Start mit Segeberger Beute

  • Hallo liebe Forengemeinde.


    Ich möchte dieses Jahr mit 3 Kunstschwärmen in der Segeberger Beute 1.0 anfangen. Ich habe mich für dieses System entschieden, da es nach meiner Ansicht für einen Anfänger leichter ist als zb. in 1,5 DNM.


    Einengen von Brutnestern usw halte ich eher was für erfahrene Imker. Ich setzte dann lieber für den Anfang auf ein altbewertes System und hoffe, dass ich mich damit nicht täusche.


    Nachdem ich mich schon viel darüber informiert habe, bleiben trotzdem noch Fragen.

    1. Einschlagen des Schwarmes wollte ich gerne die Königin zwischen die Mittelwände hängen, 2 Leerzargen darunter und unten halt die Transportbox öffen sodass die Bienen langsam von alleine hoch klettern. So wie hier schon mehrfach beschrieben.

    Da stellt sich mir die Frage, sollen direkt beide Zargen mit Mittelwänden gegeben werden oder für den Anfang nur eine Zarge?


    2. Das nächste wäre das Füttern. Ich habe für jede Beute eine Futterzarge. Man liest doch sehr viele unterschiedliche Verfahren hierzu. Ich würde gerne täglich 0,5 Liter Futtersirup geben. Man liest aber auch, dass als Beispiel direkt 5 Liter gegeben werden. Wird dann nicht zu viel Honig eingetragen und es fehlt der Platz für die Brut? Wären täglich ein halber Liter Sirup über 10 Tage ausreichend oder sollte man das täglich etwas erhöhen?


    3. Dann wäre da noch das Flugloch. Sollte es komplett geöffnet bleiben? Die ersten beiden Tage geschlossen oder ein paar Zentimeter geöffnet?


    Viele Grüße

  • ich wuerde es einfach so machen:

    - 1 Zarge mit 4-5 MW

    - Flugloch auf 1-2 Bienenbreite

    - komplette Bienenmasse in den restlichen Raum kippen

    - die 4-5 MW ueber die Bienenmasse schieben, damit sie hochkrabbeln koennen (bei kleinem Schwarm weniger MW)

    - in den neuen freien Raum eine Futterschale it ca 1 Liter Sirup und Schwimmer (dann taeglich kontrollieren und nachfuellen)

    - die Maedels werden wie wild ausbauen die kommende Woche. Platz fuer die Brut werden die selbst einplanen

    - wenn genug Futter in den Waben, dann den Rest auch mit MW auffuellen

    - auf die Haende setzen und abwarten bis sie sich selbst durchorganisieren

  • Zu 1) Du brauchst für einen Schwarm meistens nur eine Zarge DNM. (Auch wenn das erstmal eng aussehen kann, was dann für einen sehr starken Schwarm spricht, reduziert sich das Volk zunächst in den ersten 3 Wochen. Die Waben werden ausgebaut und die Brut braucht 21 Tagen bis zum zum Schlupf. Daher ist da ein kleinerer Raum deutlich sinnvoller, er kann besser geschützt werden von den Bienen und einen Honigraum brauchst du erst später. Du kannst die Bienen also vor die Beute mit einem Anflugsbrett einziehen lassen.


    Zu 2) Futterzargen sind gut. Aber richtig gut für das Einfüttern von viel Futter. Bei einem Kunstschwarm hat sich bei mir bewährt die Futterwabe, die ich an die Bienentraube ransetze. Kurze Transportwege. ;) Das Futter geht erstmal für den Ausbau deiner Mittelwände drauf. Da ist ein halber Liter nichts. Und du musst jeden Tag an die Beute. Ich würde oben 2-4 Liter Futtersirup in die Futterzarge geben. Den Aufstieg nahe dem Volk legen. Kurze Wege. Und wenig Störung! Das Volk muss sich erstmal mit der neuen Situation auseinandersetzen, die Königin muss anfangen zu legen.... etc. Da stört der Imker mehr, als das er hilft. Die Bienen organisieren sich und der Futterbedarf für das Ausbauen und das Brutnest ist erhöht. Zusätzlich ist eine große Futtergabe energetisch günstiger für die Bienen. Sie verbrauchen einen Teil sofort, doch das Trocknen und Einlagern von geringeren Mengen und größeren Mengen ist so ähnlich, wie wenn du einen kleinen Backofen oder einen großen Backofen heizt. Der große Backofen verbraucht zwar etwas mehr Energie, kann aber einen größeren Kuchen backen. Da du dann vermeidest, dass die Bienen jeden Tag wieder den Backofen benutzen müssen, sondern nur einmal in 4-5 Tagen..... sparst du, trotz anfangs höhere Menge an Energie, diese über die Zeit wieder deutlich ein.


    Zu 3) Du kannst das Flugloch komplett für das Einlogieren öffnen, aber ich empfehle, dass du es danach klein machst, eine Bienenbreite. Das Volk muss sich organisieren und wenn da Futter ist, dann sind andere Bienen auch bereit dieses Futter zu nutzen und nicht nur die eigenen. Das Volk muss sich und das Futter effektiv verteidigen können, also so klein, wie möglich.

    Wenn du umziehst, hast du auch nicht die ganze Zeit die Eingangstür für alle Nachbarn geöffnet, oder? Du musst dich dann auch sortieren. Und manchmal wäre es zwar nett, wenn man die Eingangstür in der Größe eines Scheunentores hätte (Transport von Klavier und co. ), aber dies hat sich nicht wirklich durchgesetzt aus anschaulichen Gründen.


    Ich hoffe, ich konnte helfen ? Viel Erfolg

  • Ich habe mich für dieses System entschieden, da es nach meiner Ansicht für einen Anfänger leichter ist als zb. in 1,5 DNM.

    Hallo, das ist die Meinung eines Anfängers. Du kannst auch bei DN 1,5 die Kiste voll machen...........ich würde bei einem Neustart heute kein Segeberger mehr nehmen, dass ist aber auch nur die Meinung von einem der sich darüber geärgert hat..

    Leerzarge unten, darein die nassen Bienen stoßen, darauf die eine Zargen komplett mit MW. In die oberste Zarge die Königin zwischen die Mittelwände hängen. Clip aufbrechen und schon mit einem Streichholz einen Kanal Richtung Königin bohren.

    Futterzarge drauf, mit dem Futter eine Spur legen

    Am nächsten Tag nur Kontrolle, ob der Käfig leer ist, mehr nicht.

    Den Schwarm direkt 5kg Zucker mit 5 Liter Wasser geben.

    Viel Erfolg

    Marcus

    Kauf dir von Schundau, so imkern wir in der Segeberger Beute

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Hmm... Ich habe mich vor 2 Jahren für 1.5 entschieden da ich es für deutlich einfacher hielt und mir auch von einem Berufsimker als einfacher genannt wurde. Habe es bisher nicht bereut...

    Im Verein beginnen aus diesem Grunde auch die meisten andere Anfänger mit einem einräumigen großen Brutraum und nicht mehr mit 1.0....

    Zum Schieden ist man ja nicht gezwungen und Kippkontrolle sowie Durchsicht von 22 Rähmchen Brutraum hat mich abgeschreckt.

    Von nur einem Brutraum 1.0 wurde mir als Anfänger u. a. aufgrund der schwierigeren Einfütterung abgeraten.


    Falls Du einen Paten hast solltest Du sein System übernehmen da er Dir nur dann mit seiner Erfahrung richtig helfen kann.

    Ansonsten gibt es Ratschläge die sich dann natürlich nicht so richtig im anderen System umsetzen lassen.

  • Wes Bitte nicht die Diskussion, was einfacher ist.

    Jeder hat andere Vorgaben.

    Du musst jetzt immer zwei Rähmchenmaße vorhalten und kannst eben nicht einfach einen Brutraum, als Honigraum nutzen. etc, wenn du 1,5 DNM verwendest. Du hast also unnötige Kosten und musst Lagerraum nutzen. Also wenn du ne Kosten/Nutzen Rechnung machst, ist bei einem Berufsimker oder einem Imker mit "mehr" Völkern, die 1,5 oder Dadantvariante verbreitet. Aber nur weil früher oft auf 2 BR geimkert wurde.

    DNM auf 1,0 ist dagegen praktisch. Einen Raum, den du je nach Erfordernis als BR oder HR nutzen kannst. Ein Rähmchenmass, dass du nur auf Lager haben solltest.


    Das Einfüttern ist nicht erschwert, nur muss man für sich die Frage klären, einzargig überwintern? oder zweizargig. Ich mache nur selten zweizargig, da dafür eigentlich keine Notwendigkeit besteht. Aber es ist das Gleiche Einfüttern, was auch bei DNM 2.0 gemacht wird. Und ehrlich gesagt hat das Einfüttern im Winter kaum etwas mit der Betriebsweise in der Saison zutun. Also hat derjenige, der dir abgeraten hat von DNM 1,0 nicht so viel Ahnung davon.


    Das ist das leidige Problem. Jeder Imker ist von seiner Beute, seiner Betriebsweise überzeugt und erlaubt sich gerne ein Urteil über andere Betriebsweisen, obwohl er dort keine Praktischen Erfahrungen hat.

    Ich imkere mit Dadant, mit DNM 1.0 und mit Mini plus, weil jede Beute und jede Betriebsweise Vorteile bietet, aber auch Nachteile hat. Ich leiste mir 4 Rähmchenmasse und bin froh, dass ich eine Schleuder habe, die sowohl Dadant halb, als auch DNM Rähmchen schleudern kann (Ja, etwas getrickst, aber funktioniert. )


    Deshalb der Tipp an alle Anfänger. Wenn ihr euch für eine Betriebsweise, eine Beute interessiert, dann redet mit denen, die das nutzen. Aber redet nicht über andere Beuten oder Betriebsweisen mit diesen Imkern. Falls ihr euch nicht entscheiden könnt, geht ihr zu einem Imker, der mit einer anderen Beute, mit einer anderen Betriebsweise arbeitet. Ihr werden feststellen, kein Imker imkert genau gleich zum anderen Imker, trotz gleicher Beute. Und ihr werdet feststellen, dass ihr selber auch nicht eins zu eins etwas übernehmen könnt.

    Ihr müsst in der Imkerei euren eigenen Weg finden.

    Und der Blick über den Tellerrand. (Andere Beutesysteme anschauen) macht wirklich Spaß und z.B. durch ein Blick bei einem Hinterbehandlungsimker, der mit nur 2 Räumen auskommen muss, konnte ich einiges bei mir an Unebenheiten bei der Dadantbetriebsweise anpassen.

    Trennt nicht so strickt.... und haltet die Augen offen.

  • Wes Bitte nicht die Diskussion, was einfacher ist.

    Jeder hat andere Vorgaben.

    genau das gehört aber auch dazu. Man sollte den Anfänger auch über Risiken und Nebenwirkungen informieren. Sonst könnte man sich ja auch ein Buch über die von ihm gewählte Betriebsweise kaufen und alles wie ein Kochrezept abarbeiten.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Ich wollte keine Diskussion über "besser oder schlechter" führen... Da gehen die Meinungen zurecht auseinander. Dafür ist die Fragestellung ja auch eine andere gewesen.

    Nur nochmal hinterfragen ob 1.0 wirklich "einfacher" ist.

    Auch lebe ich in einer althergebrachten 1.0 Region und mir wurde nicht von 1.0 abgeraten. Mir wurde davon abgeraten bei 1.0 als Anfänger einzargig zu überwintern da dort das Risiko einer Überfütterung zu groß sei.


    Bei mir war z. B. bisher jedes Volk in der Saison in Schwarmstimmung. Letzten Sommer sogar 2 Schwärme später noch ein zweites Mal... Denke das wird nicht nur mir als Anfänger so gehen.

    Ich bin und war z. B. heilfroh über nur ca. 7 zu kontrollierende Rähmchen pro Volk. Bei 22 Rähmchen in 2 Schichten und 8 Völkern hätte ich nicht nur zeitlich resigniert.

    Suche als Anfänger mal eine Königin auf 7 Rähmchen oder auf 22... Was ist da wohl einfacher.

    Es ging mir nicht um besser / schlechter... Es ging mir um den Begriff einfach...

  • Hallo, entschuldigt bitte das ich jetzt erst antworte.


    Einen Imkerpaten hatte ich, dieser ist aber leider verstorben und er selber hatte die Segeberger Beute. Der Grundkurs fällt dieses Jahr leider durch Corona aus aber ich habe schon gefragt, ob sich dort im Verein ein Pate finden lässt.


    Das jeder auf seine Art und Weise schwört, war mir vorher schon klar. Das ist aber ja nicht nur beim Imkern so üblich sondern generell.


    Ich habe aber für die Segeberger bereits alles nötige bezogen. Es wäre natürlich nicht das Problem eine Zarge in 1,5 zu bestellen aber mich persönlich spricht es momentan überhaupt nicht an. Was ja nicht heißen soll, dass es ewig so bleibt.


    Meine Fragen wurden aber sehr gut von Night Shadow beantwortet und natürlich von den anderen auch. Vielen Dank dafür.


    Ps: die Kunstschärme kommen Mitte bis Ende Mai

  • Hmm... Müsste mir nun wohl besser auf die Zunge beißen aber dein Argument bezüglich Kosten und Lagerraum erschließt sich mir nicht.


    In der Saison braucht ein 1.0 Imker vermutlich im Schnitt 4 Zargen 1.0 pro Volk. Ich 1 Zarge 1.5 und 3 Flachzargen... Also auch 4 Zargen.

    Im Winter werden wohl sowohl 1.5 als auch 1.0 Imker die Honigräume lagern... Warum siehst Du bei DN 1.5 mehr Kosten und mehr Bedarf an Lagerraum?

  • Wes

    Schwärme. Mit DNM 1.0 habe ich keine Schwärme mehr, und muss nicht jede Woche eine Durchsicht machen, sondern nur alle 9-14 Tagen und wenn reichen 4 Waben aus, um den Stand zu sehen. Aber das kann man nur mit etwas, nun ja Hintergrundwissen. ;) Lass dir also nicht einen vom Pferd erzählen, dass du selbst bei zweizargiger Betriebsweise alle Rähmchen durchschauen musst. Nach einer Durchsicht weiß selbst der Unerfahrene, wo das Brutnest zu finden ist und nur dort muss man schauen.


    Bei Dadant bin ich gerade im zweiten Schwarmfreien Jahr und hoffe, dass ich die Betriebsweise weiterhin verbessern kann, um das Thema auch zu einem guten Ende für mich zu bringen. Dadant ist einfach noch etwas aufwendiger für mich.


    Zu den Kosten und Lagerraum.

    Ich nutze meine Honigräume nach der Honigsaison, als Bruträume für Ableger. Nach der Saison wird einfach mit der Königinzucht mittels Kunstschwarmverfahren meine Völkerzahl deutlich erhöht. Erstens als Reserve falls mal unerwartete Verluste vorhanden sind und zweitens zum Verkauf. Ich brauche in der Saison nur 3 Räume pro Volk. Nur ein Problem ist vorhanden. Bei einer guten Saison habe ich alles Material in Benutzung und das auch im Winter. Deshalb bin ich immer heilfroh, wenn in der Familie nochmal ein paar Völker abgegeben werden können und ich nicht immer mehr Material kaufen muss.

    Dies Jahr muss ich allerdings wieder ein paar Zargen mir borgen.... gut, dass die Verwandschaft imkert.


    Dadant ist aber auch schön und DNM 1,5 kann man damit vergleichen. Wer schönen Sortenhonig haben möchte, da gibt es einfach keine bessere Lösung.

  • Moin

    Ich halte die Entscheidung für DNM 1.0 für absolut richtig! Weil-->Ich machs auch so:D

    und hab's auch noch keinen Tag bereut8|

    Bei mir kann jede Wabe alles werden (ausser BWaben die werden nur noch Wachs oder drehen eine ehrenrunde im Ableger). Die Wabenhygiene macht überhaupt keine probleme auch ohne TBE.

    Jede Zarge die ich habe kann BR-HR-oder Ableger sein.

    Zum "komplizierten Auffüttern--> selten so einen quatsch gelesen: in der Trachtzeit sitzen die Bienen auf bei mir auf 1BR + Honigräume danach bis ins Frühjahr auf 2 Zargen und werden ganz normal aufgefüttert ganz ohne Raketenwissenschaft.

    Selbst wenn er sich entscheiden sollte später DNM1.5 probieren zu wollen -->kauft er eine Halbzarge dazu und alles ist gut. Die Rähmchen muss man dann sowieso neu besorgen.

    Jetzt mal im ernst, wo ist das Problem er muss doch irgend womit anfangen!

    Da wird Anfängern, hier im Forum, immer wieder geraten mit dem Format anzufangen das in der gegend üblich ist -->wenn er das aber auch noch tut und auch noch darüber schreibt dann springen schon die nächsten aus dem Gebüsch und schreien "zeter und mordio" sowie "untergang des Abendlandes!"

    Was soll denn dabei rauskommen ausser Verunsichung????

    wir sind wohl wieder an der Stelle: 4 Imker=5Meinungen (die 5. ist die Richtige also meine:P)

    Helft ihm doch lieber bei dem, was er nach reiflicher Überlegung, vorhat!!!

    VG

    Martin