Klimadeckel - (langjährige) Erfahrungen und Vergleiche

  • Hallo RSRied,

    auch von mir (kollegialer) Gruß und Dank.

    Klingt alles gut.

    Aber wie hat sich für dich gezeigt, dass eine dünne Weichfaserplatte (z.b. die übliche 22mm) nicht reicht?

    Ich hab früher auch immer dickere Dämmstärken genommen.

    Nach meinen Erfahrungen und Messungen reicht die 22mm aber aus, weshalb ich die dicken Platten nicht mehr nutze.


    Gruß,

    Thomas

  • Hallo RSRied und Thomas,


    habt ihr bei den Weichfaserplatten nicht das Problem, dass die Bienen das anknabbern? Oder ist da eine Abtrennung zu den Bienen?


    Ich hatte mal ein Schied aus einer Weichfaserplatte. Das haben die Bienen geschrotet...

  • Danke für die Blumen.


    Leider ist es so, dass die Bienen die Holz - weichfaserplatte annagen. Über den Winter allerdings nicht.

    Für den Sommer habe ich einfache Sperrholzdeckel, die vorne eine Drohnenabflugnut haben.Ich verwende im Sommer Absperrgitter und damit sperrt man immer wieder Drohnen in den Honigraum. Die bekommen so die Möglicchkeit, abzufliegen. Offensichtlich finden sie die nur etwa 7 x 7 mm grosse Öffnung nicht wieder, wenn sie wieder reiin wollen. Jedenfalls habe ich seit ich diesen

    Drohnenabflug habe, keine toten Drohnen mehr auf dem Absperrgitter liegen.

    Die dünneren Weichfaserplatten durchfeuchten. Deren Isolierwert ist zu gering. Bei höherem Isolierwert der dickeren Platte bleibt (grob geschätzt) die innere Hälfte der Platte trocken und isolierfähig.

    Auf dem Weg durch die Platte kondensiert dann der Wasserdampf erst etwa in der äusseren Hälfte der Platte. Diese äussere Hälfte der Platte wird somit nass, trocknet aber nach aussen ab.

    Natürlich nur, wenn dort nicht ein diffusionsdichtes Blech oder dergleichen direkt aufliegt.

    Deswegen der zwischengelegte , gelochte Leistenrahmen, durch den Luft an die Oberseite der Platte kommt.

    So kommt die Feuchtigkeit aus dem Kasten und es entsteht kein Schimmel mehr.

    Thomas, ich vermute, dass Du ein anderes Material als Weichfaserplatte hast.

    Oder? Interessiert mich. Schreibst Du nochmal?


    Gruss RS

  • Fotos und Beschreibung zu dem genauen Aufbau meiner Deckel hab ich ja schon Mal beschrieben, ist oben auch verlinkt.

    Gegen das Anknabbern hab ich Propolisgitter oder einfaches Insektenschutzgewebe dazwischen. Das ersetzt mir die Folie.

    Meine Weichfaserplatten sind die klassischen 22mm Steicouniversal.

  • Ich habe mal im Produktdatenblatt von Steico universal nachgeschaut und dort steht:

    Einsatzstoffe: Holzfaser, Aluminiumsulfat, Paraffin, Lagen­verklebung

    Ist das unbedenklich? Durch das Propolisgitter kommen die Bienen ja nicht ran.


    Ist das ganze noch diffusionsoffen, wenn das Propolisgitter zupropolisiert wird?

  • Ist das ganze noch diffusionsoffen, wenn das Propolisgitter zupropolisiert wird?

    Hast du schon Beuten, die älter sind als 5 Jahre? Wenn du da mal auf eine waagerecht liegende Seite einen Tropfen Wasser gibst, kannst du die Wasserdurchlässigkeit von Propolis und Wachs gut sehen.

  • Meine Propolisgitter sind höchstens zu 30% dicht, leider, ich würde ja auch gern mal nennenswert Propolis ernten, aber so richtig kommt da immer nix zusammen.

    Der sd-wert wird dadurch eher nicht so richtig gesenkt, vermute ich.

    Die Platten selbst sind ja hydrophobiert, nehmen also flüssiges Wasser nicht auf. Sind ja für die Verwendung als Unterdach konzipiert.

    Dampfdurchlässig sind sie trotzdem, das sind ja zwei verschiedene Themen.

    Die Biokontrolle sieht sich das natürlich an, ist aber zufrieden. So wie ja z.b. auch mit dem Leim, der auch Inhaltsstoffe hat, die sich erstmal "unnatürlich" anhören.

    Ich mach mir da keine Sorgen.

  • Die meisten Kleber und Leime sind im abgebundenen Zustand recht unbedenklich. Da hätte ich auch wenige Bauchschmerzen.

    Die Platten selbst sind ja hydrophobiert, nehmen also flüssiges Wasser nicht auf.

    Das gilt heute und trotzdem auch nicht für alle Platten. Je nach Verwendungszweck. Wer Versuche mit älteren Platten macht, oder die Versuche schon etwas länger her sind, kann auch eventuell andere Erfahrungen machen oder gemacht haben.

  • Nachdem ich 2 Innendeckel mit Plexiglas statt Sperrholz für meine Beuten geliefert bekam hatte ich extrem viel Wasser an den Seitenwänden und am Plexiglas. Daraufhin musste ich diese umbauen und begann mit mehreren Materialien zu experimentieren (Leinentuch mit Propolis getränkt, Holzwolle, Leinenstreu, Fliegengitter, Weichfaserplatte, Vlies, mehr Hinterlüftung unter Blechdeckel usw.). Immer in verschieden Kombinationen.

    Trocken wurde es in jedem Fall, nur das Problem mit dem Zernagen macht mir noch Kopfzerbrechen.

    Momentan habe ich Fliegengitter als Nagebremse drin bevor Holzwolle oder/und Weichfaserplatte kommen.

    Gestern habe ich einen Beitrag gelesen, der mich auf die Idee brachte, nur eine z.B. 1 mm dünne Holzplatte statt Fliegengitter zu verwenden. Hier der Beitrag: https://chelifer.de/propolis-zusammensetzung-wirkung/

    Holz ist glatt, nagefest und diffusionsoffen wogegen Fliegengitter o.ä. zwar noch besser diffundiert aber Löcher hat, was die Bienen provoziert, diese mit Propolis zu verstopfen.

    Das wird auf jedem Fall der nächste Versuch, da auch alles unbehandelte Naturmaterialien sind. Hat jemand so eine Kombination schon probiert?

    Es gibt ja auch noch Varianten mit Tuch und Mehlkleister, Kuhdung-Lehm-Strohgemisch u.a. .

    Ich glaube, da kann ich noch lange tüfteln.

  • Hallo Climmo,

    deine Experimentierfreude ist ja fast eine Seltenheit. Dafür "Daumen hoch"!

    Mit dem Durchnagen hatte ich nur ein mal ein kleines Problem. Ich hatte ein Baumwollgeschirrtuch drauf gelegt und nach recht kurzer Zeit durch- und sogar weggenagt.

    Die Lösung für mich(!) ist Sacktuch. Du kannst dir auch ein "schweres" Jutetuch im Onlinehandel bestellen. Säcke habe ich noch aus dem elterlichen lw. Betrieb. Auch in Kafferöstereien bekommt man Säcke. Die Säcke kommen bei 40° 2x ohne Wachmittel in die Waschmaschine.

    Lass die Bienen propolisiren. Sie wissen was richtig ist!

    Viel Freude beim Imkern wünscht

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Hallo jetzt mal am Rande bemerkt ich verwende im Winter (weiß aber nicht genau wie die Folie heißt) wird von Zimmerleuten im Dachbau verwendet und lässt von der einen Seite die Fertigkeit durch und lässt sie nicht mehr zurück.

    Die Feuchtigkeit steht da dann in Form von Wasser auf der Folie die sich da jetzt durch auflegen von Zeitungspapier oder abwischen mit einem trockenem Lappen entfernen lässt.

  • Hallo, alle zusammen!


    Wegen der Schadstoffe mache ich mir bei Bienenkästen kaum Sorgen, denn sie diffundieren mit

    Dem Wasserdampf, den die Bienen ständig erzeugen, in allen Richtungen hinaus.

    Geradeso, wie bei Wohnhäusern. Wenn wir Wasserdampf (= Luftfeuchtigkeiit) in inseren

    Wohnräumen erzeugen läuft dies genauso. Nur an wenigen heissesten Sommertagen kann

    Dampfdiffusion (Dampfwanderung in der Luft) von aussen nach innen stattfinden.

    Diffusion gibt es immer nur vom Wärmeren ins Kältere.

    Übrigens: Wir erzeugen laufend Luftfeuchtig,eit. Z.B. indem wir feuchter ausatmen als ein.

    Durch Schwitzen. Man denke an durchfeuchtete Matratzen. (gibts, mit Schimmel an der Unterseite)

    Duch Kochen. Dabei sieht man bekanntlich den Dampf gut.

    Durch putzen, feucht wischen. Das Putzwasser wird dabei weniger. Der zunächst sichtbare Feuchtigkeitsfiln trocknet bald. Wohin? Die Luft nimmt ihn auf.

    Durch Waschen mit Waschmaschine. Die dampft auch, wenn das Wasser erwärmt wird

    Durch Wäsche trocknen

    Durch Baden und Duschen. (Wird oft überschätzt, dauert nämlich nicht lang.)

    Durch Zimmerpflanzen. (Wird oft unterschätzt. Schaut mal, welche Wassermengen manche Pflanzenliebhaber täglich vergiessen - Wasser, das die Pflanzen wieder an die Luft abgeben.

    Und die Bienen? Ich weiss nicht wieviel Wasser die Bienen abgeben. Schon garnicht im Winter.

    Nach meiner Beobachtung bleibt in der ersten Hälfte des Winters alles trocken, während in der zweite Hälfte, mit zunehmender Brutmenge die Feuchtigkeit im Stock enorm zunimmt.

    Manches, was wir für Reinigungsflüge halten, könnten Wassersammelflüge sein und weiteres Wasser kommt aus dem Futter, das erst im Zusammenhang mit Brut in Mengen verbraucht wird.


    Die Beute muss auch winddicht sein, denn dort wo erwärmte, feuchtere Luft ins Kalte hinauszieht, geht nicht nur wertvolle Wärme verloren, sondern es entsteht dort auch besonders viel Kondenswasser. Die frische, kalte Luft erwärmt sich an den Bienen oder an unserer Heizung und ist dann begierig, mehr Wasser aufzunehmen. Sie nimmt dann von jedem Wasser, an dem sie vorbeikommt. Wenn sie abkühlt, egal ob an unserem kalten Bsdezimmerspiegel oder in kalten Mauerecken oder an kalten Beutenwänden - und Deckeln, oder eben, wenn sie durch einen Spalt hinaus ins Kalte ströhmt, kann sie die beim Erwärmen aufgenommene Feuchtigkeit nicht mehr halten und git sie ab. Das ist dann das Kondenswasser, von dem die Rede ist

    Jetzt hoffe ich, dass dieses bisschen Bauphysik manchen von Euch gut tut.

    Und dass sich mein Abgleiten an den Rand des Themas für einige Leser lohnt.

    Dass einige gut durchblicken habe ich schon gemerkt.


    Gruss RS

  • Bis dato habe ich mit Holzdeckel und Weichfaserplatte (3cm) gute Erfahrung gemacht.

    Was ich diese Saison noch testen werde ist die Warree mal mit zwei Kissen zu betreiben.

    Habe i.d. Warre zwar grundsätzlich keine Probleme, möchte aber mal eine Beute mit zwei Kissen betreiben um zu sehen was passiert. Der Materialaufwand ist nicht der Rede wert.

    Grüße Jörn

  • Bis dato habe ich mit Holzdeckel und Weichfaserplatte (3cm) gute Erfahrung gemacht.

    Was ich diese Saison noch testen werde ist die Warree mal mit zwei Kissen zu betreiben.

    Habe i.d. Warre zwar grundsätzlich keine Probleme, möchte aber mal eine Beute mit zwei Kissen betreiben um zu sehen was passiert. Der Materialaufwand ist nicht der Rede wert.

    Grüße Jörn

    Wie dick ist derzeit bei dir ein Kissen? 8cm? Oder dicker?

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.