Schleuderraum und Siebtechnik

  • Hallo,


    ich plane gerade meinen Schleuderraum.

    Zu mir:

    • Anzahl Völker max. 15
    • Betriebsweise: Einzargig auf Zadant im ang. BR - HR mit Flachzargen
    • Schleuder: 4-fach Lyson Selbstwendeschleuder in der ich auf einmal 8 HR schleudern kann
    • Siebtechnik: Doppelsiebe – war ne Katastrophe bei der letzten Frühtracht. Diese waren andauernd mit Kristallen zu…
    • Schleuderraum ca. 4x3m


    Vorgehensweise der Planung:

    Die HR werden abgeräumt und am gleichen Tag geschleudert.

    Aus der Schleuder fließt der Honig durch ein Grobsieb in das Spitzsieb.

    Im Abfülleimer befindet sich evtl. eine Heizung.

    Aus dem oberen Ausfluss, ca. 8cm von oben fließt der Honig in einen 20kg Eimer.

    Dieser wird in ein Klär/-setzfass verbracht.

    Am nächsten Tag wird der Honig abgeschäumt und in 20kg Eimer gefüllt.

    Der Honig wird dann bei Kristallisierung mittels dem Rapido gerührt und in Gläser gefüllt.

    •  

    Fragen:

    • Kann ich das so machen oder ist es dann sch…
    • Welche Maschengröße beim Spitzsieb
    • Welche Größe Abfülleimer
    • Sind 8cm beim oberen Abfluss ausreichend
    • Würde es Sinn machen beim 400kg Klärfass noch einen weiteren Auslass zu installieren welcher etwas höher liegt?


    Danke

    Gruß Andreas

  • Das Spitzsieb kannst Du weglassen. Hat das Klärfass einen konischen Boden? Falls ja, brauchst Du auch nur grob abschäumen. Schaumreste sind dann nur im letzten Eimer und lassen sich da sehr gut entnehmen. (kleinere Oberfläche). Meine Fassausläufe sind alle bodeneben.


    Gruss

    Ulrich

  • Spitzsieb nach der Schleuder das Gröbste.


    Den Rapido würde ich gegen "echten" Rührer tauschen und in einem Abfüller rühren. Habe dieses Jahr mit dem Rapido gearbeitet - aber nicht nach Originaler Anleitung sondern als "Ersatz" für einen großen Rührer mangels Drehmoment starkem Gerät. Der Mischt nicht ganz so gut wie etwas mit größeren Flügeln.... Werde den aussortieren.


    Du willst warten, bis der Honig anfängt zu kristallisieren? Das geht bei Frühtracht. Bei Spättracht dauert das - da besteht dann die Gefahr den richtigen Zeitpunkt zu verpassen. Spreche da aus Erfahrung. Das passiert immer dann, wenn du keine Zeit hast, z.B. weil du grade verzweifelt versuchts deine Völker auf Einwinterungsgewicht zu bekommen. Zwei Wochen später sind dann schon "Faustgroße" Kristalle in der Spättracht. Dazu kommt das du bei guter Tracht schnell mal 30+ Eimer rumstehen hast. Die fangen - nach Murphy - alle zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt an zu kristallisieren.


    Ich arbeite diese Saison mit rund 25 WV und werde es ungefähr so machen - ich versuche den Prozess etwas vom Zufall der natürlichen Kristallisation zu entkoppeln:


    Schleuder -> grobes Spitzsieb mit Heizung -> Fass -> Abschäumen -> 20/25 kg Eimer -> Lager


    Lager ->ggf. Antauen bis zäh Fließfähig -> feines (feinstes) Spitzsieb mit Heizung (Melitherm habe ich noch nicht) -> 100 kg Abfüller -> Abkühlen -> Impfen -> Rühren (mit so einem großen Doppelflügel Rührer. Die sollten von der Länge auch gut in einen 100kg Abfüller passen - da lässt den einfach drin stehen und der Deckel passt auch noch drauf.

    Abfüller kommt auf Rollbarem Gestell auf einem Hubtisch. Gestell in den Kühlschrank (mit separatem Thermostat auf 13/14 Grad eingestellt), so das man den Abfüller da reinrollen kann. Das kommt der dann immer nur zum rühren raus. Soweit der Plan. Zum Abfüllen dann einfach den Tisch hochpumpen.

    Man kann natürlich auch direkt nach der Ernte einen Teil statt in Eimer direkt durch das Spitzsieb in den Abfüller lassen und direkt impfen...

    Ev. ist ja eine Inspiration dabei...


    Das mit dem Impfen und kühl halten wärend dem Rühren hat nach dem "Spättracht" Klotz-Desaster auch super funktioniert. Habe den als er dann schon schön geschimmert hat abgefüllt und die Gläser kühl gestellt. Ist super geworden.

    Eben dieses Jahr nur eine ganze Nummer kleiner. Gibt hier irgendwo einen längeren Faden zu dem Thema Impfen und Kaltstellen.

  • Mein geplanter Aufbau ist deinem ziemlich ähnlich nur dass ich das Spitzsieb am Ende geplant hatte.

    Also kurzen Ablauf wie ich es mir vorgestellt habe.

    Schleuder - Edelstahlsieb eines Schwedischen Möbelhauses (10 Stück) - Siebeimer (beheizt, 3d Drucker Silkonheizmatte) - Absetzbehälter (genauso beheizt) - am nächsten Tag oben abschöpfen und dann durchs Spitzsieb (nicht beheizt) - 25 kg Hobbocks

    Die letzten Tropfen durchs Melitherm.


    Ich denke das muss man einfach probieren...


    Gruß uli

  • Hat das Klärfass einen konischen Boden?

    Hallo Ulrich, wieso das ? Mein Logar Fass hat so einen Boden..... Beim normalen Abfüller kommt der Schaum, bevor der Honigspiegel am Hahn ist. Verhindert so ein Boden das ?

    ich finde, das ist eine sehr interessante Frage! Immenlos , du hast diese Frage von Marcus Göbel doch "geliked", aber leider nicht beantwortet.


    Mich nervt auch bei den Abfüllern mit seitlichem Auslauf, dass etwaiger Schaum weit vor Ende von der Oberfläche in einem Strang nach unten gezogen wird, lange bevor er leer ist. Es ist also nicht nur das letzte Glas, sondern viele der letzten Gläser, wo womöglich Schaum mit reingerät, wenn man nicht aufpasst.


    Ich könnte mir in der Tat vorstellen, dass dieses Phänomen bei einem zentralen Loch nicht oder nicht so stark auftritt, wie bei einem seitlichen Loch.

  • Ok. Durch den konischen Boden kommt der Schaumpegel viel später an das Auslaufloch.
    Durch Kippen des Fasses (ca 30 Grad) und langsames Ablassen des restlichen Honigs, kann man bis auf ca 3 kg alles ohne Schaum entnehmen. Ich habe 300 kg Fässer vom Fritz. Die letzten Schaumhonige von 5 Fässern sammele ich in einem Eimer, den ich dann nachträglich abschäume.


    Ich siebe unter der Schleuder mit dem cfm-Vorfilter mit Bodenheizung. Nr.: 5009274

    Von dort pumpe ich in die Fässer.
    Bei kleineren Schleuderaktionen mit Küchensieb in Eimer. Der wird per Hand in die Fässer gekippt.


    Feinfilter oder Spitzsieb benutze ich nicht (mehr), bringen kein besseres Ergebnis.


    Gruss

    Ulrich

  • Hornet, auch bei einem kegeligen Boden, mit Ablauf unten in der Mitte, wird der Honigschaum mitgerissen. Es hilft nur, die letzten Kg sehr langsam abzulassen. Bei solch einem Boden könnte man sich allerdings das Kippen des Fasses sparen. Ich meine, Lyson bietet solche Fässer an.

    Gruss

    Ulrich

  • Aus der Schleuder fließt der Honig durch ein Grobsieb in das Spitzsieb.

    Im Abfülleimer befindet sich evtl. eine Heizung.

    Schau mal in der Forensuche, Stichwort z.B. "Schleuderraum", zwei Mal hintereinander den Begriff suchen, da kommt viel Erfahrungswissen.


    Wir stehen vor dem gleichen Problem dies Jahr, geplant bisher ist: Honigschleuder - Grobsieb - Eimer - Klärfass (24h) - Feinsieb - Rührfass/Abfüller - Glas (bzw. Vorratseimer für später im (selbstgebauten) Meli auftauen).


    Das Feinsieb vorher macht zahlreichen Erfahrungsberichten nach keinen Sinn, weil es vom Wachs verstopft. Viele Imkerinnen und Imker verzichten auch ganz auf das Feinsieb und jagen den Rest vom Klärfass mit dem Schaum (oben schwimmend) und den Kristallen (unten absinkend) durch den Melitherm (okay da ist ein Siebsack drin) und dann ins Rührfass/Abfüller - Glas.


    Wobei, kann man den Honig nicht auch im Klärfass schon direkt impfen und dann einfach durchs Feinsieb direkt in Gläser abfüllen (mit der "Einfrier-Taktik") und sich damit einige Arbeitsschritte ersparen? Von der Logik her sollte das gehen oder?

    Du willst warten, bis der Honig anfängt zu kristallisieren? Das geht bei Frühtracht. Bei Spättracht dauert das - da besteht dann die Gefahr den richtigen Zeitpunkt zu verpassen.

    Da gab es auch viele spannende und hilfreiche Threads zu. Zum Beispiel diesen: >>hier<<

    Lager ->ggf. Antauen bis zäh Fließfähig -> feines (feinstes) Spitzsieb mit Heizung (Melitherm habe ich noch nicht) -> 100 kg Abfüller -> Abkühlen -> Impfen -> Rühren (mit so einem großen Doppelflügel Rührer.

    Dem Hörensagen nach, lohnt sich der Meli hier definifiv.

    Mich nervt auch bei den Abfüllern mit seitlichem Auslauf, dass etwaiger Schaum weit vor Ende von der Oberfläche in einem Strang nach unten gezogen wird, lange bevor er leer ist

    Wie ist es mit Rest in den Meli, sobald Schaum gezogen wird? Ich meine ganz am Ende, wenns Klärfass "aufgebraucht" ist... Oder vielleicht den Honig noch etwas wärmer abfüllen, dass es weniger zähflüssig ist und dann erst deutlich später Schaum zieht? Kein "Klugschnacken", nur ein paar Gedanken, ich muss das alles erst selbst für mich testen.


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Wobei, kann man den Honig nicht auch im Klärfass schon direkt impfen und dann einfach durchs Feinsieb direkt in Gläser abfüllen (mit der "Einfrier-Taktik") und sich damit einige Arbeitsschritte ersparen? Von der Logik her sollte das gehen oder?

    Probleme dabei sehe ich wie folgt:

    - Je nach Sorte hast du schon andere, größere kristallisationskeime im Klärfass.

    - Der Honig wird "kalt" lange durch das Feinsieb brauchen. Heizung verbietet sich, da er ja schon geimpft ist.

    Eher ungünstig...

    Besser:

    Klärfass -> Feinsieb mit Heizung -> Abfüller -> Impfen -> (Weiterverarbeiten nach gewünschtem Prozess)

    Dem Hörensagen nach, lohnt sich der Meli hier definifiv.

    Steht auch auf der Einkaufsliste. Für dieses Jahr tus aber noch der "Meli" für Arme (Spitzsieb mit Heizung). 2022 dann..

  • - Je nach Sorte hast du schon andere, größere kristallisationskeime im Klärfass.

    - Der Honig wird "kalt" lange durch das Feinsieb brauchen.

    Die gröberen Kristalle sinken im Klärfass auf den Boden, der Ablauf ist ein paar Fingerbreit über dem Boden, so dass diese im Fass bleiben sollten (wenn das stimmt, was ich bisher darüber gelesen habe). Und danach kommt der Rest vom Fass durchs Meli, dann sind die Kristalle weg.


    Das zweite, ich hatte überlegt, nach dem Impfen eine Heizspirale mit Zeitschaltuhr über Nacht ins Klärfass zu hängen, die alle halbe Stunde ne Viertelstunde heizt, so dass der Honig einigermaßen warm bleibt und gleichzeitig nicht geschädigt wird. Ist nur eine Überlegung, wäre ja ne gute Sache vom Prinzip her oder? Vielleicht nach einem von rase 's Lieblingssprüchen "einfach machen" ;) und wenns klappt, ist gut, wenn nicht, hab ich Freude mit dem Meli. (ich würds aber dann im Eimer testen, im Glas wäre mir dann doch zu aufwendig, wenns nicht klappt).


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • danach kommt der Rest vom Fass durchs Meli, dann sind die Kristalle weg.

    Dann ist aber im Klärfass Impfen sinnlos, weil der Meli schmilzt auch die Impf-Kristalle weg.

    Das zweite, ich hatte überlegt, nach dem Impfen eine Heizspirale mit Zeitschaltuhr über Nacht ins Klärfass zu hängen, die alle halbe Stunde ne Viertelstunde heizt, so dass der Honig einigermaßen warm bleibt und gleichzeitig nicht geschädigt wird.

    Auch wenn wie gesagt da das Impfen im Klärfass wenig optimal erscheint würde ich das mit dem Heizen durchaus als sinnvoll erachten. Da der Honig ja nicht "kalt" aus den Waben kommt muss man auch mehr oder minder nur die Temperatur halten. Also isolieren und bisschen zuheizen. Ich habe mir für erste Versuche so ein "ebay" Bastel-Thermostat und eine uhralt-Heizdecke ohne Zeitautomatik besorgt... Schauen wir mal...

    Klärfass soll wohl auch nur bei Raps oder sehr hohem Rapsanteil wirklich Temperatur-Kritisch sein. Hab das schon so Storys gehört das das Fass nach 2 Tagen fast komplett fest war.

  • Dann ist aber im Klärfass Impfen sinnlos, weil der Meli schmilzt auch die Impf-Kristalle weg.

    danach kommt der Rest vom Fass durchs Meli, dann sind die Kristalle weg

    Beim Meli gehts mir nur um den Rest. Das ist dann vielleicht noch ein Eimer. Und den kannst mit einer kleinen Menge dann nachimpfen, dachte ich.


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.