Klimadeckel - (langjährige) Erfahrungen und Vergleiche

  • Und in der Bauphysik im Gebäudebereich geht es natürlich auch nicht nur um den Schutz der Gesundheit der Bewohner, sondern auch um den Schutz des Gebäudes selbst vor Feuchteschäden.

    Im Bereich der Bienen könne man vielleicht auch bedenken, dass viele natürliche Höhlen erst durch Schimmel und durch Fäulnispilze entstehen. Es scheint zumindest nicht arg schädlich für die Bienen zu sein. Ob es ohne besser ist für die Bienen? Oder ob es ein teilweise notwendiges Übel ist? Ich weiß es nicht.

  • Im Cat S61 ist die Flir one integriert, richtig?

    Kann man aufgrund Temperaturangaben in der Kamera erkennen, ob das Volk brütet?

    In der B&N 2018 war mal ein Artikel, in dem das so vermittelt wurde...

  • Manfred Hederer hatte da vor Jahren Mal einen Artikel im IT-magazin zu dem Thema. Unter anderem deswegen hab ich mir irgendwann so ein Ding gekauft.

    Bis jetzt ist mein Fazit durchwachsen:

    absolute Aussagen gibt's natürlich eh nicht (Volk ist in Brut, wenn der Kasten außen x°C), eher in der Relation zu anderen kann man was sagen: ein Bild vom gesamten Stand, aus der richtigen Perspektive, zeigt Abweicher vom Durchschnitt.

    Kiste kalt=Volk tot

    Und das wärmste Volk könnte man dann gegebenenfalls ja noch mal auf Brut prüfen.

    Außerdem sieht man, wie das Volk im Kasten sitzt.

    Aber da hab ich auch schon einen Trugschluss gezogen, ein vermeintlicher Schwächling hat sich dann doch als Normalo entpuppt.

    Mein Fazit: ein nettes Spielzeug, vielleicht eine hilfreiche Ergänzung, aber für mich kein sicheres Analysetool.

  • Und in der Bauphysik im Gebäudebereich geht es natürlich auch nicht nur um den Schutz der Gesundheit der Bewohner, sondern auch um den Schutz des Gebäudes selbst vor Feuchteschäden.

    Im Bereich der Bienen könne man vielleicht auch bedenken, dass viele natürliche Höhlen erst durch Schimmel und durch Fäulnispilze entstehen. Es scheint zumindest nicht arg schädlich für die Bienen zu sein. Ob es ohne besser ist für die Bienen? Oder ob es ein teilweise notwendiges Übel ist? Ich weiß es nicht.

    Holzpilze, die zur Entstehung von Baumhöhlen beitragen, oder Schimmelpilze aus dem Mulm, lassen sich mit Schimmelwaben nicht über einen Kamm scheren.

    Beim Verschimmeln von Lebensmitteln muss mit der Bildung von Myotoxinen gerechnet werden. Ob es Schäden an der Biene geben kann, weiß ich nicht. Für Wirbeltiere können auch geringste Mengen giftig sein. Die Schimmelpilzgifte sind relativ hitze- und säurebeständig. Bei anderen Nutztieren sind Ausstrahlungseffekte vom verschimmelten Futtermittel in Milch, Fleisch oder Ei nachgewiesen.

    Soll jetzt nicht heißen, dass der Honig tödlich werden kann, aber eine Verschleppung der Myotoxine ist ein Problem bei landwirtschaftlichen Produkten.

  • Selbst eine sehr gute Kamera dieser Art stößt da wohl an ihre Grenzen. Es wid die Oberlächentemperatur gemessen. Je besser die Dämmung, desto geringer die Unterschiede.

    Will man solche genauen Diagnosen stellen, dürfte eine nicht unerhebliche Fehlerquote dabei sein. Zum Vergleich sicher ganz nett. Aber ob die Wintertraube eher hinten oder vorne sitzt, wird die Farbe stark beeinflussen, obwohl beide gleich stark sein können. Allerdings verhalten sich die Bienen auch oft ähnlich, so dass sie im Winter gerne mal an der Sonnenseite der Beute zu finden sind. Insbesondere wenn die Beute weniger gut gedämmt ist.

  • Holzpilze, die zur Entstehung von Baumhöhlen beitragen, oder Schimmelpilze aus dem Mulm, lassen sich mit Schimmelwaben nicht über einen Kamm scheren.

    Aber die im Gebäudebau auftretenden Schimmelpilze dürften mit den holzzersetzenden im Baum sehr nah verwand sein, wenn es sich nicht sogar um die selben handelt. Genau diese sind es ja, die zuerst angeprangert werden. Diese findet man dann auch am Rähmchenholz. Wie groß der Sprung zu den Lebensmittelpilzen an den Waben und dem Honig ist und wie eng diese verwandt sind, weiß ich nicht. Ich vermute, dass sie sich schon ähneln.

    Für die Wirbeltiere dürften alle unter schädlich fallen. Und Wiki nennt sie Mykotoxine.:*

    Für den Menschen also in jedem Fall schlecht und möglichst zu vermeiden. Den Bienen schadet es vielleicht weniger, wer weiß?

    Anders ist es doch auch nicht zu erklären, warum einige propagieren den Beutenboden mit Faulholz auszustatten. Nicht selten die, die den Klimadeckel befürworten. :/

  • Die Quelle für den Schimmel wird eher nicht das Rähmchen sein. Bei verschiedenen Substraten (Gebäude / Winterfutter) und ca. einer viertel Million Schimmelarten, kann man nicht davon ausgehen, dass die Pilze und Mykotoxine ;) identisch sind. Manche Baumpilze kannst du sogar essen. Einige Schimmelpilze entziehen dem Mulm das Wasser. Die Pilze aus dem Gebäude eher nicht <X

  • Anders ist es doch auch nicht zu erklären, warum einige propagieren den Beutenboden mit Faulholz auszustatten.

    in einem Vortrag hörte/las ich, dass die Bienen ihre natürlichen Behausungen mit der Zeit dick mit Propolis steril auskleiden und den Dreck ausräumen würden, bishin zum glatt geknabberten Eingang (war das Bernhard Heuvel? Bin mir nicht so sicher wo das war *grübel).


    Doch, es wäre z.B. mit "gut gemeint" zu erklären, wie Ömchen, die die Bienen auf dem Balkon die Honiggläser auslecken lässt... im "Schiffer-Tree-Thread" war dazu glaube ich was diskutiert worden...


    Ob die Bienen das wirklich gut finden, ließe sich experimentell denke ich schnell herausfinden... ich glaube, dass Faulholz eher schädlich wäre.


    Das Thema Klimadeckel gehört für mich nicht in einen Topf mit Faulholz streuen.


    Schöne Grüße - Matthias

    "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." Afrikanisches Sprichwort

  • Das Thema Klimadeckel gehört für mich nicht in einen Topf mit Faulholz streuen.

    Doch, es geht beim Klimadeckel um Schimmelpilzvermeidung. Da kann ich nicht für den Klimadeckel plädieren und gleichzeitig Pilze einbringen. Das machen nicht alle, ganz sicher nicht, aber die Kombination ist auch nicht selten.

    Einige Schimmelpilze entziehen dem Mulm das Wasser.

    Gibt es Pilze, die ohne Wasser auskommen? Sie tragen die Feuchtigkeit auch nicht im Eimerchen aus der Beute. Die bleibt trotzdem in der Beute.

    Manche Baumpilze kannst du sogar essen. Die Pilze aus dem Gebäude eher nicht.

    Bei manchen müsstest du nur lange genug warten. Allerdings auch nur die Fruchtkörper essbar, nach erhitzen. Ich kenne mindestens ein Beispiel.


    Es ist auch egal ob gleich oder ähnlich. Es kann in einer Beute zu Schimelbildung kommen.die rge ist, ob dieser den Bienen wirklich schadet?

  • Man sollte sich mal vorstellen, wie eine Baumhöhle nach mehrmaligem Absterben der Völker und der Aufräumaktion der Wachsmotten gammelt und stinkt. Wenn es schädlich wäre, würden andere Bienen da nicht wieder einziehen. Die haben zwar weniger Hirn als wir , aber doof sind sie nicht.


    Gruss

    Ulrich

  • Wenn es schädlich wäre, würden andere Bienen da nicht wieder einziehen.

    Den Bienen schadet es [Schimmel] vielleicht weniger, wer weiß?

    Das könnte so sein. Doch da ist der Zeitfaktor, der doch seine "heilende" Wirkung hat, nicht berücksichtigt.

    Ich habe den Link zur entsprechenden Ausarbeitung gefunden. Unter dem Punkt "Mikrofauna" ist unten zu lesen:


    "Ein Haufen Kompost kommt in der Natur in Bienenhöhlen einfach nicht vor.


    Zitat aus Nest of the Honeybee, Professor Seeley: „In fertigen Bienenhöhlen war die Propolisschicht dick und bedeckte den Boden, die Wände und die Decke eines Nesthohlraums vollständig, um das in Abbildung 3 Umhüllung aus Propolis zu bilden. Die Dicke dieser Schicht variierte zwischen 0,1 und 2,3 mm, lag jedoch im Allgemeinen im Bereich von 0,3 bis 0,5 mm.“


    Die Risse und Spalten werden mit Propolis gefüllt und eine ebene Fläche hergestellt. Die mit den Bienen lebenden Mikroben leben vornehmlich in den Bienen selbst (im Darm) und im Bienenbrot. Ansonsten ist der Bienenstock weitestgehend keimfrei. Die größeren Tierchen, circa 200 Milbenarten und auch der Pseudoskorpion finden in den Spalten Platz – aber nicht im verrottendem Material."


    Aus dem Artikel: "Bienenretter auf dem Holzweg - Gut gemeint ist nicht gut gemacht" (Bernhard Heuvel)


    Quelle: >>hier<<


    ******************************

    Das Thema, ob die Bienen natürlicherweise unten Kompost/Faulholz in ihren Behausungen haben, wurde also schon untersucht und verneint. Und da ich Prof. Seeley das jetzt erstmal glaube, möchte ich, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, auf meinen Beutenböden erstmal kein Faulholz haben.


    Schöne Grüße - Matthias

    "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." Afrikanisches Sprichwort

    Einmal editiert, zuletzt von Stylex () aus folgendem Grund: Zitat ergänzt

  • Man sollte sich mal vorstellen, wie eine Baumhöhle nach mehrmaligem Absterben der Völker und der Aufräumaktion der Wachsmotten gammelt und stinkt. Wenn es schädlich wäre, würden andere Bienen da nicht wieder einziehen. Die haben zwar weniger Hirn als wir , aber doof sind sie nicht.


    Gruss

    Ulrich

    Das könnte so sein. Doch da ist der Zeitfaktor, der doch seine "heilende" Wirkung hat, nicht berücksichtigt.

    Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass die Höhle kurzfristig wieder bezogen wird.

    Meine Zweifel kommen daher, dass Schwärme (und um solche geht es ja) ungern in mit Waben ausgestattete Beuten einziehen.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.