Effiziente Honigernte ohne Schleuder?

  • Du verwechselst Effizienz mit Ertragssteierung. Ökonomisch kann nicht nur heißen: mehr Ertrag bei gleichem Aufwand, sondern auch: weniger Aufwand bei gleichem Ertrag.

    Übrigens geht es ganz nebenbei um das Produkt. Presshonig ist eben etwas anderes. Den Unterschied schmeckt man.


    Das glaube ich allerdings nicht, dass ich das verwechsel. Ich hab kein Problem mit Presshonig... im Gegenteil. Aber die Idee von Ben ist möglichst wenig Materialeinsatz/Lagerfläche bei möglichst gleichem Komfort zu haben. Und die Geschichte ist erzählt, wenn man sich Größe/Preise von Schneckenpressen oder anderen alternativen anschaut - übrigens ist Platz/Kosten in nahezu jeder Imkerei ein Problem.

    Der Standplatz war nur ein bisschen Spaß... das muss jeder für sich selbst ausmachen. Ich kann bei 90% der Völker mit dem Auto direkt bis 1m an die Kisten fahren und im Zweifel nutzt ich das auch aus und mein Rücken sagt Danke.

    Gruß
    Flo

  • Übrigens ist es unter Imkern auch ganz nett, wenn man wenigstens kurz "anmeldet", wenn in direkter Nachbarschaft nen Stand aufgebaut wird. :*

    wenn man bedenkt, dass die meisten Bienendiebe Imker sind, behalte ich meine Standorte lieber für mich.


    Total super, dass sowas als Angriff und nicht als Hilfe verstanden wird... :D man könnte ja auch drüber nachdenken warum man das "anbietet"?

  • Ich hab deinen Text nicht als Angriff verstanden.

    Es kann ja mit den Standplätzen jeder handhaben wie er will... ich hab auch nicht Hinz und Kunz am Platz - Dafür aber Kameras. Es gibt aber durchaus Gründe sich in naher Umgebung zu unterstützen. Da direkt "Diebstahl" anderer Imker in den Ring zu werfen... naja, ok! Um ein kleines Beispiel zu nennen... Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Frühling ankündigen, haben meine Bienen ein Flugloch, das sie kontrollieren können... Aber das wird OT.

  • Das Video von Bubestinger zeigt, welch Aufwand mit dem Pressen verbunden ist. Das vorgestellte Gerät wiegt 340 kg, das ist nicht so leicht zu bewegen wie eine 4-Wabenschleuder. Der Nachteil dieser Art von Pressen ist die diskontinuierliche Arbeitsweise gegenüber Schneckenpressen. Möglicherweise ist dies Pressen aber produktschonender. Persönlich habe ich es aufgegeben mein Entdeckelungswachs mit der Spindelpresse auszuquetschen. Es wird in Honigeimer gefüllt und zum Profi gebracht, der einen Deckelwachsschmelzer hat, wir helfen uns gegenseitig. Auch unser Verein hat Technik, die man sich ausborgen kann, mit Kooperationen kann lassen viele Probleme einfach lösen.

  • Moin

    ich habe mal so eine historische Presse als Ausstellungsstück gesehen (ich glaube bei Holtermann im laden) das Gerät sah so ähnlich aus wie eine Wäschemangel.

    also Wabe durchkurbeln -->Fertig. Das ist nicht so aufwändig wie eine Schneckenpresse und durchaus nachbaubar. Ich vermute man bekommt keine 100% ausbeute aber die Honigernte müsste relativ flott von statten gehen.

    VG

    Martin

  • Oder was spricht gegen diesen Gedanken?

    Das Thema dieses Threads spricht dagegen. Außer man liest da "Effiziente Honig-Nichternte ohne Schleuder?", @keinernter.

    Dann muss(!) sich derjenige eben zur Schleuder noch eine Presse zulegen. Dagegen habe ich auch nichts. Natürlich gehts auch andersrum 😆

    Wie sagte hier mal einer: Stell doch einfach deine Fragen! Und ...?

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Oder was spricht gegen diesen Gedanken?

    Das Thema dieses Threads spricht dagegen. Außer man liest da "Effiziente Honig-Nichternte ohne Schleuder?", @keinernter.

    Hallo Ralf,

    im Thema gehts um die effiziente Honigernte ohne Schleuder.

    In der Diskussion ging es aber auch um die Frage: Was mache ich mit dem Entdeckelungswachs samt Honigresten?

    Darauf habe ich reagiert.

    Erkläre doch mal der Lesergemeinde wie Du darauf kommst, von "Nichternte ..." zu sprechen? Es ging mir nur um den Hinweis, dass man das den Bienen überlassen kann. Die mehr oder weniger gut geschleuderten Waben lässt der Imker ja auch von den Bienen auslecken. Das ist aber dann deiner Logik nach auch "Nichternte".

    Gruß

    Harald

    PS: Du hast Recht, wenn es dir hilft.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Ich habe mir nochmal das Buch von Wyatt Mangum vorgenommen. Der betreibt in den USA eine Imkerei mit 200 Völkern in Oberträgerbeuten. Er schneidet den verdeckelten Teil der Waben in Stücke und verkauft die als Wabenhonig. Den Rest drückt er mit einem Spachtel durch zwei Grillroste und lässt den Matsch dann in eine darunter gestellt Entdeckelungsschale fallen. Da tropfts dann durch und fließt durch ein Doppelsieb in einen Eimer. Er holt aus jeden Volk im Schnitt knapp 30KG Honig.


    Er schreibt das ginge auf ein Buch namens 'Allen Latham's Bee Book' zurück und würde sich auch für 'commercial grade' Honigmengen eignen. Ich habe das Buch auch mal bestellt - angeblich schon verschickt, aber das muss über den Atlantik, mal sehen wann es da ist, dann werde ich mal berichten was der Herr Latham so schreibt.

    Vielleicht stellt man sich das komplizierter vor als es ist. Waben auspressen ist bei einem Oberträger weniger schwierig, weil man nichts ausschneiden muss. Einmal eine frische Honigwabe über die Längsachse gedreht, dann bricht die ja quasi schon ab. Mit passendem Eimer darunter war es das schon. Ausschneiden und noch um die Drähte rumschneiden fällt ja weg. Das Zermatschen dürfte auch nicht unbedingt länger brauchen als mit der Entdecklungsgabel/Meser übers Rähmchen, Rähmchen in Schleuder rein, schleudern - drehen - schleudern, wieder raus, Rähmchen wieder wegräumen.


    Am Ende ist es vielleicht nur anders, aber nicht unbedingt schlechter oder besser.

  • Wie wäre es etwas ähnliches wie oder ein melitherm zu nutzen ? Entweder mit einem groben seihsack oder ohne. Wabenstücke rein und in ein klärfaß laufen lassen.

    Ist nur eine Theoretische Überlegung besitze weder meli noch klärfaß es könnte aber ganz gut gehen denke ich.

    Den ersten Honig haben wir damals auch gepresst von Hand. Da war uns ganz klar das wir auf jeden Fall eine Schleuder brauchen.

  • Es ist doch erstaunlich was so auf dieser (Imker)Welt alles gemacht wird. Obwohl das garnicht geht und dann Kollegen sichdazu bewogen fühlen, haltlose Behauptungen öffentlich auszusprechen bzw. aufzuschreiben.

    Verwundert

    Harald

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