Betriebsweisenübersicht - Dokument

  • Moin zusammen,


    ich hätte mal einen Vorschlag, von dem ich nicht sicher bin, ob er sich umsetzen lässt. Daher mal die Frage an die allgemeinheit :)


    Die Betriebsweise der Bienen ist ja immer wieder Thema. Leider fehlt mir bis dato eine Möglichkeit, diese zu vergleichen oder "auszuwerten". Mit Auswerten meine ich, das man keine wirklich guten Vergleiche ziehen kann. Das liegt sicherlich daran, das wir sehr viele Parameter haben, welche die Betriebsweise abbilden (Beute, Biene, Standort, betreute Völker, Varoabehandlung), aber auch an den verschiedenen Schreibstilen der einzelnen Leute.


    Wäre es möglich, hier ein Dokument / eine Liste oder ähnliches aufzusetzen, wo die "Grundparameter" definiert werden, damit sich ein Anfänger etwas ansehen kann, was in etwa seinen Gegebenheiten entspricht?

    Z.B.

    Standort: Flachland, Frühtracht gut, Sommertracht Mittel, Spättracht nicht vorhanden

    Beute: DNM mit 11 Rähmchen im Kaltbau

    Brutraum: Einräumig, angepasst

    ...


    Denkt ihr, man könnte so etwas auf die Beine stellen? Dann könnte man als Anfänger direkt Leute raussuchen, welche eine ähnliche Betriebsweise fahren bzw. sich entscheiden, welche Betriebsweise bei ihm wohl erfolgversprechend wäre.


    VG,


    Bugsi

    My Brother went over the Ocean, my Sister went over the Sea. My Father went over my Mother, that was the beginning of meeeee...


    10 Völker Carnica/Buckfast DNM 1.0 und 1.5 in Seegeberger und Holzbeute, Anfänger seit 2021

  • Ich fürchte, eine einfache Tabelle wird das nicht und weil viele Imker dazu eigene bzw. andere Meinungen haben wird es auch schwierig die einzelnen Felder zu prüfen.

    Und wenn, sollte es vielleicht keine Tabelle werden sondern in eine Art Fragenkatalog. Wenn, dann, weil manches hängt ja auch zusammen und kann schwerlich frei nach Gusto gewählt werden.

    Wahrscheinlich ist es für den Anfänger zielführende sich ein Buch von diesem, eines von jenem und ein drittes von dem Protagonisten zu kaufen.

    Und solange ich kein Buch geschrieben habe, gibt es die absolute Sicherheit halt noch nicht, hihi.

    Letztlich, denke ich, muß der Anfänger mal mit irgendeiner Art zu Imkern anfangen. Anfangen - Anfänger, Ihr versteht? Erst mit der Erfahrung kommt das Wissen und die Möglichkeit, das was man tut oder tun könnte zu bewerten.

    Verein ist gut, Pate hilft, Bücher, ganz tolle Erfindung wie das Forum und dann Machen.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Die Idee finde ich grundsätzlich gar nicht schlecht, allerdings muss man es dabei auf meiner Meinung nach auf wiederholbare messbare Parameter beschränken (damit scheiden Faktoren wie Tracht meiner Meinung nach aus). Man könnte eine Übersicht mit den gängigen Beutenarten machen und dann z.B. auch Dinge wie die übliche Betriebsweise bzw. mögliche Betriebsweisen, Gewichte von vollen BR oder HR Zargen etc. hinzufügen. Sicher gibt es auch Faktoren wie Segeberger in Küstenklima etc. die man als Anmerkung einfließen lassen kann...aber dann kommen wir schnell wieder in die subjektive Schiene.

  • Z.B.

    Standort: Flachland, Frühtracht gut, Sommertracht Mittel, Spättracht nicht vorhanden

    Beute: DNM mit 11 Rähmchen im Kaltbau

    Brutraum: Einräumig, angepasst

    Grundsätzlich ist alles mögliche auch möglich, soviel zur Grundfrage.

    Bei Deinem Beispiel würde ich sofort ändern bzw. ergänzen. Wandmaterial Styropor 2 zargig DNM 1.0 und primäre Auslese auf starke Wintervölker um die Frühtracht optimal nutzen zu können.

  • Es ist doch gerade der Spaß am Imkersport, das für sich am besten passende System noch weiter zu optimieren. Für alle, die sich diese Ochsentour durch die Betriebsweise durch Dokumente von Anfang an ersparen wollen, würde ich ein anderes Hobby empfehlen und sich einfach bei einem Imker seiner Wahl den Honig schon im Glas zu kaufen.

    Das ist jetzt garnicht so böse gemeint wie es vielleicht klingt, will nur sagen zu einem Hobby gehört das probieren, versuchen, trainieren.
    Selbst die, die kein Hobby wollen sondern gleich professionell durchstarten wollen, werden feststellen, daß es auch bei den Profis viele unterschiedliche Betriebsweisen gibt. Da gibt es nicht ein Optimum. Das ist alles individuell und sei es nur, daß man Verwandtschaft in Süditalien hat.

    Also, der Infight der Betriebsweisen ist das Salz in der Suppe der Imkerei, auch wenn Salzfrei laut Prof.Dr.Dr. L aus K gesünder sein soll.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Dann könnte man als Anfänger direkt Leute raussuchen, welche eine ähnliche Betriebsweise fahren bzw. sich entscheiden, welche Betriebsweise bei ihm wohl erfolgversprechend wäre.

    Das Bedürfnis als Anfänger herauszufinden,

    Welche Betriebsweise erfolgversprechend unter den eigenen Gegebenheiten ist und dazu Leute zu finden, die darin Erfahrung haben und teilen möchten, kann ich sehr gut verstehen.


    Welche Strategie ist dafür geeignet?


    Darüber sollte meiner Meinung nach zuerst diskutiert werden.


  • Welche Strategie ist dafür geeignet?


    Darüber sollte meiner Meinung nach zuerst diskutiert werden.

    Hi,


    die beste Strategie ist es sich einen Paten zu suchen und von und mit ihm zu lernen.


    Wenn wir hier eine Auflistung der Beriebsweisen machen möchten, dann dürfte die Gesamtzahl


    der Betriebsweisen recht nah an der Gesamtzahl der Forennutzer liegen.


    Jeder macht irgendetwas irgendwie anders.


    Gruss Joachim

  • Die Betriebsweise der Bienen ist ja immer wieder Thema.

    Die Bienen haben immer die gleiche Betriebsweise, nur die Imker nicht... ;) ...

    Wenn Du aber über verschiedene Betriebsweisen der Imker was erfahren möchtest, dafür gibt es Bücher, ein Buch pro Betriebsweise - schau doch einmal über die Büchertipps drüber - aber bedenke das die regionalen Unterschiede oft eine Abwandlung/Anpassung erfordern....

  • Hi,


    der Grundgedanke von mir ist dabei, einem Anfänger die allergröbsten Anfängerfehler zu ersparen. Wenn ich zum Beispiel nur lese, wie Sulz seine Bienen führt, werde ich das nicht überall nachmachen können. Wenn man allgemeine Parameter festlegt, welche von jedem ausgefüllt werden können, dann hat man die Chance, sich schon mal auf eine Betriebsweise festzulegen, die in ihrer Gesamtheit funktioniert. Natürlich gibt es Abweichungen, aber es muss doch möglich sein, Punkte festzulegen, welche dann im Umkehrschluss ein funktionierendes Grundkonzept bilden. Außerdem könnte so eine Liste auch dazu führen, das man sein eigenes Konzept überdenkt, wenn jemand anderer mit einem leicht abgewandeltem Konzept mehr Ertrag / bessere Überlebenschancen bietet.


    Gerade im Schiffer-Thread wurde ja auch gesagt, das er keine "Wissenschaftlichen Methoden" anwendet. Womöglich klappt ja seine Bienenführung ohne Varoabehandlung in normalbeuten, nur eben unter bestimmten Voraussetzungen/Grundparametern. Diese Parameter zu standardisieren würde helfen, Aussagen nachzuvollziehen und Fehler zu vermeiden. Und man könnte seine eigene Betriebsweise mit anderen vergleichen, was derzeit kaum möglich ist. Wichtig wäre dann aber erst mal, die Grundkategorien festzulegen (z.B. Beutenart Hinterbehandlung/Trogbeute/...) und darunter dann meinetwegen Material (Styropor/Holz/Stroh/...), Abmessungen, Rähmchenmaß, Floglochgröße oder was weiß ich. Und wer dann noch möchte, könnte noch einen Freitext hinterlegen. Dann wäre der Teil Beute meinetwegen (Zargen steht hier für Ebenen auf denen Rähmchen hängen):


    Beutenart:

    - Hinterbehandlungsbeute (Holz, 12 DNM, 2 Zargen), Flugloch nach Süden, immer 2 Beuten übereinander, im Winter warm eingepackt

    Standort:

    - Flachland (Wald/Felder, Frühjahrestracht groß, Sommertracht mittel, Herbsttracht gut) 12 Beuten pro Platz

    Bienen:

    - Carnica (Standbegattet)

    ....


    Man hätte alle Freiheiten (durch den Freitext) aber man kann sich auch nur auf die Grundparameter konzentrieren. Dadurch kann man dann auch Betriebsweisen miteinander vergleichen und auch verstehen (da jeder, der die Betriebsweise auf diese Art beschreibt, sich an die einzelnen Grundparameter halten muss). Andernfalls wird man schnell überfrachtet mit Infos, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann.


    VG,


    Thomas

    My Brother went over the Ocean, my Sister went over the Sea. My Father went over my Mother, that was the beginning of meeeee...


    10 Völker Carnica/Buckfast DNM 1.0 und 1.5 in Seegeberger und Holzbeute, Anfänger seit 2021

  • Thomas, die Betriebsweisen sind so individuell wie die Imker und zudem wohl in vielen Fällen auch nichts Konstantes, da man ja immer wieder ein bisschen hier oder dort feilt oder sagt wesentliche Elemente über Bord wirft. Anfänger wären von der Flut an Möglichkeiten hoffnungslos überfordert.


    Einem Anfänger würde ich immer wieder ohne zu zögern raten, sich zuerst einmal an ein bewährtes, eher allgemein gefasstes Rezept zu halten und sehr viel zu beobachten. Das ist meines Erachtens eine gute Grundlage für die Entwicklung einer eigenen Betriebsweise.


    Es gibt sicher verschiedene, bewährte deutsche Rezepte, ich kenne halt nur das Schweizer Konzept: Gute imkerliche Praxis : Themen : bienen.ch - das Portal für die Schweizer Imkerei

  • Hier im Imkerforum hat jeder die Möglichkeit die Parameter seiner Imkerei im Profil unter „Über mich“ einzustellen.


    Grüße vom Apidät, der sich wünscht, dass von dieser Möglichkeit mehr Gebrauch gemacht wird

  • Andernfalls wird man schnell überfrachtet mit Infos, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann.

    Ist halt ein komplexes Thema. Das so darzustellen, als sei dem nicht so, wäre auch irreführend.


    Aber das Wort 'Betriebsweise' selbst ist schon ziemlich überdimensioniert ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Womöglich klappt ja seine Bienenführung ohne Varoabehandlung

    Die klappt nicht - er muss aber irgendwie Geld verdienen... (ein Volk 2/3 Jahre ohne Behandlung zu halten, das kann jeder - aber danach kommt meist der Zusammenbruch, wenn nicht schon vorher...)

    der Grundgedanke von mir ist dabei, einem Anfänger die allergröbsten Anfängerfehler zu ersparen

    Schon verstanden, dafür wäre es besser sich eine Paten aus der Region zu suchen und Bücher zu lesen - und sebst dann wirst Du noch einige Fehler machen, die meisten hoffentlich nicht allzuoft. Aus Fehlern kann man lernen.... - Du musst lernen die Bienen zu verstehen und musst lernen mit den Bienen umgehen zu können - die Betiebsweise ist sekundär, man kann mit vielen Betriebsweisen Bienenvölker erfolgreich halten!

  • Es gibt soviele „Betriebsweisen“ wie Möglichkeiten beim Skat. Jedes Jahr werden die Karten neu gemischt und Du musst lesen, was Du auf der Hand hast und schauen, was Mutter in Vorderhand ausspielt. Nur wer die Grundregeln und Einiges mehr kennt kann auf Dauer Erfolg haben. Das ist das Interessante an der Imkerei, dass ein Leben nicht ausreichend alles zu verstehen.