Je nach Menge füttere ihn an die Völker zurück und laß den Bienen genügend Zeit zur Verarbeitung. Auch ist darauf zu achten, daß die Völker über ausreichend Bienen verfügen. Halbleere Honigräume sind für die Honigqualität von Nachteil. Vielleicht ist es angebracht auf einem Außenstand mit wenig Völkern den Honig zurückzugeben, es besteht Räubereigefahr!


    Viele Grüße
    Christoph

  • Hallo zusammen, die Rückgabe von Honigwaben kann man sich vereinfachen, indem man diese in eine Zarge über dem Boden gibt. Dort befinden sie sich in einer völlig unnatürlichen Lage.Die Bienen tragen ihn dann an seinen naturgemäßen Platz um. Evtl. kann man das durch Entdeckeln noch beschleunigen. Gut funktioniert das bei Honigfeuchten Waben, die man trocken haben möchte und bei Honigwaben, die sich nicht schleudern lassen, diese muß man aber in Wasser "einweichen". V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.