Altwabenservice

  • Hallo zusammen,


    für die Eigenwachsumarbeitung zu Mittelwänden gibt es ja mittlerweile einige Anbieter.

    Aber wie sieht es mit einem Komplettservice aus, der auch noch das Ausschmelzen der eigenen Rähmchen beinhaltet?

    Ich habe da bei meiner Recherche nur Frankenwabe gefunden. Berhard Heuvel hatte auch mal so einen Service.

    Gibt es noch andere Anbieter, bei denen man seine alten Rähmchen abgibt und dann frische Mittelwände / Eigenwachs und saubere Rähmchen zurück bekommt?


    Ich versuche das gerade für mich mal selber durchukalkulieren, ab oder bis zu welcher Völkeranzahl sich so ein Service rechnet.


    Viele Grüße Ronald

  • Könnte sein, dass man mit so einer Dreckarbeit Geld verdienen kann, aber sicher nicht viel.

    Könnte aber auch sein, dass die meisten Imker dann lieber Feuer mit den alten Rähmchen machen,

    weil das "zu teuer" ist.


    Die Tatsache, dass so ein Service nicht in größerem Umfang existiert, deutet eher auf letzteres hin.


    Kalkulation und reelle Marktsituation sind zwei paar Schuhe, siehe Honigpreis.


    Grüße

    Roland

  • Das mit dem zu teuer kann nicht wirklich sein.

    Ein Rähmchen neu pi mal Daumen 1,00 €

    Verfeuertes Wachs, auch ca. 1,50 € pro Rähmchen

    1kg Mittelwände sind ca. 15 Mittelwände DN. Kosten pro kg ca. 20,00 €, macht 1,30 €/Stk. Hinzu kommt noch das durch die Bienen neu aufgebrachte Wachs.


    Das sind dann schonmal 2,50 € pro Rähmchen, die ich den Flammen opfere.


    Bei den Preisen, die ich bisher für den Ausschmelzservice gesehen habe, passt das "zu teuer" nicht.

  • Sich um Altwaben kümmern, von da an ist es doch nur ein kleiner Schritt den ganzen Imkerservice zu mieten. Rent-a-Imker, man stellt sich Völker hin und der ambulante Imker kümmert sich um alles. Wie ein Hausmeisterservice der sich um 25 Mehrfamilienwohnhäuser kümmert. Warum nicht einen Imker bezahlen wie einen Gärtner, einen Hausmeister eine Reinemachefrau/mann.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang, der jetzt denkt: Der Mörder ist immer der Imker und der schlägt erbarmungslos zu

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • erge : Verrate das ja nicht dem Imker, was für eine Goldgrube er da hat.

    Aber wenn Du den Aufwand für Abholen und hinbringen, den Schwund durch zerbrechen und Umarbeiten und neu drahten dazurechnest, die Anschaffung von Gerätschaften und die Zeit für die Einzelbehandlung und das neue Rähmchen wieder abgibst, was bleibt dann noch? Wieviel bekommst Du von einem Imker für ein runderneuerten Rähmchen mit Mittelwand. Am Schluß will kein Imker zu wenig für seine Schätze bekommen oder Zuviel für die Runderneuerten zahlen.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich habe in meiner Schmelzstraße das Ausschmelzen und Auskochen in Natronlauge/Wasser mit 75ct pro Zanderrähmchen netto gemacht. Dadant Brut entsprechend etwas mehr. Das Geld brauchst du auch für Arbeit, Material usw. Das Wachs holt der Imker dann im Hobbock ungeklärt zusammen mit den Rähmchen wieder ab. Die Rähmchen sind dann wieder tiptop sauber. Evtl Draht spannen, dann kann wieder eingelötet werden. Wachs geklärt hab ich auch schon für 10€ netto den Block (8-10kg)


    Umarbeiten können andere aber viel besser. Da vertraue ich wie viele andere hier auf die Künste von Jelle

  • So lange da Mitarbeiterstunden dran hängen und Energiekosten, ist das wohl den meisten Imkern zu teuer. Aber um sich professionelleres Gerät auch für die eigene Arbeit anzuschaffen wird es allemal taugen. Die Krux am damit selbständig machen, ist am Ende immer, dass wenn es erfolgreich wird, dann kann man es in der Regel nicht mehr alleine machen, dann braucht es Verstärkung. In dem Moment muss man aber ordentlich alle Sozialabgaben zum Lohn, zur BG, zu den Betriebskosten, Energie und vielleicht noch was für einen selber dazu rechnen.

    Dann ist es meistens vorbei mit dem was akzeptiert wird.

    Ich finde solche Initiativen cool!


    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • So lange da Mitarbeiterstunden dran hängen und Energiekosten, ist das wohl den meisten Imkern zu teuer. Aber um sich professionelleres Gerät auch für die eigene Arbeit anzuschaffen wird es allemal taugen.

    Genauso siehts aus. Ich hab genau deswegen damit angefangen. Reich wird man dabei sicher nicht. Die Preisdiskussion führt man trotzdem. Aber ein Paar Nebenerwerbler haben schon begriffen wie bequem das ist. "Kein Dreck“ ist eigentlich das Hauptargument :-) Wenn jemand von Berufswegen imkert, dann tritt das Thema oft wieder in den Hintergrund.

  • Ich denke bei vielen ist das Ausschmelzen von Altwaben nicht die beliebteste Tätigkeit.

    Bis zu welchen Kosten pro Rähmchen würdet ihr denn selber so einen Ausschmelzservice in Anspruch nehmen? Die von Simon genannten 0,75 € pro Rähmchen inkl. Auskochen in Lauge finde ich noch akzeptabel. Die Anlieferungsstrecke ist sicherlich hier das KO-Kriterium für einen solchen Service.

  • Schwierig mit dem Preis. Ich schaff am Tag 500 Rähmchen, würde mir aber gerne Auf- und Abbau und den Schmodder auf dem Grundstück ersparen. Wenn einer den Platz und das Equipment (für noch mehr Durchsatz) tageweise vermieten würde, dann würde ich das mal ausprobieren.

  • Hängt davon ab, wieviel mehr an Tagesleistung drin ist. Wenn ich das Wachs gleich zur Umarbeitung da lassen kann und an die 100 Zargen mit nem mitgebrachten Helfer fertig bekomme, würd ich aus dem Bauch ´raus schon so 2-3€ Aufschlag pro Kilo fertige Mittelwände akzeptieren.

    Ich kann mir aber vorstellen, dass es extrem schwer wird, ein Angebot zu schnüren, dass für verschiedene Volkszahlen funktioniert und dann auch ausreichend nachgefragt wird.