Hilfe, mein Dadantbrutraum verhonigt

  • Hallo liebe Imker(innen),


    meine Bienchen tragen zu meiner Freude derzeit massig Waldhonig ein. Nur der Honig wird unten in die freiwerdenden Brutwaben eingelagert, Honigraum mit nur Mittelwänden wird z.T. kaum angenommen. Also von fluglochferner Lagerung keine Anzeichen.
    Was kann ich tun ??


    Vielen Dank und viele Grüße.
    Matthias

  • Hallo Matthias,



    genau diese Frage beschäftigt mich auch - nur bin ich noch nicht auf Dadant umgestiegen.


    Und auf dieses Problem habe ich bisher noch keine schlüssige Antwort erhalten / gefunden und werde mir einen Umstieg auf diese Beute erst überlegen, wenn ich weiß, wie man dieses Problem in den Griff bekommt.


    Stell die Frage doch nochmal im Juniforum, wenn sie hier nicht beantwortet wird.


    Gruß


    buchneria

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Matthias,


    ich habe dieses Jahr auch umgestellt, allerdings auf 1,5 DNM im BR und
    0,5 DNM Dickwaben HR. Hatte dasselbe Problem, bis ich ihnen einen 1.0 DNM mit ausgebauten Waben als HR gab. Habe dann die halbe Zarge mit den Mittelwänden dazwischen gegeben, sofort wurde im Brutraum und im 0,5 HR gebaut, und ganz oben wurde der Honig eingetragen.
    Nachher auch im anderen HR.
    Dabei wollte ich nicht mehr so schwer tragen, nun, im nächsten Jahr wird es dann ohne Tricks gehen.
    Bestimmt hätte man es anders machen können, aber mir fiel nichts Besseres ein, und es hat geklappt.


    Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo zusammen, das Problem, das bei hohen Brutraumwaben bzw. Hochwaben ,das Brutnest verhonigt, vor allem wenn es sich um Tauhonig handelt, hatten unsere " Altvorderen" auch schon. Die Lösung war die Einführung von flachen Wabenmaßen. Meist um 22 cm Höhe. Dieses Maß weisen die meisten bekannten Maße auf. Dazu kam dann noch die Austauschbarkeit zwischen Honig- und Brutraum. Hat also irgendwie Sinn gehabt. Allgemein verwendet man die höheren Waben für reine Blütentrachtrachtgegenden, die flacheren in Honigtautrachtgegenden und dort, wo für die Überwinterung ungeeigneter Honig vorkommt. (deshalb Langstroth für solche Gegenden, Dadand für Blütentrachtgebiete, um nur ein Beispiel zu nennen). Dem Beispiel für "Überwinterung ungeeigneter Honig" folgte dann die Erfindung der Zuckerfütterung, und damit die allgemeine Verbreitung der flacheren Wabenmaße um 22 cm. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo liebe Imker(innen),


    buchneria : Da gibt es wohl bei jeder Beute ungelöste Probleme, auf die man dann erst im Praxisbetrieb trifft. Einen Trend zur Großwabe im BR kann ich durch meine Recherchen allerdings bestätigen, z.B auch von Imkern die umgestellt haben (300 Völker von Langstroth-Flachzarge bzw. 90 Völker von Zander auf 4/3 Zander). Und es ist schon ein beeindruckendes Bild wenn so ein Rähmchen, bis auf die Ecken oben, komplett (!) bebrütet ist. Und die Nachschau geht auch besser.
    bisy : Dein Trick ist nicht schlecht, nur kann ich diesen leider, wegen fehlender ausgebauter Waben, nicht anwenden. Habe meine Völker im April auf Zander bekommen, und mußte alle auf Dadant-MW einschlagen. Dafür hab´ ich dann nächstes Jahr ja ein paar ausgebaute HR-Waben.
    Lothar : Du bist ja schon ein Schelm. :D Als ob Zander oder DN der Weisheit letzter Schluß wäre. Ich wohne zwar in einem ausgesprochenen Frühtrachtgebiet, aber in die Sommertracht wird halt gewandert, wie war das früher ??
    Auch das gern zitierte Umhängen der Brutwaben (auch von den Altvorderen meines Vereins) ist für mich kein Thema. Im HR kommen nur Jungfernwaben. Das bin ich meinen Kunden und meinem Honigpreis schuldig.


    Aber wo sind denn die ganzen Dadant-Imker ?? :( 


    Gruß
    Matthias

  • aber jetzt im ernst, es gibt Bienen die den Honig Brutnestfern stapeln und welche die ihn eben Brutnestnah stapeln! Sind allerdings die Kisten voll dann tut jede Biene den Honig ins Brutnest lagern. Die Zunahmen im Wald können sehr massiv sein, so das beim all denen welche Umstellungsbedingt nur Mittelwände im Honigraum haben der Honig unweigerlich ins Brutnest getragen wird, weil die Bienen mit dem bauen nicht nach kommen. Dies könnte man damit lösen, in dem man die Waben so schnell als möglich schleudert! Durch die Trockenheit kommt sowiso recht dicker Honigtau rein! und man muss eventuell gar nicht so lange warten mit dem schleudern!
    Es hilft auch den Schied näher ans Brutnest zu rücken. Später in der Waldtracht Saison muss man das bei den Hochwaben eh tun sonst hat man echt Nachteile!


    Gruß

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Nein, die niedrigen Wabenmaße Normal und Zander sind nicht der Weisheit letzter Schluß. Auch Dadand ist es nicht, wie auch andere Wabenmaße nicht. Alle haben Vor- und Nachteile. Bei den meisten Wabenmaßen muß man halt in deren Entwicklungsgeschichte gucken, um zu wissen, warum sie eine bestimmte Breite, Höhe und Länge haben. Normalmaß entstand ursprünglich als Hochwabe aus zwei zusammngesetzten Berlepschwaben. Aus oben angeführten Grund des Verhonigen des Brutraums und wegen besserer Handhabung (in Hinterbehandlungsbeuten) änderte man es zur Breitwabe. Alle Breitwaben hatten/haben den Sinn, Austauschbarkeit zwischen Brut- und Honigraum und bessere Trennung von Brut und Honig. Aber auch das vielgebrauchte Argument "Austauschbarkeit" ist nicht der eigentliche Grund für die Breitwabe. Es ist vielmehr der Wunsch, einen großen Raum für Futter zu haben. Bei Dadand steht der Wunsch nach einem kompakten, ungeteilten Brutnest im Vordergrund. Dafür lässt sich aber für die Überwinterung schlecht geeigneter Honig schlechter aus dem Brutraum entfernen. Hätte Bruder Adam in seiner Gegend Honigtautrachten, hätte er sich bestimmt für Langstroth entschieden. V.H.w. Lothar

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  • Hallo liebe Imker(innen),


    nach einem Geistesblitz bin ich heute folgendermaßen verfahren. Alle BR-Waben der betreffenden Völker (9) die ganz bzw. fast ohne Brut aber voller Honig waren entnommen.
    Die Waben, im Schnitt 2 pro Volk, in je 2 Honigraumzargen übereinander (beespace o.k.) den beiden stärksten Völkern über Absperrgitter aufgesetzt.
    Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott. :roll: 


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Matthias, habe mal ein bisschen in meinen Büchern nachgelesen, und habe auch was gefunden, das Dir vielleicht weiterhilft. In"Meine Erfahrungen mit der Buckfastbiene" von Günther Ries, fand ich auf Seite 32 folgende Hinweise: Völker, die nicht in den Honigraum gehen, sind zu schwach oder ihre Königin taugt nichts. Dadurch ist der Brutraum nicht ausgelastet und er verhonigt. Hilfe schafft ein Austauch der Königin, dazuhängen oder zwischenhängen von Leerwaben soll das Problem verschlimmern. Weitere Abhilfe schafft das Einengen des Brutraums auf eine Deckwabe und seine Brutwaben mittels Schiedbrettern. Hoffe, diese Hinweise können Dir helfen. V.H.w. Lothar

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  • Hallo Urmel, wenn der Brutraum verhonigt, liegt es daran, das die Königin bzw. das Volk (wer vermag es, das so genau zu trennen?), zu wenig Brut produziert. Oft findet man ja den Hinweis, das der Honigvorrat die Ausdehnung des Brutnestes bestimmt. Den Umkehrschluß zieht aber kaum jemand, das das Brutnest den Honigvorrat in den Honigraum drücken muss. (au,...da eck´ich bestimmt wieder bei einigen mit an, egal :wink: ) In Deinen Fall hilft erst einmal, den Brutraum einzuengen, die Brutwaben unter dem Honigraum konzentrieren. Dadurch erhöht sich der " Brutdruck" , und es gelangt mehr Honig in den Honigraum. Die übrigen Waben ruhig hinter ein senkrechtes Absperrgitter oder ein Trennschied geben. Achte aber darauf, das die Königin bei den Brutwaben bleibt, sonst hast Du vorne noch mehr Honig in den Waben. Nach der Honigentnahme gibst Du der Königin wieder mehr "Spielraum", damit das Volk viele Winterbienen bekommt. Wenn Du dann noch reichlich einfütterst, wird der vorhandene Tauhonig dann von Futter überdeckt, dürftr kein Problem sein. V.H.w. Lothar

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  • Hallo liebe Imker(innen),


    nach der gewonnenen Erkenntnis, daß sich meine o.g. Völker zu schwach entwickelt haben, möchte ich nach baldiger Umstrukturierung ( schwache Völker mit den Starken vereinigen) „Zucht und Ordnung“ :D einkehren lassen. Durch die o.g. Maßnahme wird sich meine Völkerzahl um ca. 1/3 auf dann ein gutes Dutzend reduzieren.
    Meine Frage nun:
    Bis wann und wie kann ich noch unbegattete Königinnen zusetzen, um sicher zu sein, daß diese beim Hochzeitsflug noch auf genug Drohnen stoßen, und die Annahme nicht zu sehr gefährdet wird ??
    Oder gibst eine bessere Idee ??
    Vorab Danke.


    Gruß
    Matthias