Betriebsweise - 1,0 DNM

  • Hallo zusammen,

    ich bin erst im dritten Jahr meiner Imkerei und habe mir jetzt eine Betriebsweise überlegt welche ich gerne dieses Jahr ausprobieren möchte....


    Ich habe 4 Völker auf jeweils 2 Zargen mit 12x DNM überwintert.

    Dies ist mein Jahresplan:


    März:

    Einengen auf 1 Zarge und Brutnest + 2 Futterwaben schieden, danach Brutnest nach Bedarf erweitern


    April/Mai:

    1. Honigraum aufsetzen & evtl. 2. Honigraum aufsetzen


    Juni/Juli:

    1. Honigernte, danach Honigraum zum putzen wieder aufsetzen

    2. 3 Tage später Bildung von 4 Feglingen auf Honigräumen und 3 Sammelbrutablegern. Jeweils 1 Zarge 12x DNM

    3. 1 Tag später Fegling mit Oxalsäure sprühen, 5kg füttern.

    4. 21 Tage später Sammelbrutableger auf Mittelwände einschlagen, und mit Oxalsäure sprühen, 5kg füttern. Feglinge um eine Zarge mit Mittelwänden erweitern (erstmal mit Absperrgitter. Vielleicht gibt es ja Waldtracht.)


    August: Urlaub

    September: Auffüttern

    Oktober: Vereinigen oder Sammelbrutableger verkaufen, evtl. auch einzargig überwintern und im nächsten Jahr verkaufen oder für Völkerausgleich verwenden.

    Dezember: Oxalsäure träufeln


    Vorteile:

    - Honigraum wird besser angenommen.

    - Material! Ich muss fast nichts oder zumindest nur kurz lagern.

    - Wabenhygiene trotz einem Brutraum.


    Nachteile:

    - Platzmangel? 12x DNM = 57600 Zellen, richtig?

    - Futtermangel?

    - Schwarmtrieb?


    Ich würde übrigens keine Drohnenbrut mehr schneiden. Damit das Volk auch ein paar Männer hat, würde ich bei 1-2 Rahmen pro Volk die Mittelwände halbieren. Dann können die im unteren Bereich selber bauen. Ich verspreche mir dadurch mehr Sanftmut und durch die totale Brutentnahme sollte ich die Varroa im Griff haben.


    Was meint ihr?

    Gruss

    Stefan

  • Die Betriebsweise mit einem Brutraum DNM hat sich bewährt. Wozu man da aber noch Schieden muss, verstehe ich nicht. Völker, die so mickrig sind, dass das Sinn macht, würde ich auflösen (vereinigen).

    Außerdem empfiehlt es sich, schon nach Trachtende mit dem Füttern zu beginnen (dünne Zuckerlösung). Die Völker hungern sonst und entwickeln sich entsprechend schlecht. Vor allem bei nur einem Brutraum kommt es schnell zu Futtermangel. Mindestens 4 kg Futter sollten immer im Volk sein (sagt Guido Eich). Wer auf Spättracht zu schielt, wintert im Zweifel schwache Völker ein.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Die Betriebsweise mit einem Brutraum DNM hat sich bewährt. Wozu man da aber noch Schieden muss, verstehe ich nicht. Völker, die so mickrig sind, dass das Sinn macht, würde ich auflösen (vereinigen).

    Ich würde zwar auf einem BR DNM (oder Zander) auch nicht schieden, aber mickrig müssten die Völker dann nicht automatisch sein. Ein auf 8 Waben DNM geschiedet hätte immer noch die gleiche Brutfläche wie ein auf 5 Waben Dadant geschiedetes Volk, welches wohl nicht autmatisch als Mickerling gezählt würde.

  • Hallo,

    das geht ja schnell her :-)


    Also 1x Schleudern wäre bei uns normal. Ab Juli blüht hier nur noch Mais. Also lass ich einfach alles bis Mitte Juni drauf und Schleuder dann ab. Ausser es gibt noch Waldtracht.

    Vielleicht entwickelt sich das mit dieser Betriebsweise auch anders.


    Was ich mit den Königinnen mache hatte ich ja beschrieben...... Entweder Brutableger verkaufen oder vereinigen. Ich würde dann oben aufsetzen und hätte automatisch (mit hoher Wahrscheinlichkeit) eine junge Königin.


    Das mit dem Schieden hatte ich mir überlegt, weil ich eine Menge von den Dadant Videos gesehen habe. Ich will ja nicht auch auf 5 Waben schieden. Das werden schon ein paar mehr. Aber alle 12 brauchen die im März auch nicht.


    Gruss

    Stefan

  • Hi Bernd,

    das Video find ich auch ganz nett (Brutdistanzierung ist jetzt auch nix Neues) aber hat für mich 2 unverständliche Aspekte...


    1. Pollenbretter müssen nicht entfernt werden???

    Die würde ich doch immer entfernen um den Schwarmtrieb zu dämpfen


    2. Varroa kann sich besser vermehren weil mehr Brut im Volk als bei geschiedenen Völkern???

    Ein Volk soll doch nicht geschiedet werden um die Brut zu beschränken sondern nur um das Brutnest kompakt zu halten. Es muss sowieso soweit erweitert werden, dass die Königin immer das volle Potential nutzen kann. Aber da soll halt am Besten auch nur Brut und absolut notwendiger Pollen drauf sein. Oder sehe ich das völlig falsch? Das wäre zumindest meine Herangehensweise und im Mai habe ich auch sicher kein Schied mehr drin bei 1,0 12x DNM


    Gruss

    Stefan

  • Ich werde darauf achten, dass ich in jedem Brutableger jüngste Brut oder sogar Stifte habe. Und natürlich ein paar Bienen. Dann können die selber Nachschaffen. Das sollte ja Mitte Juli kein Problem sein.

  • Blicklicht


    Zu 1) Was haben Pollenbretter mit dem Schwarmtrieb zutun? Pollen braucht das Volk für die Brut. Pollenmangel sollte man vermeiden. Du meinst sicher, dass Pollenbretter das Brutnest in seiner Ausdehnung blockieren. Aber im Film oben, wird ja immer wieder für Platz für die Brut gesorgt, so dass kein Pollenbrett einengend wirken kann. Daher ist eine Entfernung von Pollenbrettern nicht notwendig und ein Pollenmangel ausgeschlossen. (Ein Volk, was immer eine gute Pollenreserve hat, sammelt nicht übermässig Pollen, sondern mehr Nektar. )


    Zu 2) Du willst mit dem Schied ein kompakteres Brutnest? Ein Brutnest wird aber in der Natur immer Rund angelegt und wenn du gut beobachtest, wirst du eine Auffälligkeit sehen. Das Brutnest wird als erstes in kleinen ovalen Kreisen angelegt und wird über mehrere Waben gespannt. Also kleines Brutnest, was sich gut wärmen lässt, und kurze Wege zum Futter zulässt. Deshalb macht es wenig Sinn im Winter zu früh zu schieden. Es erzeugt weite Wege bei kalten Temperaturen, die Probleme verursachen können. Bei wachsenden Brutnest und wärmeren Temperaturen löst sich das Problem langsam auf.

    Kompakt ist nur, was der Imker sieht, die Bienen halten es aber mit energiesparend und Wärmeeffizienz.

    Da sind mehrere klein Brutringe mit Futter besser zu versorgen, als ein oder zwei große Brutringe. Transport und Versorgung und Wärme sind die Probleme eines Volkes und das überlässt man am besten dem Volk. Man spart sich auch das Aufreißen des Volkes bei kalten Temperaturen.


    Varroa, natürlich ist der Varroabefall von der Menge der Brut und auch wieder der Verfügbarkeit, sowie des Ausgangsbefalls abhängig. Beim Schied ist der Imker bedacht darauf, dass kein Honig im Brutraum eingetragen wird. Nur wird die Königin entgegen ihrer Natur ein Rund ovales Brutnest anzulegen, in eine Viereckige Form gezwungen, was die Legeleistung bremst. Das virtuelle Brutnest ist für sie oval, auch wenn der Imker etwas anderes vorgibt. (Deshalb versucht das Volk manchmal hinter dem Schied zubauen und zu erweitern.) Die Varroamilbe verbreitet sich in dem Brutnest genauso, allerdings kann durch Verzögertes Eingreifen des Imkers (langsames Erweitern) oder durch diese "nicht ovale" Form, (Die Königin muss erst wieder freie Zellen suchen) immer wieder Phasen mit nur geringer offener Brut erzeugt werden, so dass die Milbe länger auf einer Biene verbleibt und bei entsprechendem Alter der Biene, wird diese plötzlich nicht mehr für die Brut eingesetzt, sondern für die Honigverarbeitung. Die Milbe, die dann auf der Biene sitzt hat dann ein Räumliches Problem um zum Brutnest zu kommen. Das mag immer nur wenige Milbe betreffen, aber auch wenige Prozente summieren sich in der Zeit. Und das ist eine Massnahme, die über die ganze Saison geht.


    Das Phänomen sieht man im übrigen noch viel stärker bei der Mini plus Beute, Hier ist das Brutnest zwar in der Ausdehnung über 3 Zargen möglich, aber trotzdem reicht meistens der Platz für die Königin nicht aus um ihre Kapazität voll auszuschöpfen, so dass hier deutlich weniger Varroamilben in den Völkern zu finden sind.



    Es ist nichts schlechtes ein Volk zu schieden und bei Dadant müssen wir dieses tun, wenn wir Frühtracht haben. Man muss nur wissen, welche Auswirkungen man mit welcher Maßnahme macht.


    Im Grunde muss man sagen, dass DNM 1.0 auch die Struktur des Brutnestes beeinflusst und zwar ähnlich wie bei Dadant mit Schied. Nur wird bei Dadant in jede Richtung eine Sperre gesetzt für die Ausdehnung des Brutnestes. Bei DNM 1.0 wird nur die Richtung nach oben für das Brutnest gesperrt.


    Alles hat Vor- und Nachteile. Jeder hat seinen Blick auf andere Umstände. Ich imkere mit 1.0 DNM und Dadant und Mini plus (als Königinnenreserve). Jedes System eröffnet andere Möglichkeiten und keines möchte ich aufgeben.

  • Blicklicht Du kannst die Betriebsweise einer Grosswabenbeute nicht unbesehen auf DNM übertragen. :) Ein Brutraum von einer Zarge DNM entspricht einer geschiedeten Grosswabenbeute, wenn man überhaupt einen Vergleich anstellen kann. Ich betreue nebenbei noch einen Zander-Imker. Zander ist ja etwas grösser als DNM. An sich würden wir die Völker in einer Brutzarge ungeschiedet führen, aber wir mögen es beide nicht, Waben irgendwo neben die Kiste ins Gras stellen zu müssen. Deshalb schieden wir im Frühjahr auf acht Waben, d.h. zwei Waben fliegen raus: Eine wird durch ein Schied ersetzt, die andere durch Schiebeplatz. Wenn ich überhaupt auf die Idee kommen würde, in DNM zu schieden, dann würde ich in Deinen Kisten auf zehn Waben fix schieden, nämlich nur im Interesse des Schiebeplatzes. Ich bin übrigens wohl auch nicht der Einzige, der in der Praxis vergeblich nach dem viel beschworenen gewaltigen Unterschied zwischen sehr eng und etwas grosszügiger geschiedeten Dadant-Völkern Ausschau gehalten hat. ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Moin Blicklicht

    dein Plan hat noch Ein-Zwei Denkfehler der bei einigen "Vorschreibern"

    schon durchscheint: Zum einen brauchst du bei einem BR in DN nicht schieden -->völlig überflüssig!

    zum anderen machst du alles an Kalenderdaten fest mit entsprechend Luft aber das hilft dir nicht weiter -->mach es an der Natur fest.(Phänologisch???)

    zB:

    Erweitern zur Salweidenblüte -->frühtracht Schleudern 1Woche nach der Obstblüte -->so in der Art.


    Wenn du deine notizen so gestaltest kommst du relativ schnell zu einer deinem Standort angepassten Betriebsweise.

    VG

    Martin

    PS

    Wäre ganz schön wenn du dein Profil etwas aussagekräftiger machen würdest!