TBE kurz vor Frühtracht-Ernte 2021

  • Versuch macht kluch!

    Versuche wurden bereits gemacht und wissenschaftlich ausgewertet in der Dissertation von Dr. Radtke:

    https://d-nb.info/1025135512/34

    Er stand sr. Zt. vor denselben Fragen wie in #1 Zf. 2 + 3 gestellt: zuverlässige Schwarmvermeidung, da ihm wöchentliche Durchsichten nicht möglich waren und Frage, wie sich das auf den Honigertrag auswirkt. Er hat sie sich und uns nachvollziehbar beantwortet.

  • Versuch macht kluch!

    Versuche wurden bereits gemacht und wissenschaftlich ausgewertet in der Dissertation von Dr. Radtke:

    https://d-nb.info/1025135512/34

    Er stand sr. Zt. vor denselben Fragen wie in #1 Zf. 2 + 3 gestellt: zuverlässige Schwarmvermeidung, da ihm wöchentliche Durchsichten nicht möglich waren und Frage, wie sich das auf den Honigertrag auswirkt. Er hat sie sich und uns nachvollziehbar beantwortet.

    Die Dissertation von Dr. Radtke ist sicherlich interessant, wobei ich dies momentan nur für die Zusammenfassung beurteilen kann und gibt wichtige Anhaltspunkte für die Fragestellung. Danke dafür!


    Ich habe allerdings leichte Zweifel, ob diese mehr als 20 Jahre alte Studie, deren Untersuchungsgegenstand hauptsächlich die Varroaparasitierung ist, für meine Völkerführung, meine Bienengenetik und meinen Standort maßgeblich ist. Daher:

    Versuch macht kluch!

  • Hallo Effess,

    Ich habe das Ganze nicht 14, sondern 7 Tage vor der Frühtracht Ernte gemacht, aber nicht als totale TBE , das heißt ja alles Abfegen. Ich habe es als Flugling gemacht, Kiste am Standort verstellt, neue Zarge mit MW bestückt, Kö. vorher abgefangen und zugesetzt, Absperrgitter wider drauf, und die Honigräume ebenfalls,

    es Erfolgt ein zügiger Ausbau der MW und Futter braucht es auch nicht,

    Nach 7 Tage beginnt ja die Ernte, und in dem Zusammenhang auch gleich Varroatosebehandlung,

    womit auch immer. ( Nur damit das nicht auch noch ein Diskussionspunkt wird .)

    Die Brutlinge mit den Jungbienen werden nach der Brutlosigkeit auch auf MW gesetzt, natürlich für Weiselrichtigkeit ist Sorge zu tragen, entweder durch Zusetzen, oder sie haben sich selbst eine gezogen, Varroatosebehanlung nicht Vergessen.





    Alle Völker haben somit ( Keine bzw. sehr wenig Varroa ) Ausserdem neues Wabenwerk.

    Zur Lindentracht, soweit es eine gibt, und das ist bei uns so um den 15 Juli , sind alle Völker wieder dabei. Natürlich können die Brutlinge auch zu mehreren Ablegern aufgeteilt werden.

    Ergebnis ; gute Honigernte, gutes Wabenmaterial ,keine Schwärme, und im Herbst keinen Varroadruck in den Völken


    Gruß Jürgen

  • 20 Jahre alte Studie, oh, da wäre ich auch skeptisch. Hat sich ja so viel seit damals grundlegend geändert, damals gabs noch nicht mal Netflix. 😀

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Mich würde noch interessieren, was der Zweck dieser frühen TBE sein soll? Varroabehandlung, Ertragssteigerung, Umwohnen?


    Aus meiner Erfahrung habe ich für mich gedanklich die Fragen bereits beantwortet. Da ich diese Vorgehensweise allerdings in der Praxis noch nicht eingesetzt habe (und die Bienen immer für Überraschungen gut sind), halte ich mich hier bei der Beantwortung zurück. Da würde nur helfen: Versuch macht kluch!


    Grüße vom Apidät

    Ertragssteigerung, Senkung des Varroadrucks, Wabenhygiene und Schwarmverhinderung in einem

  • Es kommt wahrscheinlich auf die jeweiligen Gegebenheiten an, und auf die Ziele, die man verfolgt.


    Ich wende ein sehr ähnliches Verfahren jetzt seit ca. zwölf Jahren oder so an, konsequent immer bei allen Völkern, und finds gut. Hab ich hier auch irgendwann mal kurz verlinkt und einige Stichpunkte zu meinen Zielen geschrieben.


    Zu deinen Fragen:

    Die Honigräume sind ja drauf auf dem Flugling, da sollte auch noch Platz sein, dann wird da auch kräftig eingetragen. Das Brutnest sollte dann nicht verhonigen.

    Ich hab einige Jahre auch immer Dadantvölker mitlaufen gehabt, für die hatte ich Rähmchen mit Schiffskieloberträger, da wurde schön und kräftig gebaut, wenn vorhanden alle zehn, aber du kannst auch schieden.

    Sonst mache ich Flachrähmchen und Mittelwände.

    Sollte die Schwarmlust schon zu weit fortgeschritten sein, dann macht das bei den Fluglingen eigentlich keine Probleme, ist ja als Schwarmvorwegnahme auch ein Notbremsverfahren.

    Bei meinem Vorgehen bildet ja die alten Brutwaben mit ansitzenden Bienen einen Brutling, und da gibts Probleme, wenn das Brutnest zu weit Richtung Schwarm entwickelt ist. Aber das muss ja für dein Verfahren nicht gelten...


    Probiers aus!

  • Wer im Mai wegen der Varroa eine TBE machen muss, sollte sein Behandungskonzept überdenken.

    Das wäre aus meiner Sicht nur dann geboten, wenn ich Völker für eine Spättrachtnutzung (Heide) vorbereiten will.

    Die Brutentnahme zur Schwarmverhinderung ist dagegen ja alles andere als neu. Wie #jürgie ausführt, müsste man dazu aber nicht die ganze Brut entnehmen.

    Und dann gäbe es ja - bezogen auf den Einwand von #rase - die Möglichkeit, die Völker aus den Brutscheunen wieder zu verstärken. Vom klassischen Zwischen(boden)ableger halte ich wenig, weil da die Brutwaben verhonigen. An anderer Stelle hatten wir aber die Option diskutiert, Jungbienen aus den Brutscheunen einfach wieder zuzufegen.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Im Frühjahr entnehme ich nur die gedeckelte Brut, womit ich die meisten Varroen erwische, die Schwarmlust reduziere, die Völker nicht übergebühr Schwäche und den Ablegern genug Zeit gebe mit Behandlung bei Brutfreiheit, sich bis zum Winter ordentlich zu entwickeln und das ohne Druckbetankung. Allerdings muß ich dazu sagen, daß die Wabenerneuerung bei uns Zweiraumimkern nicht so läuft wie bei Großraumbeuten.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Du hast halt Superbienen mit einer Superkönigin, die erst mal alle Zellen in der Kiste gleichzeitig bestiftet um dann 21 Tage zu ruhen. Und dann legt sie wieder los, alle Zellen gleichzeitig.

    Nach dem Foppen jetzt noch die Einschränkung, ja, manchmal sind noch offene Zellen auf Waben die weitgehend gedeckelt sind und manchmal sind nur wenige verdeckelte Zellen auf hauptsächlich offener Brut. Dann gilt: Keiner ist perfekt. Aber eigentlich sollte gut ein Drittel der Brut verdeckelten sein, zwei Drittel offen.

    Wenn einige offene Brut mit rausgenommen wird ist es nicht schlimm, genau wie wenn einige wenige Verdeckelte Zellen drin bleiben. Vielleicht gibt es ja noch eine zweite Chance.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.