Durchschnittsertrag berechnen

  • Hallo zusammen, da man oft unterschiedliche Methoden zur Errechnung des durchschnittlichen Honigertrages angibt, würde ich gerne erfahren, welche Ihr anwendet. Honigernte durch Anzahl der eingewinterten Völker, oder ausgewinterten Völker, oder durch Anzahl der Völker, die abgeerntet wurden? Oder eine ganz andere Berechnungsgrundlage? Über Eure Meinung und vor allem über das Warum freue ich mich. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Lothar,


    halt mich nicht für eingebildet, aber ich kann Dir, bis auf wenige Gramm sagen was jedes einzelne Volk an Honig/Tracht eingebracht hat.
    Ich habe mir im letzten Jahr eine Fleischereiwaage mit Scanner gebraucht besorgt, (bei Ebay) mit einhundertfünfzig Warengruppen = Völker (erweiterbar). Eigentlich nur zum Gläser nachwiegen, geeicht!
    Beim Honig ernten bekommt jedes Rähmchen einen Strichcode-Aufkleber, nach dem Entdeckeln wird gewogen und wenn ich abgeschleudert habe und die Rähmchen wieder herrichte werden sie zurückgewogen, die Aufkleber entfernt und an dem Hobbock befestigt.
    So kann ich an jedem Hobbock erkennen von welchem Volk/Stand wie viel Honig drin ist.
    Beim Abfüllen und bekleben mit dem Gewährverschluss kann ich somit noch genau sagen aus welchem Hobbock, von welchem Volk/Völkern zu welchen Anteilen der Honig im Glas ist.
    Eine schöne, nicht teure aber praktische Spielerei und wenn es nach meinem Dicken geht, noch unendlich erweiterbar bis zu einer abgeschlossenen Bilanzierung.
    Wenn ich ihn so lassen würde wie er wollte, würde jede Königin einen Chip, ähnlich wie er den Katzen/Hunden eingespritzt wird, auf den Rücken geklebt bekommen.
    Dann könnte man….
    Den Möglichkeiten, sowie der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
    Und ich müsste bald eine neue Honigsorte finden um mein Taschengeld aufzubessern.
    - Schwarzhonig -


    Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo liebe Imker(innen),


    Lothar : Laut Lehrgang (Zuchtwertschätzung) wird folgendermaßen gerecht: Honigertrag* durch Anzahl der Wirtschaftsvölker* (keine Ableger oder sonstige).
    * eines Kalenderjahres


    bisy : Da bleibt einem ja der Mund offen, Strichcode am Rähmchen. :o :D Man lernt nie aus.


    Grüße
    Matthias

  • Hallo zusammen, Hallo bisy, ich meinte eigentlich, in welchen Verhältnis man die Einzelleistung eines Volkes, die Du ja sehr genau ermittelst, zu welcher Anzahl des Gesamtvölkerbestandes setzt. Da kann man recht unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Hallo Michael, die von Dir erwähnte Berechnungsgrundlage enthält von meiner Sicht einen Nachteil, da sie die Winterfestigkeit der Völker nicht berücksicht. Ich glaube, um meine Frage verständlicher zu machen, einmal ein Beispiel geben zu müssen. Eingewinterte Völker (A) 10, ausgewinterte Völker(B)8, Völker zur Trachtzeit(C)6, abgeerntete Völker(D)4. Erntertrag 120 kg. Das ergibt folgende Durchschnittserträge: A 12 kg, B 15 kg, C 20 kg, D 30 kg. Wie Ihr seht, kommen bei den vier denkbaren Varianten ganz schön unterschiedliche Ergebnisse heraus. Persönlich halte ich für Vergleiche von verschiedenen Zuchtlinien Variante 1 für besser, da dort der Faktor Winterfestigkeit mit berücksichtigt wird. Da kann denn durchaus eine robuste Landbiene mit sogenannten Hochzuchten mithalten. Jetzt bin ich auf Eure Meinungen gespannt. V.H.w. Lothar

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  • Hallo Lothar,


    ich heiß zwar Matthias, macht aber nix. :wink: 
    Zuerst wolltest Du ja richtigerweise den Honigertrag Deiner Völker ermitteln. Wenn Du noch weitere Faktoren ermitteln willst, wie die von Dir genannte Winterfestigkeit, sind das ein paar andere Schuhe. Also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Bei der Zuchtwertschätzung, die Du ja im kleinen Stil betreiben willst, sieht man alle Faktoren [Sanftmut; Wabensitz, Schwarmtrieb, Honigertrag aus 3 (!) Teiltrachten (bis 15.06./ 16.06 - 15.08./ ab 16.08.), ggf. Putztrieb (Nadeltest)], bezogen auf ein Volk.
    Also meiner Meinung nach wäre es korrekt entweder den Honigertrag in einem Jahr von den vorhandenen Völker zu ermitteln und/oder den Ertrag mit anderen Faktoren z.B. die o.g. für jedes Volk separat festzuhalten.
    Aber wie es so ist 3 Imker, 4 Meinungen.


    Grüße
    Matthias

  • Hallo Lothar!


    Darf ich die Berechnung der Honigertrag-Wertschätzung bekanntgeben.
    Volk a: 12 kg Volk b: 15.- kg Volk c: 20 kg Volk d: 30.- kg= Ges. 77 kg


    77: 4 ergibt einen Durchschnittsertrag von 19,25 kg pro Volk
    Würde ein Volk genau 19,25 kg Ertrag bringen, hätte dies den Durchschnitt, bzw 100%. Die Völker mit 12 bzw 15 kg haben unter dem Durchschnitt, die Völker mit 20 bzw. 30 kg haben über dem Durchschnitt Honig eingetragen.
    Zur Berechnung:
    Ertrag : 1 % ( in diesem Falle 19,25:100= 0,193) ist Honigleistung.


    zu den Zahlen:


    12: 0,193 = 62 % ( 38% unter Durchschnitt)
    15: 0,193 = 78 % ( 22% unter Durchschnitt)
    20: 0,193 = 104 % ist gerade um 70 dag über Durchschnitt
    30: 0,193 = 156 % - also 56 % über dem Durchschnitt.


    Diese Leistungsdaten werden auch in den Zuchtkarten so angeführt. Je gleichmässiger Leistungen sind, je geringer sind auch Abweichungen nach oben/unten.


    mfg: Tschiwi

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Lothar,


    wie Matthias schon sagt willst Du eine vergleichende Zuchtwertschätzung betreiben.
    Das geht schon meines Erachtens nicht, jedenfalls bei deinem Beispiel, weil Du den Faktor Wetter, Standort und Trachtangebot mit einbeziehen musst und auch dass alles zusammen bringt kein klares Bild über die Leistung, einer Zuchtrichtung.
    Es sei denn, Du, hast verschiedene zur Verfügung.
    Weil, durch überregionale Unterschiede und dann zu jeweils anderen
    Klima-Zeiten, ist sonst kein Vergleich möglich.
    Deshalb wird ja auch die Buckfast, den regionalen Gegebenheiten und Anforderungen angepasst, bei Wirtschafsvölkern!
    Oder bei der Heideimkerei, wo am Ende nur noch ein Häufchen Bienen bleibt, was rechnet sich da?
    Wenn ich jetzt, für mich persönlich eine Gewinn- und Verlustrechnung aufmachen will, dann muss ich Völker, Futter, Anschaffungen, Ausgaben gegen Honig, Ableger, veredelte Produkte, Einnahmen, Gegenrechnen um am Ende von Ertrag zu sprechen
    Das ist kaufmännisch, aber als Zucht- oder Rassevergleich?
    Ich, möchte mit möglichst geringem Aufwand den größtmöglichen Ertrag, und nur von abgeernteten Völkern habe ich den Ertrag,
    der Rest ist, so hart es klingt, Schwund!
    Und Winterfestigkeit ist doch wohl nicht nur durch die Rasse gewährleistet.
    Zum Schluss kommt noch der wichtigste Faktor;
    will ich mit den Bienen Leben, oder von den Bienen?
    Der Peepshow-Imker sieht die Leistung seiner Bienen, - mit anderen Augen!



    @ Matthias, Eigentlich wurde die Waage angeschafft zur Kontrolle beim Abfüllen, ist sogar geeicht. Das mit dem Strichcode und die anderen Spielereien waren einfach dabei, und wie Männer sind, hatte ich dem Meinen ein Spielzeug besorgt und voller Tatendrang hat er sich da reingekniet. Viel schlimmer ist, jetzt hat er sich ein Programmier-Handbuch oder so ähnlich kommen lassen, ich bin mal gespannt was da noch kommt.
    Vielleicht bekommen meine Bienen bald einen Strichcode auf die Flügel und dann….?!!
     
    Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo zusammen, zunächst einmal entschuldige ich mich für die Namensverwechselung, kann bei über 500 angemeldeten Forummitgliedern schon mal passieren. :-? Nun zum eigentlichen Thema, die Einzelleistung eines Volkes zu ermitteln ist nicht mein Problem, auch wenn ich "Nur" ungeeichte Waagen habe. Aber diese Einzelleistung muss ich doch irgendwie in einen Zusammenhang zur Gesamtleistung eines Bienenstandes setzen. Da fängt die Zuchtwertschätzung an. Natürlich spielen da die erwähnten anderen Eigenschaften noch eine Rolle, ich möchte hier aber speziell die Honigleistung und deren Berechnung diskutieren. Da meine oben angeführten Beispiele doch zu recht unterschiedlichen Ergebnissen kommen, die sich auch unterschiedlich interpretieren lassen, hoffe ich weiterhin auf eine lebhafte Diskussion. Nun noch zu meiner Definition, die Winterfestigkeit mit zu berücksichtigen: Haben denn die Völker, die man im Winter verliert, kein Geld, keine Zeit und keine Arbeit gekostet? Das sollte man in seiner betrieblichen Kostenberechnung doch mitberücksichtigen. Wenn man dann noch die Möglichkeit hat, unterschiedliche Herkünfte zu vergleichen, und dann feststellt, das die Linie X sehr hohe Verluste im Winter hat, aber gleichzeitig hohe Erträge bringt, während Linie Y verlustfrei überwintert, aber nicht so hohe Erträge bringt, und diese Fakten, Kosten der Überwinterung, Verlust der Völker, mit einrechnet, erscheint die Linie Y trotz geringere Erträge dann in einen ganz anderen Licht. Oder sehe ich da etwas falsch? V.H.w. Lothar

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    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    bei den Völkern die nicht über den Winter kommen, erübrigt sich ja eine Nachzucht. :wink: 
    Aber jetzt mal Klartext: Wieviel Völker kannst (willst) Du denn bei Dir vergleichen ?? Um halbwegs was auszusagen brauchts Du als Hobby-Züchter mind. 4 Kö´s der gleichen Linie, bei mehreren Linien multipliziert sich die Völkerzahl natürlich. Und alle brauchen selbstverständlich gleiche Startbedingungen (z.B. Kö´s in gleich starke Ableger einweiseln), und müssen übers Jahr auch gleich behandelt werden.
    Standort, Wanderung, Varroabehandlung.


    Gruß
    Matthias


    P.S. Mein "100" ster Betrag, ich schmeiß ´ne Runde für alle.

  • Lieber Lothar,


    ich wusste nicht dass Du Deinen Honig nicht verkaufst.
    Denn sonst machst Du Dich strafbar, sobald in Deutschland etwas abgefüllt und verkauft wird, ist eine geeichte Waage notwendig!


    Grüße


    Margret

  • Liebe Magret, für das Abfüllen der Honiggläser reicht mir eine geeichte Waage, die für einen Bereich bis 1000 g abgemessen ist. Für das Wiegen von vollen Honigraumzargen nehm ich lieber eine Personenwaage. Die habe ich mir nach einen Sympathie -Faktor ausgesucht : ich habe die gekauft, die mir mein Gewicht so anzeigte, wie ich es am sympathischen fand :D . V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
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  • bisy,


    die Idee finde ich super. Was mich interressieren würde wie hasst du das Problem gelöst das Barcodes sehr anfällig für Verunreinigungen sind und die im Volk nunmal unvermeindlich sind. Und machst du das mit einem extra Computer oder MDE-Gerät oder ist das schon in die Waage programiert? Wie kommst du mit dem Problem klar das solche Geräte sehr empfindlich auf Klebriges und anderen "Schmutz" reagieren? Ist dieser Scan- und Wägevorgang automatisiert also Wabe am Scanner vorbeiziehen *pieps - scan* und dann auf die Waage stellen und das Gewicht wird automatisch erfasst? Oder wie machst du das? Und wie berechnest du die Mengen ein die beim Entdeckeln und schleudern verloren gehen also im Entdecklungswachs bleiben, in der Schleuder in den Sieben? Interressiere mich sehr für solche Controllingsysteme.


    Gruß


    Martin

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Martin,


    eigentlich müsste mein Daniel D. dass alles erklären, der ist im Moment nicht greifbar und da es Versuche sind, auch sehr schweigsam!
    Nun versuche ich es mit meinen Worten zu erklären.
    Das ganze fing damit an das ich eine geeichte Waage brauchte, bei Ebay schnell gefunden, mit eingebauten Computer in Edelstahl, günstig und wie sich zu Hause herausstellte mit allerlei Spielkram.
    Die Waage wiegt im Bereich von einem Gramm bis fünfzig Kilo und hat in einer Großschlachterei ihren Dienst getan, hat mehrere Gruppen und Schnittstellen, kann dazurechnen oder auch abziehen.
    Für Wurstrezepturen, sowie vor oder nach dem Kochen/Räuchern, ich denke mal dass sie da im Labor stand.
    Eine der Spielereien war ein Scanner- Pen und ein kleiner Scannerdrucker für wischfeste Farbe, was in einer Schlachterei sehr wichtig ist.
    Dieser Drucker bedruckt kleine Kunststoffkärtchen ca.1cm x 3,5cm, mit Strichcode und Buchstaben/Zahlen, die noch einmal extra in eine Hülle kommen und jederzeit wieder herausgenommen werden können falls der Pen zweimal piept.
    Man kann sie sogar in die Spülmaschine stecken.
    Also alles in allem eine schöne Sache, aber Spinnkram bei z.Z. zwanzig Völkern.
    Wenn ich nicht so einen Bastler hätte, der seine knappe Freizeit damit verbringt, eventuell noch einmal herauszubekommen was eine Biene für eine Jahresleistung an Honig bringt, wäre wahrscheinlich kein Mensch darauf gekommen.
    Ein Glück nur, das man Bienen keine Ohrmarke einsetzen, oder Strichcode aufsprühen kann, mein Dicker würde es machen.
    Hoffentlich stellt es sich nie heraus das Bienen einen unterschiedlichen Strichcode auf dem Hinterleib haben, dann werden sie bei uns per bienlichen Fingerabdruck(Strichcode) identifiziert und kontrolliert.
    Um das mit den Worten meines Lieblings-Autoherstellers zu beschreiben
    „ Nichts ist unmöglich“.
    Bei mir wird also, eine ausgebaute Wabe oder Mittelwand genommen einem Volk zugeordnet mal elf ist gleich eine Zarge. Nach dem Abnehmen Wabe gewogen, nach dem Entdeckeln Wabe gewogen, nachdem Schleudern Wabe…. und wieder frisch eingewogen für den nächsten Durchgang sowie einem Volk zugeteilt…..und nicht vergessen die Wachszunahme bei den Mittelwänden.
    Wenn dann an einem langweiligen Winterabend die Computerausdrucke verglichen werden mit dem abgefüllten und verkauften Honig, - stellt man fest, das etliche Kilo verschwunden sind, weil niemand, also ich, den Met/Likör- und Backhonig abgewogen hat und so eine klare Struktur der Vorgänge nicht gegeben ist….
    Und die ganze Arbeit….. „ Buchhaltungstechnisch“, für die Katz war!
    Soweit zum Thema „Imkerei und der Fortschritt“,
    und „langweilige Beiträge“!


    Jetzt hat er gesehen, das der Zoll/Polizei so kleine Platten hat die man an allen vier Ecken unter Kisten schiebt und die wiegen aufs Gramm genau, übertragen sogar per Funk???!!!
    Was da noch alles auf mich zukommt!


    Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen


    Margret