Wärmeschied/angepasster Brutraum

  • @Schillbee

    Meinen Respekt, du hast da mehr verstanden.


    Schaut euch ruhig das Video von Imker Foldissimo " der Dadantfehler" an. Er ist Züchter und hat ne Menge Erfahrung.

    Für sein Video wurde er allerdings angefeindet. Hass sollte nicht Ziel sein.


    Wer sich mit seiner Beute und Betriebsweise nicht kritisch auseinandersetzen kann, vergibt sich den Weg einer Verbesserung.


    Hier hättet ihr Schillbees Weg erfahren können und hättet euren eigenen Weg überdenken können. Vielleicht wärt ihr danach zum Schluss gekommen, alles unverändert zulassen, oder ihr hättet etwas verändert. Ihr hattet nichts zu verlieren und alles zu gewinnen.


    Wie könnt ihr beurteilen, ob Schillbee den angepassten Brutraum beherrscht? Ihr erlaubt euch da ein Urteil über einen Imker, den ihr nicht an den Völkern erlebt habt. Dessen Völker ihr nie gesehen habt.

    Mir kommt das ziemlich, vermessen und hochmütig vor. Toleranz wäre hier angebracht gewesen. Denn Schillbee tut euren Völkern doch nicht weh. Und doch zeigt die Reaktion von einigen hier, dass da der Finger in der Wunde liegt, die Gegenargumente nicht so stark sind um die Argumente von Schillbee auszuhebeln.


    Kritik kann Verbesserung bringen und nur weil ihr sie nicht hören wollt, kann sie durchaus korrekt sein und euch auch weiterbringen.

  • Die meisten Menschen wollen lieber durch Lob ruiniert als durch Kritik gerettet werden.


    (Sprichwort)


    :p_flower01:


    Es ist aber auch schwer, Kritik zu ertragen und selbstkritisch zu sein...:-?

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Ich konnte Schillbees Argumentation nicht folgen.


    1.Ein starkes Volk braucht das Schied nicht.


    Das kann sein, aber eine Königin kann in der Regel nur 8 DD Rähmchen belegen und der Rest ist dann für Dinge offen, die man auch in den HR packen kann. Ferner hat fast keiner nur starke Völker, im Gegenteil.


    Man kann doch bei der Tierhaltung nicht nur vom Maximum ausgehen?


    2. Schon mittelmäßige Völker haben trotz des Schiedens nur einen unterdurchschnittlichen Honigertrag?


    Wie passt das zusammen? Wenn man sonst nur starke Völker hat, oder was?


    Warum reden dann andere mit Erfahrung, dass man u.a. mit Schieden aus schwächeren Völkern noch ansprechende Honigerträge erntet?


    3. Das Hindern an der „vollständigen Entfaltung“ des Biens bedeutet doch auch, dass man versucht Trigger für das Schwärmen zu mindern, indem z.B. der Brutraum nicht mit endlos Nektar zugeballert wird. Da nimmt man doch in Kauf, wenn die Königin einen Meter mehr geht oder 100 Eier weniger legt.


    Kein landwirtschaftliches Nutztier wird in der Regel so gehalten, dass es sich voll entfalten kann, weil das Leistungseinbußen bedeuten würde. Begrenzung findet eigentlich immer statt.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Wie hat Bruder Adam geimkert auf 12 Waben im Brutraum?

    Ist nichts anderes, als auch mit 2 Bruträumen Imkern zu können.


    Immer das Verhonigen vorzuschieben, um ein engeres Schieden zu rechtfertigen, ist nicht korrekt. Verhonigen kann sogar in Mini plus passieren, wenn die Gegebenheiten stimmen.


    Manchmal hängt man zu sehr am Schied fest. Nehmt nur den Raum für die Brut. Wenn jemand sagt, 8 Dadantwaben reichen, hat er den gleichen Raum, wie eine Zarge DNM oder Zander bietet. ( Auch da gibt es schon Imker, die auch diesen Raum noch kleiner setzen mit Wärmeschieden, wo ich dann einfach Styropor in den Raum werfe.


    Der bereitgestellte Raum für die Königin ist in vielen Beuten gleichgroß und wird im Höhepunkt der Saison mit einem Brutnest gefüllt.

    Beim angepassten Brutraum kommt es auf den Zeitpunkt des Schied setzens an. Wer spät scheidet erspart sich Arbeit und greift weniger in die Brutnest Struktur ein. Das Volk baut sich mit seiner Geschwindigkeit auf und da in derzeit kaum Tracht herrscht, verhonigt da auch nichts.

    Beim frühen Schieden wird immer wieder angepasst und immer wieder eingegriffen. Die Bienen müssen immer wieder eine neue Situation, neue Wabe etc . meistern.

    Der Imker greift aktiv ins Geschehen ein, aber er wird nie besser sein als die Bienen.

    " Auch wenn ein YouTube Imker (Walter) mal das Gegenteil behauptete "


    Es hilft vielleicht sich bewusst zu machen, zu welcher Zeit geschiedet wird. Und was im Frühjahr in dem Moment an Tracht überhaupt reinkommt, also die Umwelt bewerten.

    Sind Eingriffe zu derzeit notwendig? Die Gefahr von Schwärmen ist im Frühjahr zunächst nicht wirklich gegeben.


    Wir haben es nicht mit einem Statischen Geschehen zutun, sondern das Volk hat den Winter überstanden und will sich aufbauen. Ein wachsendes Geschehen.


    Lässt man ungehindert wachsen, kann es auch schnell zur passenden Zeit Schwärmen im Mai, mal im April, aber früher?. Ein Risiko.

    Lässt man es zunächst natürlich wachsen, und bremst erst, wenn Tracht kommt, hat man meist eine gute Honigernte.

    Bremst man frühzeitig das Wachstum, gibt das auch gute Völker und Honig, aber man erfährt nie, was ohne Eingriff möglich gewesen wäre, und ob die Eingriffe eine Hilfe waren.


    rase hat in einem Stream und auch hier mal gesagt, er schiedet spät, kurz vor der Tracht. Und für mich macht dies auch am meisten Sinn und spart Arbeit mit einem guten Ergebnis.

  • Schaut euch ruhig das Video von Imker Foldissimo " der Dadantfehler" an. Er ist Züchter und hat ne Menge Erfahrung.

    Und wenn man seine Kommentare unter dem Video liest, kann man zu dem Schluss kommen, dass er glaubt besser über die Zucht Bescheid zu wissen als Bruder Adam.

  • Es ist aber auch schwer, Kritik zu ertragen und selbstkritisch zu sein...

    Ja, Kritik passiert hier öffenlich, ertragen muss man sie alleine und Erkenntnis kommt im sehr privaten kleinem Kämmerchen (sofern man so eines hat)...


    Ich konnte Schillbees Argumentation nicht folgen.

    Er unterscheidet zwischen anpassen udn pressen nicht, das ist bei ihm das gleiche - allerdings kann ich ihm insofern zustimmen das einengen, wenn man schon weis das man in 2-3 Wochen wieder erweitern muss, nichts brings - dieses Phänomen war vor allem bei Trogbeutenimker oft zu sehen, da haben Leute auch nicht angepasst sondern gepresst mit dem Erfolg das sie auf den Halbtag genau wieder erweitern mussten oder der Schwarm war weg...

    Bei uns hat man früher gesagt:

    • Schwarm in April: dann mus sich der Imker verbessern
    • Schwarm im Mai: dann muss man die Genetik verbessern


    Das kann sein, aber eine Königin kann in der Regel nur 8 DD Rähmchen belegen

    Was? Dann hast Du noch nie ein wirklich starkes Volk gesehen.... - oder meinst Du mit "in der Regel" "bei durchschnittlichen Königinnen" ?

  • Die Einlassung von Schillbee war, dass starke Völker kein Schied brauchen und es eine "Krücke" ist und das Eingrenzung, wie auch immer geartet, etwas nachteiliges sein könnte.


    Es geht hier auch nicht um engeres Schieden, sondern um das Schieden, da sollten wir präzise bleiben. Hier wurde sich auch gar nicht um den Zeitpunkt des Schiedens gestritten. Unter dem Strich schiedet rase auch!


    Wenn man vom schieden spricht, meint man in aller Regel das Schieden in der Großraumbeute. Die Leute mit einzubeziehen, die in kleineren Formaten schieden, ist nicht zielführend. Es hat noch nie ein Meister gesagt:"Schiedet in Zander oder DN!". Ich kenne zumindest kein Buch oder keinen Fred, wo das jemand mit Reputation/Erfahrung behauptet.


    Ich finde das Schied als Anfänger einfach "geil", weil es den Bienen und mir durch den Raum in der Beute viel mehr Ruhe und Sicherheit gibt. Ich habe weder zu eng, noch super früh geschiedet. Ich schiebe das Schied weg und kann dann arbeiten. Unabhängig davon gibt es nicht wenige mit Erfahrung die weitere Vorteile sehen, die für mich nachvollziehbar sind.

    Wo wir beim aufhängen sind, ein hoher Nektareintrag im Brutnest führt nicht zu Schwarmtendenzen?

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Ich kann mich da nur auf Gerdes beziehen, der das mathematisch relativ klar darlegt. Ich habe hier im Forum aber erfahren, dass u.a. Heike sehr starke Königinnen züchtet. Dann mag sich das relativieren.


    Auf der anderen Seite meinte mal einer (wasgau oder rase oder beide?), dass er lieber gleichstarke (gleichmäßige) Völker hat, weil die weniger arbeiten bedeuten. Wenn das heißt, dass man nur Völker an der Leistungsspitze hat sage ich "Chapeau!".


    Also ja, ich/man geht da wohl vom Durchschnitt aus.

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  • Ich kann mich da nur auf Gerdes beziehen, der das mathematisch relativ klar darlegt.

    Nur die Annnahmen die hinter der Mathematik stehen sind sehr veraltet und damit falsch... (z.B. soweit ich mich erinnern kann, hat die "2000 Eier pro Tag die eine Königin legen kann" einmal jemand im 19. Jahrhundert gezählt und seit dem wird diese Zahl abgeschrieben...)

  • Also tut mir leid, aber du willst jetzt nur das Schieden bewerten, aber nicht die einzelnen Varianten des Schiedens hier zulassen? Was ist den Normal für das Schieden? Welcher Zeitpunkt ist richtig, wie eng ist korrekt geschiedet?


    Sorry, dass geht nicht. Ein Schied alleine macht kein Volk. Ob man es setzt, wann man es setzt, wie eng man es setzt, hat immer einen Einfluss positiv oder negativ.


    Man kann ganz ohne Schied arbeiten und wird mit etwas Können nicht schlechter sein, als jemand mit einem gesetzten Schied, der auch Ahnung hat. Ich sag sogar, dass er ohne Schied weniger Schwärme haben wird. Wer Warnholz kennt, weiß, dass es funktioniert.


    Ein Schied ist ein Werkzeug. Und nur der Anwender kann Nutzen daraus ziehen oder nicht. Nur muss man das Werkzeug unbedingt einsetzen? Bei Bienen, die über tausende von Jahren sich erfolgreich im Überleben zeigten?

    Du gibst mit dem Schied dem Volk ein Zeichen.... bis hier her und nicht weiter. Ob du richtig liegst, mit diesem Handeln, liegt an deiner Erfahrung, deinem Können und deinem Gespür.


    Nur würdest du es mit bekommen, wenn du nicht ganz richtig wärst? Nein, die Bienen können verdammt viel kompensieren an Imkerfehlern. Sie sind überlebensspezialisten.... und auch wenn der Baum umstürzt etc. versuchen sie zu überleben.

  • Ich kann mich da nur auf Gerdes beziehen, der das mathematisch relativ klar darlegt.

    Nur die Annnahmen die hinter der Mathematik stehen sind sehr veraltet und damit falsch... (z.B. soweit ich mich erinnern kann, hat die "2000 Eier pro Tag die eine Königin legen kann" einmal jemand im 19. Jahrhundert gezählt und seit dem wird diese Zahl abgeschrieben...)

    Hat denn jemand aktuelle Zahlen? Bei den 8 DD-Rähmchen sind immerhin auch 30% für Drohnenbrut, Pollen und Honig vorgesehen.


    Letzten Endes stellt sich dann für mich die Frage, warum manche Berufsimker mit 10er Dadant arbeiten und damit auch schieden.:/


    Unabhängig davon ist das natürlich gut zu wissen. Dann sollte ich mir das mit dem Schied nochmal überlegen. Dann wäre aus meiner Sicht ein großer Vorteil der DD-Beute auch Geschichte.:)

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  • Die um die 2000 Eier pro Tag hat u.A. Dr. Hans Wille im Institut in Lierbefeldf/Schweiz mit der "Populationsschätzung nach Liebefelder Methode" in jahrelanger Arbeit an tausenden von Völkern festgestellt. Man kann damit auch noch mehr Vorgänge im und ums Bienenvolk nachverfolgen. Es ist etwas aufwändig, drum machts kaum einer.

    Imkern muß einfach, praktisch, bienengemäß, imkerschonend und preisgünstig sein

  • Ich finde, dass man sich nicht über etwas Grundsätzliches unterhalten kann (was Schillbees Einlassung war), um dann an Hand der speziellen Ausprägungen oder auch Extrembeispiele dagegen zu argumentieren.


    Ich will hier gar nichts verbieten, aber ich hatte Probleme mit der Grundaussage, dass das Schied eine Krücke ist bzw. habe ich es nicht verstanden, weil ich viel gelesen habe, was logisch klang und diese Aussage nicht stützt.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain