Wärmeschied/angepasster Brutraum

  • Ich lasse mal einen Klassiker sprechen

    Heinrich Storch “ Der Praktische Imker “ 8.Auflage ohne Jahr S.177 ( Original ca 1920er,1930er J.)

    Zitat:

    5.Das Einengen der Völker im Vorfrühling


    Die kritischste Zeit für die Bienen im ganzen Bienenjahre ist die vom Reinigungsfluge bis zum

    Aufsetzen der Honigräume. Während dieser Zeit muß der Imker sein ganzes Wissen und Können

    aufwenden, seine ganze Liebe und Fürsorge den Bienen widmen, wenn er mit vollkräftigen Völkern

    die wenigen Wochen der Haupttracht gründlich ausnutzen will.

    Die Vorbedingungen einer gedeihlichen Frühjahrsentwicklung sind: Eine gute Königin, ein kräftiges,

    gesundes Volk, Vorräte in entsprechender Menge und Warmhaltung durch Enghaltung und schützende Matten. Hat man daher seine Völker im Winter noch etwas kühl gehalten, so heißt es

    jetzt, die Wärme für sie zusammenzuhalten, wo es nur geht. Zitat Ende ( Kursivschrift vom Verfasser )

    Heinrich Storch war Fachlehrer für Bienenzucht in Marburg / Lahn und Ehrenimkermeister des Deutschen Imkerbundes

    Die 8. Auflage aus der ich zitiere wurde bearbeitet von Dr. Karl Dreher, Landes-Lehr- und Versuchs-

    anstalt für Imkerei, Mayen/Eifel


    immer wieder bin ich gespannt, was die Bienen anders machen...

  • wie kann es unnützt sein, wenn die Völker dann im März so stark sind, dass sie in SChwarmstimmung kommen? Dann muss es bei der Entwicklung ja was bringen...

  • Diese besagten 2 Personen habe ich wohl zufällig auch gesehen. 😅 Finde es etwas schade, dass sie den angepassten Brutraum so stark kritisieren, ohne dabei überhaupt annähernd Argumente gegen diesen vorzubringen. Es heißt immer nur "is schlecht", "bringt nix", "sinnlos" etc. Es wirkt für mich so, als seien sie einfach "aus Prinzip" dagegen. Schade.

    und wahrscheinlich ohne ihn selber je getestet zu haben

  • Diese besagten 2 Personen habe ich wohl zufällig auch gesehen. 😅 Finde es etwas schade, dass sie den angepassten Brutraum so stark kritisieren, ohne dabei überhaupt annähernd Argumente gegen diesen vorzubringen. Es heißt immer nur "is schlecht", "bringt nix", "sinnlos" etc. Es wirkt für mich so, als seien sie einfach "aus Prinzip" dagegen. Schade.

    und wahrscheinlich ohne ihn selber je getestet zu haben

    Das glaube ich nun nicht unbedingt!

    • Es gibt genügend Imker die haben starke Völker und die genau passende Beute dazu, so das sie nie die Erfahrung gesammelt haben bei welchen Völkern "ein Einengen" Sinn machen würde/könnte.
    • Flachmagazinimher können durch die Anzahl von Brutraumzargen die Völksstärke ausgleichen und so den BR genügend anpassen, da benötigen die auch kein Schied ;-) ...
    • Eventuell sind ihm schon einmal/öfter zu früh geschiedete Völker verstorben....
    • Auch habe ich früher, bei meinen Trogbeuten, im Frühjahr die Bienen eingeengt und dann Rähmchen für Rähmchen wieder erweitert, bis die aufsetzreif waren - das habe ich mir dann auch gespart und verstanden das dies nicht nötig war. Allerdings beim Aufsetzen die "überflüssigen Rähmchen" entnehmen kann schon Sinn machen, vor allem bei schwächeren Völkern.
    • Seit ein paar Jahren habe ich auch wieder verschiedene "Versuchskombinationen" die oft auch schwächere Völker hervorbringen und da ist ein etwas angepassterer Brutraum schon von Vorteil - vor allem bei größeren Rähmchenabmessungen.

    ==> Nicht jeder, der den Sinn von Schieden nicht sieht, muß ein "Unwissender" sein, evtl hat er "nur" andere Erfahrungen gemacht bzw. hat eine andere Beute oder eine andere Biene ;-) ...

  • Das kann ja sein, aber in der Wissenschaft gilt das „hat andere Erfahrungen gemacht“ nicht. Da gelten Versuchsprotokolle und Studien, eben um von persönlichen Erfahrungen weg zu kommen.

  • Das kann ja sein, aber in der Wissenschaft gilt das „hat andere Erfahrungen gemacht“ nicht. Da gelten Versuchsprotokolle und Studien, eben um von persönlichen Erfahrungen weg zu kommen.

    Es gibt zu Bienen fast keine Völker vergeichende Studie die "wissenschaftlichen Standards" genügen würden, auch nicht von Wissenschaftlern. Dazu genügt zumindest fast nie die verwendeten Völkerzahlen - aber Studien mit mehr Völkern kann keiner bezahlen - auch ist oft die mathematische Betrachtung und Analyse des Zahlenmaterials ungenügend, oft sogar mehr als ungenügend

    (aber das zweifelt ja keiner an) ... - deshalb sind in der Imkerei Praktiker ("erfahrene Imker") oft weiter ...

  • Ich habe mir das Schauspiel gerade angeguckt. Was da geschwurbelt und gestammelt wird:


    "Man muss das Volk nicht einengen, das ist ja heutzutage modern; besonders Berufsimker und besonders Dadantimker, die ihre Bienenvölker in Dadantbeuten halten...Buckfastimker die ihre Bienenvölker in Dadantbeuten halten, schwören auf den angepassten Brutraum und das ist schlichtweg Blödsinn. Ich habs untersucht[...]angepasster Brutraum heißt die Völker eng halten, das immer, ahja, ja, auf wenig Waben, die wenig Waben, die wenigen Wagen, komplett mit Brut gefüllt sind - da gibt es dann verschiedene Techniken, die sind alle unmöglich." :/

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Wirklich klasse ist auch der Abschnitt über Hofmann-Rähmchen bei erwähntem Video der beiden Bienenwissenschaftler.


    Wenn Dr. Pia Aumeier für die letzte Wabe noch einen Vorschlaghammer geholt hätte, wäre ihnen ein Komikpreis sicher gewesen.


    Grüße vom Apidät

  • auf jeden Fall wird der Geschwindigkeitspreis gewonnen werden, das Wissenschaftliche Papier und die Stoppuhr wird das beweisen.

    Papier beweist eh alles....:wink: wenn man das da liegen hat

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Ob Schied oder nicht. Die Temperatur in einer Bienenbeute ist doch elementar.


    Im Winter wenn Sie aus der Brut gehen sollen, nach Möglichkeit kalt.


    Im Frühjahr wenn Sie anfangen zu brüten, dann müssen sie das Brutnest auf Temperatur halten. Warum sollte es also keinen Sinn machen, die Bienen dabei zu unterstützen?


    Ob das mit Decken, Schieden, einem geschlossenen Boden oder anderen Hilfsmitteln passiert, ist doch egal....


    Und das die Bienen im Frühjahr die Brut warm halten muß, ist sicher kein Geheimnis.

  • Ob Schied oder nicht...


    Im Frühjahr wenn Sie anfangen zu brüten, dann müssen sie das Brutnest auf Temperatur halten. Warum sollte es also keinen Sinn machen, die Bienen dabei zu unterstützen?


    Ob das mit Decken, Schieden, einem geschlossenen Boden .....

    Bitte nicht alles in einen Topf werfen. Schieden bedeutet nun mal vor allem auch Begrenzung. Jegliche Begrenzung hindert den Bien nun mal an der freien und völligen Entfaltung seiner Volkskraft.

    Ein starkes Volk braucht diese "Krücke" nicht, es ist nach Auswinterung bereits bereit für die Frühtracht.

    Ein normal bis schwaches Volk könnte geschiedet durchaus eine bessere Entwicklung zeigen, fällt aber Ertrags mäßig mindestens für die Frühtracht aus oder ist stark unterdurchschnittlich. Bienenmengen, welche man im Herbst nicht in die Völker hereingebracht hat, kommen im Frühjahr nun mal zum Fehlen, da kann ein Schied auch nichts retten. Was wurde, auch von mir, da nicht schon alles versucht früher(70ern). Das Einengen im Frühjahr auf den Bienensitz und auch das Schieden (mit 2er und 3er Blindwaben) gehörte mit zum ersten, was ich bei meinem Opa gelernt hatte. Regelmäßig haben die überlebenden Völkchen bis Anfang Juli aufgebaut, nur dann gab es kaum noch Honig und mit weiterem Warten wurde dann wieder eine gute Überwinterung verspielt. Ein Kreislauf, aus dem mein Opa leider nicht heraus kam. Es ist mir ehrlich gesagt unverständlich, wieso man jetzt allgemein so auf das Schieden setzt. Bei Großwaben mag es unbestreitbar Vorteile haben, aber sonst....?X/

    Einmal editiert, zuletzt von 28052021 ()

  • Schieden bedeutet nun mal vor allem auch Begrenzung.

    Nein, richtiges Schieden heißt nicht begrenzen, sondern formen. Der Platz für Brut wird nicht kleiner, als die Legeleistung der Königin das hergäbe, sondern auf die dafür maximal nötige Zahl von Waben beschränkt. Dass der Platz ausreicht, erkennt man daran, dass noch etwa Wabenfläche für Honig und Pollen bleibt (in den Ecken der Brutwaben). Ist das nicht der Fall, hat man tatsächlich begrenzt und nicht nur geformt.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)