Verbrauste Schwärme

  • Hallo liebe Mitimker,
    zu diesem Problem habe ich verschiedene Seiten abgesucht, habe aber nichts gefunden. Sicher ist das schon mal vor längerer Zeit beschrieben worden. Ich finde aber nichts.
    Zu meinem Problem:
    Habe in diesem Monat 2 Schwärme (fremde ) einfangen müssen, weil der Tierfängertrupp der Feuerwehr Feierabend hatte.
    Nachdem ich die Schwärme im Kasten hatte und nach 1 Stunde Ruhezeit am Fangplatz, habe ich diese nach Hause transportiert und über nacht im Keller aufbewahrt. Am nächsten Tage bemerke ich eine hohe Temperatur in der Schwarmfangkiste (mit Hand gemessen) und der Gazeboden ist klebrig vom ausgespiehenen Honigblaseninhalt der Bienen, viele Bienen liegen vollkommen verklebt am Boden oder sind bereits tot. Habe sofort mit etwas Wasser und einem Ventilator das Drama einzudämmen versucht.
    Später habe ich die Bienen in eine Beute mit Mittelwänden eingeschlagen.
    Nach ca. 2 Tagen sind die Schwärme ausgezogen und haben das Weite gesucht.
    Was ist da falsch gelaufen?
    Bisher hatte ich noch nicht dieses Problem.


    Das fragt Euch


    Gerhard
    vom Strand der Elbe

    Viele Grüße
    Gerhard
    vom Strand der Elbe

  • Hallo Morgenstern,


    auf deine Frage zu antworten ist leider nicht einfach, weil es mehere Faktoren gibt, die dafür verantwortlich sein könnten.


    Zuerst mal zum Schwarmfangkasten. Dieser sollte über eine gewisse Größe verfügen (40cm³), damit die Bienen darin nicht zu eng sitzen. Dann habe ich 10cm über dem Boden an zwei gegenüberliegenden Seiten zwei Löcher mit 10cm Durchmesser, die ich mit Draht verschlossen habe. Dann kann es nämlich nicht passieren, dass durch tote Bienen die anderen Bienen von der Luftzufuhr über den Boden abgeschnitten werden. Außerdem ist durch die gegenüberliegenden Löcher ein Luftstorm gewährleistet. Außerdem sollte der Schwarmfangkasten nicht aus schwerem oder gut isolierendem Material sein. Auch dürfen der Deckel und der Boden ruhig einige Schlitze haben :-).


    Nun zum Transport. Ich lasse die Schwärme immer in unmittelbarer Nähe der Fangörtlichkeit im Schatten stehen. Erst am Abend, wenn es abgekühlt ist und die Bienen im Kasten sich zu einer Traube gefunden haben, nehme ich sie mit nach Hause.


    Auch ich stelle die Schwärme einen Tag in den Keller, damit sie möglichst viel von ihren mitgebrachten Vorräten verzehren ( Faulbrut!). Außerdem muß der Schwarm den ganzen Tag über mit Wasser versorgt werden, d.h. in die Löcher wird dreimal am Tag mit dem Zerstäuber frisches Wasser gesprüht.



    Eingeschlagen werden die Schwärme erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Dabei nehme ich zuerst den Deckel ab, an dem die Traube hängt und Streife diese in die Lücke ab, wo ich vorher zwei Mittelwände entnommen habe. Den Schwarm auch immer auf Mittelwände schlagen und nicht auf ausgebauten Waben. Dann ziehen sie nämlich gerne wieder aus.
    Den Rest der Bienen lasse ich über das Flugloch einziehen, indem ich den geöffneten Kasten mit den restlichen Bienen direkt ans Flugloch stelle.


    Nach zwei Tagen kontrolliere ich, ob die Bienen angefangen haben zu bauen. Ist diese nicht der Fall, so kann fehlende Tracht der Grund hierfür sein. Dann wird der Schwarm konsequent gefüttert. Nach 4 Tagen sollten die ersten Eier zu sehen sein oder es muß eine Weiselprobe eingehängt werden.


    So ich hoffe es war nicht zu lang. Aber du kannst jetzt selbst überprüfen, ob es vielleicht an dem einen oder anderen Punkt liegen könnte. Ansonsten hoffe ich, dass du beim nächsten mal mehr Glück hast.


    Gruß


    Frank

  • Hallo,


    ich möchte ja nicht blöd klingen, aber

    Zitat

    Frank Nieser: Zuerst mal zum Schwarmfangkasten. Dieser sollte über eine gewisse Größe verfügen (40cm³), damit die Bienen darin nicht zu eng sitzen.


    (40cm³) für den Inhalt eines Schwarmfangkastens sind definitiv zu wenig. Du hast anscheinend 40 Liter, also 40 dm³ gemeint, oder?



    Gruß
    Franz