Brutscheunen als Bienenspender

  • Der entscheidende Punkt bei deiner Frage ist die eigentliche Ursache des Schwärmens. Da die ja durchaus unterschiedlich ausfallen kann, ist es auch schwierig, die entscheidende Frage präzise zu beantworten

    Konterkariert das spätere Zufegen der jungen Bienen nicht den Effekt, der duch die Brutentnahme entsteht, steigert also wieder die Schwarmlust?

    Es gibt Kollegen, die zur Schwarmverhinderung Bienen entnehmen statt Brut. Die werden von den BRUTwaben entnommen und nicht aus dem Honigraum.

    Beim späteren Zufegen der Bienen wird es vermutlich auch einen Unterschied machen, ob du eine bunte Mischung von Ammen-, Putz-, Bau- und Flugbienen aus deiner Brutsscheune entnimmst, oder die Bienen mittels Honigräumen auf das Altvolk transferierst.


    Also alles nicht so einfach, wie man es sich wünschen würde aber allemal einen kleinen Versuch wert. ;-)

  • Die Brut aber ohne ansitzende Bienen zurückzudrängen kontakarriert aber die Idee der Brutentnahme und die Brutscheune zur Reduktion der Varroalast.

    Auch das ist jetzt nicht das Thema. Es geht wie gesagt um Schwarmverhinderung. Ich habe während der Schwarmzeit keinen dringenden Bedarf zu behandeln. Eine TBE mache ich unabhängig davon.

    Ich würde das Verfahren auch nicht als TBE zur Schwarmzeit einsetzen wollen, sondern die Völker nur so weit schröpfen, dass die Schwarmlust gebrochen wird.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Der entscheidende Punkt bei deiner Frage ist die eigentliche Ursache des Schwärmens. Da die ja durchaus unterschiedlich ausfallen kann, ist es auch schwierig, die entscheidende Frage präzise zu beantworten

    Das ist sicher ein wichtiger Hinweis. Als ein (!) wichtiger Faktor, der die Schwarmlust forciert, gilt ja das massenhafte Schlüpfen von Jungbienen. Die anderen Faktoren (z.B. ausreichend Raum für Brut und Honig) lassen sich ja unabhängig davon optimieren.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Da bin ich ganz bei dir, weswegen ich bisher auch bei andauernder Schwarmlust lieber mal eine Brutwabe entnehme und im weiteren Verlauf maximal noch eine weitere.

    Wobei man trefflich drüber streiten kann, ob das massenhafte Schlüpfen der Jungbienen der eigentliche Faktor ist oder aber die resultierende Arbeitslosigkeit im Ammenstadium. Der Effekt wird wohl der selbe sein.

    Aber zu deiner eigentlichen Frage zum Zufegen der Bienen, sehe ich ein geringeres Risiko die Schwarmlust wieder zu befeuern, wenn du tatsächlich die Bienen entnimmst, die das Ammenstadium schon hinter sich haben. Ich hab da auf die Schnelle keine bessere Idee als das mittels ASG und Honigräumen zu lösen...

  • wenn du tatsächlich die Bienen entnimmst, die das Ammenstadium schon hinter sich haben

    Guter Hinweis! Das würde heißen, die Bienen dürfen nicht zu früh zurückgefegt werden. Bei einem "rotierenden" System wäre das natürlich ein Problem, bzw. ich müsste entsprechende Intervalle einhalten.

    Ammen sind die Bienen ja ca. bis zum Alter von 12 Tagen. Das würde bei der Entnahme von schlupfreifer Brut einen Turnus von ca. 14 Tagen ergeben?!

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  • Moin zusammen,


    für die Auswirkungen der Rückvereinigung ist m.E. der Zeitpunkt der Aktion entscheidend.

    Ich habe schon mehrmals festgestellt, dass meine (Anfang Mai-Rapszeit) auffällig schwarmtriebigen Völker solche waren, die ich im April verstärkt hatte. Also ehemalige Schwächlinge nach der Überwinterung mit Bienen aus Weisellosen verstärkt.

    Ein Teil (30%?) meiner WV möchte während oder kurz nach der Rapsblüte schwärmen. Das lässt sich eigentlich durch 2...3x Zellen brechen händeln. Mit der Robine ist eigentlich wieder Ruhe.

    Alles was bei mir nach dem Raps noch schwärmen will ist m.E. Murks. Die würde ich sowieso aus dem Rennen nehmen.


    Mein Fazit:

    Eine pauschale Brutentnahme wäre mir zu rabiat und schwächt auch die "guten" WV, eine fallweise Brutentnahme setzt eine ordentliche Schwarmkontrolle voraus. Da kann ich auch gleich die Zellen brechen.

    Wenn ich Anfang Mai eine größere Anzahl an Brutwaben entnehme, dann schwäche ich die Flugmannschaft, weil das Brutnest ja wieder komplett aufgebaut werden muss/wird. Dann würde ich lieber Entweiseln und eine Schlupfzelle zuhängen.

    Bei einer Rückvereinigung wäre die Schwarmzeit eigentlich schon durch.

    Ich könnte mir vorstellen, dass so eine Aktion bei Spättrachten Sinn machen könnte. Bei mir nicht.

    Generell finde ich eine Auslese auf schwarmträge Genetik zielführender.


    Gruß Jörg

  • Danke Wolfgang für deine Worte. Ich war zu sprachlos wegen des vernichtenden Beitrages von Heike.

    Viele Grüße

    Karin

    Hoffentlich sprachlos vor Dankbarkeit.

    Klartext, ist das Einzige was vielleicht noch durchdringt.

    Was da gezeigt wird, ist nicht nachahmungswürdig und schade, dass es verlinkt wurde.

    Wenn man tatsächlich solch ein Thema mit Schwärmen hat, besorgt man sich schwarmträge Genetik, erweitert früh- u. rechtzeitig und macht sich einfach regelmässig die Mühe, Völker nach Schwarmtendenzen zu checken. Dazu muss ich noch nicht mal alle auseinanderreissen. Gehört für mich zum Imkern dazu.

  • Das würde heißen, die Bienen dürfen nicht zu früh zurückgefegt werden. Bei einem "rotierenden" System wäre das natürlich ein Problem, bzw. ich müsste entsprechende Intervalle einhalten.

    Wenn ich Dich richtig verstehe, suchst Du den Kompromiss zwischen TBE und Schröpfen - die Population an Ammenbienen limitieren und dann die Völker wieder verstärken.


    Ich habe beides bisher nur separat gemacht - geschröpft für den Brutsammler zur Königinvermehrung und TBE bei Formatwechsel. Dass ein Volk, welches seine gesamte Brut verloren hat, nicht mehr schwärmt, ist klar. Die (geringfügig) reduzierte Honigleistung stellte kein Problem dar.


    Ich stelle es mir so vor:


    Entnimmt man bspw. Ende April/Anf. Mai einem DN1,5-Volk eine überwiegend verdeckelte BW ohne Bienen, so sind das 15 - 20 % der künftigen Ammenbienen. Das trägt m.E. schon zur Verlängerung der Schwarmentwicklung bei. Wenn man das zeitlich staffelt und mit Fingerspitzengefühlt versucht, die Limitierung von schlüpfenden Ammenbienen zu "strecken", indem man z.B. von April bis Ende Mai jede oder jede 2. Woche eine solche Wabe entnimmt, sollte sich der Schwarmtrieb eher in Grenzen halten bzw. gar nicht erst entwickeln - abhängig von Tracht und Region, versteht sich.


    In den Brutsammlern haben die schlüpfenden Bienen auch nur die Larven zu versorgen, die mit neuen Waben zusätzlich hinzugefügt werden. Weiterhin werden dort neue WZ angelegt, ggf. schlüpft eine Königin, was ja nicht schlecht sein muss. Oder man fügt eine aus der parallelen Kö'-Vermehrung hinzu oder man nutzt die Brutsammler genau dafür... - aber dann gingen die Bienen ja in die neuen Ableger.

    Jedenfalls dürften die Bienen dort mit der neuen Weisel beschäftigt sein. Und wenn die begattet und in Eilage ist, könnte die Schwarmzeit im Idealfall vorbei sein.

    Wenn ich Anfang Mai eine größere Anzahl an Brutwaben entnehme, dann schwäche ich die Flugmannschaft, weil das Brutnest ja wieder komplett aufgebaut werden muss/wird.

    Dem lässt sich ja entgegenwirken, wenn man einerseits sehr dosiert entnimmt (zeitlich gestaffelt) und ebenso dosiert wieder bienenbesetzte Waben aus den Brutscheunen zurückgibt, sobald deren Brut nahezu komplett geschlüpft ist. Sie finden im Spendervolk i.d.R. dann mehr offene Brut und damit ggf. dankbare Abnehmer für die noch vorhandenen Ammenbienen vor. Der Rest geht sammeln und kompensiert möglw. die kurzzeitige Sammelschwäche.


    Es dürfte interessant sein, wie Du dieses "rotierende Verfahren" durchführst. Und Volk ist ja nicht gleich Volk - da wird ja unterschiedlich Schwarmtrieb entwickelt oder entfällt nahezu. Ich denke, man muss seine Völker gut kennen und behutsam vorgehen.

  • Eine pauschale Brutentnahme wäre mir zu rabiat und schwächt auch die "guten" WV, eine fallweise Brutentnahme setzt eine ordentliche Schwarmkontrolle voraus. Da kann ich auch gleich die Zellen brechen.

    Ich habe bei einem nachhaltig schwarmtriebigen Volk mit einer TBE reagiert, das Volk hat sich daraufhin beruhigt und wie doof gebrütet und Honig gebracht, als die Linde kam.

    Das gleiche Volk mit der selben Königin, ein Jahr später, wieder zur gleichen Zeit massiv in Schwarmstimmung, wieder irgendwann mit TBE reagiert (hatte ja gut geklappt das Jahr zuvor), und diesmal haben die Bienen wie geschockt reagiert - hat ewig gedauert, bis die ihr Brutnest richtig aufgebaut haben, bis da wieder Schwung in die Kiste kam.


    Ich bin also unsicher, welche Faktoren da eine Rolle spielen, vielleicht das Alter der Königin, vielleicht, ob und wieviel Tracht zum Zeitpunkt der Brutentnahme rein kommt.


    Bei mir sind 2020 die ersten Zellen zum Ende des Rapses aufgetaucht.
    Nach Raps und Obst herrscht hier Trachtpause bis Mitte Juni, und just zu dieser Trachtpause schien auch die Schwarmstimmung auszubrechen.


    Ich wollte daher dieses Jahr dann zu dieser Zeit KS aus Honigraumbienen erstellen - den WV also Bienenmasse entnehmen, die sie in den kommenden 4-5 Wochen vermutlich eh abgebaut hätten, aufgrund von Trachtmangel.


    Macht das Sinn?


    PS: Brutwaben entnehmen möchte ich dieses Jahr bestenfalls erst zur TBE - Integrität Brutnest und so.

  • Danke Wolfgang für deine Worte. Ich war zu sprachlos wegen des vernichtenden Beitrages von Heike.

    Viele Grüße

    Karin

    Einen wunderschönen guten Nachmittag an diesem wunderschönen guten Nachmittag :-)


    Karin, das was man da gesehen hat, hat mit Imkerei leider nichts mehr zu tu.

    Schlechtes Volk mit schlechter Königin die komplette Brut entnehmen und mit ein paar Bienen in Ablegerkästen stecken um von Schwarmzellen noch Königinnen zu bekommen.

    Die erste Brut in den Ablegern war noch garnicht geschlüpft und wird Ihnen schon wieder weggenommen um Sie dem Restvolk zuzugeben, das trotz diesem Radikalen Eingriff,schon wieder Zellen gemacht hatte.

    Tut mir leid, aber über so etwas kann ich mich unheimlich Ärgern, vor allem wenn so eine Betriebsweiße auch noch öffentlich gemacht wird.


    Wolfgang, dein Name hier im Forum: Bienenköniggibmirhonig , welchen Honig meinst Du?

    Sorry, aber wenn Du solche Filmchen hier reinstellst, mußt Du leider mit so einer Reaktion rechnen.


    Du hast hier schon 3141 Beiträge geschrieben d.h. Du imkerst schon länger, da erwarte ich etwas anderes.


    Gut ist es das Du es hoffentlich selber etwas merkst, das das ja wohl nicht das Gelbe vom Ei ist.

    Komme zu meinen Kursen, da werden Dir Kniffe und die Völkerführung gezeigt.

    Doch leider gibt es diese Kurse nicht kostenlos, sind aber garantiert nicht umsonst ;)


    Das Tiergerechte Imkern lernt man aber leider nicht wenn man sich eine Königin kauft und mit dem Tier genauso verfährt wie Du es hier gezeigt hast.

    Da erleidet die beste Königin Schiffbruch.

    Aber da Du das ja "nur" mit deinen Schwarmvölkern machst, könntest Du sogar mit etwas Glück,Honig ernten.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Die geschlüpften jungen Bienen werden dann später den geschröpften Völker wieder zugefegt.

    Das später ist das entscheidende. Das wäre für mich nach der Tracht oder vielleicht für die wirklichen Spättrachten. Machst du das zu früh, kannst du dir die Mühe sparen. Die Ammenbienen bleiben auch länger (potentielle) Ammenbienen, wenn sie keine oder wenig Brut pflegen.

    Pia Aumeier schröpft ja auch ihre Völker oft mehrmals mit jeweils einer richtig vollen verdeckelten Brutwabe.

    Trotzdem wird ca. 1/3 ihrer Völker schwarmtriebig, nach eigenen Angaben, wenn ich das noch richtig im Kopf habe. Es ist also alles andere, als ein annähernd sicheres Verfahren.

  • Die Frage, die ich mir als Anfänger bei der Entnahme von 1-2 Brutwaben (sei es zur Schwarmverhinderung und/oder Ablegerbildung) in der Großraumbeute mit angepasstem Brutraum stelle:


    Gibt man den Bienen dann dafür 1-2 Mittelwände oder reduziert man bis zur Auffütterung dauerhaft den Rähmchenbestand im Brutraum?

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Achso: In dem Video hat der Typ über ein Spielnäpfchen schwadroniert, was mitten auf dem Rähmchen lag. Kann sowas auch eine Schwarmzelle sein? Ich dachte solche Zellen sind eher am Rand zu suchen, während die Zellen für die stille Umweiselung mittig gezogen werden.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain