Weiselrichtiges Volk mit weisellosem Volk vereinigen im August

  • Hallo liebe Imker_Innen,


    gegen Ende dieser Saison nach der Spättrachternte Ende Juli/Anfang August haben wir voraussichtlich weisellose Brutscheunen. Nach Auslaufen der Brut und Varroabehandlung sollen die Bienen in eine neue Kiste mit Mittelwänden gestoßen werden (wir möchten das Rähmchenmaß ändern, dabei füttern usw.).


    Kann ich das weisellose Brutscheunen-Volk Anfang/Mitte August über Zeitungspapier mit einem weiselrichtigen Volk ohne Stecherei/Königinnenverlust vereinigen?


    Und wenn ja, welches Volk müsste auf welches aufgesetzt werden? Über die Suche habe ich leider nichts Passendes gefunden... spielt es dabei eine Rolle, dass das weiselrichtige Volk ca. eine Woche vorher über TBE ebenfalls einen Rähmchenmaß-Wechsel vollzogen hat? Und wie sieht es aus, wenn das weiselrichtige Volk ggf. deutlich kleiner ist als die weisellose Brutscheune? Bin mir unsicher, wie da zu verfahren ist, Ziel sollen starke und gesunde Wintervölker sein, die im Frühjahr fit für die Rapstracht sind...


    Vielen Dank für Eure Antworten!


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Hallo,

    das sollte schon gehen.

    Du willst 2-zargig überwintern?

    Welche Beute hast du denn?

    Wie behandelst du?


    Ich würde die Bienen der Brutscheue mit Milchsäure behandeln.

    Diese dann dem weiselrichtigen Volk über eine Rampe zulaufen lassen.

    Das weisellose Volk ist froh eine Königin vorzufinden und dann einzargig überwintern.

    "Soviel Theorie wie nötig und soviel Praxis wie möglich"

  • Moin Ubbo, danke für deine Antwort

    (...)Du willst 2-zargig überwintern?

    Welche Beute hast du denn?

    Wie behandelst du?

    (...)


    [die Bienen] dann dem weiselrichtigen Volk über eine Rampe zulaufen lassen. Das weisellose Volk ist froh eine Königin vorzufinden und dann einzargig überwintern.

    - Ich möchte am liebsten einzargig überwintern.

    - DNM 1.5

    - Oxalsäure-Sprühbehandlung


    Der Punkt ist, wir haben zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich zehn Brutscheunen mit richtig vielen Bienen drin, wo ich die Weiselzellen nach 8-9 Tagen gebrochen habe. Und wir haben genauso viele MiniPLUS Völker, mit denen wir vorher eine TBE mit Flugling auf DNM 1.5 abstoßen, gemacht haben (jedenfalls ist das so angedacht, behandelt sind diese dann auch schon). Ich wollte jetzt nicht so extrem viel Unruhe fabrizieren und eine halbe Million Bienen nebeneinander auf zehn Rampen vor zehn kleine im Aufbau befindliche DNM 1.5 Völker kippen, das fühlt sich irgendwie... nicht so gut an *räusper ...oder würdest du das so machen?


    Dachte, es geht vielleicht ruhiger, wenn man die weiselrichtigen Völker einfach über Zeitungspapier auf die weisellosen Brutscheunen setzen könnte, und die Bienen dann von der Brut nach oben gezogen werden, dann könnte ich immer noch auf nur eine Kiste reduzieren. Könnte ja sogar ein Absperrgitter dazwischen und da drauf erst das Zeitungspapier, weil in den Brutscheunen eh nur Arbeiterinnenbrut ist. Aber wird die Königin dann angenommen?


    Die Zeitfenster sind Ende Juli/Anfang August recht knapp, dass noch alles ausgebaut wird, und da wollte ich möglichst zügig nach der TBE der weiselrichtigen Völker diese mit Bienenmasse verstärken für einen guten Ausbau und Winter-Einfütterung...


    Oder würdet ihr statt der Vereinigungs-Geschichte begattete Königinnen über Ausfresskäfig in die Brutscheunen einweiseln? Geht das Ende Juli/Anfang-Mitte August?


    Die Zeitfenster, wann man was machen kann, bekomme ich noch nicht so richtig auf die Reihe...


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

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  • weil in den Brutscheunen eh nur Arbeiterinnenbrut ist

    Richtig: ...weil in den Brutscheunen nur Arbeiterinnen aus der ausgelaufenen Brut sind. Zu schnell abgeschickt, sorry.


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • OK, man soll sich ja rechtzeitig Gedanken machen, warum nicht jetzt ;)

    Ich habe mir vorgenommen, meine Brutscheunen wirklich auslaufen zu lassen, mit Nachschaffung.

    Dann ggf. im Sep. umweiseln. Aber lieber ein Volk mehr mit in den Winter nehmen, als weniger.

    Vereinen kann ich dann je nach Bedarf.

    Denn, sind die Bienen aus der BS wirklich eine Verstärkung für den Winter? Sind ja noch keine Winterbienen.

    Ich habe mir über die Vereinigung mit BS bei einem WV wieder viele Varroen reingeholt.

    Über Vereinigung werde ich erst Ende Sep. entscheiden.

  • Ich habe mir vorgenommen, meine Brutscheunen wirklich auslaufen zu lassen, mit Nachschaffung.

    Dann ggf. im Sep. umweiseln.

    Ich weis zwar icht so genau wie im Herbst das Wetter in Ratzeburg ist, aber ich denke dieser Plan ist nicht so glücklich aus folgenden Gründen:

    • Im September erst eine Königin enweiseln könnte zu spät sein um gesunde Winterbienen zu produzieren, denn die Ammen müssen dazu auch schon sehr gesund sein.
    • Wenn über fast einen Monat das Volk weisellos ist kann es zu drohnenbrütigkeit kommen oder zumindest werden Bienen stark abtriften zu Nachbarvölkern.
    • Vereinigen würde ich dies "Omas" nicht mit einem Jungvolk. Omas sind garstig und wenig tolerant, es könnte sein das die Köngin aus dem jungen Ableger dadurch stark gefähdet ist.

    Ich würde mir wirklich überlegen in die Brutscheune eine Krabbelzellezur zu setzten und die Zeit für Varroabehandung zu nutzen, bis die daruch entstehende Königin das legen anfängt. Dadurch fühglt sich das Volk nicht weisellos und bleibt nesser zusammen. Die so entstehenden Völker kannst Du ja seperat über den Winter bringen.

    Und wir haben genauso viele MiniPLUS Völker, mit denen wir vorher eine TBE mit Flugling auf DNM 1.5 abstoßen

    Setz diese Königinnen doch mit einem KS (oder über Flugling) in DNM 1,5 Beuten viel früher im Jahr, so 2/3 Wochen nachdem die Königinnnen in Eilage ging, dann bekommst Du bis zum Einwintern starke Völker die die MWs auch ausgebaut haben werden. Wenn Du das so spät machst kann das auch schief gehen...


  • Ich habe mir vorgenommen, meine Brutscheunen wirklich auslaufen zu lassen, mit Nachschaffung.

    Habe ich bei meinen beiden Brutscheunen - die Mitte Juli aus vier Völkern erstellt wurden - so gemacht und werde es in diesem Jahr wieder so machen. Die beiden Völker sind auch jetzt noch enorm stark und hatten seit Erstellung keinerlei Varroa-Probleme.

    "Lass Deine Augen offen sein, geschlossen Deinen Mund und wandle still, so werden Dir geheime Dinge kund."

    6 WV in 12er DD +M+ Ziel 25 WV

  • Bei den Brutscheunen wird bei mir während der Blockbehandlung fortlfd. der Milbentotenfall gezählt. Spätestens nach der 2. Behandlung kann ich den jew. Befall abschätzen (hoch - mittel - niedrig). Die Einheiten mit niedrigem Befall lasse ich nachziehen, die mit mittlerem / höherem Befall nicht. Diese werden zu Ende behandelt und dann den anderen Einheiten zugefügt (Waben einfach mit Bienen dazu gehangen). So reduzieren sich die Einheiten auf ca. 40 %. Wenn Du im August überschüssige Bienen verteilst, geht das meist problemlos, jedenfalls habe ich gute Erfahrung damit machen dürfen.


    Will ich vermehren, bekommen die BSA nach Behandlung und WZ brechen Brutwaben samt Bienen und Reserve-Kö' (mittig in die Kisten).


    Sowohl Einheiten mit nachgez. Königinnen als auch solche mit hinzugefügten bauen überwinterungsfähige Völker auf - i.d.R. stark.


    Format Wechsel mache ich per TBE Anfang. Mai - da bauen sie freudiger.

  • Du hast keine weisellosen Brutscheunen, wenn die Brut ausgelaufen ist. Es sei denn, du hast sie knapp 2 Wochen gequält. Mit etwas Pech sind sie dann schon drohnenbrütig.

    Wenn ich nach 8-9 Tagen Nachschaffungszellen breche und an Tag 11 oder 12 umweiseln wollen würde, sehe ich nicht, wo hier zwei Wochen Bienen gequält werden. An Drohnenbrütigkeit glaube ich nach 3-4 Tagen "Hoffnungslos Weisellos" nicht wirklich. Die offene Brut hänge ich nach Möglichkeit gar nicht erst in die Brutscheune, weil ich aus zeitlichen Gründen nicht drei Wochen lang auslaufen lassen möchte, es soll bis Mitte August über die Bühne gegangen sein, damit das mit Einfüttern und dann alles verdeckeln noch so hinhaut.

    Denn, sind die Bienen aus der BS wirklich eine Verstärkung für den Winter? Sind ja noch keine Winterbienen.

    Ich habe mir über die Vereinigung mit BS bei einem WV wieder viele Varroen reingeholt.

    Die weisellosen Brutscheunen sind wie es angedacht war, schon vor der Vereinigung behandelt. Die weiselrichtigen Völkchen sind ebenfalls schon vorher behandelt, denn die werden im Mai aus einem Kunstschwarm gebildet, eingesprüht und dann wenn TBE mit denen gemacht wird, wird nochmal eine Fangwabe eingehängt, die Belastung wird mit ziemlicher Sicherheit sehr niedrig sein. Was ich im Vorfeld aber trotzdem noch mit Puderzuckerdiagnose verifizieren möchte.

    Setz diese Königinnen doch mit einem KS (oder über Flugling) in DNM 1,5 Beuten viel früher im Jahr, so 2/3 Wochen nachdem die Königinnnen in Eilage ging, dann bekommst Du bis zum Einwintern starke Völker die die MWs auch ausgebaut haben werden. Wenn Du das so spät machst kann das auch schief gehen...

    Danke für Deine Einschätzung, ich wollts eigentlich über KS in MiniPLUS (M+) einschlagen und vergrößern machen, aber ich hatte gerade die Eingebung, einen DNM 1.5 Dreier-Ableger-Kasten statt M+ zu nehmen und die dort direkt einschlagen, dann sind sie direkt auf dem richtigen Rähmchenmaß, das erspart ihnen ein Mal den Stress und mir acht M+ Equipments.

    Ich würde mir wirklich überlegen in die Brutscheune eine Krabbelzellezur zu setzten und die Zeit für Varroabehandung zu nutzen, bis die daruch entstehende Königin das legen anfängt.

    Deiner Einschätzung nach, wenn ich die weisellosen, behandelten Brutscheunen ins größere Rähmchenmaß einschlage (ca. 8. August), sollte ich also direkt am selben Tag oder während der "Einschlag-Aktion" eine Krabbelzelle mit einhängen und die wird wahrscheinlich angenommen? Muss ja dann noch direkt die Futterzarge oben drauf, dass die nicht verhungern, die sind dann ganz schön in Action...

    (...)Wenn Du im August überschüssige Bienen verteilst, geht das meist problemlos, jedenfalls habe ich gute Erfahrung damit machen dürfen.


    Will ich vermehren, bekommen die BSA [Brutscheunen-Ableger?] nach Behandlung und WZ brechen Brutwaben samt Bienen und Reserve-Kö' (mittig in die Kisten).(...)

    Danke Dir! Ist die Reserve-Königin dann schon begattet? Wenn alles nach Plan läuft, sollten eigentlich keine Bienen überschüssig sein; das hängt sicher auch vom Milbenbefall ab, erstmal hoffe ich, dass auch die Brutscheunen immer noch "relativ" wenige Milben haben werden (vorher Befallsdiagnose).


    Vielen Dank für Eure Einschätzungen, ich bin mir da noch etwas unsicher für die Saisonplanung und plane lieber etwas früher, bevor dann am Ende "plötzlich" das Material fehlt oder Königinnen nicht bestellt sind usw.


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Im September erst eine Königin enweiseln könnte zu spät sein um gesunde Winterbienen zu produzieren, denn die Ammen müssen dazu auch schon sehr gesund sein.

    Bin ja erst seit 2020 Imker, habe aber gelernt: Monate mit R. August und Juli gehören nicht dazu.

    Wetter bei Ratzeburg im September eher schön. Goldener Herbst.

    Wenn über fast einen Monat das Volk weisellos ist kann es zu drohnenbrütigkeit kommen oder zumindest werden Bienen stark abtriften zu Nachbarvölkern.

    Wie sollen sie 1 Monat weisellos sein? Schaffen doch nach. Die erfolgreiche Nachschaffung muss ich natürlich kontrollieren.

    Ich würde mir wirklich überlegen in die Brutscheune eine Krabbelzellezur zu setzten und die Zeit für Varroabehandung zu nutzen, bis die daruch entstehende Königin das legen anfängt. Dadurch fühglt sich das Volk nicht weisellos und bleibt nesser zusammen. Die so entstehenden Völker kannst Du ja seperat über den Winter bringen.

    Das ist richtig. Ist aber aus terminlichen Gründen, 2020 gescheitert. Aus dem 9. Tag wurde wegen einer Geschäftsreise der 11. und schon war eine Kö da, die ich nicht finden konnte, in dem Gewusel.

    Den Stress möchte ich mir und den Bienen nicht nochmal antun. Hab den BSA dann geteilt. In 100% keine Kö und eventuell eine Kö Ableger. Hat geklappt :thumbup:;)