Sinn von Abdeckfolie

  • Hallo liebes Forum

    Ich bin Neueinsteiger oder besser Wiederanfänger und möchte ab diesem Jahr wieder mit der Bienenhaltung anfangen.Mein Großvater war solange ich denken kann Imker.Im Garten stand ein Bienenhaus mit ein paar Freudensteinkästen aus seiner Anfangszeit aber diemeisten Völker saßen in DN Magazinen.Als er dann in den 80.er Jahren einen Schlaganfall hatte und im Rollstuhl saß übernahm mein Stiefvater die Bienen.Nachdem auch er aus gesundheitlichen Gründen sich nicht mehr darum kümmern konnte gaben wir die Bienen auf da ich gerade angefangen hatte ein Haus zu bauen und beim besten Willlen keine Zeit dafür hatte.Ich habe also durchaus schon etwas Erfahrung im Umgang mit Bienen.In den Jahren hat sich allerdings einiges geändert,die Varoa gab es zwar auch damals schon war allerdings nicht so das alles bestimmende Thema wie heute.Auch solche Dinge wie Drohnenbrut schneiden oder eine TBE waren für einen Hobbyimker eher die Ausnahme wenn überhaupt bekannt.Da Corona bedingt mit einem Imkerverein leider nichts zu machen war hab ich mir im Internet jede Menge Videos zu allen möglichen Themen angeschaut und bin dabei auf etwas gestoßen das mich sehr verwundert:die Abdeckfolie . Bei meinem Großvater gab es sowas nicht ,auf das oberste Magazin kam ein Deckel und fertig.In der Zeit als mein Stiefvater die Bienen hatte riet uns ein daß es sinnvoll wäre eine Abdeckung unter dem Deckel zu haben.Ich weiß zwar nicht mehr warum das besser sein sollte aber ich kann mich noch erinnern daß wir für 5 Völker Plexiglasscheiben hatten mit denen wir die Völker abdeckten bevor der Deckel drauf kam,der Rest blieb wie immer.Und genau bei diesen Völkern kam es verstärkt zu Wabenschimmel ,vorallem in den Ecken der Beuten während es bei den anderen Völkern eher die Ausnahme war.Bei mehreren Videos konnte man ganz deutlich sehen daß sich Kondeswasser an der Folie sammelt und solche Mengen Feuchtigkeit kann nicht besonders gut sein .Warum also deckt man die Völker mit einer Plastikfolie ab,was macht das für einen Sinn?

  • Dass die Folie Nachteile haben mag, will ich gar nicht bestreiten.

    Vorteile hat sie aber auf jeden Fall eine ganze Menge:

    - Sie ist eine Dampfsperre. Es schimmelt als z.B. nicht der Deckel darüber

    - Sie erlaubt eine Blick ins Volk ohne größe Störung.

    - Sie verhindert, dass dass der Deckel festgekittet wird.

    - Sie stellt eine ziemlich einfache Lösung dar.

    - Sie funktioniert recht gut. Jedenfalls hatte ich nie den Eindruck, dass die Völker deswegen Probleme haben.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo, die Abdeckfolie wurde früher liebevoll Wachstuch genannt. Ich brauche sie nicht, denn wenn ich den Deckel anhebe, habe ich auch irgend was mit den Bienen vor, wie mich Bienen anschauen kenne ich, finde es zwar toll, bringt mich aber nicht weiter.

    Der Deckel wird ein wenig festgekittet, was aber für den Stockmeißel kein Hindernis darstellt. Dafür fliegt so ein festgekitteter Deckel nicht weg, nur die Blechhaube.

    Ist halt Geschmackssache, ich mag sie nicht.

    Bis bald

    Marcus

  • Als Anfänger hatte ich auch solch eine Folie und dachte, die muss. Der Doc und einige Andere propagier(ten) dies.

    Mit der Zeit habe ich gelernt, dass sie keinen wesentlichen Vorteil bringt und lasse sie weg. Wenn der Beespace passt und man friedfertige Bienen hat und mit ihnen gut umgeht, dann braucht man sie nicht.


    Mich hat bei der Folie immer genervt die sauber aufzulegen wenns mal windig war, da fehlte die dritte Hand.

  • Die Folie wird auch oft genommen, da sie den fehlerhaften Beespace mancher Beuten kaschiert, aber bei richtigem Beespace benötigt man sie nicht

    Da haben wir es wieder: Alle, die es anders machen, sind entweder doof oder haben doofes Material.


    Ich mag Folie (bei mustergültigem Beespace) aus den von Wolfgang genannten Gründen und noch ein oder zwei mehr. Allerdings verwende ich sie nur außerhalb der Tracht, weil diese Gründe während der Trachtzeit nicht vorliegen.


    Grüße von Kikibee

    Coronataugliches Freiluft-Imkerforumstreffen am 3.-5.9.2021 an der Lahn.

  • Für Ableger, die mit in die Heide und anschließend abgegeben werden sollten, hatte ich mir von dem Kollegen der diese bekommen sollte Segeberger mit zwei Zargen (Brutraum und Honigraum) geholt. Leider ohne Abdeckfolie, ich dachte es geht auch ohne. Zum Ende der Tracht, transportiere ich die Honigwaben immer einzeln in Trabsportboxen ab. Die Deckel der Segeberger waren derart mit den Oberträgern verbaut, dass ich sie nur mit Mühe unter Zuhilfenahme eines langen Stickmeißel abnehmen konnte. Das hat am Deckel Spuren hinterlassen. VG Jörg

  • Wenn ich den Deckel öffne und die Folie noch drauflasse, habe ich Zeit, mit der anderen Hand mein Werkzeug zu greifen, bevor ich die Folie abziehe, das verkürzt die Zeit der Störung. Übrigens finde ich Zeltfenster-Plane 0,7mm deutlich besser als normale Plastikfolie, die ist zwar nicht billig, aber viel stabiler, daher hält sie länger, und man kann besser durchgucken. Die durchsichtigen Segeberger Plastikdeckel gehen beim Abziehen leicht kaputt, die sind aber zum Arbeiten am Volk finde ich praktisch, wenn man zwischendurch was anderes werkeln möchte, zum lose drauflegen.

    Ach ja, wenn ich im Winter füttern muss und den Bienensitz sehe vorher sehe, kann ich zielgerichteter arbeiten, Folie an der Stelle ab, Teig drauf, fertig.

    Und beim Schieden kann man sich von links und von rechts vorsichtig ans Brutnest heranarbeiten, ohne dass die Bienen in der Zeit auskühlen, indem man die Folie nur soweit wie nötig abzieht und umklappt, während die leeren Futterrähmchen entfernt werden.

    "Billigfolie" finde ich Mist, die wird oft durchgenagt, sie reißt oft kaputt, Bienen klettern dann durchs Loch in den Zwischenraum Folie-Deckel und finden den Weg nicht mehr zurück, Plastikteile bleiben am Oberträger kleben, die flattern im Wind wenn was übersteht und stören dabei das Volk während sie zerfleddern, ich habe auch den Eindruck, dass das Propolis die Folie auf Dauer angreift, das ist alles nix. Durchsichtige LKW Plane, durchsichtige Tischdecke oder Zeltfensterplane sind gut geeignet, zerfleddern nicht, da dick/stabil , und lassen sich auch mal von Wachs befreien.

    Mit Schimmel haben wir kein Problem, man kann im Spätherbst ein Rähmchen herausnehmen und die anderen in die Mitte rücken, dann ist an den Seiten etwas mehr Platz. Das Kondensieren lässt sich glaube ich mit einer reflektierenden Thermoplatte unter dem Deckel vermindern, weil sooo pralle ist es nicht, wenns kalt auf die Wintertraube leckt. Außer wenn die Futterteig zur Notfütterung verarbeiten müssen, dann ist Verdunstungswasser eine gute Sache.

    Ob das jetzt weitergeholfen oder eher verwirrt hat? Vielleicht ja beides ein bisschen ;)

    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Meines Erachtens muss eine Folie relativ durchsichtig und fexibel sein.
    So kann ich im Winter schauen, was abgeht ohne das Volk zu öffnen.
    Bei der Einfütterung mit Futtertaschen finde ich die auch sehr praktisch. Dann stört man nicht das ganze Volk. Am besten sind die durchsichtigen dünnen Tischdecken. Am günstigsten die Folien der großen Invertsirup Kartons

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...