Seitenstreifen bepflanzen

  • Hallo zusammen,


    ich beginne dieses Frühjahr mit der Imkerei. Nun habe ich einige Bekannte, die schon im Umkreis von 500 Meter von meinem Standplatz geimkert haben, welche eine ziemliche Trachtlosigkeit ab Mai bemängelt haben. Daher hatte ich die Idee, hier ein paar Wegränder mit Weißklee zu bepflanzen.


    Wenn ich mir jetzt Pflanzanleitungen für Klee anschaue, müsste ich dafür dann den Rasen abtragen und dann den Klee säen. Das dürfte schwierig werden, da es sich um Straßenränder handelt, bei denen sich dann meine Nachbarn wohl wundern würden, wenn die auf einmal keinen Rasen mehr haben :) die restlichen Flächen sind Naturseitenstreifen vor Feldern, die aber hauptsächlich mit hohem Gras bewachsen sind.


    Meine Idee wäre jetzt, den Klee einfach "drüberzustreuen", aber ich bin mir nicht sicher, ob das klappt. Hat jemand von euch mit sowas Erfahrung? Oder könnte mir jemand von euch eine Empfehlung geben, was ich für Mai/Juni als Blume setzen könnte, was einfach auszubringen ist, auch in bereits bewachsenen Flächen?


    Viele Grüsse,


    Bugsi

  • Bei den meisten Samen ist es notwendig, eine freie Fläche zu haben, in der die Samen keimen können. Bei normal dichtem Bewuchs, vor allem auf Flächen, die gemäht werden und damit noch etwas dichter stehen, schaffen es nur wenige Samen erfolgreich bis zur ausgewachsenen Pflanze. Mit Seed-Balls kann man da schon Blühinseln mit neuer Vegetation einbringen. Wenn die Mischung passt, kann das sogar länger bleiben oder sich sogar ausbreiten.


    Was mir aber viel wichtiger erscheint: Wie kommst du darauf, dass du eine öffentliche Fläche oder auch den privaten Wegrand einfach verändern darfst, nur weil es deinen Bienen vielleicht dann hilft. Die Tatsache, dass Bienen/Imker fremde Flächen als Tracht nutzen dürfen, führt nicht unbedingt dazu, dass man diese dann auch einfach verändern darf.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hallo Bugsi,

    Du hast schon richtig erkannt: Es wird schwierig. Bei solchen Streifen ist wichtig, diese abzumagern. Das heißt mähen im Juli / August und abernten des Mähgutes.

    Dann wäre auch die richtige Zeit zum Aussäen von Klee.

    Wildkräuter kommen durch das Abmagern des Standortes von selbst.

    Solche Streifen sind aber keine Tracht, die Ertrag verspricht, ev. ein „Zubrot“.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Bugsi : Deine Idee Weißklee (wieder) an den Wegeseitenrändern etablieren zu wollen ist so übel nicht, wenn Du Dir nicht zu viel davon versprichst.

    Besonders der Klee - aber nicht nur der - ist aus dem Seitenrand verschwunden, weil - jetzt nicht mehr so stark - dort Dünger eingetragen worden ist und weil der Boden gerne als Wendel verdichtet wurde.

    Wenn zudem heute hoher Grasbewuchs den Klee behindert, hat es die Saat sehr schwer zu keimen.

    Einen oder mehrere Versuche ist es trotzdem Wert, weil Kleesaat im Landhandel (!) nicht besonders teuer und sparsam im Gebrauch ist.

    Wenn ich so etwas treibe, nehme ich einen kleines 1l Eimerchen und gehe spazieren. Klee wird ausgebracht, indem man die Saat zwischen 2 max. aber nur 3 Fingerspitzen (!) klemmt und dann im Bogen vor sich her schmeißt. 1. Bein vor = Saat aus dem Eimer nehmen, zweites Schrittchen = Saat auswerfen, usw. usw. Man kann so etwas lernen, üben...

    Das Beste ist es, wenn Du Dir jemanden suchst, der/die Dir das zeigt.

    Auf meinem Hof bringe ich jedes Jahr zweimal Kleesaat auf die gemähten Hofgrünflächen aus, nach Möglichkeit, wenn der Grünschnitt entfernt worden ist und danach die Saat möglichst bald einregnet. Leider ist die Kleeblüte häufig dann, wenn es unumgänglich wird, den Hof mindestens spurenweise zu mähen.

    Auf dem Hof ist die Aussaat erfolgreicher als "draußen" in der Feldmark.

    Viel Erfolg wünscht ...Klaus

    Es war schon schöner auf der Welt, als ich noch den Überblick hatte. Sofie Pfister-Odermatt

  • Bugsi : Wenn ich Dir eine PN schreiben könnte, was ich nicht kann, dann würde da drinstehen, daß Du nicht einfach fremde Seitenstreifen bepflanzen darfst, daß es für Deine Bienen nichts bringt und sowieso nicht klappt. Guck Dir doch mal Deine Gegend auf Maps an, da siehst Du viele schmale Felder, oft abgetrennt voneinander durch Heckenstreifen, eine Kuhrennbahm und ein mäanderndes Gewässer. Das an und für sich ist doch garnicht schlecht. Wenn Du jetzt noch was Illegales machen willst, dann kannst Du vielleicht Nachts mit Stirnlape und guten Laufschuhen, ganz in schwarz zwischen die Hecken dieser Heckenstreifen für die Bienen brauchbare Heckensetzlinge oder Baumsetzlinge pflanzen. Abenteuer pur, vielleicht mit einer hübschen Helferin. Das bringt Deinen Bienen mehr.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Wenn ihm irgendwo Samen ausversehen aus der Tasche fallen, kann er ja nichts dafür. Manche Menschen haben in Deutschland auf einmal einen OX-Verdampfer befüllt und einsatzbereit in der Hand und wisssen nicht, wie er dahin gelangen konnte.


    Der Klee wird sich als Nachsaat in eine schon bestehende Grünfläche kaum etablieren können, da viele Gräser sehr konkurrenzstark sind und du die erforderliche intensive Mahd nicht durchführen kannst.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Hallo und vielen Dank für die vielen Antworten. Dann wird das wahrscheinlich nicht viel bringen, das dachte ich mir schon. Dennoch finde ich die Aussicht auf etwas mehr Läppertracht besser als die Aussicht auf keine Tracht :)


    Mir ist bewusst, das ich nicht einfach was aussäen darf. Allerdings "bewirtschafte" ich einen teil der Fläche schon seit 2 Jahren (hatte 40 Kaninchen und habe da mein Gras gepflückt), in der Regel stört es keinen wenn ich da was sammle, ich will nur nicht die Fläche platt machen. Ich rede nicht von Flächen, die agrartechnisch bewirtschaftet werden, sondern von Flächen, die zwischen Feld und Weg liegen und die einmal im Jahr von der Gemeinde gemäht werden. Die einzigen, welchen die Fläche nutzen sind Hundebesitzer zum abkoten ihrer Tiere. Was ich nicht einbringen würde wären Pflanzen, die nachher z.B. für Tiere giftig wären, die in Deutschland nicht vorkommen oder die Dornen haben und dann von den Besitzern der Felder unter sehr viel Mühe beseitigt werden müssen. Das ist Mist, auch wenn es mir als Imker was bringen würde, würde ich das nicht machen. Ich möchte auch keine 200 x2 Meter Flächen Saat ausbringen, sondern immer wieder kleinere Flächen "aufwerten", nicht nur für mich als Imker sondern generell für Insekten.

    Gehölze habe ich schon gesteckt (scheinen trotz des späten Zeitpunktes größtenteils angekommen zu sein durch die Masse an Regen) und züchte gerade Weiden vor. Und eine schöne Helferin habe ich auch, allerdings wartet die Zuhause auf mich und schüttelt den Kopf, wenn ich ihr sowas erzähle :) Außerdem hat sie eine Pollenallergie und findet die Weidenzucht jetzt nicht ganz so prickelnd ;)


    VG,


    Bugsi

  • ...das Ausbringen von Weißkleesaat in den Wegeseitenraum verboten... Piep, Piep...

    Vielleicht habe ich ja irgendwann mal Lust, mich als Schwerverbrecher zu enttarnen und ein paar allgemeine Tips zur Aufwertung der Landschaft zu geben. ;-)

    Es war schon schöner auf der Welt, als ich noch den Überblick hatte. Sofie Pfister-Odermatt

  • Ja, ja die lieben „Kollegen“..... Wir hatten vor ein paar Jahren ein Angebot bekommen, ein Teil unserer Völker in ein Naturschutzgebiet zu stellen. Es handelte sich um ein Geländestück des Landes.


    Jedenfalls kam ein paar Tage später ein sogenannter alter Kollege auf uns zu und fragte, ob wir sicher wären, an diesen schrecklichen Platz unsere Bienen zu stellen. Das wäre sehr schlimm da, fast keine Tracht, viele Bremsen und Wespen und einfach nur katastrophal..... jedenfalls wollte er uns den Platz madig reden. Abenteuerlustig wie wir sind, haben wir trotzdem unsere Damen dort hingebracht und was ist?? Jedes Jahr Top Trachten, keine Wespen und einfach nur himmlisch dort.


    Wie sich später herausgestellte, wollte der „Kollege“ unbedingt auch dort hin und hat bewusst den Platz schlecht geredet um keine Konkurrenz zu haben... das zu dem Thema...

  • Hallo zusammen,

    das mit der Landschaft aufwerten ist wohl auch etwas hochgegriffen!? Hier etwas und da etwas trifft es wohl eher.

    Solches mache ich schon seit Jahrzehnten - Gehölze und auch Wildstauden (Wildkräuter). Ich höhre nur dann und wann, dass jemandem aufgefallen ist, dass da ... wächst oder sich ausgebreitet hat. Es dauert eben manchmal.

    Und nur mal am Rande: Wer züchtet da Weiden? Ich habe es nur zum "Vermehrer" gebracht. ;)

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Die Lösung heist : "wandern"

    Selbst wenn du die Erlaubnis zur Bepflanzung der Streifen bekommst würde das nichts an der

    Gesamttrachtsituation ändern. ( Da müsstest du schon ganze Felder mit einem Trachtfließband bestellen.)

    ... alle sagten das es unmöglich ist, .... bis einer kam der das nicht wußte

  • Northlight : der eine Kollege war meine Schwester und sie imkert nicht mehr :) daher glaube ich nicht, das sie mir den Standplatz klauen will.


    BaarImker : Ich meine es war Mai, wir haben extrem viele Maisfelder hier und viele von diesen wunderschönen "gepflegten" Gärten. Das einzige, was als "Massentracht" blüht ist der Löwenzahn, und der ist nicht gleich nebenan. Bitte nagel mich nicht fest auf Anfang, Mitte oder Ende Mai :)


    Finvara : wandern wäre bestimmt cool irgendwann aber nicht gleich zu Anfang mit nur einem Volk. Außerdem möchte ich gerne Honig aus der Umgebung, da meine Frau eine Pollenallergie hat und ich hoffe, das sie durch den eigenen Honig ein bisschen desensibilisiert.